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Inszenierungsstrategien von Subcomandante Marcos und von Caudillos des 19. und 20. Jahrhunderts im Vergleich

Titel: Inszenierungsstrategien von Subcomandante Marcos und von Caudillos des 19. und 20. Jahrhunderts im Vergleich

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2001 , 20 Seiten , Note: 1,1

Autor:in: Dinah Stratenwerth (Autor:in)

Politik - Region: Mittel- und Südamerika
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Zusammenfassung Leseprobe Details

„Marcos: ¿Serás el nuevo mesías o el nuevo Caudillo de México que lo conduzca a la tierra prometida?“
„(...)El etnicismo solamente reconoce a la comuna como sujeto, por supuesto guiado por su voz, el Caudillo que expresa la voluntad común.“
Die beiden hier zitierten Autoren werfen Subcomandante Marcos vor, seine Person in unangemessener Weise zu inszenieren und dabei einen neuen Gesellschaftsentwurf vermissen zu lassen.
Laut García erreicht der „Caudillo“ Marcos die Aufmerksamkeit durch eine „sophistische“ Strategie. Diese setzt er in seiner Einleitung von der sokratischen Suche nach der Wahrheit ab. Dass die Sophisten schließlich das Gericht überzeugen konnten, Sokrates wegen Ketzerei und Verderbens der Jugend zum Tode zu verurteilen, unterstreicht sowohl die Wirksamkeit ihrer Methode als auch ihre Gefährlichkeit.
Für Kurnitzky folgen die Zapatisten der Tradition von Bewegungen wie der von Mao Tse Tung und Pol Pot. Für ihn sind „el rechazo a cualquier derecho individual, el bandono del universalismo, el Caudillismo, la estetización y estilisación de la política“ Merkmale einer faschistischen Bewegung.
„Caudillo“ ist für diese Autoren ein Anführer, der persönliche Macht anstrebt und sich zu diesem Zwecke sowohl vor seinen Gefolgsleuten als auch vor den Medien bzw. vor dem gesamten Volk zu inszenieren weiß. Ich widme mich in dieser Arbeit der Frage, inwiefern die in der Literatur dargestellten Inszenierungsstrategien von Caudillos wirklich mit denen des Subcomandante übereinstimmen. Dazu muss zunächst ein geeigneter Inszenierungsbegriff gefunden werden. Weiterhin gehe ich auf den Begriff „Caudillo“ ein, bevor ich mich anhand von Beispielen sowohl aus dem 19. als auch aus dem 20. Jahrhundert der Frage nach den Inszenierungsstrategien von Caudillos nähere. Die Ergebnisse werde ich mit Inszenierungsstrategien des Subcomandante vergleichen, zum einen durch die Auswertung seiner eigenen Worte und Handlungen, zum anderen durch sein Bild in der Presse. Dies wird anhand von Beispielen, geschehen, da ich keinen vollständigen Überblick über die Behandlung des Themas in der mexikanischen Presse gewinnen konnte. Meine Arbeitsthese ist, dass Marcos caudillistische Inszenierungsstrategien vor der Presse sehr bewusst und auch reflektiert anwendet, da er weiß, dass er so die Aufmerksamkeit und auch Sympathie eines intellektuell-kritischen Publikums gewinnt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1) Politische Inszenierung- Theorie

2) Caudillismo

a) Zum Begriff

b)Wie inszenieren sich Caudillos ?

I) Caudillos des 19. Jahrhunderts

II) Peróns und Cárdenas´ Selbstinszenierungen in der Beschreibung von Eickhoff

c) Zusammenfassung

3) Marcos

a)Wie inszeniert sich Marcos selbst ?

b)Wie wird er durch die Medien inszeniert ?

c) Zusammenfassung

4) Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Inszenierungsstrategien des Subcomandante Marcos im Vergleich zu historischen und modernen lateinamerikanischen Caudillos. Ziel ist es, zu analysieren, inwiefern Marcos bewusst theatralische Mittel einsetzt, um mediale Aufmerksamkeit zu erlangen, und wie sich seine Strategien der Selbstinszenierung von den traditionellen, autoritären Herrschaftsmodellen des Caudillismo unterscheiden.

  • Theorie der politischen Inszenierung nach Thomas Meyer
  • Strukturelle Analyse des historischen Caudillismo
  • Fallstudien zur Selbstinszenierung von Perón und Cárdenas
  • Analyse der Maskierung und rhetorischen Mittel des Subcomandante Marcos
  • Wechselwirkung zwischen Selbstinszenierung und medialer Darstellung

Auszug aus dem Buch

II) Peróns und Cárdenas´ Selbstinszenierungen in der Beschreibung von Eickhoff

Georg Eickhoff vollzieht genauestens nach, wie Lázaro Cárdenas in Mexiko bzw. Juan Domingo Perón in Argentinien ihre Macht inszenierten. Zentral in seiner Interpretation der caudillistischen Inszenierung ist die Akklamation des Anführers durch das Volk, die sich in einem aus den drei Elementen Platz, Palast und Balkon bestehenden Szenario abspielt. Gehorsam, so leitet Eickhoff von Weber ab, beruht auf Gedächtnis, Gedächtnis wiederum auf Bildhaftigkeit. Um die Mechanismen des Erinnerns in Bildern zu beschreiben, beruft er sich auf die antike Gedächtniskunst: Einerseits wird das Erinnerte in räumliche „architektonische Ordnung“ gebracht, andererseits muss diese durch etwas „somatisches, ikonisches“ belebt werden. Die architektonische Ordnung ist der Palast, das ikonische Element der Caudillo auf dem Balkon. (Eickhoff 1999:17/18)

Der Caudillo schafft auf diese Weise nicht nur ein Bild, das sich im Gedächtnis des Volkes auf dem Platz einprägt, sondern er nimmt auch symbolische Orte für sich ein, denn natürlich sind es nicht beliebige Plätze und Paläste, auf oder vor denen Akklamationen stattfinden. Er stellt sich immer in eine bestimmte Tradition, besetzt einen symbolischen Ort und überdeckt die Bedeutung, die dieser bisher im Gedächtnis der Menschen hatte.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der politischen Inszenierung von Marcos ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach der Übereinstimmung mit klassischen Caudillo-Strategien.

1) Politische Inszenierung- Theorie: Dieses Kapitel erläutert den theoretischen Rahmen nach Thomas Meyer und definiert den Begriff der Inszenierung als kalkulierte strategische Darstellung.

2) Caudillismo: Hier werden der Begriff des Caudillismo sowie die historischen und psychologischen Mechanismen der Herrschaftslegitimation durch Selbstinszenierung analysiert.

3) Marcos: Dieses Hauptkapitel untersucht die spezifischen Strategien des Subcomandante, insbesondere die Verwendung der Maske und rhetorischer Mittel, sowie seine mediale Wahrnehmung.

4) Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass sich Marcos' Strategien durch die gezielte Rücknahme der eigenen Person grundlegend von den klassischen Caudillos unterscheiden.

Schlüsselwörter

Marcos, Caudillismo, Politische Inszenierung, Zapatisten, Subcomandante, Selbstinszenierung, Massenmedien, Rhetorik, Maskierung, Politische Kultur, Lateinamerika, Identitätsstiftung, Machtdemonstration, Charisma.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die verschiedenen Strategien politischer Inszenierung von lateinamerikanischen Führungspersönlichkeiten, insbesondere im Vergleich zwischen historischen Caudillos und dem zapatistischen Anführer Subcomandante Marcos.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf der Theorie der politischen Inszenierung, den soziopolitischen Definitionen des Caudillismo sowie der Untersuchung symbolischer Kommunikation und medialer Selbstdarstellung.

Was ist das primäre Forschungsziel?

Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, inwiefern Marcos' Inszenierung caudillistische Züge trägt oder ob es sich um ein grundlegend neues Modell handelt, das auf die Rücknahme der eigenen Person abzielt.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse politologischer und medienwissenschaftlicher Ansätze (insb. Thomas Meyer und Georg Eickhoff) sowie eine qualitative Auswertung von Marcos' Reden und seiner Darstellung in der Presse.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die Analyse historischer Caudillos (Perón, Cárdenas) und eine detaillierte Untersuchung von Marcos' Maskierung, Sprache und Inszenierung durch die Medien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die Untersuchung wird durch Begriffe wie Politische Inszenierung, Caudillismo, Identitätsstiftung, Rhetorik und mediale Projektionsfläche bestimmt.

Welche Rolle spielt die Maske für Subcomandante Marcos?

Die Maske dient Marcos sowohl als Schutz als auch als Instrument, um dem politischen System den Spiegel vorzuhalten und seine eigene Person zurücktreten zu lassen, während sie gleichzeitig die Marginalisierung der indianischen Bevölkerung symbolisiert.

Warum unterscheidet sich Marcos von historischen Caudillos?

Während Caudillos danach streben, das Volk in ihrer eigenen Person aufgehen zu lassen und Machtansprüche zu festigen, setzt Marcos auf den Dialog und betont, dass er lediglich ein Sprecher bzw. ein Rahmen für ein größeres Anliegen ist.

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Details

Titel
Inszenierungsstrategien von Subcomandante Marcos und von Caudillos des 19. und 20. Jahrhunderts im Vergleich
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Lateinamerika Institut)
Veranstaltung
Präsidentialismus und Parlamentarismus in Lateinamerika
Note
1,1
Autor
Dinah Stratenwerth (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2001
Seiten
20
Katalognummer
V34191
ISBN (eBook)
9783638344913
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Inszenierungsstrategien Subcomandante Marcos Caudillos Jahrhunderts Vergleich Präsidentialismus Parlamentarismus Lateinamerika
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dinah Stratenwerth (Autor:in), 2001, Inszenierungsstrategien von Subcomandante Marcos und von Caudillos des 19. und 20. Jahrhunderts im Vergleich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/34191
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Leseprobe aus  20  Seiten
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