Speziell Jugendliche und junge Erwachsene, die in der digitalen Welt aufgewachsen sind, haben Facebook und ähnliche Webseiten fest in ihren Alltag integriert. Soziale Online Netzwerke (SON) bilden einen neuen, digitalen Sozialraum mit eigenen Regeln und Strukturen. Dies ist insofern von besonderer Bedeutung für Jugendliche, als dass diese Netzwerke ein von Eltern unbesetzter Ort sind, in dem der Austausch mit Gleichaltrigen einfach und schnell von statten geht.
Ziel der Untersuchung ist es, die Auswirkungen Sozialer Online Netzwerke auf das Sozialverhalten von Jugendlichen zu analysieren. Dabei werden die Aspekte Freundschaft und Peergroup sowie das Selbstbild Jugendlicher genauer betrachtet. Die Untersuchung soll zum besseren Verständnis Jugendlicher Lebenswelten, sowie daraus resultierenden Aufgaben für die pädagogische Arbeit beitragen. Durchgeführt wurde die Studie mit Schülerinnen und Schülern einer Rostocker Schule in den siebten bis achten Jahrgangsstufen.
„Das Internet ist tot, lang lebe das Internet!“ Dieses alte, wenn auch angepasste Sprichwort spiegelt das Ausmaß der Veränderungen wieder, welche mit der Entwicklung des Webs 2.0 im Internet Einzug gehalten haben. Nicht länger sind es einzelne Organisationen oder Personen, die Inhalte generieren und online stellen, damit sie von einer Masse an Nutzern konsumiert werden. Die Nutzer selbst sind zu Produzenten eigener Inhalte geworden.
Internetanwendungen wie Blogs, Podcasts, Wikis oder Videoportale (Bsp.: YouTube) ermöglichen eine schnelle und unkomplizierte Verbreitung nutzergenerierter Inhalte. Die Interaktivität und der Austausch mit anderen Nutzern ist ein wichtiger Anreiz für die Ersteller.
Diese Arbeit setzt sich thematisch mit einem der weitreichendsten Phänomene dieser neuen Netzwelt auseinander - den Sozialen Online Netzwerken.
Längst gehören diese Internetplattformen, allen voran Facebook, zum Alltag der Menschen. Ihre Bedeutung und ihr Einfluss ist - allein wegen der Menge an Nutzern nicht zu unterschätzen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Jugendliche und Freundschaft
2.1 Begriffsbestimmung und Lebenssituation Jugendlicher
2.2 Definition und Instanzen der Sozialisation
2.3 Bedeutung von Freundschaft im Jugendalter
3 Jugendliche und Soziale Online Netzwerke
3.1 Begriffsbestimmung Soziale Online Netzwerke
3.2 Nutzungsverhalten und Bedeutung Sozialer Online Netzwerke für Jugendliche
3.3 Mediatisierung von Freundschaft
4 Forschungsdesign
4.1 Methoden und Untersuchungsplanung
4.2 Grundgesamtheit, Samplestruktur, Probanden
4.3 Forschungshypothesen
5 Darstellung der Ergebnisse
5.1 Ergebnisse der Schüler 7/8 Klasse
5.2 Ergebnisse der Schüler 9/10 Klasse
5.3 Interpretation der Ergebnisse
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Auswirkungen Sozialer Online Netzwerke auf das Sozialverhalten von Jugendlichen zu analysieren. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, inwiefern diese Netzwerke die Entwicklung von Freundschaften, das Sozialverhalten sowie das Selbstbild der Jugendlichen im digitalen Kontext beeinflussen und welche Rolle sie als Sozialisationsinstanz einnehmen.
- Bedeutung von Freundschaft im Jugendalter
- Einfluss Sozialer Online Netzwerke (SON) auf die Jugend
- Empirische Untersuchung zum Nutzungsverhalten
- Mediatisierung und Wandel des sozialen Miteinanders
- Pädagogische Relevanz digitaler Lebenswelten
Auszug aus dem Buch
3.3 Mediatisierung von Freundschaft
Heutige westliche Gesellschaften sind vor allem durch den Individualismus ihrer Mitglieder geprägt. Starre Gesellschaftsstrukturen, wie sie noch vor 100 Jahren existierten, haben sich gewandelt, eine Vielfalt an unterschiedlichen Lebensformen ist Normalität geworden. Kinder und Jugendliche wachsen häufig nicht mehr in den klassischen Zwei-Eltern-Haushalten auf. Ehemals gesellschaftlich fest verankerte kulturelle Institutionen wie beispielsweise die Kirche verlieren an Bedeutung im Leben der Menschen. In diesem Zusammenhang sind auch die Werte und Normen der Gesellschaft einem Veränderungsprozess unterzogen.
Medien sind omnipräsent geworden, sie zu meiden scheint unmöglich. Kommunikation, Informationsrecherche und nicht zuletzt Unterhaltung sind elementare Funktionen dieser. Zeitung und Fernsehen haben eine immense Reichweite in der Bevölkerung und maßgeblichen Einfluss auf deren Meinungsbild. Dass die Kommunikation in diesen Medien einseitig erfolgt, da eine kleine Gruppe von Produzenten einen riesigen Markt an Konsumenten bedient, scheint der massenhaften Verbreitung und Nutzung keinen Abbruch zu tun. Durch die Entwicklung des Internets kam eine neue bisher unbekannte Interaktivität in die Medienlandschaft. Die Nutzer sind gleichsam Produzenten medialer Inhalte geworden, deren Reichweite potentiell den ganzen Globus umspannt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der Sozialisationsinstanz Internet ein und formuliert die forschungsleitende Frage zur Auswirkung Sozialer Online Netzwerke auf Jugendliche.
2 Jugendliche und Freundschaft: Das Kapitel erläutert die Lebensphase Jugend, zentrale Entwicklungsaufgaben und die fundamentale Bedeutung von Freundschaften für die Identitätsbildung.
3 Jugendliche und Soziale Online Netzwerke: Es erfolgt eine begriffliche Einordnung sowie die Analyse des Nutzungsverhaltens und der Mediatisierung von sozialen Beziehungen durch digitale Plattformen.
4 Forschungsdesign: Dieses Kapitel beschreibt das methodische Vorgehen, die Stichprobe von 16 Probanden an einer Rostocker Schule und die zugrunde liegenden Hypothesen der empirischen Studie.
5 Darstellung der Ergebnisse: Die erhobenen Daten der verschiedenen Altersgruppen werden präsentiert, ausgewertet und im Hinblick auf die aufgestellten Hypothesen interpretiert.
6 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont die Rolle von Sozialen Online Netzwerken als eigenständige Sozialräume, die bestehende Freundschaften eher ergänzen als ersetzen.
Schlüsselwörter
Soziale Online Netzwerke, Jugendalter, Sozialisation, Freundschaft, Mediennutzung, Identitätsfindung, Peergroup, Internet, Digitale Lebenswelten, Empirische Untersuchung, Kommunikation, Mediatisierung, Soziales Verhalten, Identität, Facebook.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Einfluss des Internets, speziell von Sozialen Online Netzwerken, auf die Sozialisation von Jugendlichen und deren Freundschaftsbeziehungen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Jugendphase, die Rolle von Freundschaften und Peergroups, das Nutzungsverhalten in Sozialen Netzwerken sowie deren Funktion als moderner Sozialraum.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage zielt darauf ab, wie sich Soziale Online Netzwerke auf das Sozialverhalten von Jugendlichen auswirken und wie diese Netzwerke die Aspekte Freundschaft und Selbstbild prägen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Der Autor wählte ein quantitatives Forschungsdesign mit einem Fragebogen, der an 16 Schülern einer Rostocker Schule angewendet wurde, um verschiedene Altersgruppen zu vergleichen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert theoretische Grundlagen der Sozialisation, definiert Soziale Online Netzwerke und wertet die Ergebnisse der empirischen Studie nach Altersgruppen und Geschlechtern aus.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Sozialisation, Soziale Online Netzwerke, Jugend, Freundschaft, Mediatisierung und digitale Identität.
Warum wurden speziell Jugendliche als Zielgruppe gewählt?
Die Jugendphase ist durch die Ablösung vom Elternhaus und eine erhöhte Relevanz von Gleichaltrigen geprägt, was sie zu einer idealen Gruppe für die Untersuchung des Einflusses digitaler Netzwerke macht.
Führen Soziale Online Netzwerke zur Verdrängung realer Freundschaften?
Nein, das Fazit der Arbeit stellt fest, dass digitale Dienste Freundschaften eher ergänzen und medial erweitern, anstatt sie in der realen Welt zu ersetzen.
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- Christian Krieg (Author), 2015, Sozialisationsinstanz Internet. Einfluss sozialer Online Netzwerke auf Freundschaft im Jugendalter, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/341671