Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Geschichte Europas - Zeitalter Weltkriege

Historiographie als politisches Machtinstrument. Walter Frank und der ideologische Missbrauch historischer Konzepte

Titel: Historiographie als politisches Machtinstrument. Walter Frank und der ideologische Missbrauch historischer Konzepte

Seminararbeit , 2013 , 23 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Robert Witte (Autor:in)

Geschichte Europas - Zeitalter Weltkriege
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Arbeit widmet sich der Person Walter Franks, einer zentralen Figur der nationalsozialistischen Geschichtswissenschaften in den Jahren 1923 bis 1941. So soll versucht werden zu klären, in welcher Form Politik und Ideologie in ihrer radikalsten Ausprägung einen Einfluss auf die wissenschaftliche Disziplin der Historiographie ausüben und welche Konsequenzen sich daraus ergeben.

Grundsätzlich muss davon ausgegangen werden, dass „Geschichte“ nie eindeutig und gänzlich objektiv vermittelt werden kann. Sie ist vielmehr überliefert und kann im Einzelnen nie als reine Darstellung einer geschichtlichen Wirklichkeit herhalten. Kein Werk eines Autoren, welches den Anspruch erhebt, Geschichte wiederzugeben, kommt ohne Besonderheiten seiner Darstellung in Bezug auf fiktionale und ästhetische Aspekte aus. So lässt sich Geschichtsschreibung als „Mimesis des anschaulichen, engagierten, gleichwohl auf historische Wahrheit zielenden Geschichtsdenkens ihrer eigenen Zeit“ (Süßmann, 259) verstehen.

Das Geschichtsdenken zur Zeit Walter Franks war in Teilen der Gesellschaft und dementsprechend in parteinahen geschichtswissenschaftlichen Kreisen von einer außergewöhnlichen und einzigartigen nationalsozialistischen Ideologie geprägt, welche Teile der Historiographie der 30er und 40er Jahre nachhaltig veränderte.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Hauptteil

2.1 Walter Frank & das Reichsinstitut für Geschichte des neuen Deutschlands – Symbol einer Ideologie

2.2 Geschichtswissenschaft als Spiegelbild einer Weltanschauung

2.3 Ideologie und Geschichtsschreibung – Wo Interpretationsspielraum endet und Antisemitismus beginnt

2.4 Politische Instrumentalisierung – Die Folgen einer falschen Lehre

2.5 Neutrale Geschichtsschreibung – Eine Utopie?

3. Fazit

4. Quellen- & Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Diese Seminararbeit untersucht am Beispiel von Walter Frank und dem "Reichsinstitut für Geschichte des neuen Deutschlands" den gezielten Missbrauch der Geschichtswissenschaft durch den Nationalsozialismus. Die Forschungsfrage zielt darauf ab zu klären, wie politische Ideologie die historiographische Arbeit beeinflusste, welche Konsequenzen dies für das öffentliche Geschichtsbild hatte und ob eine neutrale Form der Geschichtsschreibung in diesem Kontext überhaupt möglich war.

  • Rolle von Walter Frank als zentraler NS-Historiker
  • Instrumentalisierung historischer Konzepte für die "Judenfrage"
  • Einfluss der nationalsozialistischen Ideologie auf die Hochschulbildung
  • Verhältnis zwischen Wissenschaft, Politik und Propaganda
  • Grenzen der Objektivität in der historischen Darstellung

Auszug aus dem Buch

2.1 Walter Frank & das Reichsinstitut für Geschichte des neuen Deutschlands – Symbol einer Ideologie

Beginnen wir somit zunächst mit einer kurzen Charakterisierung der Person, dessen historiographische Tätigkeit einen Platz in der vordersten Reihe der Historiker des dritten Reiches nach sich zog und somit zum Symbol eines ideologisch verklärten Missbrauchs einer Wissenschaft wurde. Wer genau war also Walter Frank und worin liegt die Besonderheit seines Schaffens?

Im Vorwort seines Buches über Frank beschreibt Helmut Heiber diesen als „dynamische Persönlichkeit“, als „Symbol“, jedoch innerhalb solcher Wesensdarstellungen als „schwach“ und „krank“ (9). Worin diese Schwäche und Krankheit bestand wird klar, wenn man sich genauer mit dem Franks Werdegang auseinandersetzt und den Ursprung seines antisemitischen und radikal nationalistischen Welt- und damit einhergehend Geschichtsbildes untersucht. Die Tatsache, dass Frank sich der Aufgabe verschrieb „den Kampf gegen das Judentum wissenschaftlich zu führen“ (Lammers, 389) ist kaum verwunderlich, führt man sich vor Augen, dass er bereits während seiner Schulzeit eine, über damalige bürgerliche Verhältnisse, außergewöhnlich stark ausgeprägte Abneigung gegenüber Juden besaß und offen äußerte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Die Einleitung beleuchtet die gesellschaftliche Verantwortung von Historikern und führt in die Thematik der politisch durchtränkten Geschichtsschreibung zwischen 1923 und 1941 ein.

2. Hauptteil: Der Hauptteil analysiert die Rolle Walter Franks, die ideologische Ausrichtung seines Instituts, die Folgen der Instrumentalisierung für die universitäre Lehre und die grundsätzliche Frage nach der Objektivität.

2.1 Walter Frank & das Reichsinstitut für Geschichte des neuen Deutschlands – Symbol einer Ideologie: Dieses Kapitel charakterisiert Walter Frank und die Gründung seines Instituts als Zentrum für die Verwissenschaftlichung der nationalsozialistischen Ideologie.

2.2 Geschichtswissenschaft als Spiegelbild einer Weltanschauung: Es wird untersucht, wie die nationalsozialistische Geschichtsschreibung durch fiktive und ästhetische Elemente gezielt zur Propaganda umfunktioniert wurde.

2.3 Ideologie und Geschichtsschreibung – Wo Interpretationsspielraum endet und Antisemitismus beginnt: Der Fokus liegt auf der „Forschungsabteilung Judenfrage“ und der Art und Weise, wie wissenschaftliche Sprache genutzt wurde, um Antisemitismus zu legitimieren.

2.4 Politische Instrumentalisierung – Die Folgen einer falschen Lehre: Dieses Kapitel widmet sich der Wirkung dieser Ideologie auf die Studentenschaft und wie Hochschulstrukturen zur Meinungsmanipulation genutzt wurden.

2.5 Neutrale Geschichtsschreibung – Eine Utopie?: Abschließend wird diskutiert, ob eine vollkommen neutrale Historiographie existieren kann oder ob jede Darstellung zwangsläufig durch die Perspektive des Autors beeinflusst ist.

3. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Walter Frank und sein Institut als Musterbeispiel für den bewussten Missbrauch der Wissenschaft zur Etablierung eines ideologischen Weltbildes fungierten.

4. Quellen- & Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur zur Arbeit.

Schlüsselwörter

Walter Frank, Nationalsozialismus, Reichsinstitut für Geschichte des neuen Deutschlands, Historiographie, Geschichtswissenschaft, Antisemitismus, Judenfrage, Politische Instrumentalisierung, NS-Ideologie, Geschichtsbild, Wissenschaftsgeschichte, Objektivität, NS-Propaganda, Studentenschaft, Drittes Reich

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den massiven Einfluss der nationalsozialistischen Ideologie auf die deutsche Geschichtsschreibung zwischen 1923 und 1941 am Beispiel von Walter Frank.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind der ideologische Missbrauch der Geschichtswissenschaft, die Institutionalisierung von Antisemitismus in der Forschung und die politische Indoktrination an Universitäten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Es soll geklärt werden, wie Politik und Ideologie die Disziplin der Historiographie radikal veränderten und ob in diesem Prozess noch von einer objektiven Geschichtswissenschaft gesprochen werden konnte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine historisch-analytische Methode, indem sie Lebenslauf, Wirken und Schriften von Walter Frank sowie zeitgenössische Quellen im Kontext der nationalsozialistischen Diktatur untersucht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Gründung des Reichsinstituts, die gezielte Verfälschung historischer Tatsachen zur Legitimation von Rassenhass und die Wirkung dieser Lehren auf die studentische Generation analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Walter Frank, NS-Historiographie, Instrumentalisierung, Judenfrage, Ideologie und die kritische Hinterfragung von Neutralität in der Geschichtsschreibung.

Warum wird Walter Frank als "Symbol" bezeichnet?

Frank wird als Symbol betrachtet, da sein persönlicher Werdegang und seine organisatorische Arbeit am Reichsinstitut beispielhaft für die freiwillige und radikale Unterordnung der Wissenschaft unter das NS-Regime stehen.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor zur "Neutralität"?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass eine absolute Neutralität in der Geschichtsschreibung nahezu unmöglich ist, betont jedoch den entscheidenden Unterschied zwischen subjektiven Einflüssen und dem bewussten, ideologischen Missbrauch zu Propagandazwecken.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Historiographie als politisches Machtinstrument. Walter Frank und der ideologische Missbrauch historischer Konzepte
Hochschule
Universität Potsdam  (Historisches Institut)
Veranstaltung
Proseminar Historiker für und gegen Hitler. Zur deutschen Historiographie 1933-1945
Note
1,0
Autor
Robert Witte (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
23
Katalognummer
V342684
ISBN (eBook)
9783668321960
ISBN (Buch)
9783668321977
Sprache
Deutsch
Schlagworte
historiographie nationalsozialismus Walter Frank Reichsinstitut für Geschichte des neuen Deutschlands NSDAP Geschichtsschreibung Drittes Reich
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Robert Witte (Autor:in), 2013, Historiographie als politisches Machtinstrument. Walter Frank und der ideologische Missbrauch historischer Konzepte, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/342684
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  23  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum