Das Erleben und Verhalten des Menschen in ökonomischen Kontexten. Kritische Reflexion der empirisch psychologischen und der komplementären Zugänge


Hausarbeit, 2016

14 Seiten, Note: 1,0

B. Kaefer (Autor)


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Abgrenzung zur klassischen ökonomischen Lehre

3 Die empirische Wirtschaftspsychologie

4 Die Jung‘sche Analytische Psychologie - Ein komplementärer Ansatz
4.1 Das kollektive Unbewusste nach C. G. Jung
4.2 Kritik der Jung’schen Theorie

5 Die Ohnmacht des Menschen im wirtschaftlichen Kontext
5.1 Entscheidungsarchitekur - Ein Spannungsfeld
5.2 Das Grundproblem „Gier“

6 Schlussbetrachtung

Literaturverzeichnis

Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit wird in dieser Arbeit auf eine geschlechtsspezifische Differenzierung verzichtet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung für beide Geschlechter.

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Urteilsheuristiken (Bierhoff & Frey, 2006, S. 296 ff.)

Abbildung 2: Die Schichten des Unbewussten (v. Franz, 1992)

Abbildung 3: Beispiele für Archetypen (Maltby, Day, & Macaskill, 2011, S. 127)

1 Einleitung

Das Erleben und Verhalten von Menschen kann in vielerlei Hinsicht erforscht werden. Gegenstand der ökonomischen Psychologie, als Teilgebiet der empirischen Wirtschaftspsychologie, ist jedoch der Bezug auf wirtschaftende Individuen. (Wirtz & Strohmer, 2014, S. 1191). Doch diese wissenschaftliche Richtung ist nicht frei von Spannungen. Diese Arbeit versucht einzelne Aspekte der empirischen Psychologie und eines komplementäreren Ansatzes zu hinterfragen, mit dem Ziel ab Kapitel 5 die allgemeine Verwendungsbestimmung der Erkenntnisse kritisch und persönlich zu reflektieren.

2 Abgrenzung zur klassischen ökonomischen Lehre

Sowohl Ökonomie als auch Psychologie haben sich im 19. Jahrhundert zu akademischen Disziplinen entwickelt und in beiden Wissenschaften wird das menschliche Handeln betrachtet, erklärt und prognostiziert. (Landes & Steiner, 2013, S. 27)

Doch geht die Ökonomie mit ihrem klassischen Leitbild davon aus, dass das menschliche Verhalten als Verhaltensmaxime dem Rationalitätsprinzip und dem Ziel der Nutzen- oder Gewinnmaximierung unterliegt. (Kirchler, 2011, S. 32)

Im Gegensatz dazu kritisiert die Psychologie dieses Postulat und sagt, dass das Verhalten nicht immer den Rationalitätsannahmen entsprechen kann, sondern durch psychologische und soziale Motive getrieben ist. (ebenda, S. 25)

Man könnte den einzelnen Disziplinnen eine gewisse Beschränktheit vorwerfen, was meines Erachtens nach ein kritisierbarer Punkt ist. Es verlangt meiner Meinung nach einer fortwährenden interdiszipilären Denkweise zur Erfassung vieler Aspekte. Ebenso aber auch eine offene und kooperative Kommunikation.

3 Die empirische Wirtschaftspsychologie

Ein Teil der empirischen Wirtschaftpsychologie beschäftigt sich mit den sogenannten Urteilsheuristiken. Empirische Studien belegen hierbei eine Abweichung vom ökonomischen Rationalmodell. Die Studien besagen, dass wenn die Möglichkeit fehlt, genügend Informationen einzuholen oder Motivation und Zeit dazu nicht ausreichen, Urteile unbewusst auf der Basis von Heuristiken gefällt werden. (Kirchler, 2011, S. 32) In der Abbildung 1 seien zwei dieser Heuristiken beispielhaft grob umschrieben.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Urteilsheuristiken (Bierhoff & Frey, 2006, S. 296ff.)

So zeigt die empirische Wirtschaftspsychologie die Irrationalität menschlicher Entscheidungen auf. Man spricht infolge dieser Heuristiken dann auch oft von Fehlentscheidungen. Hier ist es meiner Meinung nach aber fraglich inwieweit es immer beurteilbar ist, was schlussendlich eine Fehlentscheidung ist oder nicht. Man könnte provokant auch sagen, dass das Gegenteil einer Fehlentscheidung wiederum eine Fehlentscheidung ist. Oder auch positiv formuliert, - eine jede Entscheidung richtig ist. Kirchler (2011, S. 6) schreibt von sogenannten Opportunitätskosten. Dieser Begriff beschreibt, dass jede Wahl einer Alternative den Verzicht auf die Vorteile der anderen Alternative bedeutet und somit einen Nutzenentgang bewirkt. So wie es verschiedene Alternativen gibt, würde das in Bezug auf die nicht gewählte Alternative immer eine Fehlentscheidung bedeuten. Die Erkenntnisse aus der Entscheidungsforschung nutzen uns in vielerlei Hinsicht und bewirken Verantwortung. Doch braucht es meiner Meinung nach aber immer das Verständnis der grundlegenden Motive, Ziele und Bedürfnisse eines Menschen. Die Tiefenpsychologie versucht hier unter anderem Erklärungen zu liefern.

4 Die Jung‘sche Analytische Psychologie - Ein komplementärer Ansatz

Es ist die Freud’sche psychoanalytische Theorie, die Carl Gustav Jung die Basis bot das Konzept erheblich zu erweitern. Beide gehen von einem bewussten und unbewussten Teil der menschlichen Psyche aus. Jung erweiterte jedoch das Konzept des Unbewussten beträchtlich. Das Unbewusste war für Jung nicht nur auf die einzigartigen Lebenserfahrungen des Individuums begrenzt, sondern auch von kollektiven fundamentalen psychischen Wahrheiten gefüllt. Dem kollektiven Unbewussten. (Gerrig & Zimbardo, 2015, S. 521) In der Abbildung 2 sei die Jung‘sche Annahme in Bezug auf die Zusammensetzung des Unbewussten dargestellt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Die Schichten des Unbewussten (v. Franz, 1992)

Wenn also Jung und Freud den Menschen auf Basis ihrer Theorien ganzheitlich beschreiben, so sollte es auch möglich sein diese Theorien auf die verschiedenen Handlungsfelder des Menschen und somit auch auf den Menschen in ökonomischen Kontexten umzulegen. Das bedeutet schlussendlich, den Versuch anzustellen, die grundlegenden menschlichen Motive im ökonomischen Kontext deuten zu können. Betrachtet man das kollektive Unbewusste näher, so könnte die dort vorherrschende Theorie der Archetypen einen Teil dieser Erklärungen bieten.

[...]

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Das Erleben und Verhalten des Menschen in ökonomischen Kontexten. Kritische Reflexion der empirisch psychologischen und der komplementären Zugänge
Hochschule
Donau-Universität Krems - Universität für Weiterbildung  (Fachbereich für Gesundheitsförderung, Sport und Sozialwirtschaft)
Veranstaltung
Business Psychology
Note
1,0
Autor
Jahr
2016
Seiten
14
Katalognummer
V341853
ISBN (eBook)
9783668316911
ISBN (Buch)
9783668316928
Dateigröße
728 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wirtschaftspsychologie, Erleben, VErhalten, ökonomischer Kontext, psychologisch, komplementär
Arbeit zitieren
B. Kaefer (Autor), 2016, Das Erleben und Verhalten des Menschen in ökonomischen Kontexten. Kritische Reflexion der empirisch psychologischen und der komplementären Zugänge, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/341853

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