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Sprechen und Schweigen nach Auschwitz. Eine exemplarische Analyse des Gedichts "Psalm" von Paul Celan

Titre: Sprechen und Schweigen nach Auschwitz. Eine exemplarische Analyse des Gedichts "Psalm" von Paul Celan

Dossier / Travail de Séminaire , 2016 , 32 Pages , Note: 2,5

Autor:in: Lara Burger (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Allemande Moderne
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Der Dichter Paul Celan zählt zu den bedeutendsten deutschsprachigen Dichtern der Nachkriegszeit. Seine verschlungene, mithin verschlossen scheinende Lyrik, mit denen er es als einer der Wenigen verstand, das Grauen des Holocaust anzusprechen, gibt der literaturwissenschaftlichen Forschung bis heute Rätsel auf. Die augenscheinlichste und für die vorliegende Arbeit zentrale Besonderheit des Celanschen Schaffens, der sich Zeit seines Lebens von einzig einem Ereignis im Januar 1942, herschrieb, ist die Tatsache, dass er trotz der vielfach in der literarischen Öffentlichkeit bekundeten Unmöglichkeit, nach Auschwitz zurück zu einer lyrischen Sprache zurück zu finden, genau das tat:

Celan fand durch die neu geschaffene Sprachidentität seiner Lyrik Worte für die grauenvolle Wirklichkeit, für das von Menschenhand begangene Verbrechen an der Menschlichkeit und verstand dabei seine Gedichte jedoch nie als Tatsachenbericht, sondern vielmehr als Daseinsentwürfe derer, die angesichts der Grauen von Auschwitz nach Antworten innerhalb finsteren Zeiten, in denen seine Lyrik entstand, suchten – ihn selbst miteingeschlossen: „Vielleicht darf man sagen, dass jedem Gedicht sein ‚20. Jänner‘ eingeschrieben bleibt? [...] Aber schreiben wir uns nicht alle von solchen Daten her? Und welchen Daten schreiben wir uns zu?“

Die vorliegende Arbeit versucht, sich einem bestimmten Gedicht Celans, dem ‚Psalm’, vor diesem Hintergrund zu nähern. Um eine Interpretation überhaupt möglich zu machen, soll zunächst die Frage nach der Möglichkeit einer Sprache nach Auschwitz und Celans Erwiderung in Form seiner ganz eigenen Dichtung hierbei im Vordergrund stehen. Eine eigene Dichtung – ein Ausdruck, der fast automatisch das Stichwort nach Hermetismus provoziert, das im Zusammenhang mit der Biographie des Dichters, dessen Überleben und zeitlebens damit verbundenes großes Schuldgefühl die Grundlage seines Schaffens bildete, im Laufe der Arbeit ebenfalls behandelt werden wird, bevor sich der letzte und größte Teil dem Versuch einer Interpretation des Gedichtes ‚Psalm’ widmet.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Sprechen und Schweigen nach 1945

3. Der Dichter Paul Celan

3.1 Hermetische Lyrik?

4. Versuch einer Interpretation

5. Schlussbetrachtung

6. Bibliographie

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, das Gedicht ‚Psalm’ von Paul Celan vor dem Hintergrund der Möglichkeiten und Grenzen lyrischen Ausdrucks nach dem Holocaust zu analysieren. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwieweit das Gedicht trotz des bewussten Verzichts auf eine traditionelle religiöse Anrede als Form der Auseinandersetzung mit dem Schweigen und der Abwesenheit Gottes verstanden werden kann.

  • Die Problematik des Schreibens von Lyrik nach Auschwitz.
  • Die Auseinandersetzung mit dem Begriff der hermetischen Dichtung im Kontext von Celans Werk.
  • Die Analyse der Symbolik von ‚Nichts’ und ‚Niemand’ im Gedicht ‚Psalm’.
  • Die Untersuchung der Spannung zwischen dem traditionellen Genre des Psalms und der modernen, gebrochenen Diktion Celans.
  • Die Rolle der ‚Niemandsrose’ als zentrales Bild für die Identität und das Leiden der Opfer.

Auszug aus dem Buch

3.1 Hermetische Lyrik?

Celan ringt in seinen Gedichten um Worte, die Un-Möglichkeit des Sprechens wird mehr als einmal in seinen Gedichten deutlich. Beschäftigt man sich genauer mit dieser Thematik und Celans Schaffen nach diesem einschneidenden Erlebnis 1945, so fällt ein ums andere Mal der Begriff der ‚hermetischen’, das heißt verschlossenen Lyrik:

Erstmals treten Anzeichen des so genannten Hermetismus in der deutschen Literatur in den Ausgängen des Symbolismus auf – genauer gesagt im Zeitraum des ausgehenden Fin de siècle, als die Lyrik erstmals an die Grenzen dessen stieß, was mit Worten ausgedrückt werden konnte. Adorno sieht die ersten Anfänge dieser Vorgehensweise im Jugendstil; weitere Werke, die der Hermetik und ihren Bedingungen entsprechen, sind oftmals bei Rilke und George zu finden. in der Folge entwickelten sich immer kompliziertere Formen des lyrischen Ausdrucks, chiffrierte Bilder, Metaphern und Symbole. In einer Zeit, in der die Frage nach dem eigentlichen Sinn des Daseins inmitten vielschichtiger gesellschaftlicher wie industrieller Entwicklungen zur Nebensächlichkeit zu degradieren drohte, reagierten besonders Künstler auf diese Umstände, indem sie sich von der Gesellschaft abwandten und / oder individuell für Provokation sorgten, um den aktuellen Zuständen zu entfliehen und um natürlich auf relevante Missstände hinzudeuten. Erstmals wurde die Lyrik verschlossener, geheimnisvoller, ja verwirrender für den Leser, der hierdurch gezwungen werden sollte, sich mit den Chiffre auseinanderzusetzen und sich mit den Problemen, auf die in den Gedichten Hinweise gegeben wurden, auseinander zu setzen und sich diese bewusst zu machen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die literarische Bedeutung Paul Celans ein und skizziert die zentrale Fragestellung der Arbeit bezüglich der Sprache nach Auschwitz sowie die methodische Herangehensweise an das Gedicht ‚Psalm’.

2. Sprechen und Schweigen nach 1945: Dieses Kapitel beleuchtet Theodor W. Adornos umstrittene These zur Unmöglichkeit von Lyrik nach Auschwitz und die kritische Auseinandersetzung der Dichter, insbesondere Celans, mit diesem Verdikt.

3. Der Dichter Paul Celan: Es wird die biographische Entwicklung Celans von Czernowitz bis zu seinem Leben in Paris nachgezeichnet, wobei der Einfluss des Holocaust auf sein Werk und seine Sprachidentität im Vordergrund steht.

3.1 Hermetische Lyrik?: Dieser Abschnitt erörtert den Begriff der ‚hermetischen’ Dichtung und diskutiert die kontroverse Einschätzung von Celans Werk als unzugänglich oder dunkel.

4. Versuch einer Interpretation: Den Kern der Arbeit bildet die detaillierte Analyse des Gedichts ‚Psalm’, wobei die Symbolik von ‚Niemand’ und ‚Nichts’ sowie der Bezug zum jüdischen Gebet kritisch hinterfragt werden.

5. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Interpretation zusammen und betont, dass Celans Psalm nicht als einfacher Lobgesang, sondern als Zeugnis eines Ringens gegen das Schweigen nach der Vernichtung zu lesen ist.

6. Bibliographie: Dieses Verzeichnis listet sämtliche verwendete Primär- und Sekundärliteratur auf.

Schlüsselwörter

Paul Celan, Psalm, Holocaust, Niemand, Nichts, Niemandsrose, Hermetik, Lyrik nach 1945, Adorno, Schuldgefühl, Sprachverlust, jüdische Identität, Lyrikanalyse, Totengedenken, Lyrik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Gedicht ‚Psalm’ von Paul Celan und dessen Versuche, nach dem Trauma des Holocaust eine Sprache für das Unaussprechliche zu finden.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die Dialektik von Kultur und Barbarei, das Verhältnis von Sprechen und Schweigen nach 1945 sowie die religiöse und symbolische Aufladung von Celans Lyrik.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist eine fundierte Interpretation des Psalms, um zu klären, ob es sich um ein blasphemisches Klagelied oder um eine neue Form der Gottessuche handelt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, die biographische Aspekte mit einer detaillierten textnahen Interpretation von Symbolik und Wortbedeutung verbindet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Aufarbeitung des historischen Kontextes (nach 1945), die biographische Einordnung des Autors und eine tiefgehende, strophische Analyse des Gedichts ‚Psalm’.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Wichtige Begriffe sind insbesondere ‚Niemand’, ‚Nichts’, ‚Auschwitz’, ‚Hermetik’ und die ‚Niemandsrose’ als zentrales Motiv.

Warum wird im Gedicht der Begriff ‚Niemand’ anstelle Gottes verwendet?

Die Arbeit argumentiert, dass ‚Niemand’ die Abwesenheit Gottes und die Leere nach dem Holocaust symbolisiert, gegen die die Toten trotz ihrer Vernichtung noch einmal symbolisch ansprechen.

Wie unterscheidet sich Celans Psalm von traditionellen Psalmen?

Im Gegensatz zu traditionellen Psalmen, die auf ein Lob Gottes oder eine Erhörung hoffen, bleibt Celans Gedicht in der Erfahrung der Gottverlassenheit und des Todes verhaftet, während es dennoch die Form des Lobgesangs ironisch oder provokativ nutzt.

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Résumé des informations

Titre
Sprechen und Schweigen nach Auschwitz. Eine exemplarische Analyse des Gedichts "Psalm" von Paul Celan
Université
University of Freiburg  (Deutsches Seminar)
Cours
'Der Meridian'
Note
2,5
Auteur
Lara Burger (Auteur)
Année de publication
2016
Pages
32
N° de catalogue
V341634
ISBN (ebook)
9783668313972
ISBN (Livre)
9783668313989
Langue
allemand
mots-clé
sprechen schweigen auschwitz eine analyse gedichts psalm paul celan
Sécurité des produits
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Citation du texte
Lara Burger (Auteur), 2016, Sprechen und Schweigen nach Auschwitz. Eine exemplarische Analyse des Gedichts "Psalm" von Paul Celan, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/341634
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Extrait de  32  pages
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