Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Soziale Arbeit / Sozialarbeit

Sozialisation im Diskurs deutscher Sozialpolitik und Sozialrecht

Menschen mit psychischer Erkrankung

Titel: Sozialisation im Diskurs deutscher Sozialpolitik und Sozialrecht

Hausarbeit , 2016 , 26 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Renate Dertinger (Autor:in)

Soziale Arbeit / Sozialarbeit
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Psychische Erkrankungen bilden die zweithäufigste Ursache für Arbeitsunfähigkeit.

Die Kombination aus körperlicher und psychischer Erkrankung ist häufig die Grundlage für chronische Verläufe. Diese setzen wiederum die Motivation für eine Behandlung herab und erhöhen einerseits die Empfindlichkeiten für weitere Erkrankungen, andererseits erhöhen sie die Sterblichkeit. Dieser Kreislauf erhöht die Kosten innerhalb der Vorsorgesysteme.

Trotz der hohen, statistisch gestiegenen Zahlen sind sich die Experten einig, dass die psychischen Erkrankungen nicht gestiegen, sondern seit Jahrzehnten stabil geblieben sind. Verändert hat sich lediglich der Umgang in Form einer höheren Sensibilität und Offenheit, bei Ärzten wie Betroffenen. Die Zahlen seien erhöht, da es einfacher geworden sei, öffentlich zu bekennen, dass man psychisch erkrankt sei.

Besonders erleichternd scheint das Zugeben einer psychischen Erkrankung mit der oft selbst gewählten Diagnose „Burnout“. Obwohl dieser Begriff im Diagnosemanual des ICD-10 nur als Z-Diagnose aufgeführt wird, führt er in der Gesellschaft zu einer hohen Akzeptanz. Über diese Begriffsdefinition ist es den Betroffen leichter möglich zuzugeben, dass sie müde, erschöpft und überfordert sind.

Mit Blick darauf, dass sich alle aufgeführten Inhalte auf Deutschland beziehen und dieser ein Sozialstaat ist, hat dies auch zur Folge, dass die Allgemeinheit für die erheblichen Kosten, welche durch M.m.p.E. (Menschen mit psychischer Erkrankung) und deren Versorgung entstehen, aufkommen muss. Somit wirkt sich eine psychische Erkrankung nicht nur auf Einzelne, sondern auf die Gesamtbevölkerung aus.

In Anbetracht der bisher aufgeführten Fakten und Daten, bilden psychische Erkrankungen aufgrund ihrer Häufigkeit und Vielfältigkeit sowie den Ausprägungen und variierenden Verläufen mit nachhaltigen Auswirkungen auf den Sozialstaat, ein Themengebiet, mit dem ich mich gerne in dieser Hausarbeit beschäftigen möchte.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Themenwahl und Begrenzung

1.2 Strukturgebung

1.3 Gesundheit & Psychische Erkrankung

2. Werden Menschen mit psychischer Erkrankung sozial benachteiligt?

2.1 Stigma und Stigmatisierung

2.2 Befinden sich Stigmatisierung und Diskriminierung im Wandel?

3. Welche Entwicklung und Antworten hat die Sozialpolitik für Menschen mit psychischer Erkrankung von der Industrialisierung bis heute?

3.1 Industrialisierung

3.2 Von der Industrialisierung zur Dienstleistungsgesellschaft

3.3 Politisch aktiv für Menschen mit psychischer Erkrankung gegen Stigmatisierung

4. Schaffen von Verbindlichkeit im Rechtssystem

5. Soziale Arbeit mit psychisch erkrankten und behinderten Menschen

6. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die sozialgesellschaftlichen, sozial- und gesundheitspolitischen sowie sozialrechtlichen Dimensionen der Lebenssituation von Menschen mit psychischer Erkrankung. Ziel ist es, die Zusammenhänge zwischen sozialer Ungleichheit, politischer Reaktion und rechtlicher Verankerung im Kontext der Inklusion zu beleuchten.

  • Analyse von Stigmatisierung und Diskriminierung im gesellschaftlichen Kontext.
  • Historische Entwicklung der Sozialpolitik gegenüber psychisch erkrankten Menschen.
  • Bedeutung aktueller rechtlicher Rahmenbedingungen wie des SGB IX.
  • Rolle der Sozialen Arbeit als Umsetzungsinstanz politischer Vorgaben.
  • Wechselwirkung zwischen individueller Erkrankung und gesellschaftlicher Teilhabe.

Auszug aus dem Buch

2.1 Stigma und Stigmatisierung

Menschen mit psychischer Erkrankung gehören zu einer Personengruppe, welche von sozialer Ungleichheit betroffen ist. Denn die Abweichung von der Norm zieht Konsequenzen in Form von Reaktion der Gesellschaft nach sich. In diesem Zusammenhang bin ich mehrfach auf die Begriffe Stigma, Stigmatisierung sowie Diskriminierung gestoßen. Daher möchte ich diesen Begrifflichkeiten und ihren Auswirkungen besondere Aufmerksamkeit widmen.

Hierfür greife ich auf den kanadischen Soziologen Erving Goffmann zurück. Dieser ging 1979 in seinem Buch „Stigma“ davon aus, dass die Gesellschaft selbst festlegt, ob sich jemand im Bereich der von ihr bestimmten Norm befindet oder nicht. Sobald jemand von dieser allgemein akzeptierten Norm abweicht, in Form seines Äußeren, seinem Verhalten oder einer Aktivität außerhalb seines sozialen Standes, verliert die Person ihre vollständige soziale Akzeptanz. Die betroffene Person wird daraufhin als auffallend wahrgenommen. Dies führt zu einer Bewertung durch jene, welche sich innerhalb der Normierung bewegen.

Goffmann unterscheidet bei seinen Normabweichungen drei große Gruppen. Die physisch Deformierten, damit sind Menschen mit körperlicher Behinderung gemeint, Menschen mit phylogenetischem Stigma, dieses bezieht sich auf unterschiedliche Rasse, Religion und Nation sowie die letzte Gruppe der Menschen mit einem individuellen Charakterfehler. Hierunter fallen zum Beispiel Straftäter, Süchtige als auch M.m.p.E.. Alle drei Gruppen erfahren auf Grund ihrer Andersartigkeit keine vollständige soziale Akzeptanz (ebd., S. 12/13).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle statistische Relevanz psychischer Erkrankungen und deren sozioökonomische Auswirkungen auf den Sozialstaat.

2. Werden Menschen mit psychischer Erkrankung sozial benachteiligt?: Dieses Kapitel untersucht die gesellschaftliche Konstruktion von Normalität und die daraus resultierende Stigmatisierung psychisch erkrankter Personen.

3. Welche Entwicklung und Antworten hat die Sozialpolitik für Menschen mit psychischer Erkrankung von der Industrialisierung bis heute?: Hier wird die historische Wandlung der sozialpolitischen Maßnahmen und der Umgang mit psychischer Erkrankung seit der Industrialisierung analysiert.

4. Schaffen von Verbindlichkeit im Rechtssystem: Dieses Kapitel erörtert die Bedeutung des SGB IX als zentrale Rechtsquelle für die Teilhabe und Unterstützung von Menschen mit Behinderung.

5. Soziale Arbeit mit psychisch erkrankten und behinderten Menschen: Die praktische Ausgestaltung von Hilfsangeboten, Beratung und Betreuung im Rahmen der Sozialen Arbeit wird hier dargestellt.

6. Fazit: Das Fazit fasst die Notwendigkeit kontinuierlichen gesellschaftlichen Engagements zusammen, um den Weg von der Exklusion zur Inklusion zu ebnen.

Schlüsselwörter

Psychische Erkrankung, Stigmatisierung, Sozialpolitik, Soziale Ungleichheit, Inklusion, SGB IX, Erwerbsminderungsrente, Psychiatrie, Diskriminierung, Soziale Arbeit, Rehabilitation, Teilhabe, Gesundheitssystem, Normalität, Sozialstaat.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Lebenssituation von Menschen mit psychischer Erkrankung im Kontext sozialer Benachteiligung, politischer Lösungsansätze und der rechtlichen Absicherung in Deutschland.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten gehören Stigmatisierungsprozesse, die Geschichte der Sozialpolitik vom Industriezeitalter bis heute, die rechtliche Verankerung der Teilhabe im Sozialrecht sowie die konkrete Praxis der Sozialen Arbeit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie soziale Ungleichheit entsteht und welche politische sowie rechtliche Verantwortung der Sozialstaat trägt, um Inklusion für betroffene Personen zu ermöglichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse soziologischer, sozialpolitischer und sozialrechtlicher Fachliteratur sowie der Auswertung aktueller Studien und Berichte, etwa der Deutschen Rentenversicherung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Mechanismen der Stigmatisierung, die historische Entwicklung sozialer Sicherungssysteme und detailliert die gesetzlichen Bestimmungen zur Rehabilitation und Teilhabe, insbesondere im SGB IX.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind psychische Erkrankung, Stigmatisierung, Sozialpolitik, SGB IX, Inklusion und soziale Ungleichheit.

Welche Rolle spielen die Begriffe "Störung" und "Krankheit"?

Die Arbeit diskutiert den Bedeutungswandel dieser Begriffe, insbesondere die Ablösung von "Krankheit" durch "Störung" ab 1996, was als Maßnahme zur Entstigmatisierung gedacht war, aber teils neue Hürden schuf.

Was bedeutet das "Prinzip ambulant vor stationär"?

Dieses Prinzip wurde 1961 ins Bundessozialhilfegesetz eingeführt und markierte einen Wendepunkt, der die Unterbringung von Menschen mit psychischer Erkrankung stärker in den gesellschaftlichen Alltag statt in isolierte Institutionen verlagern sollte.

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Sozialisation im Diskurs deutscher Sozialpolitik und Sozialrecht
Untertitel
Menschen mit psychischer Erkrankung
Hochschule
Fachhochschule Esslingen Hochschule für Technik Esslingen; Standort Göppingen  (Fachhochschule)
Veranstaltung
Vorlesung
Note
1,7
Autor
Renate Dertinger (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
26
Katalognummer
V341633
ISBN (eBook)
9783668313873
ISBN (Buch)
9783668313880
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sozialpolitik Sozialrecht Soziale Ungleichheit
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Renate Dertinger (Autor:in), 2016, Sozialisation im Diskurs deutscher Sozialpolitik und Sozialrecht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/341633
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  26  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum