In dieser Hausarbeit habe ich mich mit den theoretischen Ansätzen zum Rezeptionsverhalten, speziell in der Altersgruppe der Jugendlichen, aus der aktuellen Medienforschung befasst. Aus der Medienvielfalt habe ich den Fernseher in den Vordergrund gerückt, auf den ich besonders Bezug nehmen werde. Der Umfang der Hausarbeit hat es leider nicht zugelassen, auch auf Medien wie Bücher, Radio, Zeitschriften, Computer oder das Internet näher einzugehen, welche in der Mediendiskussion eigentlich nicht vernachlässigt werden sollten. Zunächst möchte ich auf die allgemeinen Eigenschaften der Medien eingehen, um auch die Medien neben dem Fernseher nicht zu vernachlässigen. Ich werde ebenfalls auf die Determinanten der Mediennutzung eingehen und die Begrifflichkeit der Rezeption erläutern, um einen möglichst leichten Einstieg in das Themengebiet zu ermöglichen. Im zweiten Teil der Hausarbeit werde ich mich genauer mit den vielzähligen theoretischen Ansätzen zum Rezipientenverhalten auseinandersetzen. Die Rezeptionsgewohnheiten Jugendlicher und welche Funktionen die Medien im Alltag Jugendlicher haben, werde ich im dritten Teil ausführen. Zum Schluss werde ich noch auf die Bedeutung und die Zielsetzungen für die Medienpädagogik eingehen, die sich aus den theoretischen Hintergründen ergeben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Eigenschaften der Medien
1.2 Determinanten der Mediennutzung
1.3 Zur Begrifflichkeit der Rezeption
2. Theoretische Ansätze zum Rezipientenverhalten
2.1 Historischer Ansatz
2.2 Wirkungsansatz
2.3 Uses-and-Gratifications-Approach – Nutzenansatz
2.4 Ethnomethodologischer Ansatz
2.5 Medienbiographischer Ansatz
2.6 Medienökologischer Ansatz
2.7 Cultural Studies
3. Jugend und Medien
3.1 Rezeptionsgewohnheiten Jugendlicher
3.2 Funktionen der Medien im Alltag Jugendlicher
3.3 Der Jugendmedienschutz
4. Medienpädagogische Zielsetzungen
4.1 Rezeptive Medienarbeit
4.2 Medienkompetenz
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht theoretische Ansätze zum Rezipientenverhalten bei Jugendlichen und leitet daraus medienpädagogische Zielsetzungen ab, um einen kompetenten Umgang mit Medien im Alltag zu fördern.
- Analyse verschiedener theoretischer Ansätze der Medienforschung zum Rezipientenverhalten.
- Untersuchung der spezifischen Rezeptionsgewohnheiten und Medienfunktionen bei Jugendlichen.
- Diskussion des Jugendmedienschutzes als Rahmenbedingung für den Medienkonsum.
- Herleitung pädagogischer Konzepte zur Förderung von Medienkompetenz und rezeptiver Medienarbeit.
Auszug aus dem Buch
2.4 Ethnomethodologischer Ansatz
Grundlegend für diesen Ansatz ist die Annahme, so Charlton und Neumann-Braun, dass die Alltagswelt den Menschen nicht einfach vorgegeben werde, sondern dass sie vielmehr immer wieder von den Gesellschaftsmitgliedern „[…] in einem sozialen Konstruktionsprozess[…]“13 neu aufgebaut werden müsse. Es geht darum aufzuzeigen, wie Menschen gemeinsam in Alltagssituationen Sinn erzeugen. Dessen Herstellung beruhe auf sozialen Interaktionen, die durch Routinen und Techniken des alltäglichen Lebens verstärkt werden. Massenmedien sind demnach Instrumente, die für diesen Zweck genutzt werden.
Ethnomethodologisch betrachtet sind die Medien also für die Menschen eine Möglichkeit, um mit anderen ihre Weltanschauung zu teilen, sie zu verstehen und die sozialen Umgangsformen und Verhaltensweisen zu regulieren, beziehungsweise sie zu interpretieren. Der Text verweist in diesem Zusammenhang auf eine Untersuchung von Ben Bachmair, welcher der Fragestellung nachgegangen ist, inwiefern Jugendliche ihre Fernseherfahrungen in ihrem sozialen Umfeld einbringen, und in welcher Weise diese als „Bezugspunkte im Sinne eines geteilten Wissensbestandes“ dienen können. Ergebnis seiner Forschung war, dass die Medien heutzutage für Kinder und Jugendliche durchaus eine zentrale Mitteilungsfunktion im alltäglichen Leben und Interagieren übernehmen können.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert das Forschungsinteresse an den theoretischen Modellen des Rezipientenverhaltens Jugendlicher und legt die methodische Vorgehensweise der Arbeit dar.
2. Theoretische Ansätze zum Rezipientenverhalten: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über verschiedene wissenschaftliche Forschungsansätze, von historischen Perspektiven bis hin zu den Cultural Studies, um das Rezipientenverhalten zu erklären.
3. Jugend und Medien: Hier werden die spezifischen Rezeptionsgewohnheiten und die Funktionen des Fernsehens im Alltag Jugendlicher analysiert sowie die Bedeutung des Jugendmedienschutzes erläutert.
4. Medienpädagogische Zielsetzungen: Das letzte inhaltliche Kapitel definiert die Aufgaben der Medienpädagogik, insbesondere im Hinblick auf rezeptive Medienarbeit und den Erwerb von Medienkompetenz.
Schlüsselwörter
Rezipientenverhalten, Medienforschung, Jugend, Mediennutzung, Medienpädagogik, Wirkungsansatz, Medienkompetenz, Jugendmedienschutz, Rezeption, Alltag, Sozialisation, Uses-and-Gratifications-Approach, Fernsehen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den theoretischen Grundlagen, wie Jugendliche Medien rezipieren, und wie pädagogische Konzepte diesen Prozess begleiten können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind Medientheorien, das Rezeptionsverhalten von Jugendlichen, der Einfluss von Medien im Alltag und die Medienpädagogik.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, einen Überblick über aktuelle Theoriemodelle der Medienforschung zu geben und daraus Zielsetzungen für eine effektive Medienpädagogik abzuleiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und dem Vergleich verschiedener aktueller Forschungsansätze der Medien- und Kommunikationswissenschaften.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Rezipientenverhaltens, die Beschreibung jugendspezifischer Mediennutzung und die Darstellung medienpädagogischer Handlungsfelder.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Medienkompetenz, Jugendmedienschutz, Rezeption und Mediensozialisation charakterisiert.
Wie unterscheidet sich der medienbiographische Ansatz von anderen Theorien?
Er fokussiert sich stärker auf den subjektiven Lebensverlauf des Individuums und dessen individuelle Medienbiographie statt auf rein objektive, empirische Daten.
Warum spielt das Fernsehen laut Autorin eine so wichtige Rolle?
Das Fernsehen dient Jugendlichen als soziales Bindemittel, Zeitfüller und als Anknüpfungspunkt für die Identitätsbildung im Austausch mit Gleichaltrigen.
- Quote paper
- Melanie Aschert (Author), 2005, Theorieansätze zum Rezipientenverhalten Jugendlicher und medienpädagogische Zielsetzungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/34209