Die Welt ist vernetzt und auch die Liebe hat im Netz ihren Platz gefunden. Eine Online-Umfrage unter Nutzern von Online-Partnerbörsen im Jahr 2013 in Deutschland hat ergeben, dass 48,2% der Befragten mehrmals pro Woche Online-Dating Portale nutzen. Die Partnerwahl hat sich somit im Vergleich zur Vergangenheit verändert. Man überlässt die Partnerwahl nicht mehr dem Zufall, sondern nimmt die Auswahl selbst in die Hand.
Somit ist es notwendig, neue Räume für Bekanntschaften zu schaffen und neue Möglichkeiten zu finden, andere Menschen kennenzulernen und somit „den Partnerpool“ zu vergrößern. Eine Möglichkeit stellen für Schuldt Online-Dating Portale dar. Die Angebote sind umfangreich.
Für die vorliegende Untersuchung sollen ausschließlich Online-Dating Portale einbezogen werden, die als Flirtplattformen zum unverbindlichen Kennenlernen genutzt werden können. Interessant ist, ob es trotz veränderter Partnerwahl, vermehrter Nutzung und dadurch Erhöhung der potentiellen Partneranzahl eine einheitliche oder zumindest ähnliche Nutzergruppe gibt. Nutzen nur Menschen mit bestimmten Persönlichkeitsmerkmalen Online-Dating Portale oder unterscheiden sich die Nutzer, die im Internet auf Partnersuche sind, hinsichtlich ihrer Persönlichkeitsmerkmale von denen, die diese Art der Partnersuche nicht nutzen?
Wenn diese Annahme zutrifft, wäre die Auswahl für die Nutzer eingeschränkt, da nur ein bestimmter Persönlichkeitstyp die Angebote von Online-Dating Portalen nutzt. Dies kann positiv sein, wenn die Nutzer einen ähnlichen Persönlichkeitstyp suchen. Sollten die Nutzer aber einen anderen Charaktertypus suchen, wird die Auswahl bei Bestätigung der Hypothese gering sein. Interessant wäre diese Aussage beispielsweise für die Anbieter von Online-Dating Portalen. Eine Spezialisierung auf die entsprechenden Persönlichkeitsmerkmale könnte eine Erhöhung der Mitgliederzahl und eine höhere Attraktivität für Werbetreibende zur Folge haben. Im Folgenden soll also untersucht werden, ob es einen Unterschied in den Persönlichkeitsmerkmalen zwischen Nutzern und Nicht-Nutzern von Online-Dating Portalen gibt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theorie
2.1 Online-Dating
2.2 Persönlichkeit
2.2.1 Big Five.
2.2.2 Extraversion.
2.2.3 Neurotizismus.
2.2.4 Gewissenhaftigkeit.
2.2.5 Verträglichkeit.
2.2.6 Offenheit für neue Erfahrungen.
2.3 Hypothesen
2.3.1 Gerichtete Hypothesen.
2.3.2 Ungerichtete Hypothesen.
3 Methode
3.1 Untersuchungsplanung
3.2 Big Five Inventory-SOEP
3.3 Nutzung von Online-Dating Portalen
3.4 Stichprobenumfangsplanung
3.5 Untersuchungsablauf
3.6 Auswertungsplanung
4 Ergebnisse
4.1 Deskriptive Statistik
4.2 Normalverteilung
4.3 Inferenzstatistik
4.3.1 Gerichtete Hypothesen.
4.3.2 Ungerichtete Hypothesen.
5 Diskussion
5.1 Zusammenfassung der Ergebnisse
5.2 Kritik
5.3 Ausblick
6 Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, ob signifikante Unterschiede in den Persönlichkeitsmerkmalen (gemessen anhand der Big Five) zwischen Nutzern und Nicht-Nutzern von Online-Dating Portalen existieren, um ein tieferes Verständnis für die Nutzergruppen dieser Flirtplattformen zu gewinnen.
- Persönlichkeitspsychologische Grundlagen und die Big Five
- Differenzierung von Nutzern und Nicht-Nutzern von Online-Dating
- Empirische Untersuchung mittels Online-Umfrage (n=132)
- Statistische Hypothesentests zur Persönlichkeitsprofilierung
- Diskussion über den Einfluss von Anonymität und Internetnutzung
Auszug aus dem Buch
2.2.2 Extraversion.
Eysenck bildet für die Persönlichkeitsdimension Extraversion ein Gegensatzpaar. Demnach sind Menschen mit einem hohen Wert für Extraversion sehr gesellig, haben viele Freunde, lieben es, Veranstaltungen zu besuchen, sind ungern allein und benötigen den Austausch mit anderen Menschen. Extravertierte Menschen sind spontan, agil, optimistisch und fröhlich. Im Gegensatz dazu gelten introvertierte Menschen als ruhig, zurückhaltend, distanziert und ernsthaft. Sie lieben beispielsweise Bücher mehr als Menschen und haben weniger Freunde (Landwehr, keine Jahresangabe). Eine hohe Ausprägung der Persönlichkeitsdimension Extraversion ist somit positiv belegt. Diesen Zusammenhang wiesen Rusting und Larsen nach: „positive mood induction was positively correlated with E[xtraversion]“ (1997, zitiert nach Pickering und Corr und Gray, 1999).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema Online-Dating ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach dem Zusammenhang zwischen Persönlichkeitsmerkmalen und der Nutzung solcher Portale.
2 Theorie: In diesem Kapitel werden Grundlagen zum Online-Dating sowie die Persönlichkeitsdimensionen der Big Five erläutert und entsprechende Hypothesen für die Untersuchung hergeleitet.
3 Methode: Dieses Kapitel beschreibt das Studiendesign, die Stichprobenerhebung mittels einer Online-Umfrage, die verwendeten Skalen sowie die Planung der statistischen Auswertung.
4 Ergebnisse: Hier werden die erhobenen Daten mittels deskriptiver Statistik, Normalverteilungstests und inferenzstatistischer Verfahren auf die aufgestellten Hypothesen hin analysiert.
5 Diskussion: In diesem abschließenden Teil werden die Ergebnisse interpretiert, kritisch gewürdigt und ein Ausblick auf zukünftige Forschungsansätze gegeben.
6 Literaturverzeichnis: Dieses Kapitel listet sämtliche in der Arbeit verwendeten Quellen und wissenschaftlichen Referenzen auf.
Schlüsselwörter
Online-Dating, Persönlichkeitspsychologie, Big Five, Extraversion, Neurotizismus, Gewissenhaftigkeit, Verträglichkeit, Offenheit für neue Erfahrungen, Nutzerverhalten, Online-Umfrage, statistische Analyse, Hypothesentest, Internetnutzung, Partnersuche, Persönlichkeitsmerkmale.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht, ob es Persönlichkeitsunterschiede zwischen Menschen gibt, die Online-Dating-Portale für die Partnersuche nutzen, und solchen, die diese Angebote nicht nutzen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Felder sind die Persönlichkeitspsychologie, insbesondere das Fünf-Faktoren-Modell (Big Five), und deren Bezug zur modernen Partnersuche im Internet.
Was ist das primäre Ziel der Studie?
Das Ziel ist die empirische Überprüfung der Hypothese, ob bestimmte Persönlichkeitsausprägungen die Nutzung von Online-Dating-Portalen begünstigen oder ob es zwischen den Gruppen keine signifikanten Unterschiede gibt.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wurde ein korrelatives Design in Form einer quantitativen Online-Umfrage mit 132 Probanden gewählt, deren Daten mittels parametrischer und nicht-parametrischer statistischer Tests ausgewertet wurden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Persönlichkeitsmerkmale, die Operationalisierung für die Umfrage, die statistische Auswertung der Daten und die Interpretation der Ergebnisse.
Welche Keywords charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Online-Dating, Big Five, Persönlichkeitsmerkmale, statistische Hypothesentests und Nutzerverhalten beschreiben.
Welches Ergebnis zeigte sich bezüglich der Dimension Neurotizismus?
Für Neurotizismus konnte ein statistisch signifikanter Unterschied nachgewiesen werden, wobei Nutzer von Online-Dating-Portalen höhere Werte aufwiesen als Nicht-Nutzer, was mit einem schwachen Effekt verbunden war.
Warum wurde in der Arbeit Kritik an der Stichprobe geübt?
Die Autorin weist darauf hin, dass die Stichprobe trotz Erreichen des Mindestumfangs als klein gilt und keine Repräsentativität erreicht, zudem wurden keine demografischen Daten wie Alter oder Bildung erhoben.
- Citation du texte
- Heike Melahn (Auteur), 2016, Der Zusammenhang zwischen den Big Five und der Nutzung von Online-Dating Portalen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/342991