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Das ambivalente Figurenkonzept der Meliur in Konrads von Würzburg "Partonopier und Meliur"

Title: Das ambivalente Figurenkonzept der Meliur in Konrads von Würzburg "Partonopier und Meliur"

Term Paper , 2016 , 21 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Sarah Fromm (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Konrads von Würzburg höfischer Roman „Partonopier und Meliur“ entwirft ein Bild einer in der mittelalterlichen Literatur bekannten Liebesbeziehung zwischen einem Mann und einem weiblichen Wesen, dass der Zauberei kundig ist und die Verbindung unter ein Tabu legt. Das Paar muss durch den Bruch des Tabus eine schwere Zeit der Trennung durchstehen, findet letztendlich aber wieder versöhnlich zueinander. Soweit die Stofftradition. Konrad von Würzburg jedoch weicht von dieser in seiner Umsetzung von Handlung und Figuren ab — nicht nur durch seine zusätzlich eingefügten Szenen oder den plötzlichen Abriss der Erzählung mitten im Geschehen.

Der Protagonist Partonopier ist auf den ersten Blick der alleinige Mittelpunkt des Romans, der Held, um den sich die übrigen Figuren gruppieren. Schaut man jedoch genauer hin, wird klar: Gerade die Frauenfiguren sind wichtige Konstanten, die die Handlung und den Protagonisten maßgeblich beeinflussen. Zu den drei Wichtigsten gehören Meliur, ihre Schwester Irekel und Partonopiers zauberkundige Mutter Lucrete. Vor allem Meliur ist viel mehr als nur die passive Auserwählte in Märchengestalt, um die er zu kämpfen hat. Viel mehr ist sie treibende Kraft hinter der Erzählung und größte Einflussnehmerin auf das Fühlen und Handeln des Protagonisten. In ihr finden wir Ambivalenzen angelegt, die im Zusammenspiel mit den weiteren Verwebungen und Verkreuzungen verschiedener Erzähllogiken „Partonopier und Meliur“ zu einem interessanten und vielschichtig untersuchbaren Roman machen.

Für diese Arbeit habe ich deshalb die Figur der Meliur ausgewählt, die Gegenstand meiner Untersuchung sein soll. Als Basis dienen mir dafür die Figurentheorien Ralf Schneiders und Matías Martínez. Im Fokus soll dabei für mich die Frage nach der Darstellung und Wandlung Meliurs innerhalb des Romans stehen. Dafür lege ich einen besonderen Augenmerk auf Meliurs Zauberkraft, ihren Einfluss auf den Protagonisten Partonopier und die Folgen des Tabubruchs.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Roman

3. Die Figur der Meliur

3.1. Meliur und ihre Zauberkraft

3.2. Der Einfluss auf Partonopier

3.3. Die Wandlung der Meliur nach dem Tabubruch

4. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht die Figur der Meliur im höfischen Roman „Partonopier und Meliur“ von Konrad von Würzburg. Ziel der Untersuchung ist es, die vielschichtigen Ambivalenzen in Meliurs Charakter sowie ihre Wandlung im Verlauf der Erzählung – insbesondere unter dem Einfluss des Tabubruchs – kritisch zu beleuchten und ihr Rollenkonzept jenseits einer einseitigen Einordnung als Feengestalt oder adlige Ehefrau zu analysieren.

  • Analyse der Ambivalenzen und des Figurenkonzepts der Meliur.
  • Untersuchung der Rolle von Zauberkraft und ihrer Rationalisierung.
  • Erörterung des Einflusses von Meliur auf den Protagonisten Partonopier.
  • Betrachtung der Wandlungsprozesse nach dem Bruch des Tabus.
  • Kritische Auseinandersetzung mit den Forschungsmeinungen zur Figurenentwicklung.

Auszug aus dem Buch

3.1. Meliur und ihre Zauberkraft

Die Figur der Meliur ist von Ambivalenzen und einer Wandlung durchzogen, die es in den kommenden Unterkapiteln dieser Untersuchung aufzudecken und einzuordnen gilt. Um dem Ganzen eine Struktur zu geben, möchte ich zunächst damit beginnen, einen genaueren Blick auf die Anfänge der Erzählung zu werfen und dabei vor allem Meliurs Darstellung als Fee betrachten: Eine Darstellung, die sich im Laufe der Erzählung noch wandeln wird.

Meliur tritt das erste Mal ab Vers 1226 auf. Die vorangegangenen Verse haben sich v.a. einer intensiven Beschreibung der Figur des Partonopiers gewidmet (V. 268-400); auch er hat einige ambivalente Zuschreibungen bekommen. So ist der 13-Jährige Partonopier zunächst vorbildlich heldenhaft und ritterlich beschrieben, wechselt dann aber in ein ängstliches Kind Ich (V. 314-1122). Nach einer abenteuerlichen Verirrung im Wald, einer Überfahrt mit einem Geisterschiff und der Ankunft in einer Geisterstadt treffen die beiden Protagonisten in dem Bett, in dem Partonopier sich ausruhen wollte, aufeinander – in Dunkelheit, keiner sieht den anderen (V. 1122-1242). Ab diesem Zeitpunkt ist Meliur wichtiger Bestandteil der Geschichte. Sie begegnet dem Rezipienten als Feengestalt, ihre Einführung steht ganz im Zeichen des Märchenhaften, der Raum, in dem sie auftritt unterstreicht dies: Es ist wie das Paradies.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Liebesbeziehung zwischen einem Menschen und einer zauberkundigen Frau ein und stellt die Forschungsfrage zur ambivalenten Figur der Meliur.

2. Der Roman: Hier werden der literarische Kontext und die Gattungseinordnung von „Partonopier und Meliur“ sowie die Forschungsdiskussion zur Figurenentwicklung dargelegt.

3. Die Figur der Meliur: Dieses Kapitel bildet das Kernstück der Untersuchung und beleuchtet Meliurs Charakter in Bezug auf ihre Zauberkraft, ihren Einfluss auf Partonopier und ihre Wandlung.

3.1. Meliur und ihre Zauberkraft: Dieser Abschnitt analysiert Meliurs erstes Auftreten als Fee und die Instrumentalisierung ihrer magischen Fähigkeiten zur Lenkung des Protagonisten.

3.2. Der Einfluss auf Partonopier: Hier wird untersucht, wie Meliur durch ihre Machtposition und psychologische Manipulation die Identitätsentwicklung und den ritterlichen Werdegang Partonopiers maßgeblich bestimmt.

3.3. Die Wandlung der Meliur nach dem Tabubruch: Dieser Teil betrachtet den Identitätsverlust und die soziale Anpassung Meliurs, nachdem ihr Zauber durch den Tabubruch entwertet wurde.

4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Meliur keine einseitige Figur ist, sondern in einem ständigen Wechselspiel zwischen verschiedenen Rollenkonzepten agiert.

Schlüsselwörter

Konrad von Würzburg, Partonopier und Meliur, Meliur, mittelalterlicher Roman, höfische Literatur, Ambivalenz, Figurenentwicklung, Feengestalt, Tabubruch, Zauberkraft, Identitätsverlust, Genderrollen, höfische Minne, Literaturwissenschaft, Forschungsdiskussion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das komplexe Figurenkonzept der Meliur in Konrads von Würzburg Roman „Partonopier und Meliur“ unter Berücksichtigung ihrer Entwicklung und ihres Einflusses auf den Protagonisten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die Ambivalenz der Figur, die Bedeutung ihrer Zauberkraft, der Einfluss auf den Helden Partonopier sowie die Wandlung von einer mächtigen Feengestalt zu einer höfischen Ehefrau.

Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?

Ziel ist es, Meliur differenzierter zu betrachten und aufzuzeigen, dass sie weder rein selbstbestimmt noch vollständig fremdbestimmt ist, sondern in einem ständigen ambivalenten Rollenwechsel agiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf literaturwissenschaftliche Methoden, insbesondere auf die Figurentheorien von Ralf Schneider und Matías Martínez, um die Handlungen und die Entwicklung der Charaktere zu interpretieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Meliurs Zauberkraft, ihrem Machteinfluss auf Partonopier und der Transformation ihres Charakters als Konsequenz aus dem Tabubruch und der sozialen Konvention.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Ambivalenz, Feenhaftigkeit, höfische Minne, Identitätswandel, Fremdbestimmung und die Analyse von Rollenkonzepten im spätmittelalterlichen Roman.

Wie bewertet die Arbeit Meliurs „Zauberkraft“?

Die Autorin argumentiert, dass die Zauberkraft der Figur durch den Romanverlauf zunehmend rationalisiert wird und primär als Instrument zur Kontrolle der Beziehung und zur Wahrung von Geheimnissen dient.

Wie verändert sich die Beziehung zwischen Meliur und Partonopier im Laufe des Romans?

Die Beziehung wandelt sich von einer asymmetrischen, durch Meliurs Macht und Zauber dominierten Konstellation hin zu einer durch soziale Normen geregelten und letztlich offiziell anerkannten Ehe.

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Details

Title
Das ambivalente Figurenkonzept der Meliur in Konrads von Würzburg "Partonopier und Meliur"
College
Christian-Albrechts-University of Kiel  (Germanistisches Seminar)
Course
Konrad von Würzburg: Partonopier und Meliur
Grade
1,7
Author
Sarah Fromm (Author)
Publication Year
2016
Pages
21
Catalog Number
V341714
ISBN (eBook)
9783668315594
ISBN (Book)
9783668315600
Language
German
Tags
figurenkonzept meliur konrads würzburg partonopier
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sarah Fromm (Author), 2016, Das ambivalente Figurenkonzept der Meliur in Konrads von Würzburg "Partonopier und Meliur", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/341714
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