Der Sinn des Wirtschaftens in unseren sozialen Marktwirtschaft, Wohlstand und Befriedigung dem Konsumenten zu bringen, wird schon lange nicht mehr beachtet. Stattdessen sinkt das Ansehen der Manager immer rapider.
Ebenso wird der Wettbewerb als Ursache des unmoralischen Handelns vieler Unternehmer angesehen. Viele glauben sogar, dass eine Abschaffung des Wettbewerbes zur Gerechtigkeit führen könnte. Gewinn und Moral werden sozusagen als sich zwei ausschließenden Komponenten betrachtet.
Diese Aussagen sind jedoch ein großes Irrtum.
Gewinn und Moral sind zwei Seiten einer Medaille, gehören somit zusammen und bedienen sich einander.
Auch wenn der Wettbewerb allgegenwärtig ist, ob beim Kampf um den besten Arbeitsplatz oder nur beim Einkaufen, ist er keinesfalls unmoralisch.
Das Gewinnstreben der Akteure in unserer heutigen sozialen Marktwirtschaft ist vielmehr ein Schlüssel zum Wohlstand unserer Bevölkerung. Denn nur durch das ständige Gewinnstreben im Wettbewerb können niedrige Preise und immer neue Innovationen, ebenso wie technische Fortschritte gesichert werden.
Ein Beispiel hierfür: Die Abschaffung des Wettbewerbes hat in der damaligen DDR nur zu Trümmerhaufen geführt.
Diese Arbeit hat sich das Ziel gesetzt, zu zeigen, dass eine Abschaffung des Wettbewerbes nicht zielführend ist und dass es möglich ist, Gewinn und Moral als zwei Seiten einer Medaille zu betrachten.
Inhaltsverzeichnis
1. Annäherung an die Begriffe Gewinn und Moral
1.1. Mythologie der Begriffe Gewinn und Moral
1.2 Gewinn und Moral – Zwei Seiten einer Medaille
2. Überlegungen
2.1 Ethische und soziale Verantwortung der Unternehmer
2.2 Kein Wettbewerb ist auch keine Lösung
2.3 Das falsche Menschenbild der sozialistischen Planwirtschaft
2.4 Liberalismus aber nur mit sozialem Aspekt
3. Bedeutung und Zusammenhang von Gewinn und Moral
4. Rolle des Gewinns in der sozialen Marktwirtschaft
4.1 Lösung des Konfliktes von Gewinn & Moral
4.2 Bedeutung des Gewinns
4.3 Schlussfolgerung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die vermeintliche Dichotomie zwischen ökonomischer Gewinnorientierung und moralischem Handeln. Ziel ist es, aufzuzeigen, dass Gewinnstreben in einer sozialen Marktwirtschaft nicht zwangsläufig unmoralisch ist, sondern als essenzieller Motor für Wohlstand und gesellschaftlichen Fortschritt fungiert, sofern er in einen verlässlichen Rahmen von Spielregeln eingebettet bleibt.
- Beziehung zwischen ökonomischem Handeln und ethischen Prinzipien
- Kritische Analyse des Wettbewerbs als Basis der sozialen Marktwirtschaft
- Vergleich der Leistungsfähigkeit von Planwirtschaft und Marktwirtschaft
- Die Rolle des Staates als Schiedsrichter und Rahmensteller
- Bedeutung von Gewinnmaximierung für Innovation und Motivation
Auszug aus dem Buch
1.2 Gewinn und Moral – Zwei Seiten einer Medaille
Zu Beginn, die Sicht von Karl Homann auf die Beziehung der beiden Phänomene Gewinn und Moral:
„In der öffentlichen Diskussion, in der Politik und in den Medien werden wirtschaftsethische Probleme nicht selten durch eine dualistische Brille betrachtet. Moral und Wirtschaft, Ethik und Ökonomie, Ökologie und Ökonomie, Solidarität und Wettbewerb werden gegeneinander ausgespielt. […] Ausgeblendet wird dabei aber vor allem die Möglichkeit, Ethik und Ökonomik als zwei Seiten einer Medaille zu sehen, nicht als einander ausschließende Alternativen, sondern als zusammengehörige Zwillingsschwestern.“
Karl Homann studierte Philosophie, Germanistik, Katholische Theologie und Volkswirtschaftslehre. Seit 1990 ist er Inhaber des Lehrstuhls für Wirtschafts- und Unternehmensethik an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät Ingolstadt der Katholischen Universität Eichstätt, des ersten Lehrstuhls dieser Art in Deutschland.
Bis 2008 war er darüber hinaus Professor für Philosophie unter besonderer Berücksichtigung der philosophischen und ethischen Grundlagen der Ökonomie (Wirtschaftsethik) an der LMU München.
Im Gegensatz zu Homanns Meinung, vertritt die Gesellschaft die Auffassung, dass Gewinn und Moral im Grunde genommen Gegensätze seien.
Es ist eindeutig, dass mit dem unternehmerischen Handeln ein schlechtes Image verbunden ist. Wie eine Umfrage des Bankenverbandes zeigt, haben 80 Prozent der Befragten angegeben zu wissen, dass Unternehmensgewinne der Gemeinschaft nichts nützen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Annäherung an die Begriffe Gewinn und Moral: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein und kontrastiert das öffentliche Verständnis von Gewinn und Moral mit der theoretischen Sichtweise von Karl Homann.
2. Überlegungen: Hier werden die ethische Verantwortung von Unternehmen sowie die historischen und ökonomischen Defizite der Planwirtschaft im Vergleich zur Marktwirtschaft kritisch beleuchtet.
3. Bedeutung und Zusammenhang von Gewinn und Moral: Dieses Kapitel erläutert die funktionale Rolle von Gewinnen als Anreizmechanismus für Innovationen und Investitionen innerhalb eines fairen Wettbewerbs.
4. Rolle des Gewinns in der sozialen Marktwirtschaft: Abschließend wird aufgezeigt, wie durch staatliche Rahmenbedingungen der scheinbare Konflikt zwischen Gewinnstreben und Moral gelöst werden kann.
Schlüsselwörter
Soziale Marktwirtschaft, Gewinnstreben, Moral, Ethik, Wettbewerb, Karl Homann, Planwirtschaft, Innovation, Rahmenordnung, Wohlstand, Wirtschaftsethik, Unternehmertum, Gerechtigkeit, Kapitalismus, Anreizsysteme
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Spannungsfeld zwischen ökonomischem Gewinnstreben und moralischem Handeln in der modernen sozialen Marktwirtschaft.
Welches Ziel verfolgt der Autor mit dieser Seminararbeit?
Das primäre Ziel ist es, die weit verbreitete Annahme zu entkräften, dass Gewinn und Moral gegensätzlich sind, und aufzuzeigen, wie sie gemeinsam den gesellschaftlichen Wohlstand fördern können.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf der Rolle des Wettbewerbs, dem Vergleich von Plan- und Marktwirtschaft, der Bedeutung von ethischen Regeln im Wirtschaftssystem und dem funktionalen Aspekt von Unternehmensgewinnen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse und ordnungspolitischen Betrachtungen, insbesondere unter Einbeziehung der wirtschaftsethischen Ansätze von Karl Homann.
Was ist das Ergebnis der Analyse zur Planwirtschaft?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die Planwirtschaft aufgrund eines falschen Menschenbildes und fehlender individueller Anreizstrukturen ökonomisch und moralisch gescheitert ist.
Welche Funktion hat der Wettbewerb in der Argumentation?
Wettbewerb wird nicht als unmoralisch betrachtet, sondern als notwendiges Instrument, um durch Innovation und Effizienz den Wohlstand der gesamten Bevölkerung zu sichern.
Wie definiert der Autor das Verhältnis von Staat und Wirtschaft?
Der Staat fungiert als Rahmensteller, der durch Gesetze und eine klare Ordnung sicherstellt, dass das Gewinnstreben der Akteure zu sozialverträglichen und ökonomisch sinnvollen Ergebnissen führt.
Was bedeutet der Begriff „Gewinnmaximierung“ in diesem Kontext?
Gewinnmaximierung wird als Pflicht der Unternehmen verstanden, sofern sie innerhalb der gesetzten fairen Spielregeln erfolgt und dadurch langfristig den Konsumenten dient.
Inwiefern beeinflusst das Menschenbild die Bewertung der Wirtschaftssysteme?
Die Arbeit argumentiert, dass Systeme, die das menschliche Eigeninteresse ignorieren (wie die Planwirtschaft), zwangsläufig an der Realität scheitern, während die soziale Marktwirtschaft dieses Interesse produktiv kanalisiert.
Welche Rolle spielen „Sanktionen“ im Modell der sozialen Marktwirtschaft?
Sanktionsbewährte Regeln sind essenziell, um sicherzustellen, dass sich moralisches Handeln lohnt und Akteure, die sich an die Regeln halten, nicht von weniger moralischen Konkurrenten ausgebeutet werden.
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- Anonym (Autor), 2014, Gewinn und Moral. Zwei Seiten einer Medaille, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/342507