Der Begriff „interkulturelle Kompetenz“ wird heutzutage unter Hochkonjunktur gebraucht und kennzeichnet sowohl die Fremdsprachendidaktik als auch die berufliche und universitäre Lehre zur Vorbereitung auf das moderne Leben unter den Bedingungen der internationalen Globalisierung und Migrationsbewegung. Interkulturelle Kompetenz gilt als ein entscheidendes Bildungsziel und wird von Erll & Gymnich (2007: 5) als „eine Schlüsselkompetenz des 21. Jahrhunderts“ bezeichnet. In Anbetracht einer zunehmenden Vernetzung über geographische, nationale, kulturelle und sprachliche Grenzen hinweg, global agierender Firmen und Institutionen sowie weltweiten Reise-, Fortbildungs- und Arbeitsmöglichkeiten wird die heutige Gesellschaft zunehmend mit „kultureller Diversität und Alterität“ (Antor, 2007: 111) konfrontiert. Deshalb gewinnen gerade für Berufstätige diejenigen Kompetenzen an Bedeutung, „die zur Bewältigung dieser neuen und komplexen internationalen und interkulturellen Handlungsfelder beitragen“ (Bernhard, 2002: 193). Somit entstehen im Kontext der Internationalisierung, Multikulturalität und Globalisierung neue qualifikatorische Anforderungen.
Vor diesem Hintergrund erfährt die schulische Fremdsprachendidaktik eine neue Legitimation ihrer unterrichtlichen Ausrichtung auf interkulturelles Lernen und die Ausbildung interkultureller Kompetenz. Genau damit soll sich in der vorliegenden Hausarbeit beschäftigt werden. Dazu soll interkulturelle Kompetenz zunächst als solche beleuchtet und definiert werden, um anschließend auf die Vermittlung im modernen Fremdsprachenunterricht einzugehen. Da interkulturelle Schüleraustauschprogramme als besonders fruchtbares Lernfeld gelten, soll sich der zweite Teil dieser Arbeit mit Empfehlungen einer geeigneten, didaktischen Umsetzung, der Vielfalt möglicher Austauschprogramme sowie der Wirkungsweise auf beteiligte Personen und den Austauschschüler selbst beschäftigen.
Inhaltsverzeichnis
0. Einleitung
1. Interkulturelle Kompetenz
1.1 Definition
1.2 Umsetzung im Fremdsprachenunterricht
2. Interkultureller Schüleraustausch
2.1 Didaktische Umsetzung
2.1.1 Dreiphasenmodell
2.1.2 Themenorientierter Schüleraustausch
2.2 Vielfalt
3. Wirkungsweise interkultureller Schüleraustausche
3.1 Bedeutung beteiligter Personen
3.2 Bedeutung für teilnehmende Schüler
3.2.1 Fremdsprachenkenntnisse
3.2.2 Interkulturelle Kompetenz
3.2.3 Persönliche Kompetenzen
3.2.4 Biographische Auswirkungen
3.3 Soziale Barrieren
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Relevanz, didaktische Umsetzung und die Wirkungsweise von interkulturellem Lernen im Rahmen von Schüleraustauschprogrammen. Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie solche Programme gezielt zur Förderung interkultureller Kompetenz und persönlicher Entwicklung beitragen können.
- Grundlagen der interkulturellen Kompetenz und deren Vermittlung im Fremdsprachenunterricht.
- Didaktische Konzepte für Schüleraustausche, insbesondere das Dreiphasenmodell und themenorientierte Ansätze.
- Analyse der Wirkungsweise von Schüleraustauschen auf beteiligte Personen und die teilnehmenden Schüler selbst.
- Bedeutung von Auslandserfahrungen für die Persönlichkeitsentwicklung und soziale Mobilität.
- Diskussion sozialer Barrieren beim Zugang zu Schüleraustauschprogrammen.
Auszug aus dem Buch
2.1.1 Dreiphasenmodell
Zu den drei Phasen interkultureller Austauschprogramme gehören die Vorbereitung, die Durchführung sowie die Nachbereitung. Die Vorbereitungsphase beinhaltet sowohl die Klärung organisatorischer Aspekte als auch die interkulturelle Sensibilisierung. Dabei sollte der Ausgangspunkt bei den Wünschen, Wissensbeständen, Vorstellungen und Interessen der jeweiligen Schüler liegen, die an organisatorischen Aspekten wie der Gestaltung einzelner Programmpunkte zu beteiligen sind. Hinzu kommt eine Vermittlung eines gewissen Vorwissens über das spezifische Gastland, was z.B. Benimmregeln, Restaurantkonventionen und Kommunikationsgewohnheiten beinhalten kann. Fellmann (2014: 93) betont jedoch, dass es sich bei Schüleraustauschfahrten stets um Begegnungen einzelner Individuen handelt, also um eine „interpersonale Interaktion“.
Es gilt also, Generalisierungen wie „die Deutschen“ oder „die Franzosen“ bzw. „die spanische Kultur“ zu vermeiden, da sich ein kulturelles Zusammenleben stets aus einer Vielzahl einzelner Individuen zusammensetzt, die bei interkulturellen Begegnungen aufeinandertreffen. Es sollte ein gewisses Mittelmaß gefunden werden, durch das Schüler zwar auf Besonderheiten des jeweiligen Gastlands vorbereitet werden können, jedoch mit dem Bewusstsein, dass dieses Wissen keine absolute Größe darstellt und situationsspezifisch variabel angewendet werden muss.
Zusammenfassung der Kapitel
0. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung der interkulturellen Kompetenz im 21. Jahrhundert ein und legt den Fokus auf die schulische Fremdsprachendidaktik.
1. Interkulturelle Kompetenz: Dieses Kapitel definiert den Begriff der interkulturellen Kompetenz und analysiert deren Umsetzung und Relevanz innerhalb des modernen Fremdsprachenunterrichts.
2. Interkultureller Schüleraustausch: Hier werden die didaktische Umsetzung von Austauschprogrammen, insbesondere durch das Dreiphasenmodell, themenorientiertes Arbeiten und die Vielfalt der Austauschmöglichkeiten diskutiert.
3. Wirkungsweise interkultureller Schüleraustausche: Das Kapitel beleuchtet die Bedeutung des Austauschs für alle Beteiligten sowie die Auswirkungen auf die teilnehmenden Schüler hinsichtlich Sprachkenntnissen, persönlicher Kompetenzen und biographischer Entwicklungen.
4. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Ergebnisse zusammen und betont das enorme Potenzial von Schüleraustauschprogrammen für die persönliche und interkulturelle Entwicklung.
Schlüsselwörter
Interkulturelle Kompetenz, Schüleraustausch, Fremdsprachenunterricht, Interkulturelles Lernen, Dreiphasenmodell, Persönlichkeitsentwicklung, Auslandserfahrung, Didaktische Umsetzung, Interkulturelle Sensibilisierung, Soziale Barrieren, Kontakt, Kommunikation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Konzept des interkulturellen Lernens im Kontext von internationalen Schüleraustauschprogrammen und deren Wirksamkeit.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung interkultureller Kompetenz, didaktische Modelle für Austauschprogramme sowie die Analyse der Auswirkungen auf Schüler und beteiligte Personen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die didaktische Gestaltung von Schüleraustauschen so zu bewerten, dass sie die Entwicklung interkultureller Kompetenzen und persönlicher Reife bei Jugendlichen effektiv fördern.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung, die auf einer fundierten Auswertung aktueller Forschungsliteratur, Studien und fachdidaktischer Konzepte basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Definition, die didaktische Planung (Dreiphasenmodell, themenorientiertes Arbeiten) und die Wirkungsanalyse (Auswirkungen auf den Schüler und soziale Barrieren).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlagworte sind Interkulturelle Kompetenz, Schüleraustausch, Fremdsprachenlernen, Didaktik, Persönlichkeitsentwicklung und soziale Barrieren.
Warum ist die Nachbereitung bei einem Schüleraustausch so wichtig?
Die Nachbereitung ist entscheidend, um die im Ausland gemachten Erfahrungen pädagogisch zu reflektieren, Spannung abzubauen und die Erlebnisse in ein schlüssiges Gesamtbild einzuordnen.
Welche Rolle spielt die "Kontakthypothese" in dieser Arbeit?
Die Kontakthypothese nach Allport dient als theoretischer Rahmen, um zu begründen, wie interkulturelle Begegnungen Vorurteile abbauen und zu positiveren Einstellungen gegenüber fremden Kulturen führen können.
- Citar trabajo
- Elisa Dambeck (Autor), 2016, Interkulturelles Lernen im Schüleraustausch. Relevanz, Didaktik, Wirkungsweise, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/341668