In dieser Hausarbeit wird auf den Kinder- und Jugenroman "Das Geheimnis von Bahnsteig 13" der Autorin Eva Ibbotson eingegangen. Nach einer genauen Untersuchung des Werks auf semantische Räume, Charakterkonstellationen, Intertextualität und die Behandlung von Vorurteilen wird auf die Tauglichkeit des Werks in Bezug auf dessen Einsatz im Unterricht eingegangen.
Hierbei werden Beispiele für genaue Aufgabenstellungen aufgezeigt.
Inhaltsverzeichnis
1. Das Geheimnis von Bahnsteig 13 – Inhalt
2. Sachanalyse
2.1. Thematische Aspekte
2.2. Die Figuren
2.3. Semantische Räume
2.4. Wertesysteme
2.5. Sprachliche Besonderheiten
3. Anthropogene Voraussetzungen
4. Anwendung im Unterricht
5. Das Geheimnis von Bahnsteig 13 als Schullektüre
6. Literatur
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Kinderbuch „Das Geheimnis von Bahnsteig 13“ von Eva Ibbotson hinsichtlich seiner Eignung als Schullektüre und seiner pädagogischen Relevanz für die Lesesozialisation von Kindern. Dabei wird analysiert, wie der Text zentrale Themen wie Toleranz, Identitätsfindung und moralische Wertesysteme vermittelt und welche didaktischen Möglichkeiten sich für den Unterricht in der Grund- oder Sekundarstufe ergeben.
- Analyse der zentralen thematischen Aspekte wie Freundschaft, Toleranz und Identität.
- Untersuchung der Figurenkonstellationen und semantischen Räume im Werk.
- Evaluation des moralischen Wertesystems und der pädagogischen Intention der Autorin.
- Überprüfung der sprachlichen Qualität und der Authentizität der Jugendsprache.
- Erörterung konkreter methodischer Ansätze für den Literaturunterricht, z.B. durch produktionsorientierte Verfahren.
Auszug aus dem Buch
2.3. Semantische Räume
Die Figuren in Das Geheimnis von Bahnsteig 13 können zwei großen semantischen Räumen zugeordnet werden. Die Handlung der Geschichte teilt sich auf in eine Primärwelt, die Andere Welt, und eine Sekundärwelt, die Insel. Verbunden werden diese beiden Welten durch den Gügel, eine Art Portal, die jedem den Übergang zwischen Primär- und Sekundärwelt ermöglicht. Die Retter fungieren als Grenzgänger zwischen zwei Welten, was für die Hauptfiguren eines Werks der Phantastik eine oft gewählte Strategie ist. Aus diesem Grund kann in der Kinder- und Jugendliteratur von einem System der offenen Welt gesprochen werden.
Die Andere Welt, deren Schauplatz vor allem London ist, wird als Welt voller Dinge dargestellt, die es wert sind, vor ihnen auf die geheime Insel zu fliehen. Hierzu gehören Atombomben, Legebatterien und vor allem gegenseitige Intoleranz und mangelndes Interesse für jemandes Mitmenschen. Der semantische Raum der Anderen Welt wird hier eindeutig als unheimliches „Anderes“ beschrieben, wie der Name bereits impliziert, und ist im Kontext des Texts eher negativ konnotiert.
Im Gegensatz dazu steht die Insel, ein magischer Ort voller geheimnisvoller Lebewesen, mit Sandstränden, die von Kaurimuscheln übersät sind und einem Königspaar das gütig, wunderschön und bescheiden zugleich ist. Die Insel wird als Zufluchtsort vor der Anderen Welt dargestellt und sehr positiv, beinahe überglorifiziert konnotiert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Das Geheimnis von Bahnsteig 13 – Inhalt: Dieses Kapitel gibt einen detaillierten Überblick über die Handlung des Buches, von der Entführung des Prinzen bis zu seiner Rückkehr auf die magische Insel.
2. Sachanalyse: Hier werden die zentralen inhaltlichen und sprachlichen Aspekte des Werkes, wie Figuren, Räume, Werte und Sprache, fachwissenschaftlich analysiert.
3. Anthropogene Voraussetzungen: Das Kapitel beleuchtet, welche entwicklungspsychologischen Bedingungen bei Schülern vorliegen müssen, um das Werk in seinem Kontext der Identitätsfindung und Reife zu erfassen.
4. Anwendung im Unterricht: Hier werden didaktische Strategien und fächerübergreifende Ansätze vorgestellt, um das Buch im Unterricht handlungs- und produktionsorientiert zu bearbeiten.
5. Das Geheimnis von Bahnsteig 13 als Schullektüre: Dieses Kapitel resümiert die Eignung des Buches als Schullektüre unter Berücksichtigung literarischer Qualität und der Interessen von Jungen und Mädchen.
6. Literatur: Dieses Verzeichnis listet sämtliche verwendeten Quellen und die wissenschaftliche Fachliteratur auf, die zur Analyse herangezogen wurden.
Schlüsselwörter
Kinderliteratur, Jugendliteratur, Eva Ibbotson, Phantastik, Schullektüre, Lesesozialisation, Identitätsfindung, Toleranz, Wertesysteme, Didaktik, Semantische Räume, Literaturunterricht, Grenzgänger, Intertextualität, Adoleszenzroman.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit analysiert das Kinderbuch „Das Geheimnis von Bahnsteig 13“ von Eva Ibbotson auf seine literarischen Qualitäten und seine Eignung als Lektüre im Schulunterricht.
Welche zentralen Themen werden behandelt?
Die zentralen Themen umfassen Freundschaft, gegenseitige Toleranz, Identitätsentwicklung sowie die Gegenüberstellung von Werten zwischen einer „heilen Welt“ (der magischen Insel) und der „Problemwelt“ (unserer Realität).
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Buch zur Lesesozialisation beitragen kann und welche didaktischen Impulse es für den Deutschunterricht in der vierten oder fünften Klasse bietet.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Sachanalyse, kombiniert mit pädagogischen und didaktischen Kriterien wie der Lesbarkeitsanalyse und Theorien zur Adoleszenz.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden das Wertesystem, die Figurenkonstellation, die räumliche Aufteilung zwischen Primär- und Sekundärwelt sowie die sprachliche Qualität und Authentizität des Textes untersucht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Kinderliteratur, Lesesozialisation, Identitätsfindung, Didaktik und Phantastik.
Welche Rolle spielt die Figur der Lex Gribble?
Lex ist eine der Protagonistinnen, die durch ihre Entwicklung von einer vermeintlich unfähigen Hexe zur Heldin das Thema Identitätsfindung und Toleranz besonders gut verkörpert.
Wie wird die Verbindung zur Harry-Potter-Reihe diskutiert?
Die Arbeit erwähnt Parallelen zur Harry-Potter-Reihe, wie den Zugang zur magischen Welt an einem Bahnhof oder die Thematik eines einsamen Waisenjungen, merkt aber an, dass mangels direkter Erwähnung nicht von Intertextualität gesprochen werden kann.
Warum wird das Buch als „Querbuch“ bezeichnet?
Der Begriff „Querbuch“ wird verwendet, weil das Werk verschiedene Genres wie Phantastik, Abenteuerroman, Kriminalgeschichte und emanzipatorischen Mädchenroman in sich vereint.
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- J. B. (Autor), 2016, Eva Ibbotsons "Das Geheimnis von Bahnsteig 13". Ausarbeitung zum Thema "Der Sinn in der Kinder- und Jugendliteratur" mit beispielhaftem Einsatz als Lektüre im Unterricht, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/342974