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Governance und Gouvernementalität. Chancen und Perspektiven der Analyse internationaler Politik

Title: Governance und Gouvernementalität. Chancen und Perspektiven der Analyse internationaler Politik

Term Paper , 2016 , 19 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Malte Wittmaack (Author)

Politics - General and Theories of International Politics
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Über das Verständnis des internationalen Systems ist bereits in vielen unterschiedlichen Zusammenhängen diskutiert und nachgedacht worden. Einer der prominentesten Ansätze ist die Global Governance. Sie ist gleichzeitig ein Konzept zur praktischen Umsetzung und ein Konstrukt zur Analyse politischer Prozesse innerhalb des internationalen Systems. Ein anderes Konzept, das ebenfalls prominent diskutiert wird, ist die von Michele Foucault entwickelte Gouvernementalität. Zwar hatte der französische Philosoph seine Ausführungen nur auf den nationalen Anwendungsbereich ausgelegt, in der Forschung wurde sein Ansatz jedoch auch in den internationalen Beziehungen rezipiert. Diese Arbeit macht es sich zum Ziel, die beiden Ansätze der Global Governance und der Gouvernementalität zu vergleichen. Es soll besonders die Perspektive fokussiert werden, die der jeweilige Ansatz zu seinem Gegenstand, also den politischen Prozessen in der internationalen Politik, einnimmt. Daher steht die Arbeit unter der Fragestellung: Welche Chancen bieten die Gouvernementalität und die Global Gouvernance zum Verständnis von politischen Prozessen in der internationalen Politik?

Zur Beantwortung dieser Frage sollen die beiden Konzepte zunächst in ihren Ausprägungen vorgestellt werden. Da beide Ansätze sowohl die Gestaltung praktischer Politik beschreiben als auch ein Instrument der Analyse politischer Prozesse sind, sei hier erwähnt, dass diese Arbeit den deskriptiv-analytischen Aspekt ins Zentrum stellt. In einer Zwischenbilanz soll das Ergebnis des Vergleichs resümiert werden. Anschließend soll, von diesem Fazit ausgehend, ein konkretes Fallbeispiel skizzenhaft untersucht werden. Darin soll verdeutlicht werden, wie die Konzeptionen am Beispiel der Menschenrechte die internationale Politik verstehen.

Zum Forschungstand ist zu sagen, dass sich die Erforschung von Governance und Gouvernementalität in den jüngeren Publikationen durchaus miteinander verbinden. Die Frage nach dem Nutzen des Governancebegriffs wurde besonders im Forschungsfeld der Public-Policy in einer umfangreicheren Debatte erörtert. Doch auch in den internationalen Beziehungen gab es eine rege Auseinandersetzung mit beiden Konzepten. Besonders die Politik innerhalb der Europäischen Union, aber auch andere Felder sind in Bezug auf sowohl Governance als auch Gouvernementaliät behandelt worden.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Gouvernementalität bei Foucault

3. Global Governance

4. Zwischenbilanz

5. Human Rights im Kontext der Gouvernementalität

6. Fazit und Ausblick

7. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht und vergleicht die Ansätze der Global Governance und der Gouvernementalität nach Michel Foucault, um deren Chancen für das Verständnis politischer Prozesse in der internationalen Politik herauszuarbeiten und die Wirksamkeit beider Konzepte anhand der Menschenrechtspolitik zu prüfen.

  • Vergleich der theoretischen Grundlagen von Global Governance und Foucaults Gouvernementalität.
  • Analyse des Wandels in der internationalen Politik hin zu Governance-Strukturen.
  • Untersuchung der Rolle von internationalen Normen und Transparenzmechanismen.
  • Fallbeispiel: Anwendung der Gouvernementalität auf die internationale Menschenrechtspolitik.

Auszug aus dem Buch

2. Die Gouvernementalität bei Foucault

Dieser Teil der Arbeit hat zwei wesentliche Zielsetzungen. Zum einen soll hier das Konzept der Gouvernementalität grundsätzlich vorgestellt werden. Die zentralen Begriffe sollen herausgearbeitet werden. Zum anderen soll das Verständnis der Theorie in den internationalen Beziehungen erläutert werden.

Es gibt im Grunde keine einheitliche Definition von Gouvernementalität. Das Konzept ist anhand von unterschiedlichen Kontexten entwickelt worden und beinhaltet eine ganze Reihe unterschiedlicher Theorien und Ideen. Im Allgemeinen kann die Gouvernementalität als „conduct of conduct“ (Joseph 2011: S.53) verstanden werden. Diese Definition legt einen neuen Machtbegriff zu Grunde. Das Regieren kann an dieser Stelle nicht als eine vollständig zentral ausgeübte Einflussnahme verstanden werden. Vielmehr findet die Ausübung von Macht aus einer größeren Distanz statt (vgl. ebd.). Foucault setzt in seinem für den Nationalstaat entwickeltem Konzept im 16 Jahrhundert an. Er konstatiert, dass sich durch die Entwicklung von ‚[...] laissez-faire notions of freedom of conduct drived from the “natural processes“ from the economic sphere‘ (ebd.) die Aufgaben des Regierens stark verändert haben. Regieren wird von Foucault als Steuerungssystem verstanden, das sich an den Prozessen des kapitalistischen Marktes orientiert, die sich im 16. Jahrhundert entwickelten.

Die Gouvernementalität befindet sich in Abgrenzung zu „souvereign power“ (ebd.), die sich in einem deutlich höheren Maß durch eine korrektive und präventive Perspektive auszeichnet. Foucaults Perspektive ist eine viel dynamischere. Die Machtausübung aus der Sicht der Souveränität beschränkt sich auf die Legislative (vgl. Neumann/Sending 2006: S. 656). Der von Foucault eingeführte Blickwinkel jedoch beruht auf einer neuen Zielsetzung des Regierens. Die Ziele sind: ‚[...] not the act of government itself, but the welfare of the population, the improvement of its conditions, the increase of wealth, longevity, health, etc.’ (ebd.: 656). Die Mittel, die dem Staat hierbei zur Verfügung stehen sind ein „ensemble of “Institutions, procedures, analyses and reflections [...].“ (Joseph 2011: S. 53).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Themen Global Governance und Gouvernementalität ein, stellt die Forschungsfrage nach deren Chancen für das Verständnis internationaler Politik und skizziert das Vorgehen der Arbeit.

2. Die Gouvernementalität bei Foucault: Das Kapitel erläutert das Konzept der Gouvernementalität als „conduct of conduct“, analysiert das veränderte Machtverständnis und diskutiert, wie sich dieses Konzept auf internationale Beziehungen übertragen lässt.

3. Global Governance: Dieser Abschnitt führt in das Konzept der Global Governance ein, beleuchtet definitorische Schwierigkeiten und untersucht die Bedeutung von globalen Normen sowie die Rolle neuer Akteure.

4. Zwischenbilanz: Die Bilanz stellt die beiden theoretischen Perspektiven gegenüber, diskutiert Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Umgang mit Macht und Normen und reflektiert die Kritik an den Ansätzen.

5. Human Rights im Kontext der Gouvernementalität: Dieses Kapitel wendet die Perspektive der Gouvernementalität auf das Fallbeispiel der Menschenrechte an und zeigt, wie Transparenz und Standardisierung als Machtpotenziale wirken.

6. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen, bewertet das Potenzial der Gouvernementalität für die Forschung in den internationalen Beziehungen und gibt einen Ausblick auf die Relevanz der Konzepte.

Schlüsselwörter

Gouvernementalität, Global Governance, Michel Foucault, internationale Politik, internationale Beziehungen, Machtbegriff, Normen, Transparenz, Menschenrechte, Selbststeuerung, politische Prozesse, politische Steuerung, Diskurs, Vereinte Nationen, Gouvernementalität-Forschung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der theoretischen Auseinandersetzung und dem Vergleich der Konzepte Global Governance und Gouvernementalität nach Michel Foucault im Kontext der internationalen Politik.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind die Analyse politischer Steuerungsprozesse, das Verständnis von Machtausübung auf internationaler Ebene, die Rolle von Normen sowie die Funktion von Transparenz in globalen Systemen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit zielt darauf ab, zu untersuchen, welche Chancen die Ansätze der Gouvernementalität und der Global Governance bieten, um politische Prozesse in der internationalen Politik besser zu verstehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine deskriptiv-analytische Arbeit, die durch einen theoretischen Vergleich der Konzepte und eine skizzenhafte Anwendung auf das Fallbeispiel der Menschenrechte Erkenntnisse gewinnt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Konzepte Gouvernementalität und Global Governance, eine Zwischenbilanz der theoretischen Gegenüberstellung sowie eine praktische Anwendung auf das Feld der internationalen Menschenrechtspolitik.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist insbesondere durch Begriffe wie Gouvernementalität, Global Governance, politische Steuerung, internationale Normen und Machtverständnis charakterisiert.

Wie unterscheidet sich das Machtverständnis der Gouvernementalität von Global Governance?

Während Global Governance häufig einen kooperativen Ansatz verfolgt und das Machtelement implizit lässt, legt die Gouvernementalität einen spezifischen Machtbegriff zugrunde, der auf die Steuerung von Subjekten und die Gestaltung von Handlungsfeldern durch Diskurse und Anreize fokussiert.

Welche Rolle spielen Menschenrechte in der Argumentation des Autors?

Menschenrechte dienen als Fallbeispiel, an dem verdeutlicht wird, wie internationale Organisationen durch Normsetzung und Transparenzmechanismen, wie den universellen Menschenrechtsindex, das Verhalten von Staaten indirekt steuern.

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Details

Title
Governance und Gouvernementalität. Chancen und Perspektiven der Analyse internationaler Politik
College
Bielefeld University  (Fakultät für Soziologie)
Grade
1,7
Author
Malte Wittmaack (Author)
Publication Year
2016
Pages
19
Catalog Number
V342831
ISBN (eBook)
9783668326439
ISBN (Book)
9783668326446
Language
German
Tags
Governance Gouvernementalität Analyse internationale Politik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Malte Wittmaack (Author), 2016, Governance und Gouvernementalität. Chancen und Perspektiven der Analyse internationaler Politik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/342831
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