Akustische Umwelt


Hausarbeit, 2003
23 Seiten

Leseprobe

INHALTSÜBERSICHT

Einleitung

1. Begriff und Bedeutung der akustisch Umwelt (a.U.)

2. Historische Perspektive der a.U.

3. Lautsphäre und Analyse der a.U.

4. Ansätze zur besseren Gestaltung der a.U.

Schluss

Literaturverzeichnis

Einleitung

Im Rahmen des Seminars „Musikpsychologische und musiksoziologische Grundlagen der Vermittlung und Aneignung von Musik“ unter der Leitung von Prof. Dr. Stefan Hörmann stand zu Beginn des Semesters der Themenpunkt „Akustische Umwelt“ (a.U.) auf dem Programm. Hierbei handelt es sich um ein vielschichtiges und vor allem sehr umfangreiches Themengebiet. So kann in dieser Seminararbeit nur ein grober Überblick über a.U. gegeben werden. Die Arbeit gliedert sich nach folgenden Gesichtspunkten:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die meisten und wertvollsten Informationen für diese Arbeit stammen aus R. Murray Schafer`s Buch „Klang und Krach“, welches mir schon im Rahmen meines Ethnomusikologiestudiums von großem Wert war. Fast alle Autoren, die ich zur Recherche heranzog, beziehen sich auf Schafer.

Der Bereich Musik spielt für die a.U. nur eine untergeordnete Rolle, jedoch kann die Beschäftigung mit dem Gebiet der a.U. von unschätzbarem Wert für das Studium der Musik sein, da man m.E. sehr stark für eigene Hörfähigkeiten und Hörgewohnheiten sensibilisiert wird. Man beginnt, seine Umwelt mit offeneren Ohren wahrzunehmen und ihr mehr Aufmerksamkeit zu schenken.

1. Begriff und Bedeutung der a.U.

Was meint der Begriff a.U. eigentlich?

Akustisch: All das, was hörbar ist.

Umwelt: Die Umgebung, das Milieu, die Summe aller äußeren Lebens- und Entwicklungsbedingungen, die ein Lebewesen prägen. (Vgl. Helms/ Schneider/ Weber 1994, S. 282)

Forschungsgegenstand der a. U. sind jegliche Formen von Geräuschen und Klängen. Man spricht in diesem Zusammenhang auch häufig von der Erforschung der globalen Lautsphäre. Die a.U. ist ein Teilbereich des sozialen Umfelds eines Lebewesens, der durchaus eine Rolle in der Persönlichkeitsentwicklung spielt und für die Prägung eines Lebewesens mitverantwortlich ist. Ein großer Teil der a.U. besteht aus Naturgeräuschen, Menschenlauten, Schall von Werkzeugen, Maschinen, Verkehrsmitteln u.v.m.(Vgl. Helms/Schneider/Weber 1994, S. 282)

Für ein Individuum haben alle Geräusche irgendeine Bedeutungsqualität. So können Geräusche z.B. Erinnerungen hervorrufen, Warnsignale darstellen oder Störungen verursachen. Sie können beruhigende oder stimulierende Wirkung haben u.v.m. (Vgl. Helms/Schneider/Weber 1994, S. 282)

Diese Geräusche oder Sounds sind aber nicht nur gehörter Schall, nicht nur Klangmaterial, sondern auch Umwelterfahrung und deren Interpretation.(Vgl. Werner 1995, S. 3) Schafer bezeichnet die Welt sogar als eine „makrokosmische musikalische Komposition“.(Schafer 1988, S. 9)

Sabine Breitsamer nennt u.a. folgende drei Gründe, warum es wichtig geworden ist, sich mit dieser „Komposition“ näher zu befassen:

- Allgemeiner Verlust der Hörwelt, Hörerfahrungen und Hörenswürdigkeiten.
- Der moderne Mensch hat oft das Gehör der Einseitigkeit visueller Reize geopfert.
- Unsere akustische Realität besteht fast nur noch aus dem, was sich in der Nähe abspielt (Verlust des Fernhörens).

(Vgl. Breitsamer 1991, S. 9)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Aber die soziale und kulturelle Entwicklung des Menschen ist entscheidend von den „Fernsinnen“ Sehen und Hören abhängig. Die restlichen drei der fünf Sinne, nämlich das Riechen, Schmecken und Tasten, sind „Nahsinne“ und für die vitale Entwicklung sowie für die Fortpflanzung wichtig. (Vgl. Faust 1995, S. 13)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Bei der Beschäftigung mit a.U. stößt man früher oder später auf den Namen R. Murray Schafer. Der Kanadier ist einer der bekanntesten Fachleute auf dem Gebiet der a.U. Er ist Komponist, Klangökologe, Schriftsteller und Pädagoge in einem. Berühmt geworden ist er vor allem durch seine Schule des Hörens in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts und das World Soundscape Project (WSP) in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts. Schafer hat ein Klavierstudium absolviert und sich autodidaktisch großes Wissen in Bereichen der Philosophie, Literatur und Journalistik angeeignet.

(Bildnachweis: http://argosy.ca/argosy01-02/01.17.02/29.html, Stand 20.07.03)

Ein Blick in die Inhaltsangabe seines Buches „Klang und Krach“ von 1977 gibt Aufschluss darüber, welche Themengebiete bei der Erforschung der a.U. eine Schlüsselrolle einnehmen.

Der Originaltitel des Buches lautet „The tuning of the world“ bzw. in einer späteren Ausgabe „The soundscape; our sonic environment and the tuning of the world”.

Teil Eins

Erste Lautsphären:

Die natürliche Lautsphäre, die Laute des Lebens, die ländliche Lautsphäre, von der Kleinstadt zur Großstadt.

Teil Zwei

Die postindustrielle Lautsphäre:

Die industrielle Revolution, die elektromechanische Revolution.

Zwischenspiel

Musik, Lautsphäre und wechselnde Wahrnehmungen.

Teil Drei

Analyse:

Aufzeichnung, Klassifizierung, Wahrnehmung, Morphologie, Symbolik, Lärm.

Teil Vier

Akustikdesign:

Hören, die akustische Gemeinschaft, Rhythmus und Tempo in der Lautsphäre,

der Akustikdesigner, Stille

Epilog: Sphärenmusik

(Vgl. Schafer 1988, S. 5f

Einleitend stellt Schafer in seinem Buch fest dass sich die globale Lautsphäre ständig verändert und dass der moderne Mensch heute in einem völlig anderen akustischen Raum lebt als alle früheren. In der heutigen Zeit wird in allen Teilen der Welt daran gearbeitet, unsere Lautsphäre zu erforschen.(Vgl. Schafer 1988, S. 7) „Akustik, Psychoakustik, Otologie, Praxis und Verfahrenstechnik internationaler Lärmbekämpfung, Kommunikations- und Tonaufnahmetechnik (Elektroakustik und elektronische Musik), Gehörmusterwahrnehmung und die Strukturanalyse von Sprache und Musik. Diese Forschungen sind miteinander verwandt, behandeln sie doch Aspekte der globalen Lautsphäre. Auf die eine oder andere Weise stellen alle mit diesen unterschiedlichen Themen befassten Forscher dieselbe Frage: Welche Beziehung besteht zwischen den Menschen und den Lauten seiner Umwelt und was geschieht, wenn diese Laute sich verändern?“ (Schafer 1988, S. 7)

[...]

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Akustische Umwelt
Hochschule
Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Veranstaltung
Musikpsychologische und musiksoziologische Grundlagen der Vermittlung und Aneignung von Musik
Autor
Jahr
2003
Seiten
23
Katalognummer
V34283
ISBN (eBook)
9783638345552
ISBN (Buch)
9783638652681
Dateigröße
479 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Inkl. 9 Seiten Anhang (Handout, Folien)
Schlagworte
Akustische, Umwelt, Musikpsychologische, Grundlagen, Vermittlung, Aneignung, Musik
Arbeit zitieren
Peter Lissner (Autor), 2003, Akustische Umwelt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/34283

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