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Schule unterm Hakenkreuz. Unterrichtsinhalte in der Zeit des Nationalsozialismus

Titel: Schule unterm Hakenkreuz. Unterrichtsinhalte in der Zeit des Nationalsozialismus

Hausarbeit , 2013 , 16 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Janet Schua (Autor:in)

Geschichte Europas - Zeitalter Weltkriege
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Ideologievermittlung, Wehrerziehung und Führerkult – Schulalltag in einer deutschen Volksschule in den Jahren nach der Machtergreifung Adolf Hitlers im Januar 1933.

Während für viele Deutsche eine vermeintliche Zeit der Zuversicht und Aufbruchstimmung anbrach und die Führungsmacht ihre Expansionspolitik versuchte durchzusetzen, fand auch im Bereich des Schulwesens eine Umkrempelung bisheriger Strukturen und Methoden statt.

Entsprechend hatte die Schule fortan die Aufgabe, die Jugend in einem nationalsozialistischem Geiste zu erziehen, abzielend auf die Heranzüchtung einer willenlosen und opferbereiten Gefolgschaft.

Im Rahmen meiner Arbeit möchte ich daher auf die Auswirkungen und innerschulische Umsetzung der Erziehungsziele eingehen und habe mir die Fragen gestellt, welche Wissensinhalte die Schulen im Dritten Reich vermittelten? Welche Veränderung gab es gegenüber den Lehrinhalten vor 1933, zur Zeit der Weimarer Republik? Wurden sogar komplett neue Fächer eingeführt?

Aufgrund des Umfangreichtums dieses Themas habe ich mich auf die Jahre 1933 bis 1937, den direkten Zeitraum nach der Machtergreifung beschränkt. Des weiteren beziehen sich meine Untersuchungen ausschließlich auf die Volksschule, mit den integrierten unteren vier Jahrgängen der Grundschule; schließlich verließen im Dritten Reich etwa 90% der Schüler und Schülerinnen die Schule mit einem Volksschulabschluss oder zumindest einem Abgangszeugnis der Volksschule.

Obgleich die Mehrheit diesen Schultyp besuchten, wurde der Volksschule in der Geschichtsforschung, gegenüber den anderen Schularten, bislang wenig Beachtung geschenkt. Ein Großteil der Aufschriften und Zeitzeugenberichte stammen aus der Feder von ehemaligen Schülern des Gymnasiums, weshalb sich die Quellenlage, im Bereich des Volksschulwesens weitaus schwieriger darstellt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die allgemeinen Erziehungsziele im Nationalsozialismus

3. Die schulische Erziehung im Nationalsozialismus zwischen 1933 und 1937

3.1 Nationalsozialistische Erziehung am Beispiel des Faches Heimatkunde

3.1.1 Vererbungslehre und Rassenkunde im Heimatkunde-Unterricht

3.2 Veränderter Stellenwert des Faches Sport im Nationalsozialismus

3.3 Einführung neuer Unterrichtsfächer

4. Fazit und Ausblick

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die strukturellen und inhaltlichen Veränderungen des Schulwesens im Nationalsozialismus zwischen 1933 und 1937, wobei der Fokus insbesondere auf der Volksschule und der ideologischen Ausrichtung der Unterrichtsinhalte liegt.

  • Transformation der Erziehungsziele von individueller Bildung hin zur ideologischen Uniformität
  • Einfluss nationalsozialistischer Ideologie auf das Fach Heimatkunde
  • Bedeutung der Rassenkunde und Vererbungslehre im schulischen Kontext
  • Instrumentalisierung des Sportunterrichts zur militärischen Vorbereitung

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Vererbungslehre und Rassenkunde im Heimatkunde-Unterricht

Als eines der zentralsten Anliegen der Schul- und Bildungspolitik der Nationalsozialisten gilt die Einführung der Rassenkunde und Vererbungslehre als fächerübergreifendes Themengebiet in den Schulalltag. Ebenso wie die Erlasse für den Geschichtsunterricht, fanden die ersten Anordnungen zur „Vererbungslehre und Rassenkunde“ bereits im September 1933, an preußischen Schulen, statt. Dies bildet zugleich eine der größten Neuerungen, bezüglich den Lehrinhalten der Weimarer Zeit, dar. Fast zeitgleich wurde das neue Themengebiet als Prüfungsgegenstand der Abschlussprüfungen eingeführt. So seien, laut dem Berliner Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung „Vererbungslehre, Rassenkunde, Rassenhygiene, Familienkunde und Bevölkerungspolitik“ zu erarbeitende Stoffe der Abschlussklassen sämtlicher Schulen. Durch die Verbindlichkeit des Themengebietes als Prüfungsfach und die Kontrolle der Prüfungsleistung durch Beauftragte des Ministerium, wurden die ideologischen Inhalte auch Schülern und Lehrer aufgezwängt, die dem Gedankengut des Nationalsozialismus kritische gegenüber standen.

Im Januar 1935 wurde schließlich der Erlass von 1933 für das gesamte Reichsgebiet gültig gemacht. Parallel dazu wurden thematische Schwerpunkte genannt und Listen geeigneter Lehrmittel veröffentlicht. Inhaltlich wurde das neue Themengebiet zwar dem Biologieunterricht untergliedert, dennoch sollte die Rassenkunde zum Unterrichtsprinzip für alle Fächer werden. Zeitgleich propagierte die „Reichszeitung der deutschen Erzieher“, dass „[n]ichts [...] mehr kennzeichnend für die nationalsozialistische Staatsgestaltung und damit auch für die neue Erziehung als der Rassegedanke [sei]. Rasse [sei] das letzte Ziel und der tiefste Ausgang des nationalsozialistischen Staates. Rasse [müsse] daher auch Ausgang und Ziel der neuen Erziehung sein“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den politisch motivierten Umbau der Schule nach 1933 und definiert den Untersuchungszeitraum sowie den Fokus auf die Volksschule.

2. Die allgemeinen Erziehungsziele im Nationalsozialismus: Dieses Kapitel erläutert die Abkehr von der reformpädagogischen Bildung hin zu einer Erziehung, die auf Gehorsam, Wehrtüchtigkeit und ideologische Treue zum Nationalsozialismus ausgerichtet ist.

3. Die schulische Erziehung im Nationalsozialismus zwischen 1933 und 1937: Das Kapitel beschreibt die unkoordinierte Bildungspolitik der Anfangsjahre und die schrittweise Durchdringung des Fächerkanons mit NS-Ideologie.

3.1 Nationalsozialistische Erziehung am Beispiel des Faches Heimatkunde: Hier wird analysiert, wie das Fach Heimatkunde zur ideologischen Indoktrination umgestaltet wurde, insbesondere durch die Fokussierung auf germanisches Heldentum.

3.1.1 Vererbungslehre und Rassenkunde im Heimatkunde-Unterricht: Der Abschnitt detailliert die Einführung rassistischer Lehrinhalte, die bereits in der Grundschule durch Familienkunde und Ahnentafeln vermittelt wurden.

3.2 Veränderter Stellenwert des Faches Sport im Nationalsozialismus: Das Kapitel belegt die massive Aufwertung des Sportunterrichts als Instrument zur physischen Ertüchtigung für den späteren Militärdienst.

3.3 Einführung neuer Unterrichtsfächer: Hier wird die Einführung der "Stunde der Nation" als direktes Werkzeug zur Vermittlung nationalsozialistischer Weltanschauung untersucht.

4. Fazit und Ausblick: Das Fazit resümiert die erfolgreiche ideologische Umgestaltung des Schulwesens und reflektiert über langfristige Auswirkungen, etwa auf das gegliederte Schulsystem.

Schlüsselwörter

Nationalsozialismus, Volksschule, Erziehungsziele, Heimatkunde, Rassenkunde, Vererbungslehre, Sportunterricht, Stunde der Nation, Indoktrination, Wehrtüchtigkeit, Bildungsgeschichte, Ideologie, Schulwesen, Reformpädagogik, Drittes Reich

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert, wie die Nationalsozialisten das Schulwesen nach 1933 inhaltlich umgestalteten, um die Jugend im Sinne ihrer Ideologie zu erziehen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten gehören die neuen Erziehungsziele, die ideologische Umgestaltung von Fächern wie Heimatkunde und Sport sowie die Einführung neuer Fächer.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die innerschulische Umsetzung der NS-Erziehungsziele und die damit verbundenen Veränderungen der Wissensinhalte zwischen 1933 und 1937 zu dokumentieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine Analyse von historischen Erlassen, Lehrplänen und zeitgenössischen Quellen sowie der einschlägigen Fachliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der theoretischen Neuausrichtung der Erziehung, der Indoktrination durch Heimatkunde und Rassenkunde sowie der militärischen Ausrichtung des Sports.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Nationalsozialismus, Erziehungsziele, Rassenkunde, Indoktrination und Volksschule.

Warum wurde der Zeitraum 1933 bis 1937 gewählt?

Dieser Zeitraum wurde gewählt, da er die unmittelbare Phase nach der Machtergreifung umfasst und die improvisierten, aber weitreichenden ersten Schritte der schulischen Umgestaltung widerspiegelt.

Was war das Ziel der "Stunde der Nation"?

Die "Stunde der Nation" diente ausschließlich der Vermittlung der nationalsozialistischen Weltanschauung und sollte das "Wir-Gefühl" sowie den Führerkult stärken.

Welche Rolle spielte der Sportunterricht?

Der Sportunterricht verlor seinen pädagogischen Fokus auf die Entwicklung des Kindes und wurde als Instrument zur Vorbereitung auf den Wehrdienst instrumentalisiert.

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Details

Titel
Schule unterm Hakenkreuz. Unterrichtsinhalte in der Zeit des Nationalsozialismus
Hochschule
Pädagogische Hochschule Ludwigsburg
Note
1,0
Autor
Janet Schua (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
16
Katalognummer
V342302
ISBN (eBook)
9783668320161
ISBN (Buch)
9783668320178
Sprache
Deutsch
Schlagworte
schule hakenkreuz unterrichtsinhalte zeit nationalsozialismus
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Janet Schua (Autor:in), 2013, Schule unterm Hakenkreuz. Unterrichtsinhalte in der Zeit des Nationalsozialismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/342302
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Leseprobe aus  16  Seiten
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