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Über Selbstmord und Moralität. Ist der Selbstmord moralisch zulässig?

Title: Über Selbstmord und Moralität. Ist der Selbstmord moralisch zulässig?

Term Paper (Advanced seminar) , 2013 , 20 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Kamila Cyrulik (Author)

Sociology - Individual, Groups, Society
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Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Problematik des Selbstmordes unter dem moralischen Aspekt. Die Auseinandersetzung mit der Frage, wie die Selbsttötung moralisch bewertet wird und inwiefern diese gegen die gesellschaftlichen Normen und Regeln verstößt, begleitet die Menschheit schon seit Ewigkeiten durch die Religions-, Sitten-, Philosophie- und Kulturgeschichte. In dieser Ausarbeitung wird der Frage der moralischen Zulässigkeit des Selbstmordes in verschiedenen Religionen und in verschiedenen Epochen nachgegangen.

Der Gegenstand der Moral und seine Entwicklung gelten schon seit Jahren als ein sehr wichtiges Problemgebiet der Sozialwissenschaften mit dem sich zahlreiche Forscher auseinandersetzen.

Unter dem Begriff der Moral wird in der Wissenschaft ein umfangreiches System von Normen verstanden, das zur Bewertung von menschlichem Handeln dient. Die wichtige Rolle von moralischen Regeln gibt das folgende Zitat von Lutz Wingert wieder: „Moralische Normen regeln ein soziales Zusammenleben, indem sie die Zusammenlebenden zu bestimmten Handlungsweisen und Unterlassungen von Handlungsweisen kategorisch und wechselseitig verpflichten. Moralische Urteile sind Gebote und sagen, was zu tun man verpflichtet ist.“ Der Sinn der Moral ist somit die Anpassung an die Normen, die in einer Gesellschaft verbreitet und die kulturell tradiert sind. Bei moralischen Urteilen spielen vor allem Religion und die soziokulturellen Werte eine große Rolle.

Menschen handeln moralisch und passen sich an die vorherrschenden Normen an, weil sie unter anderem Angst vor der Reaktion der Mitmenschen haben und somit nicht in der Gruppe negativ auffallen möchten.

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Inhaltsverzeichnis

1 Was ist Moral?

2 Tod durch eigene Hand

2.1 Selbstmord bei Durkheim

3 Selbstmord in der Moral

4 Selbstmord und Religion

4.1 Ansichten zu dem Selbstmord im Christentum

4.2 Ansichten zum Selbstmord im Islam

4.3 Ansichten zum Selbstmord im Buddhismus

4.4 Ansichten zum Selbstmord bei Harakiri der Japaner

5 Selbstmord und Philosophie

5.1 Ansichten zu dem Selbstmord unter Philosophen der Antike

5.2 Ansichten zum Selbstmord unter Philosophen des späteren Mittelalters und der Neuzeit

6 Recht und Selbstmord

7 Die Hinterbliebenen in der näheren Umgebung des Selbstmörders

8 Schlussfolgerung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die moralische Zulässigkeit des Selbstmordes im historischen, religiösen und philosophischen Kontext und analysiert, inwiefern die gesellschaftliche Bewertung dieses Phänomens von individuellen Motiven und kulturellen Normen geprägt ist.

  • Historische und gesellschaftliche Dimensionen des Selbstmordes.
  • Religiöse Perspektiven auf Selbsttötung in Christentum, Islam, Buddhismus und japanischer Tradition.
  • Philosophische Diskursgeschichte zum Recht auf den eigenen Tod.
  • Wandel der rechtlichen Bewertung von Suizid und Suizidversuch.
  • Psychosoziale Auswirkungen auf Hinterbliebene.

Auszug aus dem Buch

2.1 Selbstmord bei Durkheim

Mit dem Selbstmordphänomen beschäftigte sich auch einer der Begründer der Soziologie als akademische Disziplin, Emile Durkheim. Diesem Soziologen ist die erste Studie über den Selbstmord zuzuschreiben, die im Jahr 1897 veröffentlicht wurde und in vielen Aspekten noch bis heute aktuell ist. Seine Definition des Selbstmordes lautet wie folgt: „Man nennt Selbstmord jeden Todesfall, der direkt oder indirekt auf eine Handlung oder Unterlassung zurückzuführen ist, die vom Opfer selbst begangen wurde, wobei es das Ergebnis seines Verhaltens im Voraus kannte“

Durkheims Meinung nach hat die Selbsttötung große Folgen für die Gesellschaft, da jeder seinen Dienst am Kollektiv leisten soll und durch die Selbstauslöschung weicht man dieser Pflicht aus.

In seinem Werk analysiert der Soziologe die unterschiedlichen Suizidraten unter Protestanten, Anglikaner, Katholiken und Juden. Er geht von der Tatsache aus, dass in Frankreich die Selbstmordrate unter Protestanten deutlich höher ist als in anderen Religionen. Der Selbstmord ist in allen diesen Glaubensbekenntnissen ethisch und moralisch verboten. Seiner methodischen Regel „Soziales durch Soziales erklären“ folgend, berücksichtigte Durkheim in seiner Studie keine psychischen, biologischen und natürlichen Umweltfaktoren, sondern suchte die Ursachen allein in der Gesellschaft. Ausschlaggebend für die Erklärung des Selbstmordes ist gemäß dem Soziologen das Verhältnis zwischen sozialer Kontrolle und dem Individualisierungsgrad des Individuums. Zu einem Selbstmord kommt es folglich dann, wenn ein Individuum nicht genügend an die Gesellschaft angepasst wurde.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Was ist Moral?: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Moral als ein System von sozialen Normen, die das Zusammenleben regeln und menschliches Handeln bewerten.

2 Tod durch eigene Hand: Hier wird die allgemeine Problematik des Suizids erläutert, begleitet von statistischen Daten und der soziologischen Betrachtung durch Emile Durkheim.

3 Selbstmord in der Moral: Dieses Kapitel thematisiert die geschichtlich variierende moralische Bewertung der Selbsttötung und die Abhängigkeit von individuellen Motiven.

4 Selbstmord und Religion: Untersucht werden die spezifischen Ansichten zu Suizid im Christentum, Islam, Buddhismus sowie der japanischen Harakiri-Tradition.

5 Selbstmord und Philosophie: Beleuchtet die unterschiedlichen philosophischen Positionen von der Antike bis zur Neuzeit, insbesondere den Kontrast zwischen Freiheit und moralischer Verpflichtung.

6 Recht und Selbstmord: Analysiert den Wandel der rechtlichen Behandlung des Suizids von der Bestrafung als Verbrechen bis hin zur modernen Straffreiheit.

7 Die Hinterbliebenen in der näheren Umgebung des Selbstmörders: Dieses Kapitel befasst sich mit den psychischen Belastungen, Schuldgefühlen und der sozialen Stigmatisierung von Angehörigen.

8 Schlussfolgerung: Führt die Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit, die moralische Bewertung von Suizid als ein komplexes, von vielen Faktoren abhängiges Phänomen zu begreifen.

Schlüsselwörter

Selbstmord, Suizid, Moral, Soziologie, Emile Durkheim, Religion, Philosophie, Christentum, Islam, Buddhismus, Harakiri, Ethik, Recht, Hinterbliebene, Lebenssinn.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der moralischen Zulässigkeit und der gesellschaftlichen Wahrnehmung des Selbstmordes aus einer soziologischen Perspektive.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Felder sind die historisch-kulturelle Entwicklung der Moral, der Einfluss von Religionen, philosophische Debatten zur Freiheit des Individuums sowie rechtliche und zwischenmenschliche Aspekte des Suizids.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie und warum sich die moralische Bewertung der Selbsttötung über Epochen und Kulturen hinweg verändert hat und welche Rolle dabei soziale Normen und Motive spielen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Es handelt sich um eine literaturgestützte Analyse, die soziologische, historische und philosophische Quellen heranzieht, um die verschiedenen Facetten der Suizidproblematik aufzuarbeiten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die soziologische Betrachtung (Durkheim), die religiösen Ansichten verschiedener Weltreligionen, die philosophischen Diskurse von der Antike bis Kant sowie die rechtliche Historie und die Situation von Hinterbliebenen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Selbstmord, Moral, Soziologie, Religion, Ethik und Recht sind die zentralen Begriffe, die den Inhalt der Arbeit prägen.

Warum unterscheidet Durkheim verschiedene Selbstmordtypen?

Durkheim unterscheidet diese Typen, um die Ursachen des Suizids in der Struktur der Gesellschaft – konkret in der Balance zwischen sozialer Integration und Regulation – zu verorten.

Wie hat sich die rechtliche Einstellung zum Suizid historisch verändert?

Historisch wurde Suizid oft als Verbrechen oder Sündentat bestraft, was sogar die Schändung der Leiche oder den Ausschluss vom christlichen Begräbnis zur Folge hatte; heute gilt er in Deutschland als Ausdruck des Selbstbestimmungsrechts und ist straffrei.

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Details

Title
Über Selbstmord und Moralität. Ist der Selbstmord moralisch zulässig?
College
University of Trier  (Soziologie)
Course
Moralsoziologie
Grade
2,3
Author
Kamila Cyrulik (Author)
Publication Year
2013
Pages
20
Catalog Number
V342081
ISBN (eBook)
9783668318984
ISBN (Book)
9783668318991
Language
German
Tags
über selbstmord moralität
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kamila Cyrulik (Author), 2013, Über Selbstmord und Moralität. Ist der Selbstmord moralisch zulässig?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/342081
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