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Qualitative Sozialforschung. Eine Alternative, eine notwendige Ergänzung oder eine wesentliche Fundierung der quantitativen Forschungsstrategien für eine angemessene Deskription sozialer Phänomene?

Título: Qualitative Sozialforschung. Eine Alternative, 
eine notwendige Ergänzung oder eine wesentliche Fundierung der quantitativen Forschungsstrategien für eine angemessene Deskription sozialer Phänomene?

Proyecto/Trabajo fin de carrera , 1992 , 155 Páginas , Calificación: sehr gut

Autor:in: Peter Busse (Autor)

Sociología - General y Principios básicos
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Angesichts der Vielfalt konkurrierender Ansätze im Wissenschaftsbereich der Soziologie bleibt die Frage nach einer Orientierungsmöglichkeit auf dem »Kampfplatz der Meinungen« [Kant] weiterhin aktuell, um einer Klärung der Möglichkeit eines »sicheren Ganges der Wissenschaft«, wie Kant es bezeichnete, näher zu kommen. Während für Theodor Adorno der Gegenstand der Soziologie, den schon der Schöpfer dieses Namens, August Comte, als die Gesellschaft bestimmte, »weder als Begriff nach der gängigen Logik sich definieren noch ›deiktisch‹ sich demonstrieren läßt«, und er deshalb folgert – da andererseits »die sozialen Phänomene unabweislich ihren Begriff fordern« – daß das angemessene »Organ« für diesen Gegenstand (die Gesellschaft) die Theorie sei [Adorno, 1979, 11], stellt René König die Grundannahme vor, »daß Soziologie überhaupt nur als empirische Soziologie möglich ist bzw. als Sozialforschung« [König, 1967, 1; 9] und konstatiert ferner: »Einzig die Soziologie ist Wissenschaft von der Gesellschaft, und Wissenschaft ist letztlich nur als empirische Forschung möglich.« [ebenda] Auch wenn man sich jedoch für René Königs Position entschieden hat, eröffnet sich eine neue Vielfalt an möglichen Vorgehensweisen im Rahmen einer nunmehr als grundlegend angenommenen empirischen Forschungsorientierung.
All dies weist auf die Notwendigkeit hin, die Frage zu stellen, was die Wissenschaft ist, und an welchen »Ort« sie im menschlichen Sein gehört, ehe die eigentliche Konfrontation der beiden differenten Forschungsweisen begonnen werden kann und sich dann zeigen mag, ob die quantitative oder die qualitative Forschungsart – oder möglicherweise beide einander ergänzend – den angemessenen Zugang zur »sozialen Wirklichkeit« bieten. Die Frage nach dem angemessenen »Ort« im menschlichen Sein wiederum erfordert ebenfalls eine Klärung der Grundzüge des menschlichen Seins selber. Da diese Fragen am weitestgehendsten in der »hermeneutischen Phänomenologie des Daseins« in »Sein und Zeit« (1927) von Heidegger bearbeitet worden sind, soll diese Analyse hier zugrundegelegt und als Leitfaden und Maßstab in Anspruch genommen werden.
Im ersten Schritt wird die Frage nach der Wissenschaft und ihrem Zusammenhang mit dem menschlichen Sein (Dasein) behandelt werden. Daraus werden sich dann die Bedingungen für eine mögliche Zugangsweise der Soziologie zu ihrem eigenen Untersuchungsfeld ergeben.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

A. Einleitung

B. I. Soziologie und philosophische Aufklärung über Grundzüge des Menschen als sozialem Wesen

1. Was ist Wissenschaft?

1.1. Das Erkennen als fundiertes Phänomen

1.2. Erkennen und alltägliches Sein

1.3. Das Verstehen als Existenzial

1.4. Verstehen und Auslegung

1.5. Auslegung als phänomenologische Deskription oder die »Demethodologisierung der Hermeneutik«

1.6. Verstehen versus Erklären

a) Vorwissenschaftliches, alltägliches Verständnis

b) Rationaler Verstehensbegriff und Erklärung

c) Entwicklung des hermeneutischen Verstehensbegriffs

d) Erste Phase der »Verstehen-Erklären-Kontroverse«

e) Zweite Phase der »Verstehen-Erklären-Kontroverse«

f) Dritte Phase der »Verstehen-Erklären-Kontroverse«

g) »Auflösung« der »Verstehen-Erklären-Kontroverse«

1.7. Die »ontologische Rückstrahlung«

2. Der existenziale Begriff der Wissenschaft

3. Der Gegenstandsbereich einer »existenzialen Sozialwissenschaft«

B.II. Grundlegende Bedingungen jeder soziologischen Methode

C.I. Wesentliche Grundlagen der qualitativen und der quantitativen Forschung aus wissenschaftsgeschichtlicher Sicht

1. Was ist ein soziales Phänomen?

2. Das Verhältnis des Forschers zu seinem Objekt der Forschung

C.II. Kritische Darstellung der quantitativen Sozialforschung

C.III. Kritische Darstellung der qualitativen Sozialforschung

1. Allgemeine Grundannahmen

2. Das »interpretative Paradigma«

2.1. Der »symbolische Interaktionismus«

2.2. Die »Ethnomethodologie«

2.3. Das Konzept der Lebenswelt und die sozialwissenschaftliche Hermeneutik

D. Auswertung der kritischen Betrachtungen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit verfolgt das Ziel, das Verhältnis von qualitativer und quantitativer Sozialforschung auf Basis einer existenzialen, an der Phänomenologie Heideggers orientierten Sozialwissenschaft kritisch zu hinterfragen und neu zu bewerten. Hierbei steht die Frage im Mittelpunkt, welcher Forschungszugang der sozialen Wirklichkeit in ihrer Seinsart am ehesten gerecht wird.

  • Phänomenologische Analyse der Grundzüge des menschlichen Daseins.
  • Die Kontroverse zwischen "Verstehen" und "Erklären" aus wissenschaftsgeschichtlicher Sicht.
  • Kritische Darstellung und Vergleich quantitativer und qualitativer Forschungsparadigmen.
  • Die Rolle der Lebenswelt und der Intersubjektivität in der sozialwissenschaftlichen Erkenntnisbildung.

Auszug aus dem Buch

1.1 Das Erkennen als fundiertes Phänomen

»Erkennen als Erfassen verstanden, hat nur Sinn auf dem Grunde eines Schon-sein-bei.« [Heidegger, 1979 b, 213; 1979 a, 61]

Das Erkennen ist offenbar nicht das ursprüngliche Sein des Menschen. Daher führt Heidegger etwas später aus: »Dieses Schon-sein bei, in dem Erkennen überhaupt erst ›leben‹ kann, wird nicht erst unmittelbar von einem Erkenntnisvollzug ›hergestellt‹, sondern Dasein ist – mag es je erkennen oder nicht – als Dasein schon Sein bei einer Welt«. [Heidegger, 1979 b, 219; 1979 a, 157 ff.]

Hierin wird klar auf eine Fundierung des Erkennens gewiesen. Was meint nun diese ursprüngliche Weise des »schon Sein bei einer Welt«? Mit dieser ist das In-sein angesprochen, wobei mit dem »in« nicht auf Räumliches gedeutet wird, sondern, wie Heidegger betont, primär »vertraut sein mit« besage. Das »bin« in »Ich bin vertraut mit ...« hänge zusammen mit dem »bei« und damit heiße »ich bin« soviel wie: ich wohne, halte mich auf bei der Welt als dem Vertrauten. Dieses »In-sein« faßt Heidegger als Existenzial und damit bedeutet der Infinitiv »sein« zu »ich bin« »wohnen bei ..., vertraut sein mit ...« und ist ein formaler existenzialer Ausdruck des Seins des Daseins. [Heidegger, 1979a, 54] Ein ursprüngliches vertraut Sein ermöglicht das alltägliche Verhalten zu den Dingen. In diesem muß ich mich schon halten (sein), um überhaupt »Beziehungen« zur »Welt der Dinge« aufnehmen zu können, daher kann auch nicht davon gesprochen werden, daß sie erst mit Hilfe von »Erkenntnissen« hergestellt würden.

Zusammenfassung der Kapitel

A. Einleitung: Diese Einleitung reflektiert die Vielfalt konkurrierender soziologischer Ansätze und stellt die Frage nach der Möglichkeit eines "sicheren Ganges der Wissenschaft".

B. I. Soziologie und philosophische Aufklärung über Grundzüge des Menschen als sozialem Wesen: Dieses Kapitel ergründet das Wesen der Wissenschaft durch eine phänomenologische Analyse der Seinsweise des Menschen.

B.II. Grundlegende Bedingungen jeder soziologischen Methode: Hier werden die ontologischen Voraussetzungen für einen angemessenen soziologischen Forschungszugang erarbeitet.

C.I. Wesentliche Grundlagen der qualitativen und der quantitativen Forschung aus wissenschaftsgeschichtlicher Sicht: Die Grundlagen beider Forschungsrichtungen werden hinsichtlich ihrer Begriffsauffassungen und Objektkonstitution untersucht.

C.II. Kritische Darstellung der quantitativen Sozialforschung: Dieses Kapitel kritisiert die quantitative Sozialforschung aufgrund ihrer methodischen Orientierung an naturwissenschaftlichen Modellen.

C.III. Kritische Darstellung der qualitativen Sozialforschung: Hier erfolgt eine kritische Würdigung qualitativer Ansätze, insbesondere im Hinblick auf deren "interpretatives Paradigma".

D. Auswertung der kritischen Betrachtungen: Das Fazit führt die kritischen Überlegungen zusammen und bewertet die Möglichkeiten einer existenzialen Sozialwissenschaft.

Schlüsselwörter

Sozialforschung, Qualitative Forschung, Quantitative Forschung, Heidegger, Phänomenologie, Verstehen, Erklären, Hermeneutik, Lebenswelt, Dasein, In-der-Welt-sein, Existenzial, Sozialwissenschaftliche Methode, Symbolischer Interaktionismus, Ethnomethodologie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Hausarbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die methodologischen Grundlagen der Sozialforschung und fragt danach, wie ein angemessener Zugang zur sozialen Wirklichkeit konstituiert werden kann.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind die phänomenologische Fundierung des menschlichen Seins, die Kontroverse zwischen Verstehen und Erklären sowie eine kritische Analyse quantitativer und qualitativer Forschungsansätze.

Welches ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, mit Hilfe der Heideggerschen Daseinsanalyse zu prüfen, ob und inwieweit aktuelle Forschungsmethoden den Strukturen der sozialen Lebenswelt gerecht werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?

Der Autor nutzt vorrangig eine hermeneutisch-phänomenologische Analyse, um die existenzialen Voraussetzungen für das wissenschaftliche Erkennen freizulegen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine philosophische Aufklärung über das Dasein, eine Untersuchung der Methodenstreitigkeiten zwischen qualitativen und quantitativen Ansätzen sowie eine detaillierte Kritik von Ansätzen wie dem symbolischen Interaktionismus.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist maßgeblich geprägt durch Begriffe wie "Dasein", "Verstehen", "Seinsvergessenheit", "Lebenswelt" und die methodologische "Kontroverse zwischen Verstehen und Erklären".

Inwieweit spielt Martin Heidegger eine Rolle für die Argumentation?

Heideggers "Sein und Zeit" dient als maßgeblicher Leitfaden, um die ontologische Fundierung der Wissenschaft und die "ontologische Rückstrahlung" als verdeckendes Phänomen zu analysieren.

Warum wird die quantitative Sozialforschung kritisiert?

Sie wird kritisiert, da ihr Vorgehen durch eine "ersetzende Übersetzung" alltäglicher Lebenszusammenhänge in messbare Daten eine ursprünglichere Wirklichkeitserfahrung verstelle.

Welche Kritik übt der Autor an der qualitativen Forschung?

Auch qualitative Ansätze werden als problematisch gesehen, da sie oft ebenfalls in eine "unumsichtig-betrachtende" Haltung verfallen oder durch methodische Vereinfachungen den eigentlichen Seinscharakter des Daseins verfehlen.

Final del extracto de 155 páginas  - subir

Detalles

Título
Qualitative Sozialforschung. Eine Alternative, eine notwendige Ergänzung oder eine wesentliche Fundierung der quantitativen Forschungsstrategien für eine angemessene Deskription sozialer Phänomene?
Universidad
University of Hamburg  (Soziologisches Institut Universität Hamburg)
Curso
Magister Artium
Calificación
sehr gut
Autor
Peter Busse (Autor)
Año de publicación
1992
Páginas
155
No. de catálogo
V342763
ISBN (Ebook)
9783668328198
ISBN (Libro)
9783668328204
Idioma
Alemán
Etiqueta
qualitative sozialforschung eine alternative ergänzung fundierung forschungsstrategien deskription phänomene
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Peter Busse (Autor), 1992, Qualitative Sozialforschung. Eine Alternative, eine notwendige Ergänzung oder eine wesentliche Fundierung der quantitativen Forschungsstrategien für eine angemessene Deskription sozialer Phänomene?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/342763
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