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Auseinandersetzung mit Eric Voegelin unter dem Aspekt der 'Werkstatt': Biographie, Werke, Einflüsse und Arbeitsmethode des Autors

Title: Auseinandersetzung mit Eric Voegelin unter dem Aspekt der 'Werkstatt':  Biographie, Werke, Einflüsse und Arbeitsmethode des Autors

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 31 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Aleksander Szumilas (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
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Eric Voegelin (1901-1985) nicht in die Reihe der großen philosophischen Denker des 20. Jahrhunderts zu zählen, würde weder seiner herausragenden Persönlichkeit, noch seinen einzigartigen Errungenschaften auf philosophischer und politologischer Ebene gerecht werden. Dennoch fällt der Name Eric Voegelin - vor allem was die Disziplin der Politikwissenschaft betrifft - nicht so häufig wie beispielsweise der des Karl Marx, sowie jene Namen der Vertreter der kritischen Theorie, Theodor Adorno, Herbert Marcuse, Jürgen Habermas oder der des Systemtheoretikers Niklas Luhmann (die Biographien und das Wirken der vier letztgenannten Denker überschneiden sich mit Eric Voegelins schöpferischer Tätigkeit in zeitlicher Hinsicht). Zu diesem Sachverhalt trifft die Bezeichnung Michael Henkels auf Voegelin als „unbekannter Bekannter“ 1 eigentlich hervorragend zu. Einer der Gründe für diese Tatsache ist wohl die zunehmende Distanzierung Voegelins von Europa, die er nach der Emigration im Jahr 1938 in die USA teilweise auch bewusst vorantrieb; einerseits sah sich Voegelin als Amerikaner und der größte Teil seiner Werke wurde nur in englischer Sprache herausgegeben, andererseits vermied er es, sich an zeitgenössischen Debatten in der (deutschen) Politologie zu beteiligen. Jedoch darf nicht unberücksichtigt bleiben, dass Voegelin mit der Gründung des politikwissenschaftlichen Instituts der Universität München Ende der fünfziger bzw. Anfang der sechziger Jahre einen entscheidenden Beitrag zur deutschen Politikwissenschaft leistete. Er bildete viele Schüler aus, welche heutzutage selbst durchaus zu einem Gelehrtenkreis auf sehr hoher Ebene gezählt werden können. Die Anfänge der intensiven Eric Voegelin Forschung, welche an der Univerity of Baton Rouge - wo Eric Voegelin sechzehn Jahre lang lehrte - gelegt wurden, blieben nicht auf diese begrenzt. Auch die Hoover Institution an der Stanford University in Kalifornien hatte entscheidenden Anteil bei der Aufarbeitung seines Nachlasses. Anfang der 80er Jahre wurde eine wachsende Zahl von Werken Eric Voegelins ins Italienische übersetzt. Und in den 90er Jahren wuchs das Interesse in Europa noch an.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Ansätze zur Auseinandersetzung mit Eric Voegelin

2. Biographie Eric Voegelins

2.1 Die Wiener Zeit (bis 1924)

2.2 Das Rockefeller Stipendium 1924-1927

2.3 Die Wiener Zeit (ab 1929) und die Emigration

2.4 Das Leben in den USA

3. Werk Eric Voegelins

3.1 Über die Form des Amerikanischen Geistes

3.2 Rasse und Staat und die Rassenidee in der Geistesgeschichte

3.3 Der autoritäre Staat

3.4 Die Politischen Religionen

3.5 Die Neue Wissenschaft der Politik

3.6 Order and History

4. Einflüsse

4.1 Persönlichkeiten vor Voegelins akademischen und intellektuellen Wirken

4.2 Persönlichkeiten aus Voegelins Umfeld

4.3 Politische Einflüsse

4.4 Korrespondenz

5. Arbeitsmethode Voegelins

5.1 Sprache als Analysekriterium

5.2 Einblick in Eric Voegelins Arbeitsweise

6. Resümee

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, das Wirken und Leben des Philosophen Eric Voegelin unter dem spezifischen Aspekt der „Werkstatt“ zu analysieren. Dabei wird der Fokus auf seine biographischen Stationen, die Analyse ausgewählter Hauptwerke, die prägenden intellektuellen Einflüsse sowie seine eigenwillige Arbeitsweise gelegt, um ein ganzheitliches Verständnis seines Schaffensprozesses zu ermöglichen.

  • Biographische Stationen von Wien bis zur Emigration in die USA.
  • Analyse der theoretischen Grundpfeiler in Voegelins Hauptwerken.
  • Untersuchung der intellektuellen Prägung durch Zeitgenossen und historische Denker.
  • Die Rolle der Korrespondenz als intellektuelles Dialogmedium.
  • Methodische Besonderheiten, insbesondere die Sprache als Analysekriterium.

Auszug aus dem Buch

3.1 Über die Form des Amerikanischen Geistes

1928 verfasst Eric Voegelin seine Habilitationsschrift Über die Form des Amerikanischen Geistes. Geprägt durch den Amerikaaufenthalt während des Rockefeller Stipendiums setzt sich Voegelin intensiv mit amerikanischer Philosophie, Rechtslehre, Wirtschaftstheorie sowie Theologie und Literatur auseinander. Schon hier wird deutlich, wie komplex seine Analyse verläuft. Die Auseinandersetzung mit all diesen Wissenschaftsrichtungen hat zum Ziel, das Wesen Amerikas bzw. den amerikanischen Geist zu erfassen. Ebenfalls bemerkenswert ist seine äußerst positive Einstellung gegenüber Amerika, das Voegelin fortan als ideales Vergleichskriterium an andere Staaten hinzuzieht; Amerika fungiert sozusagen als Musterbeispiel: „England und noch in größerem Maße die USA gelten ihm als Paradigma rational geordneter moderner Gesellschaften“.15 Die Basis dieser letztgenannten Rationalität wird durch die Kultur des „Common Sense“ gestützt, welche durch eine Art philosophischer Lebenseinstellung und Offenheit zum Übernatürlichen bzw. zur Transzendenz gekennzeichnet ist.

Diese „Common Sense“ Lebensphilosophie kann nach Voegelin in jedem Lebensbereich der amerikanischen Gesellschaft ausfindig gemacht werden, so beispielsweise in der Soziologie, der Wirtschaft, dem Rechtssystem und der Politik. Voegelin beschreibt in seiner Habilitationsschrift auch die geschichtliche Entwicklung des Landes, d.h. die Erfahrungen der Pionierszeit und das stets vorherrschende mystische Gottvertrauen. Er expliziert erste Ansätze seines Menschenbildes, wobei der Mensch in seinem „Sein“ nur dann Mensch ist, wenn er sich bereit erklärt, seine Teilhabe an der Transzendenz zu akzeptieren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Ansätze zur Auseinandersetzung mit Eric Voegelin: Dieses Kapitel beleuchtet den Status Voegelins als „unbekannter Bekannter“ in der Politikwissenschaft und skizziert die Anfänge der internationalen Forschung zu seinem Werk.

2. Biographie Eric Voegelins: Es wird der Lebensweg Voegelins von seinen frühen Wiener Jahren über die prägenden Auslandsaufenthalte bis hin zur Emigration in die USA nachgezeichnet.

3. Werk Eric Voegelins: Hier werden zentrale Publikationen wie „Über die Form des Amerikanischen Geistes“, „Die Politischen Religionen“ und „Order and History“ in ihrem inhaltlichen Kontext analysiert.

4. Einflüsse: Dieses Kapitel widmet sich den prägenden Denkern, den wissenschaftlichen Wegbegleitern sowie den politischen und korrespondenzbasierten Impulsen, die Voegelins Denken formten.

5. Arbeitsmethode Voegelins: Die Untersuchung konzentriert sich auf die Rolle der Sprache als analytisches Instrument und gibt einen Einblick in den Arbeitsalltag und die unkonventionelle Vorgehensweise des Autors.

6. Resümee: Das Schlusskapitel fasst die Ergebnisse der Untersuchung zusammen und unterstreicht die Bedeutung Voegelins als Universalgelehrten.

Schlüsselwörter

Eric Voegelin, Politische Philosophie, Ideologiekritik, Werkstattkonzept, Gnosistheorie, Transzendenz, Amerikanischer Geist, Biographieforschung, Hans Kelsen, Alfred Schütz, politische Existenz, Geschichtsphilosophie, politische Religionen, moderne Ideologien, Wissenschaftstheorie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem Leben und dem intellektuellen Schaffen von Eric Voegelin unter dem spezifischen Aspekt seiner „Werkstatt“, also der Art und Weise, wie er seine Theorien entwickelte.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten zählen Voegelins Biographie, die Analyse seiner Hauptwerke, die Bedeutung von persönlichen und intellektuellen Einflüssen sowie seine spezifische wissenschaftliche Arbeitsmethodik.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Herangehensweise eines der bedeutendsten Denker des 20. Jahrhunderts zu erhellen, ohne dabei in eine rein biographische oder rein werktheoretische Analyse zu verfallen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine analytische Herangehensweise gewählt, die biographische Aspekte mit einer fundierten Auseinandersetzung mit Voegelins Schriften und den ihn prägenden zeitgeschichtlichen sowie persönlichen Faktoren verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Biographie Voegelins, eine detaillierte Auseinandersetzung mit seinen wichtigsten Werken, die Untersuchung intellektueller Einflüsse und die Beschreibung seiner Arbeitsweise.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Eric Voegelin, politische Philosophie, Gnosistheorie, Transzendenz und Ideologiekritik charakterisieren.

Warum ist die „Sprache“ für Voegelin ein so zentrales Analysekriterium?

Für Voegelin war Sprache der Schlüssel, um die zugrunde liegenden Symbole und Denkmuster einer Gemeinschaft oder Ideologie zu entschlüsseln und deren Wahrheitsgehalt zu prüfen.

Welche Bedeutung hatte die Korrespondenz mit Alfred Schütz für Voegelin?

Die Korrespondenz bildete eine „intellektuelle Dialoggemeinschaft“, die für Voegelin eine fruchtbare Quelle für theoretische Diskussionen und die Weiterentwicklung seines eigenen Denkens darstellte.

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Details

Title
Auseinandersetzung mit Eric Voegelin unter dem Aspekt der 'Werkstatt': Biographie, Werke, Einflüsse und Arbeitsmethode des Autors
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg  (Politische Wissenschaft)
Course
Hannah Arendt, Raymond Aaron, Eric Voegelin, Produktion politischer Theorie
Grade
1,3
Author
Aleksander Szumilas (Author)
Publication Year
2003
Pages
31
Catalog Number
V34166
ISBN (eBook)
9783638344692
Language
German
Tags
Auseinandersetzung Eric Voegelin Aspekt Werkstatt Biographie Werke Einflüsse Arbeitsmethode Autors Hannah Arendt Raymond Aaron Eric Voegelin Produktion Theorie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Aleksander Szumilas (Author), 2003, Auseinandersetzung mit Eric Voegelin unter dem Aspekt der 'Werkstatt': Biographie, Werke, Einflüsse und Arbeitsmethode des Autors, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/34166
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