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Instrumentalunterricht mit erwachsenen Schülern - Ansätze zur Unterrichtsgestaltung

Title: Instrumentalunterricht mit erwachsenen Schülern - Ansätze zur Unterrichtsgestaltung

Term Paper , 2003 , 17 Pages

Autor:in: Peter Lissner (Author)

Musicology - Miscellaneous
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Ein Themenpunkt des Seminars „Außerschulische Musikpädagogik im Überblick“ unter der Leitung von Prof. Dr. Stefan Hörmann ist der Instrumentalunterricht mit erwachsenen Schülern. Diese Arbeit wird einführend auf den Bereich der musikalischen Erwachsenenbildung eingehen und Ansätze zur Unterrichtsgestaltung aufzeigen. Instrumentalunterricht für Erwachsene ist ein Teilgebiet der musikalischen Erwachsenenbildung, welche zwischen der Musikpädagogik und der Erwachsenenbildung angesiedelt ist (vgl. Holtmeyer 1993, S.479). Dem Leser soll anhand folgender vier Kernfragen eine Hilfestellung zur eigenständigen Erarbeitung des Themengebiets an die Hand gegeben werden: • Wer ist der erwachsene Instrumentalschüler? • Macht es noch Sinn, im Erwachsenenalter ein Instrument zu erlernen? • Wie lernt der erwachsene Instrumentalschüler? • Was ist beim Unterrichten von Erwachsenen zu beachten? Wenn in vorliegender Arbeit von Schüler oder Erwachsenem die Rede ist, so ist damit gleichermaßen die Schülerin oder die Erwachsene angesprochen. Der Einfachheit und dem besseren Verständnis halber wird jedoch das maskuline Genus verwendet. Wie häufig bei Texten andragogischen Inhalts (Andragogik: die Wissenschaft vom lebenslangen und lebensbreiten Lernen Erwachsener) soll auch diese Ausarbeitung keinen Anspruch auf absolute Gültigkeit haben, sondern eher als „Facilitator“ = Lernerleichterer verstanden werden. Um Instrumentalunterricht mit Erwachsenen anschaulich darstellen zu können, ist es oft nötig, Kinder und Jugendliche zum Vergleich heranzuziehen. Dies hat zwei Gründe: 1. Es liegen viel mehr wissenschaftliche Erkenntnisse über diesen Forschungsbereich vor. 2. Instrumentallehrer haben in aller Regel größere Praxiserfahrung im Unterrichten von Kindern und Jugendlichen. Einige elementare Grundlagen können für die Arbeit mit Erwachsenen übernommen werden, andere jedoch nicht. In jedem Fall ist es sinnvoll, 3 einige grundlegende Charaktereigenschaften eines erwachsenen Instrumentalschülers kennen zu lernen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung in das Themengebiet

1.1 Instrumentale Erwachsenenbildung – ein Kind der Andragogik und Musikpädagogik

1.2 Gründe für den Vergleich zu Kindern und Jugendlichen

2. Instrumentalunterricht mit erwachsenen Schülern – Kernfragen

2.1 Wer ist der erwachsene Instrumentalschüler?

2.1.1 Über 21 Jahre

2.1.2 Ist seit geraumer Zeit der Schülerrolle entwachsen

2.1.3 Häufig auftretende Verhaltensmuster

2.1.4 Bewusste Entscheidung für den Unterricht

2.1.5 Verschiedene Kategorien erwachsener Schüler

2.2 Macht es noch Sinn, im Erwachsenenalter ein Instrument zu erlernen?

2.2.1 Es ist nie zu spät, ein Instrument zu erlernen

2.2.2 Instrumentalrelevante Organfunktionen bleiben bis ins Alter stabil

2.2.3 Realistische Ziele stecken

2.2.4 Sinnfrage des Musizierens

2.2.5 Die Frage nach dem geeigneten Instrument

2.3 Wie lernt der erwachsene Schüler?

2.3.1 Erwachsene lernen konzeptionell und rational

2.3.2 Transfer von Lerntechniken

2.3.3 Gefahr des Über-Übens beachten

2.4 Was ist beim Unterrichten von Erwachsenen zu beachten?

2.4.1 Das Aufnahmegespräch

2.4.2 Der Schüler als Persönlichkeit

2.4.3 Das Lehrer-Schüler-Verhältnis

2.4.4 Die Notwendigkeit der Erfolgserlebnisse

2.4.5 Das richtige Maß der Anforderungen

2.4.6 Das Lehrervorspiel

2.4.7 Die Reaktivierung der körperlichen Komponente

2.4.8 Die Schlüssigkeit des Lehrkonzept

2.4.9 Das Üben üben

2.4.10 Die Auswahl des Unterrichtsmaterials

3. Erwachsene erobern die Musikschulen

3.1 Indikatoren für den Trend

3.2 Musikschule Bochum als Beispiel

3.3 Persönliche Stellungnahme

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht die spezifischen Anforderungen und didaktischen Ansätze beim Instrumentalunterricht für erwachsene Schüler, um Lehrkräften eine Orientierung für eine erfolgreiche Unterrichtsgestaltung zu bieten. Dabei steht die Abgrenzung zum kindlichen Lernverhalten und die Berücksichtigung der andragogischen Besonderheiten im Vordergrund.

  • Charakterisierung des erwachsenen Instrumentalschülers
  • Evaluation der Sinnhaftigkeit des instrumentalen Lernens im Erwachsenenalter
  • Analyse des spezifisch erwachsenen Lernverhaltens
  • Didaktische Empfehlungen zur Unterrichtsführung
  • Einfluss von soziologischen und psychologischen Aspekten

Auszug aus dem Buch

2.1 Wer ist der erwachsene Instrumentalschüler?

Erwachsen sind zunächst Schüler, die das 21. Lebensjahr erreicht haben. „Zweifellos gibt es einige Eigenheiten beim Lernverhalten in dieser Gruppe, die in erster Linie mit dem Alter zusammenhängen.“ (De Vree 1990, S.182) Wichtiger als das Alter ist jedoch der Aspekt, „daß diese Schüler es nicht mehr gewohnt sind, eine Schülerrolle zu spielen, also sozusagen der Schulbank entwachsen sind.“ (De Vree 1990, S.182) So hat zum Beispiel ein 24jähriger Student in aller Regel ein ganz anderes Lern- und Akzeptanzverhalten als ein Berufstätiger von 24 Jahren, der vielleicht schon seit acht Jahren im Arbeitsleben steht. Als häufig auftretende Verhaltensmuster wurden beobachtet: Große Unsicherheit, Unbeholfenheit, Versagensängste, und daraus resultierende Verkrampfungen und häufiges Entschuldigen vor Spielbeginn (vgl. De Vree 1990, S.182). Des Weiteren ist ihr unsicheres Auftreten und der Hang zu übermäßig vielem Reden auffallend, um die effektive Spielzeit möglichst gering zu halten. Ganz nach dem Motto: „Solange ich rede, muß ich wenigstens nicht spielen.“ (De Vree 1990, S.184)

Dennoch ist es eine bewusste Entscheidung des Erwachsenen, Unterricht zu nehmen und ein geraumes Zeitmaß in das Studium eines Instruments zu investieren. An diesen Entschluss ist meist auch eine gewisse Vorstellung an die Unternehmung geknüpft, an der er lange und konsequent festhält. Kinder kommen dagegen oft unfreiwillig, nämlich mehr auf den Beschluss der Eltern hin, zur Stunde. Ebenso muss man bedenken, dass der Großteil der erwachsenen Schüler das Instrument neben der täglichen Berufs- und Hausarbeit erlernt und daher wenig Zeit zum Üben bleibt. Dafür geht die Übearbeit in vielen Fällen konzentrierter und rationeller vonstatten (vgl. Klöckner 1989, S.111). In manchen Fällen kann aber auch die Fähigkeit, Zeit nützlich und effektiv einzusetzen, verloren gegangen sein (vgl. De Vree 1990, S.182). Das hängt ganz stark von den individuellen Lebensumständen ab. Diese zusätzliche Anstrengung, nach einem harten Arbeitstag noch am Instrument zu üben, verdient große Anerkennung und sollte vom Lehrer gelobt werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung in das Themengebiet: Die Einleitung verortet den Instrumentalunterricht für Erwachsene im Kontext von Musikpädagogik und Andragogik und formuliert die leitenden Forschungsfragen.

2. Instrumentalunterricht mit erwachsenen Schülern – Kernfragen: Dieses Hauptkapitel analysiert die psychologischen und didaktischen Voraussetzungen, beleuchtet das Lernverhalten Erwachsener und gibt konkrete methodische Hilfestellungen für den Unterricht.

3. Erwachsene erobern die Musikschulen: Das Kapitel belegt den wachsenden Trend zur Erwachsenenbildung an Musikschulen anhand der Entwicklung von Unterrichtsmaterialien und einer Fallstudie der Musikschule Bochum.

4. Literatur: Das Verzeichnis listet die verwendeten musikpädagogischen und andragogischen Fachquellen auf.

Schlüsselwörter

Instrumentalunterricht, Erwachsenenbildung, Andragogik, Musikpädagogik, Lernverhalten, Unterrichtsgestaltung, Musizieren, Musikschule, Didaktik, Laienmusizieren, Lehrkonzept, Motivation, Übezeit, Erfolgserlebnisse, Musikbuffet

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit behandelt die didaktischen Ansätze und besonderen Rahmenbedingungen des Instrumentalunterrichts mit erwachsenen Schülern, wobei der Fokus auf der Abgrenzung zur klassischen Kinder- und Jugendpädagogik liegt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Untersuchung konzentriert sich auf die Definition des erwachsenen Schülers, die psychologische Sinnhaftigkeit des Lernens im Alter, das spezifische Lernverhalten sowie praktische Aspekte der Unterrichtsgestaltung.

Welches primäre Ziel verfolgt der Autor mit dieser Publikation?

Ziel ist es, Instrumentallehrern fundierte Ansätze an die Hand zu geben, um den speziellen Bedürfnissen, Ängsten und motivationalen Voraussetzungen erwachsener Schüler effektiv gerecht zu werden.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die zentrale Erkenntnisse der Musikpädagogik und Andragogik zusammenführt, ergänzt um eine exemplarische Betrachtung von institutionellen Praxisbeispielen.

Welche Aspekte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Schülertypen (Anfänger, Fortsetzer, Umsteiger), die Klärung der Sinnhaftigkeit des Lernens im Alter sowie praktische didaktische Empfehlungen von der Aufnahmesituation bis zur Materialauswahl.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren den Kern der Arbeit?

Die zentralen Charakteristika sind die andragogische Ausrichtung, der partnerschaftliche Lehrer-Schüler-Umgang, die Reaktivierung der körperlichen Komponente und die Transparenz des Lehrkonzepts.

Warum ist laut Autor die Kommunikation im Unterricht besonders bei Erwachsenen kritisch?

Erwachsene neigen dazu, Lerninhalte stark intellektuell zu hinterfragen und zu zerreden, oft um Versagensängste zu überspielen; der Lehrer muss hier steuernd eingreifen, damit das Musizieren nicht durch zu viel Argumentation ersetzt wird.

Wie geht die Musikschule Bochum beispielhaft mit dem Trend erwachsener Schüler um?

Die Musikschule Bochum adressiert diese Zielgruppe durch spezielle Angebote wie die „Grundausbildung für Erwachsene“ und organisierte „Musikbuffets“, um Hemmschwellen in Vorspielsituationen durch den Austausch unter Gleichgesinnten abzubauen.

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Details

Title
Instrumentalunterricht mit erwachsenen Schülern - Ansätze zur Unterrichtsgestaltung
College
University of Bamberg
Course
Außerschulische Musikpädagogik im Überblick
Author
Peter Lissner (Author)
Publication Year
2003
Pages
17
Catalog Number
V34284
ISBN (eBook)
9783638345569
ISBN (Book)
9783640257157
Language
German
Tags
Instrumentalunterricht Schülern Ansätze Unterrichtsgestaltung Außerschulische Musikpädagogik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Peter Lissner (Author), 2003, Instrumentalunterricht mit erwachsenen Schülern - Ansätze zur Unterrichtsgestaltung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/34284
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