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Die Viersektorenstadt Berlin als Experimentierfeld der parteipolitischen Neuordnung Deutschlands 1945/46

Title: Die Viersektorenstadt Berlin als Experimentierfeld der parteipolitischen Neuordnung Deutschlands 1945/46

Term Paper , 2008 , 12 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Carsten Weihe (Author)

History of Germany - Postwar Period, Cold War
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In der vorliegenden Hausarbeit soll die politische Neuorientierung nach dem Zweiten Weltkrieg unter der besonderen Betrachtung der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands untersucht werden. Der Fokus wird hierbei in erster Linie auf die Viersektorenstadt Berlin gelegt, da hier aufgrund der engen Nachbarschaft der vier alliierten Staaten und dem Sitz des Alliierten Kontrollrates gute Voraussetzungen herrschten, Berlin als Experimentierfeld zonenübergreifend für einen gesamtdeutschen Neubeginn politischer Kultur zu nutzen.

Von daher umfasst der Zeitrahmen dieser Arbeit die Jahre 1945 und 1946. Ein Ausblick auf die folgenden Jahre soll die Konsequenzen der politischen Grundsteinlegung dergestalt beschreiben, inwiefern sich Berlin als Zentrum eines modernen Deutschlands entwickeln konnte, oder zunehmend einen Krisenpunkt in der machtpolitischen Auseinandersetzung zwischen Ost und West darstellte. Die vorgenannte Fragestellung soll mit Hilfe hermeneutischer Methoden beantwortet werden, das Thema der Hausarbeit unterliegt einer historisch-analytischen Untersuchung.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Situation Berlins nach dem Zweiten Weltkrieg

2.1. Der Status der Viersektorenstadt Berlin

2.2. Die Vormachtstellung der Sowjetunion

2.3. Der Neubeginn des politischen Lebens

3. Der Wiederaufbau der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands

3.1. Reorganisation oder Generieren einer einheitlichen Arbeiterpartei? Die Gründung des Zentralausschusses in Berlin

3.2. Die SPD als unabhängige und zentralistische Reichspartei - Die politische Konzeption Kurt Schumachers

3.3. Das Ringen um die Einheit

3.4. Die Spaltung der Partei

4. Berlin als Experimentierfeld: Ein Fazit

5. Berlin als Experimentierfeld: Ein Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die politische Neuorientierung in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg, mit einem speziellen Fokus auf der Rolle Berlins als "Experimentierfeld" für parteipolitische Entwicklungen in den Jahren 1945 und 1946 unter besonderer Berücksichtigung der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD).

  • Der Status Berlins als Viersektorenstadt unter alliierter Kontrolle.
  • Die Strategien der Sowjetunion zur Etablierung eines kommunistischen Machtmonopols.
  • Die unterschiedlichen politischen Konzepte von Berliner SPD-Funktionären und der Parteiführung um Kurt Schumacher.
  • Die Rivalitäten und der Spaltungsprozess zwischen der Ost-SPD und der West-SPD.
  • Die erzwungene Vereinigung von KPD und SPD zur SED in der sowjetischen Besatzungszone.

Auszug aus dem Buch

3.2. Die SPD als unabhängige und zentralistische Reichspartei - Die politische Konzeption Kurt Schumachers

Parallel zu den politischen Aktivitäten in Berlin begann Kurt Schumacher in Hannover mit dem Wiederaufbau der Partei und richtete das „Büro Schumacher als inoffizielle Parteizentrale im Mai 1945 ein. Der sowjetische Alleingang in Bezug auf die Wiederzulassung von Parteien und dem damit erfolgten Gründungsaufruf in Berlin drängte Schumacher politisch in die Defensive, denn die SPD war nun offiziell gegründet und der Zentralausschuss in Berlin hatte somit einen parteiführenden Charakter. Die Leitziele des Zentralausschusses deckten sich keinesfalls mit Schumachers Konzeption vom Neu- und nicht Wiederaufbau von Staat und Gesellschaft. Grundlage hierfür war die Rolle der SPD als einer unabhängigen und zentralistischen Reichspartei, denn im Rahmen des von Schumacher formulierten „Rechts der nationalen Selbstbehauptung“ war das einheitliche Deutschland die Grundvoraussetzung für eine Politik der Neutralität, des Ausgleichs und des Gleichgewichts. Die Sozialdemokratie sollte innenpolitisch als Gegenpol zum Nationalsozialismus und dem kapitalistischen Großbesitz, der nach Ansicht vieler die moralische Verantwortung für die NS Machtergreifung trug, verankert werden. Weiterhin erfolgte eine Abgrenzung zu den bürgerlichen Parteien, die des politischen Versagens in der Weimarer Republik bezichtigt wurden als auch zu den Kommunisten, denen Schumacher vorwarf, durch das Bekämpfen der Weimarer Republik den Machtergreifungsplänen der Nationalsozialisten in die Hände gespielt zu haben. Hieraus leitete Kurt Schumacher bereits indirekt einen klaren Führungsanspruch der Sozialdemokratie ab. Im Gegensatz zum Blockmodell der KPD · sah Schumacher aber gerade im Kampf der Parteien ein entscheidendes Element des politischen Fortschritts und der politischen Aufklärung. Der Opposition kam hierbei eine exponierte Rolle neben der Regierung als lebenswichtiges Organ der parlamentarischen Demokratie im Rahmen einer Mitgestaltungs- und Kontrollfunktion zu. Dem Neutralitätsgrundsatz wurde außenpolitisch dergestalt Rechnung getragen. dass für Schumacher, trotz dessen Sympathien gegenüber den westlichen Demokratien, weder eine vorbehaltlose Westintegration Deutschlands, noch eine Annäherung an die Sowjetunion infrage kam. Unter diesem Primat seiner politischen Konzeptionen konnte eine Verschmelzung mit der KPD nicht erfolgen, was in der Konsequenz einen kaum auszuräumenden Konflikt mit dem Zentralausschuss bedeutete.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung definiert den Untersuchungsgegenstand der politischen Neuorientierung in Berlin 1945/46 und legt die hermeneutisch-historische Methodik der Arbeit fest.

2. Die Situation Berlins nach dem Zweiten Weltkrieg: Dieses Kapitel erläutert den speziellen Status Berlins als Viersektorenstadt und die Versuche der Sowjetunion, durch frühzeitige Parteigründungen ihren politischen Einfluss zu sichern.

3. Der Wiederaufbau der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands: Hier wird der innerparteiliche Konflikt zwischen der auf Einheit mit der KPD drängenden Berliner SPD-Führung und der auf Unabhängigkeit fokussierten Gruppe um Kurt Schumacher analysiert.

4. Berlin als Experimentierfeld: Ein Fazit: Das Fazit resümiert, dass Berlin aufgrund der sowjetischen Einflussnahme seine Chance als Ort für zonenübergreifende demokratische Lösungsansätze verlor und zum Krisenpunkt des Ost-West-Konflikts wurde.

5. Berlin als Experimentierfeld: Ein Ausblick: Der Ausblick skizziert die weitere Entwicklung hin zum Kalten Krieg und die zunehmende Unvereinbarkeit der politischen Blöcke.

Schlüsselwörter

Berlin, Viersektorenstadt, SPD, KPD, SED, Kurt Schumacher, Otto Grotewohl, Sowjetische Besatzungszone, SMAD, politische Neuordnung, Kalter Krieg, Alliierter Kontrollrat, Ost-West-Konflikt, Parteispaltung, Nachkriegsgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Hausarbeit im Kern?

Die Arbeit untersucht die politische Neuordnung Deutschlands unmittelbar nach Kriegsende 1945/46 mit dem spezifischen Fokus auf Berlin und die Wiederbelebung der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD).

Was ist das zentrale Thema der Arbeit?

Das zentrale Thema ist der parteipolitische Transformationsprozess in Berlin, der durch das Spannungsfeld zwischen den Siegermächten und den unterschiedlichen strategischen Ausrichtungen innerhalb der deutschen Parteien, insbesondere der SPD, geprägt war.

Welche Forschungsfrage verfolgt der Autor?

Die Arbeit untersucht, inwiefern Berlin als Experimentierfeld für eine zonenübergreifende politische Neuordnung dienen konnte und warum es stattdessen zu einem Krisenpunkt in der Auseinandersetzung zwischen Ost und West wurde.

Welche methodische Vorgehensweise wurde gewählt?

Die Fragestellung wird mithilfe hermeneutischer Methoden im Rahmen einer historisch-analytischen Untersuchung bearbeitet.

Welche inhaltlichen Schwerpunkte deckt der Hauptteil ab?

Der Hauptteil behandelt den Status Berlins, die Vormachtstellung der Sowjetunion, den Wiederaufbau der Parteien, die politischen Divergenzen innerhalb der SPD sowie den Prozess, der schließlich zur Spaltung der Partei und zur Zwangsfusion zur SED führte.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Schlüsselbegriffe sind unter anderem Berlin, Viersektorenstadt, SPD, KPD, Kurt Schumacher, Otto Grotewohl, sowjetische Besatzungszone und Ost-West-Konflikt.

Warum lehnte Kurt Schumacher eine Vereinigung von SPD und KPD ab?

Schumacher sah die SPD als unabhängige, zentralistische Reichspartei und befürchtete, dass eine Fusion unter dem Einfluss der Sowjetunion die Partei der kommunistischen Vorherrschaft unterwerfen und den demokratischen Wettbewerb zerstören würde.

Welche Rolle spielte der Zentralausschuss der Berliner SPD?

Der Zentralausschuss in Berlin, unter dem Vorsitz von Otto Grotewohl, versuchte frühzeitig eine organisatorische Einheit mit der KPD herzustellen, was zu massiven Konflikten mit der West-SPD und Kurt Schumacher führte.

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Details

Title
Die Viersektorenstadt Berlin als Experimentierfeld der parteipolitischen Neuordnung Deutschlands 1945/46
College
University of Hagen
Grade
1,7
Author
Carsten Weihe (Author)
Publication Year
2008
Pages
12
Catalog Number
V342976
ISBN (eBook)
9783668327092
ISBN (Book)
9783668327108
Language
German
Tags
Berlin politische Neuordnung Viersektorenstadt Nachkriegszeit Kalter Krieg
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Carsten Weihe (Author), 2008, Die Viersektorenstadt Berlin als Experimentierfeld der parteipolitischen Neuordnung Deutschlands 1945/46, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/342976
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