Die Zuwanderung ist für alle Länder der Welt ein wichtiges demographisches, aber auch gesellschaftliches Ereignis, das durch viele unterschiedliche Faktoren beeinflusst wird. Zuwanderung kann in gesellschaftlicher Hinsicht jedoch sowohl positive, als auch negative Folgen haben. Nicht immer werden Einwanderungen von den Menschen einer Gesellschaft als positiv erachtet. So stellt sich in der Schweiz zurzeit die Frage, wie die Bürger zu Ausländern eingestellt sind. Besonders die Schweiz ist als Zuwanderungsland attraktiv, da aufgrund eines Fachkräftemangels regelmäßig ausländische Arbeitnehmer gesucht werden. In Zukunft soll das jedoch zunehmend eingedämmt werden, da ein Land aus strukturellen Gründen (Verfügbarkeit von Wohnungen, Arbeitsplätzen, etc.) nicht unbegrenzt Menschen aufnehmen kann. So stellt sich beispielsweise die Frage, ob für einwandernde Menschen und Einheimische zukünftig genügend Arbeitspotential vorhanden sein wird. Außerdem soll in Zukunft speziell ein Inländervorrang auf dem Arbeitsmarkt gelten.
Nicht selten entwickeln sich aufgrund der aktuellen Situation negative Einstellungen zu Ausländern. Ergänzend dazu schreibt eine Schweizer Zeitung, dass sich der Schweizer Bundesrat zum Ziel gesetzt hat, diskriminierende und rassistische Tendenzen frühzeitig zu erkennen und deren Ursachen zu analysieren. Die Intention soll darin liegen, Maßnahmen gegen Rassismus und negative Meinungen gegenüber Ausländern treffen zu können. Deswegen werden bereits Umfragen im Zusammenhang zur Volkszählung durchgeführt. Gerade diese beiden Punkte verdeutlichen, dass die Einstellung der Schweizer gegenüber Ausländern ein aktuelles Thema darstellt. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich deshalb mit der Fragestellung, welche Determinanten die Einstellung der Schweizer Bürger gegenüber Ausländern beeinflussen. Dazu werden zunächst sechs Hypothesen aufgestellt. Geschlecht und Alter gehen als konfundierende Variablen in die Untersuchung ein. Dabei wird zu der Kontroll-variable ››Geschlecht‹‹ keine Hypothese aufgestellt. Alle anderen Prädiktoren werden als kausale Variablen betrachtet.
Zu vermuten ist, dass vor allem die Bildung und der Berufsstatus die Meinung zu Zuwanderern bedingen. Besonders einheimische Berufstätige stehen häufig in Konkurrenz zu ausländischen Arbeitnehmern. Weiterhin kann davon ausgegangen werden, dass Hochgebildete im Allgemeinen positivere Grundhaltungen gegenüber Zuwanderern haben als niedrig Gebildete.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Daten und Methoden
2.1 Darstellung des Surveys
2.2 Operationalisierung
2.3 Methoden
2.3.1 Chi²-Teststatistik
2.3.2 Cramers V
2.3.3 Spearman
2.3.4 Logistische Regression
2.3.5 Mc Fadden Pseudo R²
2.3.6 Likelihood-Ratio-Test
2.3.7 Interaktionseffekte
3. Ergebnisse
3.1 Bivariate Auswertung
3.2 Test auf Multikollinearität
3.3 Logistische Regression
3.4 Interaktionseffekte
3.4.1 Standardisierter Interaktionseffekt Geschlecht und Bildung
3.4.2 Standardisierter Interaktionseffekt Bildung und Größe der Wohngemeinde
4. Diskussion
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Determinanten, welche die Einstellung der Schweizer Bevölkerung gegenüber Ausländern beeinflussen. Hierbei wird auf Basis des European Value Study 2008 analysiert, welche soziodemographischen Faktoren mit einer positiven oder negativen Haltung korrelieren, wobei insbesondere die Rolle von Bildung, Alter, Berufsstatus, Familienstand, Wohnortgröße und Religiosität im Fokus steht.
- Analyse der Einstellungsdeterminanten gegenüber Ausländern in der Schweiz.
- Einsatz statistischer Methoden zur Untersuchung bivariater Zusammenhänge und multivariater Einflussfaktoren.
- Anwendung der logistischen Regression zur Überprüfung von Hypothesen.
- Untersuchung von Interaktionseffekten zwischen soziodemographischen Merkmalen.
Auszug aus dem Buch
2.3.4 Logistische Regression
Auch die multiple logistische Regression ist für die Analyse der vorliegenden Arbeit von großer Bedeutung. Sie gehört zu den multivariaten Analysemethoden, die den Zusammenhang zwischen verschiedenen Variablen untersuchen. Diese versucht festzulegen, mit welcher Wahrscheinlichkeit die endogene Variable von verschiedenen Einflussgrößen bedingt wird (vgl. Backhaus et al. 2011: 250). Die Besonderheit besteht darin, dass die logistische Regression ermöglicht, eine dichotome abhängige Variable in das Regressionsmodell zu integrieren (vgl. Diaz-Bone 2013: 235). Wichtig ist dies besonders für soziologische Analysen, denn viele dieser Themen „lassen sich durch eine 0-1-kodierte Variable numerisch darstellen“ (ebd.). Die logistische Regression kann weiterhin als eine Form der nichtlinearen Regression verstanden werden. Jedoch unterscheiden sich diese beiden Regressionsmodelle in einigen Merkmalen. So weist die logistische Regression eine geringere Anforderung an die Multikollinearität auf. Demnach sollten die Prädiktoren untereinander in dem logistischen Modell nicht stark korrelieren, was für die Analyse mehrerer unabhängiger Variablen auf die Messgröße einen wichtigen Punkt darstellt. Ein weiterer entscheidender Faktor ist, dass die beiden Kategorien des dichotomen Regressanden in etwa eine gleiche Besetzungsgröße aufweisen sollten (vgl. ebd.).
Die Festlegung der erklärenden und der abhängigen Variable hängt von der Theorie ab. Beim Kodieren des Regressanden ist es wichtig, wie bereits zuvor erwähnt, dass die Antwortmöglichkeiten in 0 und 1 kodiert werden (vgl. ebd.). Die Kategorie, die den Wert 0 annimmt, unterstellt, dass das interessierende Ereignis nicht eintritt, während die Kategorie mit dem Wert 1 vom Gegenteil ausgeht (vgl. ebd.: 212). Die Referenzkategorie (Kategorie mit dem Wert 0) wird immer zum Vergleich zu einer anderen Kategorie herangezogen und muss daher vorhanden sein (vgl. Wolf & Best 2010: 849).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problematik der Einstellung gegenüber Ausländern in der Schweiz ein und leitet aus gesellschaftlichen Entwicklungen sechs zu prüfende Hypothesen ab.
2. Daten und Methoden: Hier wird der Datensatz des European Value Study (2008) vorgestellt, die Operationalisierung der Variablen erläutert und die methodische Vorgehensweise, insbesondere die logistische Regression, definiert.
3. Ergebnisse: In diesem Kapitel werden die empirischen Analysen, bestehend aus bivariaten Auswertungen, Tests auf Multikollinearität, dem logistischen Regressionsmodell sowie diversen Interaktionseffekten, präsentiert.
4. Diskussion: Das abschließende Kapitel interpretiert die Ergebnisse im Kontext der aufgestellten Hypothesen, diskutiert methodische Limitationen und gibt Anregungen für weiterführende Forschungsansätze.
Schlüsselwörter
Schweiz, Ausländereinstellung, European Value Study, EVS, logistische Regression, sozioökonomische Determinanten, Bildung, Alter, Interaktionseffekte, quantitative Sozialforschung, Migration, Integration, Statistik, Werte, Multikollinearität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht, welche sozioökonomischen und demographischen Faktoren die Einstellungen der Schweizer Bürger gegenüber Ausländern beeinflussen.
Welches sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Mittelpunkt stehen die Auswirkungen von Bildung, Alter, Berufsstatus, Familienstand, Wohnortgröße und Religiosität auf die Ausländereinstellung.
Was ist das primäre Ziel der Forschung?
Das Ziel ist es, durch die Analyse des Datensatzes der European Value Study 2008 Determinanten zu identifizieren, die eine positive oder negative Haltung gegenüber Migranten in der Schweiz statistisch erklären.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Die Arbeit nutzt die multiple logistische Regression, ergänzt durch bivariate Auswertungsverfahren und Interaktionseffekte, um Zusammenhänge zwischen Variablen zu prüfen.
Welche Inhalte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst die methodische Herleitung des Regressionsmodells, die bivariate Vorabprüfung der Variablen sowie die detaillierte Darstellung und Interpretation der statistischen Ergebnisse inklusive der Interaktionseffekte.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Ausländereinstellung, logistische Regression, soziologische Datenanalyse und Interaktionseffekte geprägt.
Welchen Einfluss hat die Bildung auf die Einstellung gegenüber Ausländern?
Die Analyse zeigt, dass hochgebildete Personen eine signifikant positivere Einstellung gegenüber Ausländern besitzen als niedrig Gebildete.
Wie interpretieren die Ergebnisse den Einfluss der Wohnortgröße?
Die Ergebnisse belegen einen signifikanten Zusammenhang, bei dem Großstädter tendenziell eine positivere Haltung gegenüber Zuwanderern aufweisen als Personen, die in ländlichen Gebieten (Dorf) leben.
Welches Ergebnis bezüglich der Gottesdienstteilnahme war unerwartet?
Entgegen der Hypothese, dass religiöse Menschen aufgrund von Nächstenliebe positiver eingestellt seien, zeigte sich kein statistisch signifikanter Zusammenhang, der diese Annahme bekräftigt.
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- Ulrike Köpke (Autor), 2014, Welche Determinanten bestimmen die Einstellung zu Ausländern in der Schweiz?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/342587