Neutestamentliche Exegese Markus 11, 27-33


Hausarbeit, 2013
26 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Vorbesinnung

2 Übersetzungsvergleich

3 Textkritik

4 Textanalyse
4.1 Abgrenzung des Textes
4.2 Kontextstellung
4.3 Sprachlich- syntaktische Analyse
4.4 Semantische Analyse
4.5 Narrative Analyse
4.6 Pragmatische Analyse
4.7 Feststellung der Kohärenz

5 Literarkritik

6 Formgeschichte
6.1 Gattungskritik
6.2 Sitz im Leben

7 Traditionsgeschichte

8 Begriffs- und Motivgeschichte

9 Religionsgeschichtlicher Vergleich

10 Redaktionsgeschichte

11 Einzel- (und Gesamt-) Exegese
11.1 Einzelexegese
11.2 Gesamtexegese

12 Hermeneutische Besinnung

13 Literaturverzeichnis
13.1 Bibelausgaben
13.2 Weitere Literatur
13.3 Internet Recherché

1 Vorbesinnung

Diese Exegese beschäftigt sich mit der Perikope aus dem Markus-Evangelium 11, 27-33. Dieser Abschnitt ist in der Lutherbibel mit der Überschrift „Die Frage nach der Vollmacht Jesu“ versehen. Wir befinden uns in einem Streitgespräch zwischen den obersten Priestern, Schriftgelehrten, Ältesten auf der einen Seite und Jesus auf der anderen.

Ich habe mich für das Markus Evangelium entschieden, da es das älteste Evangelium ist und somit den Grundstein der drei synoptischen Evangelien darstellt. Auf diese Perikope bin ich aufmerksam geworden, da mich Jesu Reaktion in dieser Situation zunächst stutzig werden lässt. Gleichzeitig ist diese Perikope ein Beispiel für Jesu außergewöhnliche Weisheit und Redekunst. Eine Gruppe an Gelehrten fragt Jesus, von wem er die Vollmacht bekommt, all dies zu tun. Jesus antwortet mit einer Gegenfrage, in welcher er sich auf Johannes den Täufer bezieht und welche nicht beantworten werden kann. Daraufhin gibt auch Jesus keine Antwort. Mir stellen sich nun folgende Fragen: Warum antwortet Jesus ihnen nicht einfach? Warum provozieren die Schriftgelehrten Jesus? Was wollen sie erreichen? Welche Antwort haben sie erwartet? Warum bezieht sich Jesus auf Johannes den Täufer? Welche Absicht hat der Autor des Markus-Evangeliums verfolgt?

Früher empfand ich Jesu Antwort als ein „Spielen“ mit den Gelehrten und konnte dies nicht nachvollziehen. Ich empfand seinen Entschluss, den Gelehrten dann auch keine Antwort zu geben, als eher barsch. Ich hoffe, dass ich durch diese Exegese mehr Klarheit erlangen kann.

2 Übersetzungsvergleich

Im Folgenden möchte ich einige unterschiedliche Übersetzungen beleuchten. Ich werde mich dabei auf folgende drei Bibelübersetzungen beschränken:

1. Die revidierte Ausgabe der Schlachter- Bibel von 2007[1]
2. Luther, revidierte Ausgabe 1958[2]
3. Interlinearübersetzung[3]

Zunächst ist auffallend, dass das Streitgespräch bei Luther und der Schlachterbibel in der Vergangenheit spielt, während die Interlinearübersetzung Präsenz verwendet und es so etwas lebendiger erscheint.

Ein weiterer Unterschied ist die Betonung und somit auch die Bedeutung des Wortes „ein“ in Vers 29. So heißt es in der Interlinearübersetzung: „Ich werde fragen euch nach einem einzigen Wort“. Hier kommt die Deutlichkeit des Wortes „EIN“ heraus. Schlachter hat dies durch einen Kursivdruck des Wortes „ein“ getan und „einziges“ weg gelassen. Bei Luther geht diese Betonung unter, da er lediglich schreibt: „Ich werde euch eine Sache fragen“. Damit geht auch ein wenig die Brenzligkeit der Situation verloren in der sich die Delegierten des Synedriums befanden. Denen war bewusst, dass sie nur eine Chance hatten um diese kommende Frage so zu beantworten, dass sie Jesus möglichst schadet. Auf diesem Hintergrund macht auch die folgende Beratung des Synedriums Sinn.

Des weiteren ist auffällig, dass in der Lutherübersetzung aus dem Jahre 1958 in Vers 28 nicht von „Vollmacht“, sondern von „Macht“ die Rede ist. Betrachtet man nun das griechische Wort εξουσια, dann sieht man, dass beide Übersetzungen möglich sind.[4] Doch macht die Wahl des Wortes einen Unterschied? Hat Luther bewusst „Macht“ und nicht „Vollmacht“ verwendet? Vollmacht und Macht drücken einfach beide die Frage aus, mit welcher Autorität Jesus die Dinge tut. Die Autorität Jesu beruht auf seiner Proklamation als „Sohn Gottes“ (Mk 1,11).[5] Vor dem Volk erweist er seine Autorität durch seine Wunder und Taten. In diesem Fall ist dort also vermutlich keine bewusste Verwendung von Macht und Vollmacht zu finden, sondern jeweils die Frage nach der Autorität.

Es sind aber keine besonders markante und bedeutende Übersetzungsunterschiede zu finden, was darauf schließen lässt, dass dieser Text in seiner Übersetzung sehr klar ist.

Ich werde im folgenden Verlauf dieser Exegese die Schlachterbibel verwenden.

3 Textkritik

Aus Gründen von unzureichenden Griechisch-Kenntnissen kann ich den Punkt der Textkritik nicht bearbeiten.

4 Textanalyse

4.1 Abgrenzung des Textes

Die Perikope Markus 11, 27- 33 beginnt mit dem Satz: „Und wiederum kamen sie nach Jerusalem“. Es findet also ganz klar ein Ortswechsel statt und eine neue Szene beginnt. Die Perikope spielt am dritten Tag von Jesu Aufenthalt in Jerusalem. Erneut befindet er sich im Tempel. Bereits an den Tagen zuvor hielt sich Jesus dort auf und hatte auch schon Auseinandersetzungen mit den Gelehrten (Mk 11, 18-25).

Auch ein Personenwechsel findet statt. Während Jesus zuvor noch mit den Jüngern sprach, wird er nun von einigen Delegierten des Synedriums angesprochen und die Jünger treten in den Hintergrund. Sie begleiten Jesus lediglich in dem Tempel.

Die Abgrenzung am Ende dieser Perikope ist weniger auffällig, aber dennoch deutlich. Im Gegensatz zum Beginn, findet hier weder ein Ortswechsel noch ein Personenwechsel statt. Dass er noch zu dem gleichen Publikum spricht wird deutlich, indem das kommende Gleichnis eingeleitet wird mit „er fing an, zu IHNEN in Gleichnissen zu reden“ (Mk 12,1), also zu den bereits bekannten Adressaten aus dem letzten Gespräch, seinen Gegnern. Diese werden auch am Ende ohne erneute Vorstellung einfach als „sie“ bezeichnet (12,12), es müssen also immer noch die bereits bekannten Personen von eben sein. Es findet aber eine Änderung der Erzählform statt. Von einem Streitgespräch geht es nun über zu einem Gleichnis. Inhaltlich bezieht sich Mk 12, 1-12 zwar noch auf die Ereignisse in der hier ausgewählten Perikope, das eigentliche Streitgespräch ist aber beendet, denn die Delegierten des Synedriums hatten nichts mehr zu entgegnen.

4.2 Kontextstellung

Im ersten Teil des Markusevangeliums wird darüber berichtet, was Jesus in und um Galiläa aktiv tut (Mk 1-9). So ist hier von Dämonenaustreibung, Heilungen, und Wundergeschichten die Rede. Anschließend folgt Jesu Weg nach Jerusalem (Mk 8,27- 10,52) und nun befinden wir uns mitten in Jesu Zeit in Jerusalem. Bis Kapitel 14 folgen hier vor allem Jesu Belehrungen an Jünger und Schriftgelehrte, bevor es dann in den letzten zwei Kapiteln um Jesu Leiden, Tod und Auferstehung geht.[6] Thematisch ist der zweite Teil des Markusevangeliums durch Jüngerbelehrungen geprägt.

Markus wird als Literat und Theologe angesehen, der bei der Gliederung seines Evangeliums nichts dem Zufall überlassen hat.[7] Der Aufbau dieses Evangeliums ist laut Udo Schnelle „direkter Ausdruck des theologischen Gestaltungswillen des Evangelisten“.[8] Markus deutet schon vom Wirken Jesu in Galliläa auf das Ziel Jerusalem hin.[9] So steht bereits zu Beginn des Markusevangeliums fest, dass Jesus getötet werden soll (Mk 3, 6). Kurz vor der hier ausgewählten Perikope steht ein weiterer Tötungsbeschluss (Mk 11, 18).

Wichtig ist zu sehen, dass dieses erste Jerusalemer Streitgespräch im Zusammenhang mit der Tempelreinigung (Mk 11, 15-18) steht. Ebenfalls deutlich ist der Bezug auf den Anfang von Jesu Wirken. In Mk 1, 21-28 wird schon einmal die Frage nach der Vollmacht behandelt. Allerdings weniger kritisch, sondern eher verwundert darüber, was dies für eine neue Lehre sei. Auch zu Beginn des zweiten Kapitels ist die Frage nach der Vollmacht aktuell. Jesus möchte aufzeigen, dass er als „Sohn des Menschen“ Vollmacht hat und beweist es hier sogar, indem er einen Gelähmten heilt.[10] Vielleicht kann dies auch als Grund gesehen werden, warum Jesus nun in dieser Perikope nicht erneut dem Synedrium seine Vollmacht demonstriert, sondern eher provoziert. Jesus muss sich nicht mehr beweisen, sie hatten schon genug gesehen. Der Autor des Markus Evangeliums hatte seine Leser bereits durch die voran gegangen Ereignisse überzeugt.

Eingefügt zwischen Feigenbaumperikope und Weingärtnergleichnis unterstreicht für Markus die Erzählung der Anfrage der Synedristen den Unglauben der Juden. Das vorausgegangene Glaubensgespräch bildet den positiven Kontrast.[11] Der Mikro-Kontext lässt ebenfalls die Spekulation zu, dass die Vollmachtsfrage als erste behandelt wird (vor der Steuerfrage und der Auferstehungsfrage und der Frage nach dem höchsten Gebot und der nach dem Davidssohn), weil Markus, genau wie schon am Anfang des Evangeliums angedeutet (MK 1, 21-28), in dieser Vollmacht Jesu die entscheidende Frage sieht, zu der sich ein Mensch verhalten muss. Alle anderen theologischen Fragen sind zwar auch relevant, aber nachgeordnet.

4.3 Sprachlich- syntaktische Analyse

Auffallend häufig wird die Konjunktion „und“ verwendet. Die Perikope beginnt sogar damit. Die Konjunktion „und“ führt am Anfang in Vers 27, ebenso wie in den vorhergehenden und nachfolgenden Abschnitten, überleitend in das Geschehen ein.

In Vers 28 ist auffällig, dass die Frage der Gelehrten zweimal in unterschiedlicher Variante aufgeführt wird „und fragten ihn: aus welcher Vollmacht tust du das? Oder wer hat diese Vollmacht gegeben, dass du das tust?“ Es klingt, als hätten unterschiedliche Leute Jesus mit unterschiedlichem Wortlaut auf dieselbe Sache angesprochen. Markus könnte dies in einer Episode zusammengefasst haben.

In Vers 30 benutzt Markus einen Imperativ. Jesus sagt: „Antwortet mir!“ Dies unterstreicht die Wichtigkeit der Frage, aber auch Jesu Bestimmtheit und lässt bereits hier die Autorität Jesu erahnen. Da wir uns in einem Dialog befinden dominieren die Verben „sprach“ und „antwortete“. Heraus sticht das Wort „fürchten“ in Vers 32, welches die Ambivalenz der Emotionen aufzeigt. Es ist das einzige Wort, das auf die Gefühlssituation schließen lässt. Es wird deutlich, dass dies nicht nur ein einfacher Dialog ist, sondern dass Emotionen dahinter stehen. Ansonsten gibt es keine weiteren Auffälligkeiten.

4.4 Semantische Analyse

Zunächst fällt ein Schlüsselwort ins Auge, welchem der Text auch seine allgemein bekannte Überschrift verdankt: „Vollmacht“. Es kommt viermal in diesen sieben Versen vor und macht so deutlich worum es inhaltlich geht. Näher werde ich zu dieser Begrifflichkeit in dem Abschnitt der Motivgeschichte eingehen. Ein bedeutungsverwandtes Wort hierzu ist „Himmel“. Beides drückt in diesem Fall etwas Übernatürliches und Mächtiges aus.[12] Hier ist nicht die Rede von einer weltlichen Vollmachmacht, welches durch die Opposition „vom Menschen“ deutlich wird, sondern etwas göttlichen. Schon allein durch diese drei Wörter wird der Sinngehalt der Perikope erfasst. Die Frage lautet: Ist die Vollmacht vom Himmel, sprich übernatürliche Vollmacht, oder ist sie von den Menschen? Durch diese beiden Begrifflichkeiten „vom Himmel“ und dem Gegenstück „von Menschen“, wird das ganze Feld der göttlichen Vollmacht im gegenüber zur geschöpflichen Machtlosigkeit des Menschen eröffnet. In der Perikope erkennt man Sinnlinien bezogen auf das Wort „Vollmacht“, z.B. „tun“, „gegeben“, „geglaubt“. Diese Verben beziehen sich alle auf die Vollmacht und bilden somit eine Sinnlinie.

Um auch noch die Diskussion des Synedriums zu erfassen, fehlt eigentlich nur noch ein kleines, fast unscheinbares Wort. Auffallend ist die Betonung des Wortes „ein“ in Vers 29. Jesus betont, dass er nur ein Wort fragen wird. An dieser Betonung wird deutlich, dass die Frage gestellt wird, an der sich alles entscheidet.[13] Nur wenn er auf diese Frage eine Antwort erhält, wird er auf die Frage eingehen. Wie die verschiedenen Übersetzungen dies unterschiedlich betont haben, habe ich bereits während des Übersetzungsvergleiches verdeutlicht.

Relevant für den Sinngehalt und für die Antwort Jesu, ist auch die theologische Vokabel „Prophet“. Hierbei ist es wichtig zu erfassen, welche Rolle ein Prophet zu jener Zeit hatte. Ich werde dies in der Motivgeschichte näher beleuchten.

Es liegt eine semantische Kohärenz in dieser Perikope vor, da keine Informationslücken und keine Informationsbrüche vorhanden sind, und auch die Informationen des Textes alle aufeinander bezogen sind.

4.5 Narrative Analyse

Jesus begibt sich erneut nach Jerusalem und in den Tempel. In Vers 27 heißt es, dass Jesus im Tempel „umherging“. Vermutlich ging Jesus lehrend umher, wie er es bereits zuvor getan hat.[14] Jesus wird von den „obersten Priestern“, „Schriftgelehrten“ und „Ältesten“ angesprochen. Damit sind wohl die Führungsspitzen des damaligen Judentums vereint. Aus den beteiligten Personen ergibt sich also, dass die folgende Auseinandersetzung einen offiziellen Charakter hat.[15] Handelnde Personen sind Jesus und seine Gegner. Die Jünger bleiben im Hintergrund. Johannes der Täufer und das Volk kommen in der Rede vor. Kernpunkt bleibt jedoch das Gespräch. Dieses wird, und das macht den besonderen Charakter der Perikope aus, von einem beratenden Gespräch der Gegner untereinander unterbrochen.[16] Die Delegierten des Synedriums stellen Jesus ohne lange Vorrede zwei entscheidende Fragen:

a) „In welcher Vollmacht tust du dies?“
b) „Wer hat dir diese Vollmacht gegeben, dies zu tun?“

Meist wird übersehen, dass Jesus zwei Fragen, und nicht nur eine, gestellt werden. Was wollen die Delegierten des Synedriums erreichen? Von wessen Vollmacht gehen sie tatsächlich aus und von wem glauben sie, dass er diese erhalten hat?

Welche Antwort erhofft sich das Synedrium auf diese Frage? Es gibt eigentlich nur drei Möglichkeiten: „ a) Er hat sie sich selbst genommen. b) Er hat sie von Satan. c) Er hat sie von Gott“.[17]

Noch ist die Frage vorsichtig formuliert. Jesus kann sich noch frei erklären. Daraus geht hervor, dass die Person Jesu und seine Taten großen Eindruck gemacht haben. Eventuell sahen sich die Führer Israels vor die ernsthafte Überlegung gestellt, ob Jesus nicht doch im Namen Gottes gekommen sei. Aber es wird auch spürbar, was auf Jesus zukommt, wenn sie die Überzeugung gewinnen, dass er nicht von Gott ist.[18]

Nun findet ein Bruch in der Handlungssequenz statt. Während bisher der Eindruck erweckt wurde, dass die Synedristen die Situation kontrollieren, wendet sich nun das Blatt, indem Jesus seine, für Rabbiner typische, Gegenfrage stellt und nach dem Ursprung der Taufe des Johannes fragt. Dem Synedrium ist die Brisanz dieser Frage bewusst und sie ziehen sich für eine Beratung zurück. Die Beratung führt in ein Dilemma. Nachdem sie feststellten, dass keine Antwort ihnen aus der Situation heraus helfen würde, entscheiden sie sich für das vorerst einfachste und sagen sie wüssten es nicht. Es findet nun eine Inkongruenz von Frage und Antwort statt. Jesus gibt weder Belehrungen noch Antworten, sondern schweigt zu der ihm, am Anfang gestellten Frage.

4.6 Pragmatische Analyse

Markus stellt dieses Streitgespräch in den unmittelbaren Zusammenhang mit der soeben geschehenen Tempelreinigung. Jesus hatte viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Zum einen durch das, was er lehrte und vertrat, aber ganz besonders durch das, was nur wenige Verse zuvor geschah. Es musste zwangsläufig zu einem Streitgespräch kommen. Das Synedrium würde solche Taten nicht einfach auf sich beruhen lassen. Nach dieser extremen Tat musste nun die Frage beantwortet werden: Wieso darf er das? Mit welcher Autorität nimmt er sich dieses Recht heraus? Laut Heinrich Meyer ist dieser Text also eine Rechtfertigung von Jesu Taten und insbesondere der Tempelreinigung. Markus wollte mit diesem Text genau diese Fragen auch beim Leser hervor rufen und zeigt anschließend, dass die Autorität von oben her kommt.[19] Dieser Theorie Meyers stimme ich zu und denke, dass dieses Streitgespräch als ein vorläufiger Höhepunkt in der Auseinandersetzung zwischen den obersten jüdischen Führern und Jesus gesehen werden kann. Immer wieder wird dem Leser diese Auseinandersetzung vor Augen geführt und es wird immer deutlich gemacht wer hier recht hat. Walter Grundmann verdeutlicht dies indem er sagt, dass durch die Überlegungen des Synedriums die selbigen als Opportunisten entlarvt seien, welche der Furcht vor dem Volke und der Sorge um ihre Machtstellung die Frage nach der Wahrheit unterordnet.[20] Diese Haltung macht den Gegensatz zu Jesus deutlich. Diese eingeschobene Unterhaltung demonstriert außerdem die Ratlosigkeit der Gegner.[21] Wer also Antworten und die Wahrheit finden möchte, sollte sich an Jesus wenden. Markus Absicht ist es also bei den Lesern eine eindeutige Position zu erreichen. Sie sollen noch einmal erkennen von wem die Autorität und die Wahrheit stammen und wer hier im Recht ist. Diese eindeutige Position erreichte er auch dadurch, dass er dieses Thema wiederholt in seinem Evangelium thematisierte.[22]

[...]


[1] Schlachter, Franz Eugen (Übersetzt). Die Bibel. Lausanne: Das Haus der Bibel, 2007

[2] Luther, Martin (dt. Übersetzung). Die Bibel. Stuttgart: Wuertt. Bibelanstalt, 1958.

[3] Dietzfelbinger, Ernst (Übersetzung). Interlinearübersetzung des Neuen Testamentes Griechisch-Deutsch. 26. Auflage: Hänssler-Verlag, 1986.

[4] Strong, James. The New Strong's Exhaustive Concordance of The Bible.G1849 , S.32

[5] Görg, Manfred und Lang, Bernhard (hrsg.): Neues Bibel-Lexikon Band I, S.220

[6] Calwer, Bibelkunde, S. 251

[7] Grimm, Werner: Markus- Ein Arbeitsbuch zum ältesten Evangelium, S. 24

[8] Schnelle, Udo: Einleitung in das Neue Testament, S. 248

[9] Schnelle, Udo: Einleitung in das Neue Testament, S. 249

[10] Grimm, Werner: Markus- Ein Arbeitsbuch zum ältesten Evangelium, S. 24

[11] Gnilka, Joachim: EKK 2/2, S. 140

[12] Vgl. 7. Traditionsgeschichte

[13] Grundmann, Walter: Das Evangelium nach Markus, S.236

[14] Maier, Gerhard: Bibel- Kommentar Band 2 Matthäusevangelium 2. Teil, S.489

[15] Beutler, Johannes: Der Weg des Menschensohns, S. 86

[16] Gnilka, Joachim: EKK 2/2, S.138

[17] Maier, Gerhard: Bibelkommentar Band 3 Markusevangelium, S.489

[18] Maier, Gerhard: Bibel- Kommentar Band 2 Matthäusevangelium 2. Teil, S. 489

[19] Meyer, Heinrich: Kritisch exegetischer Kommentar, S. 243

[20] Grundmann, Walter: Das Evangelium nach Markus, S. 237

[21] Gnilka, Joachim: EKK 2/2, S. 139

[22] Vgl. 4.2 Kontextstellung

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten

Details

Titel
Neutestamentliche Exegese Markus 11, 27-33
Hochschule
CVJM-Hochschule
Note
1,0
Autor
Jahr
2013
Seiten
26
Katalognummer
V342002
ISBN (eBook)
9783668317857
ISBN (Buch)
9783668317864
Dateigröße
589 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
neutestamentliche, exegese, markus
Arbeit zitieren
Johanna Weddigen (Autor), 2013, Neutestamentliche Exegese Markus 11, 27-33, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/342002

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