In der Slawistik existiert seit langem die Fragestellung nach dem Ursprung der slawischen Ethnonyme slovjany, venedy und anty, die bis heute keine Lösung gefunden hat. Mit Recht schreibt R. Steinacher: „Die 'Herkunft' der Slawen ist eine vieldiskutierte und bis heute nicht eindeutig beantwortete Frage.‟ (Steinacher 2002: 29)
In unserem Beitrag werden die historischen Quellen der Entstehung des Ethnonyms slovjany behandelt und damit die Verwandten, die das erwähnte Ethnonym berühren.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1 Die Grundlagen und Ergebnisse der Untersuchung
1.1 Die Etymologie des Wortes slovjany
1.2 Die Etymologie des Wortes venety
1.3 Die Etymologie von anty
Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, eine neue Konzeption zur Entstehung der slawischen Ethnonyme slovjany, venety und anty zu präsentieren. Dabei wird untersucht, wie diese Bezeichnungen durch semantische Entwicklungen und Lautwandel im indoeuropäischen Kontext entstanden sind und inwiefern sie auf Fremdzuschreibungen basieren.
- Etymologische Analyse der Wurzeln der Ethnonyme slovjany, venety und anty.
- Untersuchung der historischen Identifizierung durch benachbarte Völker.
- Analyse des Lautwandels und der morphologischen Struktur der Ethnonyme.
- Ableitung einer genetischen Verbindung zwischen den verschiedenen Stammesbezeichnungen.
Auszug aus dem Buch
1.1 Die Etymologie des Wortes slovjany
Unter den bekannten Formen slaw. *slovĕninъ und (Plur.) *slovĕne (Slawen) gilt die letzte als primäre, denn sie bezeichnet die slawische Gemeinschaft im Ganzen als eine Einheit. In einigen slawischen Sprachen ist dieses Ethnonym in den folgenden Varianten dargestellt: ukr. slovjany, russ. slavyane, aruss. slovyane, ksl. slovĕnje, slow. slovák (Slovak), poln. słowianie (Slawen), polab. slüövenskë (Slawen an der Elbe) (Vasmer 1987/3: 664 f.). In der gegenwärtigen Form slovjany betrachtet man gewöhnlich solche Bestandteile: Wurzel slovʼ-, Suffix -jan- und Flexion -y. Die grammatischen Formanten -jan- und -y haben entsprechend possessive und pluralische Funktion. Doch slovʼ- als Wurzel ist ein Resultat mit dem versetzten -vʼ vom alten Formant -vjan-. Das anlautende /v-/ gehörte historisch dem Suffix an. In jener Urzeit hatte das Ethnonym die Struktur slo-vjany mit der Wurzel slo-, d. h. in der Anfangszeit der ide. Sprachen hatte das erforschte Wort eine andere Struktur. In dieser Urzeit der Sprache fielen die phonetischen und morphologischen Grenzen zusammen. Eine solche Schlussfolgerung zieht V. T. Kolomiec (Kolomiec 1986: 41). Dieses Resultat ist auch von uns erreicht worden.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Es wird die Fragestellung nach dem Ursprung der slawischen Ethnonyme vorgestellt, die bis heute keine eindeutige Lösung gefunden hat.
1 Die Grundlagen und Ergebnisse der Untersuchung: Das Kapitel erläutert den methodischen Ansatz, der auf der semantischen Natur und den Gesetzen des Lautwandels in slawischen Sprachen basiert.
1.1 Die Etymologie des Wortes slovjany: Hier wird die Herkunft des Wortes slovjany sowie dessen morphologische Struktur und historische Entwicklung detailliert analysiert.
1.2 Die Etymologie des Wortes venety: Es wird untersucht, wie sich der Name venety im Zuge der Migration und Kontakte mit germanischen Stämmen ausbreitete und entwickelte.
1.3 Die Etymologie von anty: Dieses Kapitel widmet sich der Hypothese zur Entstehung des Namens anty und dessen archaischer Wurzel.
Zusammenfassung: Die Ergebnisse werden zusammengefasst, wobei eine genetische Ableitung der Ethnonyme von sklaviny/slovjany über venety/venedy hin zu anty dargelegt wird.
Schlüsselwörter
Etymologie, slawische Ethnonyme, slovjany, venety, anty, Lautwandel, Indoeuropäisch, Sprachgeschichte, Stammesbünde, Sklaviny, Urheimat, Migration, Wortwurzel, Sprachwissenschaft, Slawistik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der etymologischen Herkunft und der historischen Entwicklung der slawischen Ethnonyme slovjany, venety und anty.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die historische Linguistik, die Etymologie slawischer Stammesnamen sowie die Analyse von Kontakten zwischen slawischen, germanischen und indoiranischen Völkern.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Präsentation einer neuen Konzeption, die die Entstehung dieser Ethnonyme durch Gesetze des Lautwandels und semantische Analysen erklärt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine retrospektive linguistische Analyse verwendet, die auf historischen schriftlichen Quellen und dem Vergleich mit indoeuropäischen Sprachwurzeln beruht.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert schrittweise die Etymologie von slovjany, venety und anty und zeigt deren strukturelle Verwandtschaft auf.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Etymologie, Ethnonyme, Lautwandel und die spezifischen Bezeichnungen slovjany, venety und anty.
Welche Rolle spielt die Wurzel des Wortes in der Analyse?
Die Analyse der ursprünglichen Wurzeln, wie etwa *səl(o)-, ist entscheidend, um die lautliche Entwicklung und die ursprüngliche Bedeutung der Ethnonyme zu rekonstruieren.
Wie werden die Namen venety und anty im Kontext von Migration betrachtet?
Die Namen werden als Ergebnis der räumlichen Ausdehnung der slawischen Stämme von der Urheimat Richtung Ostsee und Dnjepr gesehen, wodurch sich neue Stammesbünde bildeten.
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- Valentin Taranets (Author), Volodymyr Kushneryk (Author), 2016, Ursprung und Entwicklung des Ethnonyms Slovjany, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/342133