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Auf den Spuren der Lebens- und Literaturgeschichte von Penčo Slavejkov in Begleitung einiger seiner Gedichte und Prosatexte

Eine literarische Reise

Title: Auf den Spuren der Lebens- und Literaturgeschichte von Penčo Slavejkov in Begleitung einiger seiner Gedichte und Prosatexte

Seminar Paper , 2014 , 28 Pages , Grade: 2

Autor:in: Rossitza Mitreva de Zulli (Author)

Literature - Slavic Literature
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Summary Excerpt Details

In den lyrischen Beschreibungen verschiedenster Persönlichkeiten der Weltkunst und Kultur gelingt es Penčo Slavejkov feste Brücken zwischen Epochen, Kunstrichtungen und Kulturen zu schlagen. Der Künstler bzw. die schöpferische Persönlichkeit schenkt der Welt Licht durch die Reinheit seiner Schöpfungen. Diese Reinheit übernimmt die Aufgabe, die Köpfe und Herzen der Menschen zu öffnen. Unabhängig davon, ob jemand Musik komponiert, malt oder schreibt, drückt sie ihre erhabene Seele aus, die über das Sichtbare und das Realistische hinweg zu fliegen vermag. Als solche von den Ketten des Alltags befreite Seele macht sie sich auf den Weg zum Unendlichen.

In dieser Arbeit wurden einige Stationen aus Penčo Slavejkovs Leben ausgewählt, um einen Einblick in die Welt bzw. in einen kleinen Teil des bedeutenden literarischen Schaffens dieses außerordentlichen bulgarischen Autors zu ermöglichen. Die ausgewählten Stationen bzw. Ortschaften verlaufen jedoch nicht chronologisch mit seiner Biographie, sondern wurden von der Verfasserin der Arbeit als Vorschlag gesehen, jeweilige Werke des Autors in ein passendes Ambiente zu stellen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Sofia, am Platz von Vater und Sohn Slavejkov

2.1. Der Sammelband „Epische Lieder“ / „Eпически песни“ (1907)

2.1.1. „So pocht das Schicksal an die Pforte“ oder Cis Moll (1892)

3. Der Geburtsort des Poeten – Trjavna

3.1. Die Gedichtssammlung „Traum vom Glück“ (1906)

3.1.1. Es schläft der See / Спи езерото (1899)

4. Plovdiv

4.1. Olaf van Geldern

5. Veliko Tărnovo – auf dem Hügel Trapezica

5.1. „Auf der Insel der Seligen“ / „Na Ostrova na blaženite“

5.2. Bašta mi v men

6. Zurück in Sofia

6.1. Der Literaturzirkel „Misăl“

7. Zusammenfassung/ Schlussbetrachtung

8. Nachwort

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit unternimmt eine literarische Reise durch verschiedene bulgarische Städte, die in engem Bezug zu Leben und Werk des Dichters Penčo Slavejkov stehen. Ziel ist es, durch die Analyse ausgewählter Gedichte und Prosatexte sein ästhetisches Programm der Moderne, seine philosophische Auseinandersetzung mit der Künstlerrolle und seine Tätigkeit im bedeutenden Literaturzirkel „Misăl“ darzulegen und in den kulturellen Kontext seiner Zeit einzuordnen.

  • Die literarische Moderne und Europäisierung in Bulgarien
  • Philosophische Konzepte des Künstlertums und der schöpferischen Identität
  • Der Einfluss der Folklore auf die literarische Sprache
  • Die Bedeutung des Literaturzirkels „Misăl“ für das kulturelle Leben
  • Das Spannungsfeld zwischen nationaler Tradition und individueller Selbstverwirklichung

Auszug aus dem Buch

„So pocht das Schicksal an die Pforte“ oder Cis Moll (1892)

In diesem philosophischen Poem, das von der Fünften Symphonie Beethovens inspiriert und dem großen Komponisten gewidmet ist, setzt sich der junge Slavejkov mit dem Thema des Schicksals auseinander. Das Epigraph „So pocht das Schicksal an die Pforte“ – das Leitmotiv von Beethovens Fünfter Symphonie, die ebenso das Schicksal zum Thema hat, sowie der Titel „Cis Moll“– die Tonart, in der diese Symphonie gehalten ist, leiten bereits auf paratextueller Ebene die Motivik des Schicksalsdramas ein, mit dem sich der Text intensiv auseinandersetzt. Gleichzeitig offenbart dieses Werk die poetische Vision des Dichters im Hinblick auf den schöpferischen Menschen und die Welt. Das Motiv des Schicksals taucht im Poem immer wieder in verschiedenen Nuancen und einzelnen dramatischen Augenblicken auf.

Das erste Mal wurde Cis Moll im Jahr 1892 in der Zeitschrift „Misăl“ veröffentlicht und 1907 auch in den Sammelband „Epische Lieder“ aufgenommen. In der vorliegenden Arbeit soll Cis Moll als eine repräsentative Stichprobe dienen, da sie dem Kompositionsmuster der meisten philosophischen Gedichte Slavejkovs folgt: Prolog, epische Erzählung, Epilog.

Das Poem ist als Monolog, der durch eine Erzählung umrahmt wird, aufgebaut. Das Gedicht beginnt mit einer geschickten Beschreibung der Atmosphäre, die Beethoven umgibt.

[…] […]

Таинствена и чудна лятна нощ Geheimnisvoll und zauberhaft die Sommernacht

полухваше с дихание си морно so wehte sie zärtlich mit ihrem frischen Atem

и лееха над сънний мир приветно und auf die schlaftrunkene Welt ergoss zum Gruß

сияние рой трепетни звездици ein Schwarm von flimmernden Sternlein ihr Licht

[…] […]

Nicht nur draußen in der Natur, sondern auch in seiner Seele herrscht Nacht. Im Gegensatz zur stillen, klaren Nacht, die Beethoven durch das Fenster sieht, nistet sich in seiner Seele eine „verheerende Finsternis“ ein. Durch den Kontrast als Stilmittel wird die erste einleitende Spannung erzeugt:

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung Penčo Slavejkovs als Ideologe der bulgarischen Moderne ein und skizziert das Ziel der Arbeit, sein Werk anhand von geografisch verbundenen Stationen zu erschließen.

2. Sofia, am Platz von Vater und Sohn Slavejkov: Dieses Kapitel verortet das erste symbolische Treffen auf dem Slavejkov-Platz und analysiert den Sammelband „Epische Lieder“ als Ausdruck von Slavejkovs ästhetischer Erneuerung.

2.1. Der Sammelband „Epische Lieder“ / „Eпически песни“ (1907): Hier wird die Rolle des Dichters als Schöpfer einer neuen ästhetischen Welt beleuchtet, die intellektuelle Reflexion statt rein emotionaler Reaktion in den Vordergrund stellt.

2.1.1. „So pocht das Schicksal an die Pforte“ oder Cis Moll (1892): Das Poem wird als Beispiel für Slavejkovs philosophische Lyrik analysiert, wobei Beethovens Schicksalsthematik als Spiegel des eigenen Künstlerleidens dient.

3. Der Geburtsort des Poeten – Trjavna: Die Darstellung konzentriert sich auf Trjavna als Geburtsort und analysiert die Gedichtsammlung „Traum vom Glück“ als Ausdruck eines nachdenklichen Charakters.

3.1. Die Gedichtssammlung „Traum vom Glück“ (1906): Dieses Kapitel beschreibt den Zyklus als Porträt des Lebensweges und als eine „Dichtung der Kontemplation“, die nach Harmonie zwischen inneren und äußeren Lebensräumen sucht.

3.1.1. Es schläft der See / Спи езерото (1899): Die lyrische Miniatur wird als Darstellung mystischer Vollkommenheit der Natur interpretiert, in der das Bild des Sees als Spiegel der menschlichen Seele fungiert.

4. Plovdiv: Das Kapitel verknüpft die Stadt Plovdiv mit Slavejkovs Jugend und seiner Prägung durch die Volkskunst sowie einem prägenden Schicksalsschlag.

4.1. Olaf van Geldern: Diese autobiographische „literarische Silhouette“ wird als Provokation und Auseinandersetzung mit den Vorbildern der künstlerischen Entwicklung des Autors untersucht.

5. Veliko Tărnovo – auf dem Hügel Trapezica: Die Stadt wird als Ort der Reflexion über den Vater-Sohn-Einfluss und die fiktive Anthologie „Auf der Insel der Seligen“ eingeführt.

5.1. „Auf der Insel der Seligen“ / „Na Ostrova na blaženite“: Dieses Kapitel analysiert Slavejkovs fiktive Anthologie als Versuch, ein „Kriterium der Reife“ für eine Nationalliteratur zu setzen und moderne Gattungsformen zu etablieren.

5.2. Bašta mi v men: Das Gedicht dient als Beispiel für Slavejkovs Respekt gegenüber seinem Vater und verdeutlicht seine Bemühung, nationale Tradition mit einer europäischen Kultursprache zu verbinden.

6. Zurück in Sofia: Dieser Abschnitt beschreibt Slavejkovs Rückkehr nach Sofia und seine Rolle im Literaturzirkel „Misăl“ als Zentrum der Erneuerung.

6.1. Der Literaturzirkel „Misăl“: Das Kapitel würdigt die Mission des Zirkels, das Individuum ins Zentrum zu rücken und die bulgarische Literatur auf ein internationales Niveau zu heben.

7. Zusammenfassung/ Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung resümiert die literarische Reise durch die Orte und Werke Slavejkovs und betont seine Rolle als Wegbereiter des bulgarischen Symbolismus.

8. Nachwort: Das Nachwort reflektiert über die Schwierigkeiten bei der Übersetzung der Gedichte und ordnet die Arbeit in den Rahmen eines ersten wissenschaftlichen Entwurfs ein.

Schlüsselwörter

Penčo Slavejkov, Bulgarische Moderne, Literaturzirkel Misăl, Epische Lieder, Traum vom Glück, Auf der Insel der Seligen, Symbolismus, Künstlertum, Schicksalsdramatik, Europäisierung, Folklore, Literaturkritik, Identität, ästhetische Erneuerung, philosophische Lyrik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem Leben und literarischen Schaffen von Penčo Slavejkov, einem bedeutenden bulgarischen Dichter der Moderne, und ordnet seine Texte in den Kontext seines ästhetischen Programms ein.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind die kulturelle Europäisierung Bulgariens, die philosophische Suche nach dem Sinn des Künstlertums, die Rolle des Individuums und die reflektierte Verbindung von nationaler Tradition und Moderne.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, Slavejkovs Werk durch eine fiktive literarische Reise zu verschiedenen Orten in Bulgarien zugänglich zu machen und seine Rolle als Modernisierer der bulgarischen Literatur zu verdeutlichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin kombiniert eine biografische Einordnung mit der literaturwissenschaftlichen Analyse ausgewählter Gedichte und Prosatexte, um die ästhetischen Ansprüche des Autors in den entsprechenden Werken aufzuzeigen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in Stationen (Sofia, Trjavna, Plovdiv, Veliko Tărnovo), an denen Slavejkovs Sammelbände, seine fiktive Anthologie „Auf der Insel der Seligen“ sowie seine Tätigkeit im Literaturkreis „Misăl“ analysiert werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlüsselbegriffe sind neben dem Namen Penčo Slavejkov vor allem „bulgarische Moderne“, „Literaturzirkel Misăl“, „philosophische Lyrik“ und das Streben nach „reiner Kunst“.

Inwiefern beeinflusste der Vater den Dichter Penčo Slavejkov?

Slavejkov bewahrte eine tiefe Verehrung für seinen Vater, Petko R. Slavejkov. Er übernahm von ihm die Liebe zur Muttersprache und die Überzeugung, dass folkloristisches Liedgut eine essenzielle Quelle für die literarische Erneuerung darstellt.

Warum war die Zeitschrift „Misăl“ so bedeutend für die bulgarische Literatur?

„Misăl“ war die erste wichtige literarische Vereinigung in Bulgarien, die den Modernismus förderte. Sie rückte den Menschen als Individuum in den Mittelpunkt und versuchte, die nationale Literatur aus ihren engen Grenzen hin zu einer internationalen Ebene zu führen.

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Details

Title
Auf den Spuren der Lebens- und Literaturgeschichte von Penčo Slavejkov in Begleitung einiger seiner Gedichte und Prosatexte
Subtitle
Eine literarische Reise
College
University of Vienna  (Slawistik)
Course
Bulgaristik Proseminar
Grade
2
Author
Rossitza Mitreva de Zulli (Author)
Publication Year
2014
Pages
28
Catalog Number
V342180
ISBN (eBook)
9783668319707
ISBN (Book)
9783668319714
Language
German
Tags
Literaturreise Penčo Slavejkov Lyrik literarische Mystifikation Gedichte bulgarische Literatur Symbolismus Reise Poesie Kunst Seminararbeit Literaturwissenschaft Proseminararbeit Beethoven Landschaftslyrik Moderne philosophische Gedichte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Rossitza Mitreva de Zulli (Author), 2014, Auf den Spuren der Lebens- und Literaturgeschichte von Penčo Slavejkov in Begleitung einiger seiner Gedichte und Prosatexte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/342180
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