Grenzüberschreitende Umstrukturierungen von Unternehmen in der Europäischen Union. Grundlagen und Rechtsprobleme

Darstellung anhand der Rechtsproblematiken der grenzüberschreitenden Hineinspaltung zur Neugründung unter besonderer Beachtung von Personengesellschaften


Bachelorarbeit, 2015

40 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Teil 1 – Vorwort

Teil 2 – Rechtsprobleme grenzüberschreitender Spaltungen von Unternehmen in der EU unter besonderer Beachtung von Personengesellschaften
A. Einleitung
B. Die aktuelle nationale und europäische Rechtslage im Spaltungsrecht
I. Der Begriff der Spaltung im deutschen Recht in Abgrenzung zum internationalen Spaltungsbegriff
II. Spaltung auf europarechtlicher Ebene – einheitlicher Rechtsrahmen?
C. Die Rechtsproblematiken der Hineinspaltung zur Neugründung unter besonderer Beachtung von Personengesellschaften
I. Personengesellschaften als erfasste Rechtsträger
1. Umwandlungsfähigkeit von Personengesellschaften und insbesondere der GbR im deutschen Recht
2. Eröffnung des Anwendungsbereichs der Niederlassungsfreiheit bei der grenzüberschreitenden Hineinspaltung von Personengesellschaften in der Europäischen Union
II. Eröffnung der Niederlassungsfreiheit für die Spaltung zur Neugründung
III. Probleme und Wertungen grenzüberschreitender Umwandlungen in Anwendung auf die grenzüberschreitende Hineinspaltung zur Neugründung
1. Möglichkeiten der Umwandlung über die Grenze
a) Personengesellschaften und insbesondere die GbR als Zielrechtsform
b) Rechtsformkongruenter Formwechsel unter (ausschließlicher) Beteiligung von Personengesellschaften
2. Belegenheit des Verwaltungssitzes
a) Sitz- versus Gründungstheorie
b) Zu den Ansichten des EuGH, der nationalen Rechtsprechung und der Literatur sowie der problematischen Lage für Personengesellschaften
(i.) Identitätswahrende Sitzverlegung
(ii.) Grenzüberschreitender Formwechsel
3. Stellungnahme
IV. Verfahrensrechtliche Problemstellungen
1. Problematiken bei der Kollision der nationalen Spaltungsrechte
2. Verfahren, Anfechtbarkeit und prozessrechtliche Fragestellungen
3. Stellungnahme

Teil 3 – Schlussbetrachtungen
A. Fazit und Ausblick
B. Schlussfolgerungen für das deutsche Recht
I. Folgen für das deutsche Gesellschaftsrecht
II. Folgen für das deutsche internationale Privatrecht

Literaturverzeichnis

Lehrbücher / Monografien

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Kommentare

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Beck’scher Kommentar zum Gesetz betreffend die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH-Gesetz), herausgegeben von Michalski, 2. Auflage, München 2010 (zitiert: Michalski-GmbHG/ Leible sowie Hoffmann)

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Beck’scher Kurzkommentar zum Gesellschaftsrecht, herausgegeben von Henssler/Strohn, 2. Auflage, München 2014 (zitiert: Henssler/Strohn-GesR/ Servatius)

Beck’scher Kurzkommentar zum Handelsgesetzbuch, herausgegeben von Baumbach/Hopt, 36. Auflage, München 2014 (zitiert: Baumbach/Hopt-HGB/ Hopt)

Beck’scher Kommentar zum Handelsgesetzbuch, herausgegeben von Ebenroth/Boujong, 3. Auflage, München 2014 (zitiert: Ebenroth/Boujong-HGB/ Joost)

Beck’scher Kurzkommentar zum Umwandlungsgesetz mit Spruchverfahrensgesetz, herausgegeben von Semler/Stengel, 3. Auflage, München 2012 (zitiert: Semler/Stengel-UmwG/ Drinhausen)

Blümich Kommentar zum EStG, KStG, GewStG, herausgegeben von Heuermann/Brandis, 128. Auflage, München 2015 (zitiert: Heuermann/Brandis-UStG/Blümich/ Klingenberg)

J. von Staudingers Kommentar zum Bürgerlichen Gesetzbuch mit Einführungsgesetz und Nebengesetzen: Einführungsgesetz zum Bürgerlichen Gesetzbuche/IPR Internationales Gesellschaftsrecht, herausgegeben von Staudinger/Großfeld, 15. Auflage, München 2015 (zitiert: Staudinger-BGB/ Großfeld)

Kallmeyer Kommentar zum Umwandlungsgesetz, herausgegeben von Kallmeyer, 5. Auflage, Köln 2013 (zitiert: Kallmeyer-UmwG/ Kallmeyer)

Kommentar zum Beurkundungsgesetz und zur Dienstordnung für Notarinnen und Notare, herausgegeben von Armbrüster/Preuß/Renner, 6. Auflage, Bonn 2013 (zitiert: Armbrüster/Preuß/Renner-BeurkG/ Armbrüster)

Lutter Kommentar zu Umwandlungsgesetz, 5. Auflage, Köln 2014 (zitiert: Lutter-UmwG/ Drygala sowie Bayer)

Münchener Kommentar zum Bürgerlichen Gesetzbuch, Band 11: Internationales Privatrecht II, Internationales Wirtschaftsrecht, Einführungsgesetz zum Bürgerlichen Gesetzbuche (Art. 25-248), herausgegeben von Säcker/Rixecker, 6. Auflage, München 2015 (zitiert: Säcker/Rixecker-MünchKomm BGB/ Kindler sowie Spellenberg)

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Aufsätze

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Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Teil 1 – Vorwort

Umstrukturierungen von Unternehmen sind ein ständiges Thema in den Chefetagen deutscher und internationaler Firmen. Oftmals liegen die Gründe hierfür im steuerlichen Bereich. Andere wiederum sehen in einer Umstrukturierung die Möglichkeit, die Kontrolle besser zu bündeln, um so verschiedene Unternehmensteile zusammenzuhalten, wie das Beispiel Google zeigt. Der Konzern machte zuletzt Schlagzeilen mit seinen Plänen, eine neue Holding-Gesellschaft zu gründen, welcher alle anderen Unternehmensteile unterstehen sollen.[1] Daher zählen die Rechtsfragen zu Umstrukturierungsvorgängen von Unternehmen zu den ständig aktuellen und zu diskutierenden Problemen im Gesellschaftsrecht; vor allem aber im Hinblick auf grenzüberschreitende Sachverhalte innerhalb der Europäischen Union. Grund hierfür ist die einerseits hohe Interventionsbereitschaft in das nationale Umwandlungsrecht durch die EU sowie den EuGH. Dies belegen bahnbrechende Entscheidungen des EuGH zu grenzüberschreitenden Aktivitäten von Unternehmen.[2] Andererseits zeigt sich, dass einheitliche Regelungen, sofern sie denn existieren, äußerst lückenhaft und für Unternehmen keinesfalls zufriedenstellend sind. Da sich allein aus dem deutschen Umwandlungsrecht jedoch bereits 119 verschiedene Möglichkeiten der Umwandlung ergeben[3], und, abgesehen von der Verschmelzung, einheitliche sekundärrechtliche Regeln auf europäischer Ebene in umfassender Form bisher schlichtweg nicht existieren, ergeben sich ständig neue zu klärende Rechtsfragen zu transnationalen Umstrukturierungen. Weiterhin liegt die letzte Entscheidung des EuGH in dieser Sache bereits drei Jahre zurück. Auch die letzten Vorstöße der Kommission zur Vereinheitlichung der Umwandlungsproblematik sind bereits überholt. Die Praxis verlangt wegen der zunehmenden internationalen Verflechtung nach neuen und flexiblen Lösungen. Im Folgenden soll die durchaus missliche Lage für Unternehmen bei grenzüberschreitenden Umstrukturierungen am Beispiel der Hineinspaltung zur Neugründung unter besonderer Beachtung von Personengesellschaften aufgezeigt und diskutiert werden.

Teil 2 – Rechtsprobleme grenzüberschreitender Spaltungen von Unternehmen in der EU unter besonderer Beachtung von Personengesellschaften

A. Einleitung

Dem Wunsch zur Möglichkeit grenzüberschreitender Umstrukturierungen hat Deutschland lange nicht entsprochen. Hierzulande war „ [...] lange Zeit h. M., dass grenzüberschreitende Umwandlungen nicht zulässig seien“[4] und sämtliche an der Umwandlung beteiligten Unternehmen ihren Unternehmenssitz im Inland zu haben hätten.[5] Doch trotz mehrerer Entscheidungen des EuGH[6] sowie erlassener Richtlinien der EU zu grenzüberschreitenden Umstrukturierungen innerhalb der EG[7] bestehen noch immer erhebliche Regelungslücken und Rechtsunsicherheiten vor allem im Bereich der Personengesellschaften. Weiterhin bestehen aktuell vor allem technische Probleme bei der Durchführung grenzüberschreitender Spaltungen sowie auch in verfahrensrechtlicher Hinsicht. Daher ist es lohnenswert, sich diesen Rechtsunsicherheiten vor allem im Hinblick auf die grenzüberschreitende Hineinspaltung zur Neugründung nach Deutschland insbesondere bei Personengesellschaften zu widmen, da dieses Rechtsgebiet nach übergreifenden Betrachtungsweisen und der Einbeziehung von Überlegungen zum grenzüberschreitenden Formwechsel sowie der grenzüberschreitenden Sitzverlegung verlangt. Hier bestehen auch nach der Entscheidung VALE des EuGH noch immer erhebliche Unsicherheiten, vorrangig auch im Hinblick auf die Anwendbarkeit auf Personengesellschaften. Beachtenswert ist dieses Rechtsgebiet vor allem aufgrund des Zusammentreffens verschiedener Aspekte des Umwandlungsrechts sowie des Gesellschafts- und Europarechts, aber auch des Internationalen Privatrechts. Steuerliche Aspekte werden wegen ihrer Komplexität und der eigenen Regelungssystematik im Folgenden hingegen nicht betrachtet.

B. Die aktuelle nationale und europäische Rechtslage im Spaltungsrecht

I. Der Begriff der Spaltung im deutschen Recht in Abgrenzung zum internationalen Spaltungsbegriff

Im deutschen Recht versteht man unter der Spaltung einen „ [...] Vorgang, durch den das einheitliche Vermögen einer Gesellschaft auf mindestens zwei Rechtsträger aufgeteilt wird, wobei [...] Anteile der übernehmenden Rechtsträger direkt an die Gesellschafter ausgeschüttet werden.“[8]. Das deutsche Spaltungsrecht richtet sich nach den §§ 123 – 177 UmwG. Gemäß § 123 UmwG unterscheidet das Gesetz drei Arten der Spaltung. Insoweit existieren die Aufspaltung, die Abspaltung sowie die Ausgliederung.[9] Wesentlich für die folgenden Ausführungen ist dabei die Aufspaltung, unter welcher das UmwG „ [...] eine Spaltung unter liquidationsloser Auflösung des bisherigen Rechtsträgers [versteht], sodass insgesamt das gesamte Vermögen auf neu gegründete (Spaltung zur Neugründung) oder bestehende (Spaltung zur Aufnahme) übernehmende Rechtsträger übertragen wird (§ 123 Abs. 1 UmwG).“[10]. Spalten sich Personengesellschaften, so „ [...] übernehmen die [...] Gesellschafter jeweils einen Teilbetrieb [...] der zu teilenden Gesellschaft, d. h. es geht Gesamthand- in Alleineigentum der ehemaligen Gesellschafter über.“[11]. Im Gegensatz zum nationalen Spaltungsbegriff wird von einer internationalen Spaltung gesprochen, sofern bei übertragendem und übernehmendem Rechtsträger unterschiedliche Gesellschaftsstatuten vorliegen.[12] Die folgenden Ausführungen beziehen sich dabei jedoch ausschließlich auf innereuropäische Spaltungsvorgänge und die mögliche Anwendbarkeit der Niederlassungsfreiheit i. S. der Art. 49, 54 AEUV. Im Hinblick auf die Niederlassungsfreiheit innerhalb der Europäischen Union müssen alle beteiligten Gesellschaften zusätzlich die Voraussetzungen des Art. 54 AEUV erfüllen, weil nur so ein Fall der innereuropäischen Spaltung vorliegen kann.[13]

II. Spaltung auf europarechtlicher Ebene – einheitlicher Rechtsrahmen?

Die Regeln zur Spaltung auf nationaler Ebene gehen inhaltlich auf die sog. Spaltungsrichtlinie[14] zurück.[15] Der Anwendungsbereich der Richtlinie beschränkt sich jedoch auf das nationale Spaltungsrecht, während der deutsche Gesetzgeber davon abgesehen hat, grenzüberschreitende Spaltungen zu kodifizieren, da es nach dessen Auffassung aufgrund der fehlenden europäischen Harmonisierungsregeln sowie der Komplexität der Kombinationsmöglichkeiten von Umwandlungsarten und Rechtsträgern allein im deutschen Spaltungsrecht unmöglich sei, diese mit der im UmwG herrschenden Regelungstiefe zu vereinbaren und für Literatur, Rechtsprechung und Wirtschaft zufriedenstellend zu regeln.[16] Des weiteren sind die Mitgliedstaaten zur Umsetzung der Richtlinie nicht zwingend verpflichtet; nur sofern im jeweiligen nationalen Recht die Möglichkeit der Spaltung gewährt wird, folgt eine Verpflichtung zur Umsetzung des in der Richtlinie vorgeschriebenen Verfahrensrechts.[17] Der Harmonisierung auf europarechtlicher Ebene zum Trotz kann es daher zu erheblichen Abweichungen zwischen den Regelungssystematiken zur (grenzüberschreitenden) Spaltung kommen – je nach dem, ob eine Spaltung nach nationalem Umwandlungsrecht gewährt wird oder nicht. Insofern kann im Hinblick auf internationale Spaltungsvorgänge in Europa nicht von einem einheitlichen Rechtsrahmen gesprochen werden. Dies stellt die Rechts- und Wirtschaftspraxis in einigen Fällen vor große Herausforderungen, wie die folgenden Ausführungen belegen.

C. Die Rechtsproblematiken der Hineinspaltung zur Neugründung unter besonderer Beachtung von Personengesellschaften

I. Personengesellschaften als erfasste Rechtsträger

1. Umwandlungsfähigkeit von Personengesellschaften und insbesondere der GbR im deutschen Recht

Um die Möglichkeit der Umwandlung und somit auch der Spaltung von Personengesellschaften auf europäischer Ebene diskutieren zu können, ist es zunächst notwendig zu hinterfragen, ob das deutsche Recht den Personengesellschaften die Umstrukturierung nach dem UmwG erlaubt. Die Möglichkeit der Umstrukturierung im Sinne des UmwG steht gemäß dem Wortlaut des § 1 Abs. 1 UmwG lediglich Rechtsträgern mit Sitz im Inland offen. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass Unternehmen ohne die Fähigkeit, Träger von Rechten und Pflichten zu sein, eine Umstrukturierung im Sinne des UmwG nicht durchführen können. Regelmäßig stellen Personengesellschaften aber Gesamthandsgemeinschaften dar.[18] Seit der Zuerkennung der Rechtsfähigkeit der Außen-GbR durch den BGH werden Gesmathandsgemeinschaften jedoch als zumindest teilweise rechtsfähig angesehen.[19] Zudem stellen Personengesellschaften als Gesamthand aufgrund der nach der h. M. angewandten Gesamthandslehre[20] ein eigenes Zuordnungsobjekt dar, weshalb auch sie Träger von Rechten und Pflichten sein können.[21] Dies ist insofern auch richtig, als § 3 Abs. 1 Nr. 1 UmwG Personenhandelsgesellschaften in den Anwendungsbereich des UmwG mit einbezieht. Nicht mit inbegriffen ist die Gesellschaft bürgerlichen Rechts, da sie eine Personengesellschaft eigener Art darstellt.[22] Daher muss ihr trotz Zuerkennung der Rechtsfähigkeit für den Fall der Außen-GbR schon wegen des Analogieverborts des § 1 Abs. 3 Satz 1 UmwG die Spaltungsfähigkeit der GbR im deutschen Recht versagt werden.[23] Insofern besteht auf nationaler Ebene zumindest auch für Personenhandelsgesellschaften die Möglichkeit der Umstrukturierung i. S. d. UmwG.

2. Eröffnung des Anwendungsbereichs der Niederlassungsfreiheit bei der grenzüberschreitenden Hineinspaltung von Personengesellschaften in der Europäischen Union

Die auf nationaler Ebene recht einfache Begründung zur Umwandlungsfähigkeit von Personengesellschaften ist jedoch auf europarechtlicher Ebene im Detail anders zu bewerten. Denn grundsätzlich entscheidet nach Kollisionsrecht sowie auf Grundlage der Vereinigungstheorie[24] in der Regel das Gesellschaftsrecht des Wegzugsstaates, ob Gesellschaften umwandlungsfähig sind.[25] Weiterhin sind grenzüberschreitende Umwandlungen von Personengesellschaften „ [...] weder von der Verschmelzungsrichtlinie noch von der Gesetzesänderung [des UmwG] erfasst.“[26]. Demnach können Personengesellschaften dieses Sonderrecht zunächst nicht für sich in Anspruch nehmen.[27] Jedoch scheint diese Argumentation mit Blick auf die Errichtung eines gemeinsamen Binnenmarktes, vorgeschrieben durch Art. 3 Abs. 3, Satz 1 EUV, und vor allem mit Blick auf die Grundfreiheiten der Europäischen Union, allen voran der hier einschlägigen Niederlassungsfreiheit gemäß Art. 49 AUEV i. V. m. Art. 54 AEUV, wenig befriedigend. Daher ist es lohnenswert zu erörtern, ob der Anwendungsbereich der Niederlassungsfreiheit i. S. d. Art. 54 AEUV auch für Personengesellschaften und insbesondere für die GbR für den Fall der grenzüberschreitenden Hineinspaltung zur Neugründung für eröffnet erklärt werden kann, da hier in Ansätzen Uneinigkeit besteht. Grund hierfür ist die eher missglückte deutsche Formulierung des Art. 54 Abs. 2 AEUV, denn nach Auslegung des deutschen Wortlauts der Norm sollen neben den rechtsfähigen auch nicht-rechtsfähige Gesellschaften, wie etwa die deutsche BGB-Gesellschaft geschützt werden.[28] Gleichwohl deuten Formulierungen anderer europäischer Nationen[29] „ [...] mehr darauf hin, dass [ausschließlich] zivil- und handelsrechtliche Gesellschaften erfasst werden sollten, nicht aber unbedingt die deutsche Gesellschaft bürgerlichen Rechts.“[30]. Es scheint im Gegensatz hierzu jedoch „ [...] zweifelhaft, ob die grenzüberschreitenden Umwandlungen auf Kapitalgesellschaften beschränkt sind.“[31]. Insofern ist anzunehmen, dass sowohl die Personenhandelsgesellschaften als auch die Partnerschaftsgesellschaft, die stille Gesellschaft sowie die EWIV vom Schutzbereich des Art. 54 AEUV geschützt sind, nicht jedoch die GbR. Allerdings erscheint es wenig konsequent, auf nationaler Ebene der Gesellschaft bürgerlichen Rechts zumindest teilweise die Rechtsfähigkeit anzuerkennen[32], während sie auf europäischer Ebene vom Schutz der Niederlassungsfreiheit nicht gedeckt sein soll. Weiterhin erklärte der EuGH wegen Verstoßes gegen die Niederlassungsfreiheit die Europarechtswidrigkeit für Fälle der Beschränkung des Anwendungsbereichs des UmwG auf Rechtsträger mit Sitz in Deutschland.[33] Nach der nicht rechtsformspezifischen Argumentation des EuGH in der Sache SEVIC sollen sich daher alle Gesellschaften i. S. v. Art. 54 AEUV, also auch die GbR, auf die Niederlassungsfreiheit berufen dürfen.[34] Jedoch muss mit Blick auf Art. 49 AEUV der Anwendungsbereich insoweit beschränkt werden, als die Personengesellschaft selbstständige Erwerbszwecke verfolgen muss.[35] Im Umkehrschluss sind damit alle (Personen-)Gesellschaften ausgeschlossen, welche einen Erwerbszweck nicht verfolgen.[36] Folgerichtig müssen die Innen-GbR und ihr gleichgestellte Gesellschaften vom Anwendungsbereich der Niederlassungsfreiheit ausgenommen werden, da sie gerade nicht am Wirtschaftsleben teilnehmen (sollen).[37]

Fraglich, aber weitestgehend unproblematisch ist weiterhin, inwiefern die vom Anwendungsbereich des Art. 49 AEUV i. V. m. Art. 54 AEUV umfassten (Personen-)Gesellschaften grenzüberschreitende Spaltungen überhaupt vornehmen können. Denn „[zur grenzüberschreitenden] Spaltungsproblematik liegt weder ein Urteil [des EuGH] noch eine Richtlinie [...] vor.“[38]. Auch § 125 UmwG verweist insoweit nicht auf die Anwendbarkeit der §§ 122 a-l UmwG. Wegen der Begründung des EuGH in der Sache SEVIC wird jedoch einhellig angenommen, dass sich auch Personengesellschaften zumindest für den Fall der grenzüberschreitenden Verschmelzung auf die Niederlassungsfreiheit berufen dürfen.[39] Die hier zunächst nicht erfasste Spaltung wird jedoch vom Großteil der Literatur als Umkehrfall der Verschmelzung angesehen.[40] Daher erscheint es nur konsequent, auch die von den §§ 122 a ff. UmwG nicht erfassten Spaltungsvorgänge transnational zuzulassen.[41] Dies ist auch deshalb richtig, da der EuGH in seiner Entscheidung zu SEVIC ausdrücklich betonte, dass auch „ [...] andere Gesellschaftsumwandlungen den Zusammenarbeits- und Umgestaltungsbedürfnissen von Gesellschaften mit Sitz in verschiedenen Mitgliedsaaten [Rechnung tragen] “.[42]. Insoweit kann der Anwendungsbereich des Art. 49 AEUV i. V. m. Art. 54 AEUV für den Fall der Spaltung über die Grenze im Hinblick auf Personengesellschaften für eröffnet erachtet werden.

II. Eröffnung der Niederlassungsfreiheit für die Spaltung zur Neugründung

Diskussionsbehaftet ist jedoch die Reichweite der Niederlassungsfreiheit im Fall der grenzüberschreitenden Spaltung zur Neugründung.[43] Grund dafür ist, dass hier eine Reihe noch ungeklärter Fragen aufgeworfen werden, welche sich vorrangig aus noch ungelösten Problemen der VALE -Entscheidung ergeben. Zwar beschäftigte sich der EuGH in der Sache VALE mit dem grenzüberschreitenden Formwechsel und gerade nicht mit transnationalen Spaltungen, jedoch besteht zwischen diesen beiden Umstrukturierungsmöglichkeiten eine Vergleichbarkeit, „ [...] da der Zuzugsstaat zur Ermöglichung des Vorgangs in beiden Fällen einem aus der grenzüberschreitenden Umwandlung hervorgehenden Rechtsträger erstmals Rechtspersönlichkeit verleihen muss.“[44]. Daher ist es notwendig, Probleme und Wertungen, welche aufgrund der Entscheidungen des EuGH aufkamen , auf die grenzüberschreitende Spaltung zur Neugründung zu übertragen, um die rechtlichen Schwierigkeiten erörtern zu können.

III. Probleme und Wertungen grenzüberschreitender Umwandlungen in Anwendung auf die grenzüberschreitende Hineinspaltung zur Neugründung

1. Möglichkeiten der Umwandlung über die Grenze
a) Personengesellschaften und insbesondere die GbR als Zielrechtsform

Zunächst ist es notwendig zu diskutieren, welche Zielrechtsformen bei derartigen grenzüberschreitenden Umstrukturierungen überhaupt möglich sind. Denn bereits hier kann die Zulässigkeit von Kombinationsmöglichkeiten vor allem im Personengesellschaftsrecht erste Probleme bereiten. In seinen Ausführungen in der Sache VALE betonte der EuGH, dass bei grenzüberschreitenden Umwandlungen die umwandelnde Gesellschaft nach dem Recht des jeweiligen Zuzugsstaats entsteht.[45] Insofern kann geschlussfolgert werden, dass neben den einschlägigen Vorschriften zur Gründung einer Gesellschaft in Deutschland als Zielrechtsform bei einem grenzüberschreitenden Formwechsel die in § 191 Abs. 2 UmwG genannten Rechtsformen in Betracht kommen können. Insbesondere für den Fall der BGB-Gesellschaft ist dies vorteilhaft, da sie aufgrund von § 191 Abs. 2 Nr. 1 UmwG Zielrechtsform sein kann. Hinsichtlich der Spaltung zur Neugründung muss jedoch wegen Verweis des § 124 Abs. 1 UmwG auf § 3 Abs. 1 UmwG die GbR als Zielrechtsform zunächst ausgenommen werden. Demnach sind allenfalls Personenhandelsgesellschaften möglich und zulässig. Mit Blick auf die Ähnlichkeit zur Fallgruppe des grenzüberschreitenden Formwechsels[46] kann dieses Ergebnis nicht zufriedenstellend sein. Denn der Sinn einer Spaltung zur Neugründung besteht gerade darin, Gesellschaften die Möglichkeit einzuräumen, ihr Vermögen durch Neugründung einer anderen Gesellschaft – notfalls über die Grenze – aufzuteilen. Zwar verlangt der EuGH die Ausübung einer wirtschaftlichen Tätigkeit im Zuzugsstaat[47], jedoch kann auch die nach außen tätige und werbende GbR am Wirtschaftsleben teilnehmen. Dieser Überlegung entspricht auch der Zuspruch der Rechtsfähigkeit der Außen-GbR durch den BGH.[48] Weiterhin, so der EuGH, seien Einschränkungen nur zu rechtfertigen, sofern ein zwingendes Allgemeininteresse entgegenstünde[49], so in etwa der „Schutz der Interessen von Gläubigern, Minderheitsgesellschaftern und Arbeitnehmern sowie der Wahrung der Wirksamkeit steuerlicher Kontrollen und der Lauterkeit des Handelsverkehrs“.[50]. Die GbR als Zielrechtsform hätte jedoch allenfalls Auswirkungen auf den Schutz von Gläubigern, da die Gesellschaft bürgerlichen Rechts nach deutschem Recht keine Haftungseinlage verlangt; vielmehr haften alle Gesellschafter in vollem Umfang persönlich mit ihrem gesamten Privatvermögen.[51] Mit Blick auf die Entscheidung Centros [52] kann dieses Argument mithin jedoch entkräftet werden. Denn hier entschied der EuGH, dass das bewusste Ausnutzen verschiedener Rechtssysteme allein noch keinen Missbrauch darstelle.[53] Zudem gestaltet sich die Situation im Fall der wohl geschützten OHG nicht wesentlich anders. Es erscheint daher nur logisch und richtig, dass selbst in diesem Fall der freie und einheitliche Markt und der damit verbundene Wettbewerb der Rechtssysteme von äußerster Bedeutung bleibt und höchstrichterlich geschützt wird. Andererseits finden sich in den Rechtssachen Centros, Überseering, Inspire Art sowie SEVIC keine Anhaltspunkte dafür, weshalb grenzüberschreitende Spaltungen im Vergleich zu grenzüberschreitenden Verschmelzungen anders behandelt werden sollten.[54] Diese Auffassung des EuGH betont zwar die grundsätzliche Möglichkeit von Spaltungen über die Grenze, allerdings bedeutet diese Haltung für das deutsche Recht auch, dass die Möglichkeit der transnationalen Spaltung mit dem Ziel einer deutschen GbR verwehrt zu scheinen bleibt. Jedoch hat der EuGH in der Sache Cartesio die Sitzverlegung hinaus von Personengesellschaften bereits gebilligt.[55] Daher erscheint es allein schon wegen der wirtschaftlichen Fortentwicklung sowie der Öffnung der Märkte sinnvoll, dass der EuGH in einem möglichen Vorlageverfahren eine europarechtskonforme Auslegung des § 3 Abs. 1 UmwG in der Form verlangt, dass auch die nach außen wirtschaftlich tätigen BGB-Gesellschaften mit in dessen Anwendungsbereich aufgenommen werden, um den Anforderungen der Art. 49, 54 AEUV in vollem Umfang gerecht zu werden. Allerdings bleibt eine Entscheidung des EuGH in dieser Sache weiterhin offen.

b) Rechtsformkongruenter Formwechsel unter (ausschließlicher) Beteiligung von Personengesellschaften

Weiterhin problematisch stellt sich die Situation dar, in welcher eine ausländische europäische Personengesellschaft einen Geschäftsteil durch grenzüberschreitende Aufspaltung unter Neugründung einer deutschen Personengesellschaft auslagert. Nach der Auffassung des OLG Nürnberg sollen grenzüberschreitende, rechtsformkongruente Formwechsel grundsätzlich ohne weiteres möglich sein.[56] Das OLG stützt seine Überlegungen auf die Entscheidung des EuGH in der Sache VALE, wonach der Zuzug einer Gesellschaft durch Gründung einer der Rechtsform des Wegzugsstaates entsprechenden Gesellschaft im Zuzugsstaat möglich sein soll.[57] Dabei betont das OLG Nürnberg, dass der Formwechsel im „ [...] Rahmen des numerus clausus der bestehenden Gesellschaftsformen erfolgen [muss]“.[58]. Insofern soll nach Auffassung des OLG analog zu § 226 UmwG allerdings ein rechtsformkongruenter Formwechsel nur von Kapitalgesellschaft zu Kapitalgesellschaft stattfinden.[59] Rechtsformkongruente Formwechsel unter ausschließlicher Beteiligung von Personengesellschaften sind damit eher fraglich, denn bei rein innerdeutschen Sachverhalten ist eine entsprechende Regelung gar nicht erst notwendig, da bspw. eine OHG jederzeit die Möglichkeit hat, durch Änderung des Gesellschaftsvertrags in die Rechtsform einer KG zu wechseln.[60] Aufgrund der Ähnlichkeit des Formwechsels zur Hineinspaltung zur Neugründung müssen diese Überlegungen ebenfalls für grenzüberschreitende Sachverhalte hinsichtlich der Spaltung zur Neugründung angenommen werden. Es sind jedoch keine triftigen Gründe dafür erkennbar, dass Spaltungen zur Neugründung unter ausschließlicher Beteiligung von Personengesellschaften von der Niederlassungsfreiheit nicht geschützt werden sollten. Dazu genügt ein Blick auf den Gleichbehandlungsgrundsatz des Art. 3 Abs. 1 GG. Insofern sollte auch hier die Niederlassungsfreiheit ohne Probleme für eröffnet erklärt werden können.

2. Belegenheit des Verwaltungssitzes

Die mit den vorigen Ausführungen verknüpfte, jedoch weitaus umstrittenste Problematik bei grenzüberschreitenden Umstrukturierungen i. S. der §§ 123 ff. UmwG liegt bei der Belegenheit des Verwaltungssitzes. Für die transnationale Aufspaltung zur Neugründung ist sie allein schon deshalb äußerst relevant, da sie nicht nur „ [...] elementare Voraussetzung der Mobilität von international tätigen Gesellschaften im europäischen Binnenmarkt [...] “ ist[61], sondern aufgrund der Neugründung einer Gesellschaft in einem anderen Mitgliedsaat bereits fraglich ist, inwiefern auch der Sitz dieser neu gegründeten Gesellschaft verlegt werden muss, da zumindest eine Sitzverlegung und damit ein Statutenwechsel des abgespaltenen Teils erfolgt.[62] Der Verwaltungssitz ist insofern von äußerster Relevanz, da er nicht nur über steuerliche Fragestellungen, sondern auch über die Anwendbarkeit des für das Unternehmen geltenden Arbeits- und Gesellschaftsrechts Auskunft gibt. Auch hier müssen aufgrund fehlender Entscheidungen und gesetzlicher Regelungen Überlegungen und Probleme aus dem Recht grenzüberschreitender Sitzverlegungen und Formwechsel zum Anlass genommen werden, um sie auf die Hineinspaltung zur Neugründung zu übertragen.

a) Sitz- versus Gründungstheorie

Die Belegenheit des Verwaltungssitzes stellt ein hochkomplexes Thema bei grenzüberschreitenden Umstrukturierungen dar, welches in das internationale Privatrecht und das internationale Gesellschaftsrecht greift. Zunächst ist daher festzustellen, dass es grundsätzlich dem nationalen Sachrecht bedarf, damit Gesellschaften in einem Staat für existent erklärt werden können.[63] Weiterhin muss verdeutlicht werden, dass im Großteil der Sitzverlegungsfälle die identitätswahrende Sitzverlegung angestrebt wird, welche in aller Regelmäßigkeit die Verlegung des Verwaltungssitzes betrifft[64], wohingegen der Satzungssitz anwendbares Recht bestimmt und somit bei grenzüberschreitenden Umwandlungen zwangsläufig zu einem Rechtsformwechsel führt[65]. Daher ist eine Betrachtung des anzuwenden Gesellschaftsstatuts unumgänglich. Das Gesellschaftsstatut bezeichnet dabei „[d]as für die Innen- und Außenbeziehungen einer juristischen Person maßgebliche Recht.“[66]. Dabei stehen sich mit der Sitz- und Gründungstheorie im wesentlichen zwei Auffassungen gegenüber.[67]

Die traditionell in Deutschland, aber u. a. auch in Österreich, Frankreich sowie Belgien angewandte Sitztheorie knüpft zur Bestimmung des anwendbaren Sachrechts an das Recht des Staates an, in welchem der (Haupt-)Verwaltungssitz der Gesellschaft liegt.[68] Nach Auffassung des BGH ist dies der „ [...] Ort, wo die grundlegenden Entscheidungen der Unternehmensleitung effektiv in laufende Geschäftsführungsakte umgesetzt werden.“[69]. Umgekehrt bedeutet dies die Unerheblichkeit der Belegenheit der einzelnen Betriebsstätten.[70] Das nach allgemeiner Ansicht verfolgte Ziel der Sitztheorie ist der Schutz des Rechtsverkehrs durch Interessenwahrung der Gläubiger, Mehrheitsgesellschafter, aber auch der Arbeitnehmer des Herkunftslandes.[71] Im Gegensatz hierzu ist bei der u. a. in England, der Schweiz und den Niederlanden geltenden Gründungstheorie das Sachrecht des Staates maßgeblich, in welchem die Gesellschaft tatsächlich gegründet bzw. registriert wurde.[72] Bedeutender Vorteil dieser Ansicht ist die Wahrung der Interessen der Gründer hinsichtlich ihrer Wahl des Gründungsrechts und somit auch der Rechtssicherheit.[73]

Anhand dieser kurzen Wiedergabe der Problematiken von Sitz- und Gründungstheorie wird bereits deutlich, dass es bei grenzüberschreitenden Sitzverlegungen zu erheblichen Schwierigkeiten kommen kann, sofern Wegzugs- und Zuzugsstaat unterschiedliche Theorien und somit entgegenstehende Gesellschaftsstatute verfolgen.[74] Im Folgenden soll erörtert werden, inwiefern sich die Rechtsprechung des EuGH zu diesem Thema auf grenzüberschreitende Sitzverlegungen von Personengesellschaften auswirken. Es sei hierbei noch einmal darauf hingewiesen, dass bei der Abspaltung zur Neugründung zwangsweise auch eine Sitzverlegung der neu gegründeten Gesellschaft erfolgt.

b) Zu den Ansichten des EuGH, der nationalen Rechtsprechung und der Literatur sowie der problematischen Lage für Personengesellschaften

Wegen fehlender Entscheidungen des EuGH und Regelungen der EU zur Spaltungsproblematik kann nur über die Wertungen des EuGH zur identitätswahrenden Sitzverlegung sowie zum grenzüberschreitenden Formwechsel Aufschluss über die anzuwenden Grundsätze des internationalen Gesellschaftsrechts gegeben werden. Diese werden im Folgenden zusammen mit den Ansichten der Literatur sowie der deutschen Gerichte diskutiert.

(i.) Identitätswahrende Sitzverlegung

Wichtige Meilensteine hinsichtlich der Anwendbarkeit der Sitztheorie für den Zuzug von Gesellschaften bei der identitätswahrenden Sitzverlegung stellen die Entscheidungen Centros, Überseering sowie Inspire Art des EuGH dar. Denn seit der Centros -Rechtsprechung ist eine im Vergleich zur Daily Mail -Entscheidung deutlich liberalere und somit auch wünschenswerte Haltung des EuGH hinsichtlich von Zuzugsfällen zu erkennen.[75] Während der Gerichtshof bereits in Centros entschied, dass die Errichtung einer Zweigniederlassung durch Zuzug von der Niederlassungsfreiheit auch bei Ausnutzen vorteilhafter Rechtssysteme gedeckt sein muss[76], führte er diese Haltung in Inspire Art fort und urteilte, dass Gesetze eines Mitgliedstaates, welche zu einer Andersbehandlung von zuziehenden, im europäischen Ausland gegründeten Gesellschaften im Vergleich zu nach nationalem Recht gegründeten Gesellschaften als unzulässige Beschränkung der Niederlassungsfreiheit anzusehen sind[77], auch sofern das Bestehen vorteilhafter Regelungen eines anderen Mitgliedstaates ausgenutzt und keine wirtschaftliche Tätigkeit im Gründungsstaat verfolgt wird[78]. Die Niederlassungsfreiheit bleibt somit zunächst anwendbar. Nach der Ansicht, welche der Gerichtshof in Überseering jedoch vertrat, besteht hinsichtlich der Anerkennung der Rechts- und Parteifähigkeit einer zuziehenden ausländischen Gesellschaft die Pflicht zur Anwendung der Gründungstheorie.[79] Diese Pflicht sei nach deutscher h. M. auf jede innerhalb der EU sowie dem EWR gegründete Gesellschaft, also somit auch auf Personengesellschaften, anzuwenden[80] ; es ist mithin jedoch streitig, ob die Sitztheorie damit gänzlich aufzugeben ist.[81] Dies muss abgelehnt werden, da es nicht das vom EuGH verfolgte Ziel sei, nationales Recht zu kodifizieren.[82]

Zudem konnte hinsichtlich der Hineinverlegung von Personengesellschaften weiterhin keine Klarheit geschaffen werden, da vor allem nach der die Hinausverlegung des Verwaltungssitzes und erstmals Personengesellschaften betreffenden Rechtsprechung des EuGH in der Sache Cartesio Zweifel hinsichtlich der Behandlung von Personengesellschaften entstanden und geblieben sind. Einerseits sah der BGH hierin Anlass genug, der Sitztheorie weiterhin zu folgen.[83] Andererseits soll ein sog. renvoi, also eine kollisionsrechtliche Rückverweisung auf das deutsche Recht nur möglich sein, sofern der Zuzugsstaat der Gründungstheorie folgt.[84] Für den Fall der Verwaltungssitzverlegung ins Inland soll jedoch die Gründungstheorie für alle von der Niederlassungsfreiheit geschützten Gesellschaften anwendbar sein.[85] Damit sind alle Gesellschaften, welche nach dem Recht eines Mitgliedsstaats der EU bzw. des EWR gegründet wurden, umfasst.[86] Zwar sind aktuell nach allgemeiner Auffassung bei identitätswahrenden Sitzverlegungen über die Grenze in das Zuzugsland Deutschland die durch den BGH aufgestellten Regeln und damit die Gründungstheorie anzuwenden. Die widersprüchlichen Ansichten für grundsätzlich spiegelbildliche Vorgänge sorgen jedoch im Zusammenhang mit fehlenden gesetzlichen Regelungen für erhebliche Rechtsunsicherheiten v. a. auch bei der Hineinspaltung zur Neugründung.

(ii.) Grenzüberschreitender Formwechsel

Durch die daher mit Spannung erwartete Entscheidung des EuGH in der Sache VALE schuf dieser mit dem grenzüberschreitenden Formwechsel eine gute Alternative zur identitätswahrenden Sitzverlegung[87], verwarf mithin aber die bisher einheitliche Linie hinsichtlich der wirtschaftlichen Tätigkeit der zuziehenden Gesellschaften im Zuzugsland und hinterließ damit der Praxis weiterhin Unsicherheiten. Grund hierfür ist, dass der EuGH „ [...] eine tatsächliche Ansiedlung der Gesellschaft und die Ausübung einer wirklich wirtschaftlichen Tätigkeit in diesem Staat [nunmehr] voraus[setzt].“[88]. Unter Bezugnahme auf die Sache Cadburry Schweppes stellt er weiterhin klar, dass damit Ausrüstungsräume, Personal sowie Ausrüstungsgegenstände vorhanden sein müssen.[89] Diese Auffassung impliziert die Verlegung nicht nur des Satzungs-, sondern auch des Verwaltungssitzes und somit die Anwendbarkeit der Sitztheorie.

Die Literatur sieht die dogmatische Einordnung dieser Aussage unterschiedlich. Demnach soll, so ein Teil, die Niederlassungsfreiheit nicht mehr anwendbar sein, sofern der Verwaltungssitz nicht über die Grenze verlegt wird, weshalb eine isolierte Satzungssitzverlegung ebenfalls nicht (mehr) möglich sein soll.[90] Unterstützt wird diese Auffassung durch die aktuelle Rechtsprechung des österreichischen OGH.[91] Dem sollte im Grunde jedoch nicht zugestimmt werden. Denn aufgrund der bisherigen Judikatur des EuGH ist erkennbar, dass gerade die Gründungstheorie und somit die bloße Satzungssitzverlegung wünschenswert und möglich sein sollen.[92] Demzufolge würde bei Verfolgung der oben dargelegten Ansicht diese Entwicklung untergraben und mit einem Schlag für nicht mehr anwendbar erklärt. Dies kann mit Blick auf die Fortentwicklung der Mobilität von Gesellschaften innerhalb der EU und die Liberalisierung des einheitlichen Marktes nicht das vom EuGH verfolgte Ziel sein. Zudem führt der EuGH die zweifelhafte Aussage erst unter „Beschränkung der Niederlassungsfreiheit und zu ihrer etwaigen Rechtfertigung“ und nicht bereits in den Ausführungen zur Eröffnung des Anwendungsbereichs der Niederlassungsfreiheit auf. Daher ist vielmehr der zweiten, liberaleren Ansicht zu folgen, welche hierin lediglich Voraussetzungen erkennt, unter welchen eine Missbrauchskontrolle zu erfolgen hat.[93] Einige verstehen darunter aber auch, dass bei einem Zuzug nach Deutschland die Verlegung des Satzungssitzes ausreiche, da § 4a GmbHG sowie § 5 AktG eine Verlegung des Verwaltungssitzes ins Ausland bereits erlaubten.[94] Für Kapitalgesellschaften bedeutet dies „ [...] faktisch einen Übergang zur Gründungstheorie, da die [...] Bestimmung eines deutschen Gesellschaftsstatuts nicht mehr davon abhängt, dass sich der tatsächliche Verwaltungssitz im Inland befindet.“[95]. Es erscheint auch mit Blick auf den Gleichbehandlungsgrundsatz des Art. 3 Abs. 1 GG sinnvoll, Gesellschaften den umgekehrten Vorgang ebenfalls zu ermöglichen.[96] Eine entsprechende Regelung bleibt den Personengesellschaften allerdings bislang vorenthalten. Auch das sog. MoMiG[97] hat es verfehlt, diese Regelungslücke zu schließen.[98] Denn während der in § 106 Abs. 2 Nr. 2 HGB für die OHG und in § 161 Abs. 2 HGB für die KG einzutragende Sitz der Gesellschaft nach h. M. lediglich den Verwaltungssitz betreffen[99], findet sich für die GbR in den §§ 705 ff. BGB mangels Eintragungspflicht keine entsprechende Regelung. In Anlehnung an die Ausführungen des KG Berlin ist jedoch anzunehmen, dass auch Personengesellschaften derartige Vorgänge ermöglicht werden sollen.[100] Diese Ansicht ist auch schon deshalb richtig, da wegen der wirtschaftlichen und rechtlichen Gleichbehandlung für wirtschaftlich tätige Personengesellschaften bereits nichts anderes gelten sollte. Wegen der noch recht lückenhaften Rechtsprechung hierzu sollte diese Ansicht zunächst restriktiv bewertet werden.

Klargestellt hat der Gerichtshof jedoch erneut, dass wegen fehlender europäischer Regelungen weiterhin die sog. Geschöpftheorie anwendbar bleibt, weshalb ausschließlich nationales Recht über die Existenz von Gesellschaften entscheidet.[101] Demnach entscheidet das Sachrecht des Zuzugsstaates, inwiefern die zuziehende Gesellschaft für existent erklärt werden kann. Daher muss genauestens darauf geachtet werden, welcher Zuzugsstaat der Sitz- und welcher der Gründungstheorie folgt, da nach Ansicht des EuGH die Mitgliedstaaten als erforderliche Anknüpfung den Verwaltungssitz im Aufnahmestaat verlangen können, um zuziehende Gesellschaften anzuerkennen.[102]

3. Stellungnahme

Die Ausführungen verdeutlichen die strittige Rechtsprechung zu diesem Thema. Bei identitätswahrenden Sitzverlegungen sollte daher aus deutscher Sicht für sämtliche Sitzverlegungsvorgänge einer einheitlichen Linie gefolgt werden, um Unsicherheiten zu verringern. Dabei sollte grundsätzlich der Auffassung gefolgt werden, die der BGH bereits für die Hineinverlegung von Gesellschaften verfolgt, da so der Entwicklung der Rechtsprechung des EuGH Rechnung getragen wird. Auch die vom KG eingeschlagene Linie hinsichtlich der Problematiken für Personengesellschaften ist richtig, wenn auch ausbaufähig. Deutsche Gerichte sollten sich deutlich für die Anwendbarkeit der Gründungstheorie auch bei Personengesellschaften aussprechen, um die aufgezeigten Unsicherheiten in Zukunft zu vermeiden. Auch wegen der unglücklichen Ausführungen des EuGH zur Belegenheit des Verwaltungssitzes in der Sache VALE bleibt die Rechtslage weiter diskussionsbehaftet. Daher bleibt „[als] weiterer Unsicherheitsfaktor für die Praxis [...], dass die Gründe des Allgemeininteresses, welche die Niederlassungsfreiheit beschränken können, [weiterhin] einer Einzelfallprüfung unterliegen.“[103]. Bis zu einer einheitlichen und klaren Gesetzeslage sollte daher bei der grenzüberschreitenden Hineinspaltung zur Neugründung nach Deutschland auf die Verlegung des Verwaltungssitzes nicht verzichtet werden. Umgekehrt sollte die Sitztheorie in Zukunft jedoch vollends aufgegeben werden, um die daraus entstehenden Probleme beilegen zu können.

IV. Verfahrensrechtliche Problemstellungen

Auch Verfahrensfragen zur grenzüberschreitenden Hineinspaltung zur Neugründung stellen sich zum Teil äußerst problematisch dar, da auch hier klarstellende Regelungen fehlen, um derartige Umstrukturierungsmaßnahmen reibungslos durchführen zu können.[104] Einerseits ist zwar zumindest die Spaltung der AG aufgrund der Spaltungsrichtlinie europarechtlich harmonisiert, andererseits kann auch sie nicht alle Fragestellungen abschließend klären.[105] Da für die Mitgliedstaaten aufgrund der Richtlinie die Möglichkeit besteht, für andere Gesellschaften eigene Regelungen zu schaffen[106] und entsprechende Regelungen vom deutschen Gesetzgeber nicht vorgenommen wurden, müssen auch hier kollisionsrechtliche Überlegungen herangezogen werden, um die Durchführung einer grenzüberschreitenden Aufspaltung zur Neugründung zu ermöglichen. Daher ist fraglich, inwiefern die Regeln der Spaltungsrichtlinie auch auf andere Gesellschaftsformen als die AG anwendbar sind. Im Folgenden wird mangels einer Regelung des deutschen Gesetzgebers zu anderen Gesellschaftsformen auf die Unterscheidung zwischen juristischen Personen und eintragungspflichtigen Personengesellschaften verzichtet. Wegen des fehlenden Eintragungserfordernisses soll die GbR zunächst nicht Teil der Diskussion sein.

1. Problematiken bei der Kollision der nationalen Spaltungsrechte

Bei der Spaltung zur Neugründung treffen die (unterschiedlichen) Gesellschaftsstatute der beteiligten Mitgliedsstaaten, nämlich die des Wegzugs- und die des Zuzugsstaates aufeinander, da das Gesellschaftsstatut des übernehmenden Rechtsträgers lediglich über die Entstehung des neuen Rechtsträgers entscheidet und somit das Verfahren überwiegend im Gesellschaftsstatut des übertragenden Rechtsträgers stattfindet.[107] Problematisch stellt sich die Situation dar, sofern die Spaltungsvorschriften untereinander inkompatibel sind oder, sobald die nationale Konzeption eine grenzüberschreitende Spaltung nicht kennt.[108] Der erste Fall, so Hoffmann, könne durch Nichtanwendung der inkompatiblen Vorschriften und die analoge Anwendung der Spaltungsrichtlinie auch für andere Gesellschaftsformen als die AG aufgelöst werden.[109] Diese Überlegung ist zwar eher theoretischer Natur, scheint aber dennoch plausibel und durchführbar, da der europäische Gesetzgeber der Rechtspraxis hierfür keine andere Lösung anbieten kann. Die zweite Problematik soll hingegen wegen der Spiegelbildlichkeit der Vorgänge durch analoge Anwendung der Verschmelzungsrichtlinie aufgelöst werden können, da durch sie in den Art. 10 und 11 ein europaweit einheitliches Eintragungsverfahren ermöglicht wird.[110] Grundsätzlich wird man jedoch bei der Kollision der verschiedenen nationalen Gesellschaftsrechte auf die Anwendung der Kombinationslehre nicht verzichten können.[111]

2. Verfahren, Anfechtbarkeit und prozessrechtliche Fragestellungen

Eher unproblematisch stellen sich die einzelnen gesellschaftsinternen Verfahrensschritte dar, da hier weitestgehend die deutschen Normen für u. a. die Fälle der Berichtspflicht gem. § 127 UmwG oder der Information der Arbeitnehmervertretung nach § 126 Abs. 3 UmwG anwendbar bleiben.[112] Umstritten sind jedoch die Anforderungen, welche an den Spaltungsvertrag zu stellen sind. Denn grundsätzlich muss dieser so gestaltet sein, dass er den Anforderungen aller beteiligten Gesellschaftsstatute genügt.[113] Allerdings schreiben die §§ 125, 6 UmwG eine notarielle Beurkundung des Spaltungsvertrags vor. Ein Teil der Literatur verlangt zur Einhaltung der Kombinationslehre und damit der i. d. R. strengeren deutschen Norm hierzu die teleologische Reduktion des Art. 11 EGBGB oder eine analoge Anwendung des Art. 11 Abs. 4 EGBGB.[114] Als Begründung hierfür wird aufgeführt, dass den Beweisanforderungen des deutschen Registerrechts entsprochen werden muss, welches lex fori ist.[115] Dies ist jedoch richtigerweise abzulehnen.[116] Denn es soll vielmehr die Ortsform i. S. d. Art. 11 EGBGB, also die Beachtung der Vorschriften des Ortes, an welchem der Vertrag durchgeführt wird, ausreichen.[117] Dem entspricht auch der Gedanke des Legalationsverfahrens, also dem Prüfen und Anerkennen der Echtheit von im Ausland erworbenen Urkunden durch die deutsche Botschaft in dem Land, in welchem die Urkunde ausgestellt wurde; weiterhin bestehen vor allem mit den Nachbarländern Deutschlands bilaterale Verträge, aufgrund welcher notarielle Urkunden dieser Staaten unmittelbar als echt betrachtet werden.[118] Daher soll durch sog. Substitution auch die Wahrung der notariellen Form durch Beurkundung durch einen ausländischen Notar ausreichen, sofern sie mit einer Inlandsbeurkundung gleichwertig ist.[119]

Umstritten ist weiterhin, inwiefern das Registergericht die Einhaltung interner Schritte, insbesondere zum Schutz der Mitbestimmung zu überprüfen hat. Ein Teil der Literatur vertritt hierbei die Auffassung, dass die Regelungszuständigkeit hierzu dem Wegzugsstaat obliege und eine Überprüfung durch deutsche Gerichte, hier also des Zuzugsstaats, daher nicht stattzufinden habe, da dies die Niederlassungsfreiheit in ungerechtfertigter Weise beschränke.[120] Andere wiederum halten eine Überprüfungspflicht durch deutsche Gerichte aus dem Grund für notwendig, da eine Eintragung der Neugründung erst dann erfolgen könne, wenn das Verfahren analog zu den Art. 8 Abs. 10 i. V. m. Art. 12 Abs. 2 bis 4 SE-VO durchgeführt wurde.[121] Aus Sicht des Kollisionsrechts kann dieses Problem wohl bis auf weiteres nur durch Anwendung der Kombinationslehre aufgelöst werden.

Eine letzte zu diskutierende Schwierigkeit stellen zivilprozessrechtliche Probleme bei der Anfechtung des Spaltungsbeschlusses dar, welche für deutsche Anteilseigner aufgrund von § 243 AktG gewährt wird.[122] Für grenzüberschreitende Spaltungen kann ein sog. Spruchverfahren die angemessene Höhe der baren Zuzahlung für die Fälle des § 15 UmwG und für die Fälle des § 29 UmwG die angemessene Abfindungshöhe festsetzen.[123] Jedoch kann dem Gebot der Waffengleichheit zwischen den Anteilseignern der beteiligten in- und ausländischen Rechtsträger nicht entsprochen werden, sofern das ausländische Gesellschaftsstatut ein entsprechendes Verfahren nicht kennt.[124] Zwar bestehen Bemühungen der EU, die Waffengleichheit zu garantieren, allerdings, so Hoffmann, handelt es sich hierbei lediglich um die autonome Gestaltung nationalen Rechts und gerade nicht um ein Gebot der Niederlassungsfreiheit.[125] Da die Regelungslücke somit ausschließlich im ausländischen Recht bestünde, sei es nicht Aufgabe des deutschen (Zivil-)Prozessrechts, diese zur Zufriedenheit aller Beteiligten zu schließen.[126] Dies ist insofern richtig, als der EuGH ausschließlich ungerechtfertigte nationale Beschränkungen der Niederlassungsfreiheit verbietet. Das Bestehen eines solchen Verfahrens stellt hingegen keine Beschränkung dar, sondern vielmehr einen zusätzlichen Rechtsschutz für die Anteilseigner der betroffenen Unternehmen. Ausländische Gesellschaftsrechte sind daher in der Pflicht, bei Problemen ein solches Verfahren ebenfalls einzuführen, sollte es sonst zu Ungleichbehandlungen kommen.[127]

[...]


[1] Vgl. Stuflesser, tagesschau.de 2015.

[2] Vgl. Lang/Osola-Haring, Kauf, Verkauf und Übertragung von Unternehmen; Teil 11 „Grenzüberschreitende Sachverhalte: Unternehmenskäufe, Verschmelzungen und Joint Ventures“, I. Einführung.

[3] Saenger, Gesellschaftsrecht, § 23 Rz. 883.

[4] Neye, ZIP 1994, 917, 919; Dötsch, BB 1998, S. 1029 f.

[5] Vgl. Drygala, in: Lutter-UmwG, § 1 Rz. 6; Kallmeyer, in Kallmeyer-UmwG, § 1 Rz. 10.

[6] So in etwa u. a. EuGH v. 30.09.2003, Rs. C-167/01, NJW 2003, 3331; EuGH v. 12.07.2012, Rs. C-378/10, NZG 2012, 871.

[7] Wie etwa die Sechste gesellschaftsrechtliche Richtlinie betreffend die Spaltung von Aktiengesellschaften 82/891/EWG v. 17.12.1982, ABl EG Nr. L 378.

[8] Hoffmann, in: Gummert/Weipert, Münchener Handbuch des Gesellschaftsrechts, Band 6: Internationales Gesellschaftsrecht, Grenzüberschreitende Umwandlungen, § 56, Rz. 1.

[9] Vgl. Scheffler; Lexikon der Rechnungslegung, Stichwort „Umwandlung“, Abschnitt 2 „Spaltungen“, S. 495.

[10] Hoffmann, in: Gummert/Weipert, Münchener Handbuch des Gesellschaftsrechts, Band 6: Internationales Gesellschaftsrecht, Grenzüberschreitende Umwandlungen, § 56, Rz. 2.

[11] Dötsch/Pung, in: Dötsch/Patt/Pung/Möhlenbrock, Umwandlungssteuerrecht, § 15, Rz. 2

[12] Ausführlich hierzu: Prüm, Die grenzüberschreitende Spaltung, S. 15 ff.

[13] Vgl. Hoffmann, in: Gummert/Weipert, Münchener Handbuch des Gesellschaftsrechts, Band 6: Internationales Gesellschaftsrecht, Grenzüberschreitende Umwandlungen, § 56, Rz. 6; so auch der EuGH v. 12.07.2012, Rs. C-378/10, NZG 2012, 871 Tz. 37; zur Abgrenzung im Hinblick auf Spaltungen mit Drittstaatenbezug vgl. Prüm, Die grenzüberschreitende Spaltung, S. 206 ff.

[14] Vgl. Sechste gesellschaftsrechtliche Richtlinie betreffend die Spaltung von Aktiengesellschaften 82/891/EWG v. 17.12.1982, ABl EG Nr. L 378, 47.

[15] Vgl. Hoffmann, in: Gummert/Weipert, Münchener Handbuch des Gesellschaftsrechts, Band 6: Internationales Gesellschaftsrecht, Grenzüberschreitende Umwandlungen, § 56, Rz. 2.

[16] Vgl. Drinhausen, in Semler/Stengel-UmwG, Einl. C, Fn. 302.

[17] Vgl. Hoffmann, in: Gummert/Weipert, Münchener Handbuch des Gesellschaftsrechts, Band 6: Internationales Gesellschaftsrecht, Grenzüberschreitende Umwandlungen, § 56, Rz. 2.

[18] Vgl. Saenger, Gesellschaftsrecht, § 2 Rz. 15.

[19] Vgl. BGH v. 29. 01.2001, Rs. II ZR 331/00, BGHZ 146, 341-361.

[20] Auf den Streitstand soll hier verzichtet werden. Vertiefend hierzu: Saenger, Gesellschaftsrecht, § 3 Rz. 101 ff.

[21] Vgl. Elsing, BB 2003, 909, 910; Habersack, BB 2001, 477, 478.

[22] Vgl. Hörtnagl, in: Schmitt/Hörtnagl/Stratz-Umwandlungsgesetz, Umwandlungssteuergesetz, § 124, Rz. 35.

[23] Vgl. Kuhlmann/Ahnis, Konzern- und Umwandlungsrecht, § 9, Rz. 982.

[24] Bei der Vereinigungstheorie werden die betroffenen Rechtsordnungen nicht differenziert, sondern gemeinsam betrachtet, sodass sie derart ineinandergreifen, dass grundsätzlich die strengste Norm mit den höheren Anforderungen zur Anwendung kommt – hierzu ausführlich u. a.: Kindler, in: MünchKomm-BGB, Band 11, Abschn. F, Rz. 799.

[25] Vgl. Hushahn, RNotZ 2014, 137, 141.

[26] Klein/Müller/Lieber; Änderung der Unternehmensform, Rz. 453.

[27] Vgl. Bärwaldt/Wisniewski, in: Prinz/Hoffmann, Beck’sches Handbuch der Personengesellschaften, § 10, Rz. 40.

[28] Vgl. Bröhmer, in: Calliess/Ruffert-EUV/AEUV, Art. 54 AEUV, Rz. 4.

[29] So etwa im französischen: „les sociétés de droit civil (ou commercial)“ oder im englischen: „constituted under civil (or commercial) law“.

[30] Bröhmer, in: Callies/Ruffert-EUV/AEUV, Art. 54 AEUV, Rz. 4.

[31] Bärwaldt/Wisniewski, in: Prinz/Hoffmann, Beck’sches Handbuch der Personengesellschaften, § 10, Rz. 40.

[32] Vgl. Ausführungen in Teil 2, Abschnitt C. I. 1.

[33] Vgl. EuGH v. 13.12.2005, Rs. C-411/03, NJW 2006, 425.

[34] Vgl. Bärwaldt/Wisniewski, in: Prinz/Hoffmann, Beck’sches Handbuch der Personengesellschaften, § 10, Rz. 41.

[35] Vgl. Bröhmer, in: Callies/Ruffert-EUV/AEUV, Art. 54 AEUV, Rz. 2.

[36] So der EuGH v. 17.06.1997, Rs. C-70/95, Slg. 1997, I-3395.

[37] Vgl. Fastenrath/Groh, Europarecht, Rz. 179.

[38] Bergmann, ZEuS 2012, 233, 249.

[39] So im Ergebnis Sinewe DB 2005, 2061; Haritz/von Wolff GmbHR 2006, 340, 341.

[40] So etwa Sagasser/Bultmann, in: Sagasser/Bula/Brünger, Umwandlungen, § 18 Rz. 24;

Limmer, in: Limmer, Handbuch der Unternehmensumwandlung, Teil 3, Rz. 1451.

[41] Vgl. Geyrhalter/Weber DStR 2006, 146, 150.

[42] EuGH v. 13.12.2005, Rs. C-411/03, Slg. 2005, I-10805 Tz. 19.

[43] Vgl. Hoffmann, in: Gummert/Weipert, Münchener Handbuch des Gesellschaftsrechts, Band 6: Internationales Gesellschaftsrecht, Grenzüberschreitende Umwandlungen, § 56, Rz. 20.

[44] Hoffmann, in: Gummert/Weipert, Münchener Handbuch des Gesellschaftsrechts, Band 6: Internationales Gesellschaftsrecht, Grenzüberschreitende Umwandlungen, § 56, Rz. 20.

[45] Vgl. EuGH v. 12.07.2012, Rs. C-378/10, NZG 2012, 871 Tz. 51.

[46] Vgl. Teil 2, Abschnitt C. II.

[47] Zur Diskussion hinsichtlich der Pflicht zur Ausübung einer wirtschaftlichen Tätigkeit im Zuzugsstaat s. Teil 2, Abschnitt C., III. 2.

[48] Vgl. Ausführungen in Teil 2, Abschnitt C. I. 1.

[49] Vgl. EuGH v. 12.07.2012, Rs. C-378/10, NZG 2012, 871 Tz. 39.

[50] EuGH v. 12.07.2012, Rs. C-378/10, NZG 2012, 871 Tz. 39.

[51] Auf eine vertiefende Diskussion soll hier verzichtet werden. Zu einer Übersicht zu den Haftungsfragen im Recht der GbR vgl. Saenger, Gesellschaftsrecht, § 3 Rz. 183 ff.

[52] Vgl. EuGH v. 09.03.1999, Rs. C-212/97, Slg. 1999, I-1459.

[53] Vgl. EuGH v. 09.03.1999, Rs. C-212/97, Slg. 1999, I-1459, Tz. 24, 27.

[54] Vgl. Klein/Müller/Lieber, Änderung der Unternehmensform, Rz. 493

[55] Vgl. EuGH v. 16.12.2008, Rs. C-210/06, Slg. 2008, I-09641, Tz. 117.

[56] Vgl. OLG Nürnberg v. 16.09.2013 – 12 W 520/13, GmbHR 2014, 96 Tz. 38.

[57] Vgl. EuGH v. 12.07.2012, Rs. C-378/10, NZG 2012, 871 Tz. 41.

[58] Leuering/Rubner, NJW Spezial 2014, 272.

[59] Vgl. Leuering/Rubner, NJW Spezial 2014, 272.

[60] Vgl. Grunewald, in: MünchKomm-HGB, Band 3: §§ 161-237 HGB, § 161 Rz. 17.

[61] Huhn, WOSE Nr. 2 (2014), 1, 1.

[62] Vgl. Bayer/Schmidt, ZHR 173 (2009), 735, 768; Herrler, DNotZ 2009, 484, 488.

[63] Vgl. Saenger, in Saenger/Aderhold/Lenkaitis/Speckmann: Handels- und Gesellschaftsrecht, § 8 Rz. 55; so auch der BGH v. 11.07.1957, BGHZ 25, 134, 144.

[64] Vgl. Huhn, WOSE Nr. 2 (2014), 1, 2; Leible, ZGR 2004, 531, 535; Campos Nave, Die Ertragssteuerneutrale und Identitätswahrende Sitzverlegung der GmbH in Mitgliedstaaten der Europäischen Union (Forschungsreihe Rechnungslegung und Steuern), S. 107 ff., insb. S. 110, Fn. 347.

[65] Vgl. Huhn, WOSE Nr. 2 (2014), 1, 2.

[66] Von Hoffmann/Thorn, Internationales Privatrecht, § 7, Rz. 23.

[67] Weitergehende Ausführungen etwa in: von Hoffmann/Thorn, Internationales Privatrecht, § 7, Rz. 23-29; zu einer knappen, aber guten Übersicht vgl. Kußmaul/Richter/Ruiner, EWS 2009, 1f.

[68] Vgl. Servatius, in: Henssler/Strohn-GesR, IntGesR, Rz. 15, so auch die ständige deutsche Rechtsprechung sowie der Großteil der Literatur, wie stellvertretend behandelt in: Großfeld, in: Staudinger-BGB, IntGesR, Rz. 26-30.

[69] BGH v. 21.03.1986, BGHZ 97, 269, 272, Tz. 9.

[70] Vgl. von Hoffmann/Thorn, Internationales Privatrecht, § 7, Rz. 25.

[71] Vgl. stellvertretend für die überwiegende Ansicht Eidenmüller, ZIP 2002, 2233, 2243.

[72] Vgl. Thölke, in: Münchener Handbuch des Gesellschaftsrechts, Band 6: Internationales Gesellschaftsrecht, Grenzüberschreitende Umwandlungen, § 1 Rz. 69.

[73] Vgl. von Hoffmann/Thorn, Internationales Privatrecht, § 7, Rz. 23.

[74] Vertiefend hierzu und vor allem auch zu den Vor- und Nachteilen des damit verbundenen Wettbewerbs der Gesellschaftsrechte vgl. Huhn, WOSE Nr. 2 (2014), 1, 3.

[75] Vgl. Huhn, WOSE Nr. 2 (2014), 1, 20.

[76] Vgl. EuGH v. 09.03.1999, Rs. C-212/97, Slg. 1999, I-1459, Tz. 17, 21 sowie 27.

[77] Vgl. EuGH v. 30.09.2003, Rs. C-167/01, NJW 2003, 3331, Tz. 104.

[78] Vgl. EuGH v. 30.09.2003, Rs. C-167/01, NJW 2003, 3331, Tz. 96.

[79] Vgl. Argumentation des EuGH v. 05.11.2002, Rs. C-208/00, Slg. 2002, I-9919, Tz. 52-59.

[80] So der BGH v. 19.09.2005, NJW 2005 3351 ; sowie auch stellvertretend für den Großteil der Literatur Weller, ZGR 2006, 748, 749f.

[81] Zum Streitstand vgl. Huhn, WOSE Nr. 2 (2014), 1, 9.

[82] Vgl. Eidenmüller/Rehm, ZGR 2004, 159, 166.

[83] Deutlich hervorgehoben in BGH v. 27.10.2008, Rs. II ZR 158/07, NJW 2009, 289; und bestätigt durch BGH v. 12.07.2011, Rs. II ZR 28/10, NJW 2011, 3372.

[84] Vgl. Weng, EWS 2008, 264, 266.

[85] Vgl. BGH v. 12.07.2011, Rs. II ZR 28/10, NJW 2011, 3372; sowie weiterhin Kieninger, in: Münchener Handbuch des Gesellschaftsrechts, Band 6: Internationales Gesellschaftsrecht, Grenzüberschreitende Umwandlungen, § 52, Rz. 8, 10 zur Anerkennung der Rechts- und Parteifähigkeit bei der Verwaltungssitzverlegung ins Inland.

[86] Vgl. BGH v. 27.10.2008, Rs. II ZR 158/06, NZG, 68, Rz. 19.

[87] Vgl. Huhn, WOSE Nr. 2 (2014), 1, 24.

[88] Vgl. EuGH v. 12.07.2012, Rs. C-378/10, NZG 2012, 871 Tz. 34.

[89] Vgl. EuGH v. 12.09.2006, Rs. C-196/04, GmbHR 2006, 1049, Tz. 67.

[90] Vgl. Schönhaus/Müller, IStR 2013, 174, 176; Mörsdorf/Jopen, ZIP 2012, 1398, 1399; Eckert, GesRZ 2009, 139, 147; Leible, in: Festschrift G. H. Roth, 2011, 447, 454 f.

[91] Vgl. OGH Wien v. 10.04.2014, Rs. 6 Pb 224/13d, EWiR 2015, 107 (Stiegler).

[92] Der EuGH ermöglichte in mehreren Entscheidungen die Einrichtung von Briefkastenfirmen, so etwa in: EuGH v. 30.09.2003, Rs. C-167/01, Slg. 2003, I-10155. Der Grundstein hierfür wurde in der Centros Judikatur gelegt: EuGH v. 09.03.1999, Rs. C-212/197, Slg. 1999, I-1459.

[93] Vgl. Drygala, EuZW 2013, 569, 570; Wicke, DStR 2012, 1756, 1758 f.; Bayer/Schmidt, ZIP 2012, 1481, 1486 f.; Teichmann, ZGR 2011, 639, 672.

[94] So etwa Krebs, GWR 2014, 144, 146; Wicke, DStR 2012, 1756, 1758.

[95] Von Hoffmann/Thorn, Internationales Privatrecht, § 7, Rz. 32a.

[96] Vgl. Drygala, EuZW 2013, 569, 571.

[97] Gesetz zur Modernisierung des GmbH-Rechts und zur Bekämpfung von Missbräuchen v. 23.10.2008.

[98] Vgl. Kindler, in: Säcker/Rixecker MünchKomm-BGB, IntGesR, Rz. 526; Weng, EWS 2008, 264, 267; Zimmer/Naendrup, NJW 2009, 545, 548.

[99] Vgl. Hopt, in: Baumbach/Hopt, HGB, § 106 Rz. 8 (Fn. 14) sowie Joost, in: Ebenroth/Boujong- HGB, 2001, § 106 Rz. 13.

[100] Vgl. KG v. 07.02.2012, Rs. 25 W 4/12, NZG 2012, 1346, Tz. 11; diese Ansicht wird wohl auch von der Literatur vertreten. So verweist das KG auf Roth, in: Baumbach/Hopt, HGB, § 106 Rz. 8.

[101] Vgl. EuGH v. 12.07.2012, Rs. C-378/10, NZG 2012, 871, Tz. 27, 28, sowie auch 31.

[102] Vgl. Kindler, EuZW 2012, 888, 891.

[103] Sagasser/Bultmann, in: Sagasser/Bultmann/Brünger, Umwandlungen, § 18, Rz. 198.

[104] Vgl. Sagasser/Bultmann, in: Sagasser/Bultmann/Brünger, Umwandlungen, § 18, Rz. 198.

[105] Vgl. Hoffmann, in: Gummert/Weipert, Münchener Handbuch des Gesellschaftsrechts, Band 6: Internationales Gesellschaftsrecht, Grenzüberschreitende Umwandlungen, § 56, Rz. 37.

[106] Vgl. Hoffmann, in: Gummert/Weipert, Münchener Handbuch des Gesellschaftsrechts, Band 6: Internationales Gesellschaftsrecht, Grenzüberschreitende Umwandlungen, § 56, Rz. 37.

[107] Hoffmann, in: Gummert/Weipert, Münchener Handbuch des Gesellschaftsrechts, Band 6: Internationales Gesellschaftsrecht, Grenzüberschreitende Umwandlungen, § 56, Rz. 41.

[108] Vgl. Hoffmann, in: Gummert/Weipert, Münchener Handbuch des Gesellschaftsrechts, Band 6: Internationales Gesellschaftsrecht, Grenzüberschreitende Umwandlungen, § 56, Rz. 42.

[109] Vgl. Hoffmann, in: Gummert/Weipert, Münchener Handbuch des Gesellschaftsrechts, Band 6: Internationales Gesellschaftsrecht, Grenzüberschreitende Umwandlungen, § 56, Rz. 43.

[110] Vertiefend zu diesem Verfahren vgl. Drinhausen, in: Semler/Stengel-UmwG, § 122 k, Rz. 1 ff., § 122 l Rz. 1 ff.; Bayer, in: Lutter-UmwG, § 122 k, Rz. 1 ff., § 122 l Rz. 1 ff.; zu einer vertieften Diskussion zu diesem Thema vgl. Hoffmann, in: Gummert/Weipert, Münchener Handbuch des Gesellschaftsrechts, Band 6: Internationales Gesellschaftsrecht, Grenzüberschreitende Umwandlungen, § 56, Rz. 44.

[111] Zu einer ausführlichen Beschreibung vgl. Hoffmann, in: Gummert/Weipert, Münchener Handbuch des Gesellschaftsrechts, Band 6: Internationales Gesellschaftsrecht, Grenzüberschreitende Umwandlungen, § 56, Rz. 37 ff.

[112] Vgl. Hoffmann, in: Gummert/Weipert, Münchener Handbuch des Gesellschaftsrechts, Band 6: Internationales Gesellschaftsrecht, Grenzüberschreitende Umwandlungen, § 56, Rz. 47.

[113] Vgl. Ausführungen in Abschnitt IV. 1.

[114] Vgl. Kindler, in: Säcker/Rixecker MünchKomm-BGB, IntGesR, Rz. 884; Goette, DStR 1996, 709, 711.

[115] Vgl. Hushahn, RNotZ 2014, 137, 150 Fn. 188.

[116] Vgl. Spellenberg, in: Säcker/Rixecker MünchKomm-BGB, Art. 11 EGBGB, Rz. 131 ff.; Leible, in: Michalski GmbHG, Systemat. Darst. 2, Rz. 98; Hoffmann, in: Michalski GmbHG, § 53, Rz. 81 ff.; so auch das OLG Stuttgart v. 17.05.2000, NZG 2001, 40.

[117] Vgl. Hoffmann, in: Gummert/Weipert, Münchener Handbuch des Gesellschaftsrechts, Band 6: Internationales Gesellschaftsrecht, Grenzüberschreitende Umwandlungen, § 56, Rz. 47.

[118] Für eine weitergehende Erläuterung und eine Auflistung der Staaten, mit welchen bilaterale Verträge bestehen vgl. Armbrüster, in: Armbrüster/Preuß/Renner-BeurkG, Anh. III, S. 1043 ff.

[119] Ausführliche hierzu: Leible, in Michalski-GmbHG, Syst. Darst. 2, Rz. 103 ff.

[120] Vgl. Krebs, GWR 2014, 144, 146.

[121] In Gänze vgl. Hushahn, RNotZ 2014, 137, 153.

[122] Vgl. Hoffmann, in: Gummert/Weipert, Münchener Handbuch des Gesellschaftsrechts, Band 6: Internationales Gesellschaftsrecht, Grenzüberschreitende Umwandlungen, § 56, Rz. 49.

[123] Vgl. Hoffmann, in: Gummert/Weipert, Münchener Handbuch des Gesellschaftsrechts, Band 6: Internationales Gesellschaftsrecht, Grenzüberschreitende Umwandlungen, § 56, Rz. 49.

[124] Vgl. Hoffmann, in: Gummert/Weipert, Münchener Handbuch des Gesellschaftsrechts, Band 6: Internationales Gesellschaftsrecht, Grenzüberschreitende Umwandlungen, § 56, Rz. 50.

[125] Vgl. Hoffmann, in: Gummert/Weipert, Münchener Handbuch des Gesellschaftsrechts, Band 6: Internationales Gesellschaftsrecht, Grenzüberschreitende Umwandlungen, § 56, Rz. 50.

[126] Zur ausführlichen Diskussion vgl. Hoffmann, in: Gummert/Weipert, Münchener Handbuch des Gesellschaftsrechts, Band 6: Internationales Gesellschaftsrecht, Grenzüberschreitende Umwandlungen, § 56, Rz. 50.

[127] Vgl. Hoffmann, in: Gummert/Weipert, Münchener Handbuch des Gesellschaftsrechts, Band 6: Internationales Gesellschaftsrecht, Grenzüberschreitende Umwandlungen, § 56, Rz. 50.

Ende der Leseprobe aus 40 Seiten

Details

Titel
Grenzüberschreitende Umstrukturierungen von Unternehmen in der Europäischen Union. Grundlagen und Rechtsprobleme
Untertitel
Darstellung anhand der Rechtsproblematiken der grenzüberschreitenden Hineinspaltung zur Neugründung unter besonderer Beachtung von Personengesellschaften
Hochschule
Technische Universität Dresden
Note
2,0
Autor
Jahr
2015
Seiten
40
Katalognummer
V341824
ISBN (eBook)
9783668317994
ISBN (Buch)
9783668318007
Dateigröße
619 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Personengesellschaften, Spaltung, Spaltung zur Neugründung, Hineinspaltung zur Neugründung, Internationale Spaltung, Europarecht, Gesellschaftsrecht, Personengesellschaftsrecht, Spaltung von Personengesellschaften, Hineinspaltung zur Neugründung bei Personengesellschaften, Umwandlungsrecht, Probleme Umwandlungsrecht, Sitztheorie, Gründungstheorie, Sevic, Vale, EuGH Rechtsprechung Umwandlung, EuGH Hineinspaltung, EuGH Spaltung
Arbeit zitieren
Niklas Schoch (Autor:in), 2015, Grenzüberschreitende Umstrukturierungen von Unternehmen in der Europäischen Union. Grundlagen und Rechtsprobleme, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/341824

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