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Das Militär als soziales System? Eine Auseinandersetzung mit Niklas Luhmann

Titre: Das Militär als soziales System? Eine Auseinandersetzung mit Niklas Luhmann

Thèse de Bachelor , 2015 , 45 Pages , Note: 2,0

Autor:in: Fabian Senger (Auteur)

Sociologie - Généralités et Théories
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Bei der vorliegenden Arbeit handelt es sich um eine forschende Abhandlung auf Basis und vor dem Hintergrund der Systemtheorie Luhmanns, in der das Militär, und daran anschließend auch das soziale Phänomen Krieg, diskutiert und analysiert werden sollen. Da sich Luhmann selbst nicht erschöpfend zu dieser Thematik geäußert hat, ist es nötig, andere Autoren seiner Ideenschule hinzuzuziehen, die unter Benutzung des Luhmann'schen Systembausatzes jene gesellschaftliche Lücken füllen, für die Luhmann selbst keine Zeit oder kein Interesse mehr hatte.

Dabei ist auch zu klären, was Militär überhaupt für ein soziales System sein könnte. Erfüllt das Militär in der Gesellschaft die Rolle eines Funktionssystems? Ist Militär zwangsläufig an Staaten gebunden und wenn nein, welche anderen Ausdifferenzierungsformen des politischen Systems sind noch möglich? Stünde Militär als eigenständiges Funktionssystem auf der gleichen Stufe wie Wirtschaft und Recht, wie ist es dann um die strukturelle Kopplung bestellt? Wie kann Krieg unter der Einbeziehung eines nach Luhmann dargestellten Militärsystems zu verstehen sein?

Es drängen sich folgende Thesen auf, die im weiteren Ablauf dieser Arbeit untersucht werden sollen: Erstens nehme ich an, dass das Militär die Merkmale eines sozialen Systems erfüllt und dahingehend systemtheoretisch sowohl erklärbar, als auch analysierbar ist. Daran schließe ich zweitens an, dass Krieg an sich bereits von Luhmann anhand seiner Konflikttheorie behandelt wurde, jedoch lediglich die Begrifflichkeit des Krieges darin fehlt. Nachdem im Anschluss der Einführung die Methodik dieser Arbeit dargelegt werden soll, findet sich im eigentlichen ersten Kapitel dieser Arbeit eine grundlegende Einführung in die Systemtheorie von Luhmann. Daran angeschlossen folgt im zweiten Kapitel eine Untersuchung und Einordnung des Militärs anhand der aufgezeigten Merkmale der Systemtheorie. Da Militär zwangsläufig mit Kriegen verbunden scheint, behandelt das letzte Kapitel des Hauptteils die systemtheoretische Einordnung von Kriegen, bevor in der Schlussbetrachtung letztlich ein Resümee hinsichtlich der aufgestellten Thesen gezogen werden soll.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Methodik

3. Teil I – Grundlagen der Luhmann'schen Systemtheorie

3.1 Einblick in die allgemeine Systemtheorie Luhmanns

3.2 Soziale Systeme

3.3 Kommunikation

3.3.1 Das Universallmedium Sinn

3.3.2 Schrift und Sprache als Kommunikationsmedien

3.3.3 Symbolisch generalisierte Kommunikationsmedien

3.4 Typen sozialer Systeme

3.4.1 Interaktionssysteme

3.4.2 Organisationen

3.4.3 Gesellschaft

3.4.4 Funktionssysteme

4. Teil II – Das Militär als autopoietisches System

4.1 Die systemische Einordnung des Militärs

4.2 Existiert das Militär in einer Staatenwelt?

4.3 Funktion des Militärsystems und dessen Kommunikation

4.4 Code und Programmierung des Militärs

4.5 Die strukturellen Kopplungen des Militärs

4.6 Das Militär als soziales System

5. Teil III – Der Krieg als Konfliktsystem

5.1 Kriegerischer Konflikt?

5.2 Exkurs: Terrorismus als Sonderform des Krieges?

6. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Militär und das Phänomen des Krieges auf Basis der systemtheoretischen Theorie von Niklas Luhmann. Ziel ist es zu analysieren, ob das Militär die Merkmale eines sozialen Systems erfüllt, wie es sich systemtheoretisch einordnen lässt und wie Krieg im Kontext der systemtheoretischen Konflikttheorie zu verstehen ist.

  • Systemtheoretische Grundlagen nach Niklas Luhmann
  • Einordnung des Militärs als Organisation oder Funktionssystem
  • Strukturelle Kopplungen des Militärs mit anderen gesellschaftlichen Systemen
  • Systemtheoretische Analyse von Kriegen und Konfliktsystemen
  • Herausforderungen der Entstaatlichung von Gewalt und neuen Kriegstypen

Auszug aus dem Buch

4.2 Existiert das Militär in einer Staatenwelt?

Das Militär wird vordergründig als etwas Staatliches angesehen, weshalb es auch notwendig ist, eine Übereinstimmung dieser Annahme mit Luhmanns Theorie zu untersuchen. Seine Theorie sozialer Systeme geht in ihrer Grundannahme von der Existenz einer Weltgesellschaft aus, einer Gesellschaft, die am Endpunkt einer langen Entwicklung die Begrenztheit von segmentären und stratifikatorischen Gesellschaften überwunden hat und deren Differenzierung nicht mehr territorial oder symbolisch begrenzt scheint.

Allein funktionale Grenzen sind ein vorherrschendes Merkmal, zumindest für die erste Differenzierungsebene. Während sich die Weltgesellschaft, wie aufgezeigt, bezüglich Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und anderer Teilsysteme funktional differenziert, ist die Zweitdifferenzierung nicht zwangsläufig funktional bestimmt. So kann das politische System, das für die Herstellung kollektiv bindender Entscheidungen verantwortlich ist, den Staat als „Formel für die Selbstbeschreibung“ seiner selbst begreifen und drückt sich zudem als „semantische Überhöhung des politischen Mediums Macht“ aus. Er ist „Autor und Adresse politischer Kommunikation“ und in dieser Rolle als Organisation auszumachen, was Luhmann durch folgendes unterstreicht:

„Weder die Gesellschaft, in deren Umwelt es gar keine Adressen gibt, noch gesellschaftliche Funktionssysteme, noch bloße Interaktion verfügen über Kommunikationsfähigkeit. Schon diese Überlegung zeigt, daß der Staat, wenn er überhaupt befähigt sein soll, kollektiv bindende Entscheidungen zu treffen, eine Organisation sein muß, was immer man ihm sonst noch an Merkmalen zuschreibt.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Vorstellung des Forschungsvorhabens, Niklas Luhmanns systemtheoretische Relevanz für die Analyse des Militärs und die Darlegung zentraler Thesen der Arbeit.

2. Methodik: Erläuterung der heuristischen Vorgehensweise und der herangezogenen systemtheoretischen Literatur zur Untersuchung von Militär und Krieg.

3. Teil I – Grundlagen der Luhmann'schen Systemtheorie: Detaillierte Einführung in Begriffe wie Autopoiesis, Kommunikation, Sinn und die Differenzierung von Systemen, welche als Basis für die weitere Analyse dienen.

4. Teil II – Das Militär als autopoietisches System: Untersuchung der Einordnung des Militärs als soziales System, seiner Funktionen, seines Codes, seiner Kopplungen und seiner Organisationsstruktur innerhalb der Gesellschaft.

5. Teil III – Der Krieg als Konfliktsystem: Analyse von Krieg und Konflikt aus systemtheoretischer Sicht sowie die Diskussion neuer Kriegstypen und der Sonderform Terrorismus.

6. Schlussbetrachtung: Zusammenfassendes Resümee über die Verortung des Militärs als Organisation und die Erklärbarkeit von Kriegen durch die Konflikttheorie.

Schlüsselwörter

Systemtheorie, Niklas Luhmann, Militär, Krieg, Organisation, Funktionssystem, Kommunikation, Macht, Konflikt, Autopoiesis, Weltgesellschaft, Staat, Gewaltmonopol, soziale Systeme, strukturelle Kopplung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert das Militär und den Krieg auf Basis der systemtheoretischen Ansätze von Niklas Luhmann, um diese als soziale Phänomene wissenschaftlich greifbar zu machen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Systemtheorie nach Luhmann, der Organisation des Militärs, der systemischen Einordnung von Kriegen und der Bedeutung von staatlichen Strukturen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Es soll geklärt werden, ob das Militär als soziales System betrachtet werden kann und wie es innerhalb der Typologie sozialer Systeme nach Luhmann verortet werden sollte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die systemtheoretische Deduktion und greift auf die Literatur der Luhmann-Schule zurück, um eine forschende Abhandlung in heuristischer Grundform zu erstellen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die systemtheoretischen Grundlagen, die Einordnung des Militärs als autopoietisches System sowie die Analyse des Krieges als Konfliktsystem.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Systemtheorie, Autopoiesis, Militär, Krieg, Organisation, Macht und strukturelle Kopplung.

Warum wird das Militär eher als Organisation und nicht als Funktionssystem eingeordnet?

Die Analyse ergibt, dass das Militär zwar komplex und autopoietisch ist, aber nicht die Merkmale erfüllt, die ein eigenständiges gesellschaftliches Funktionssystem ausmachen, weshalb die Verortung als Organisation überzeugender ist.

Wie unterscheidet sich die Auffassung von Krieg in der Arbeit von der klassischen Sichtweise?

Die Arbeit betrachtet Krieg nicht nur als zwischenstaatliche Auseinandersetzung, sondern als Konfliktsystem, das auch asymmetrische Bedrohungen und Terrorismus in einer entgrenzten Weltgesellschaft umfasst.

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Résumé des informations

Titre
Das Militär als soziales System? Eine Auseinandersetzung mit Niklas Luhmann
Université
Martin Luther University  (Institut für Politikwissenschaft und Japanologie)
Note
2,0
Auteur
Fabian Senger (Auteur)
Année de publication
2015
Pages
45
N° de catalogue
V342121
ISBN (ebook)
9783668318885
ISBN (Livre)
9783668318892
Langue
allemand
mots-clé
Gesellschaft Militär Soziologie Politik Ideengeschichte Theorie Niklas Luhmann Luhmann Kommunikation System Systemtheorie Interaktionssysteme Funktionssysteme autopoietisch Konflikt Terrorismus Soziale Systeme
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Fabian Senger (Auteur), 2015, Das Militär als soziales System? Eine Auseinandersetzung mit Niklas Luhmann, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/342121
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Extrait de  45  pages
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