Die Hausarbeit beschäftigt sich mit der Fragestellung inwieweit mediale Gewaltdarstellungen das Verhalten von Kindern und Jugendlichen beeinflussen.
Die heutige Gesellschaft zeichnet sich immer mehr durch Medien aus. So besitzt fast jeder Haushalt mindestens einen Fernseher, Videos können sekundenschnell ohne weiteres aus dem Internet geladen werden und Computerspiele werden immer realitätsnäher. Dabei erfreuen sich insbesondere gewalthaltige Medieninhalte unter Jugendlichen großer Beliebtheit. Es stellt sich unweigerlich die Frage, welche Auswirkungen dieser Medienkonsum hat und inwieweit Mediengewalt das Verhalten von Kindern und Jugendlichen beeinflusst. Denn besonders nach Amokläufen wird die Debatte um Gewaltdarstellungen und ihre möglichen schädigenden Wirkungen regelmäßig wieder aufgegriffen.
Die Autorin beginnt zunächst mit einer Definition von Gewalt und Mediengewalt. In dem nachfolgenden Punkt zwei wird die Mediennutzung in Deutschland erläutert. Wobei auch dort der Aspekt Mediengewalt aufgegriffen wird.
Punkt drei beschäftigt sich mit den Wirkungen von Mediengewalt. Dabei wird in zwei Unterpunkten explizit auf die Wirkung von Gewalt in Computerspielen und auf die Wirkung von Gewalt im Internet eingegangen. Dieser dritte Punkt stellt den Schwerpunkt der Hausarbeit dar.
Im Anschluss daran werden sechs Thesen der Gewaltwirkungsforschung erläutert. In Punkt sechs werden mögliche Präventionsansätze zusammengefasst. Die Hausarbeit endet mit einem abschließenden Fazit und dem Literaturverzeichnis.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definitionen
2.1. Definition Gewalt
2.2. Mediengewalt
3. Mediennutzung
4. Wirkungen medialer Gewalt
4.1. Gewalt in Computerspielen
4.2. Gewalt im Internet
4.3. Gewalt in Musik/ Musikvideos
5. Thesen der Gewaltwirkungsforschung
5.1. Katharsisthese
5.2. Simulationsthese
5.3. Erregungsthese
5.4. Habitualisierungsthese
5.5. Nachahmungsthese
5.6. Kultivierungsthese
5.7. Fazit
6. Präventionsansätze
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit mediale Gewaltdarstellungen das Verhalten von Kindern und Jugendlichen beeinflussen und welche Rolle dabei der Medienkonsum spielt.
- Definition und Abgrenzung von Gewalt und Mediengewalt
- Analyse der Mediennutzung bei Kindern und Jugendlichen
- Untersuchung der Wirkungen von Gewalt in verschiedenen Medien (Computer, Internet, Musik)
- Darstellung zentraler Thesen der Gewaltwirkungsforschung
- Diskussion von Präventionsansätzen zur Förderung der Medienkompetenz
Auszug aus dem Buch
4. Wirkungen medialer Gewalt
Nach einer weit verbreiteten Annahme entsteht kriminelle Gewalt durch Imitation medialer Vorbilder. „Durch die Beobachtung von aggressivem Verhalten bei Anderen lernen Menschen dieses Verhalten und bei späterer Gelegenheit kann das Beispiel dann als Richtline für eigenes Verhalten dienen. (Theunert 2000, S.35) So haben die Spiele, die heutzutage immer realistischer und immer gewalthaltiger zu werden scheinen, zu vielen Amokläufen etc. beigetragen, da die Jugendlichen Täter oftmals intensive Konsumenten violenter Computerspiele gewesen sind.
Die meisten Menschen reagieren auf mediale Gewaltdarstellungen hauptsächlich mit Angst. Einerseits schützt die opfervermittelte Angst das gewaltkritische Lernen, andererseits werden Opferrezeptionen zum Anlass für Aggressionssteigerungen jenseits von Imitation, wenn sie sich mit Empörung mischen und moralgestützt Gewaltschleusen öffnen. (Mikos 2000, S.43) Des Weiteren lassen sich folgende Wirkungsformen unterscheiden: Erhöhung des Erregungsniveaus, Förderung violenter Kognitionen, Emotionen und Verhaltensweisen sowie Reduktion prosozialen Verhaltens. (vgl. Kunczik 1995, S.297)
So kamen verschiedene Untersuchungen zu dem Ergebnis, dass bei Spielern gewalthaltiger Spiele eine stärkere Beschleunigung des Pulses und eine deutlichere Erhöhung des Blutdrucks vorzufinden war als bei Spielern nicht gewalthaltiger Spiele. Allerdings ist festzuhalten, dass eine höhere Erregung nicht gleich zu aggressivem Verhalten führen muss.
Die bisherige Forschung hat zwar Hinweise auf negative Wirkungen von Computerspielen erbracht, die Befunden sind allerdings noch zu heterogen, zu widersprüchlich und insgesamt mit zu vielen methodischen Mängeln behaftet, um zu eindeutigen Aussagen zu gelangen. (Kunczik 1995, S.288)
Es ist zudem nicht voraussagbar, welche Medieninhalte genau eine Gewalttat auslösen, da der Medieninhalt immer nur im Zusammenspiel mit sozialen Faktoren wirksam wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema ein, stellt die Forschungsfrage nach den Auswirkungen von Mediengewalt auf Jugendliche und erläutert den Aufbau der Hausarbeit.
2. Definitionen: Hier werden die Begriffe Gewalt und Mediengewalt definiert und theoretisch abgegrenzt, wobei verschiedene Gewaltformen wie personelle, strukturelle und kulturelle Gewalt erläutert werden.
3. Mediennutzung: Dieses Kapitel beschreibt das Medienverhalten von Jugendlichen und stellt dar, dass gewalthaltige Inhalte, insbesondere in Fernsehprogrammen und Computerspielen, für die Zielgruppe leicht zugänglich sind.
4. Wirkungen medialer Gewalt: Hier wird der Schwerpunkt auf die psychologischen und verhaltensbezogenen Auswirkungen von Mediengewalt gelegt, wobei Computerspiele, das Internet und Musikvideos detailliert betrachtet werden.
5. Thesen der Gewaltwirkungsforschung: In diesem Abschnitt werden zentrale theoretische Konzepte wie die Katharsis-, Simulations-, Erregungs-, Habitualisierungs-, Nachahmungs- und Kultivierungsthese vorgestellt und kritisch beleuchtet.
6. Präventionsansätze: Dieses Kapitel diskutiert Strategien zum Schutz von Kindern und Jugendlichen, wie die Reduktion des Konsums, die Förderung der Medienkompetenz und die Bedeutung der elterlichen Kontrolle.
7. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass ein pauschaler Zusammenhang zwischen Mediengewalt und aggressivem Verhalten nicht belegbar ist, aber präventive Maßnahmen dennoch eine wichtige Rolle spielen.
Schlüsselwörter
Mediale Gewalt, Gewaltdarstellungen, Jugendliche, Mediennutzung, Gewaltwirkungsforschung, Computerspiele, Medienkompetenz, Katharsisthese, Simulationsthese, Nachahmungsthese, Prävention, Medienkonsum, Aggressionspotenzial, Fernsehen, Internet.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Einfluss, den mediale Gewaltdarstellungen auf das Verhalten von Kindern und Jugendlichen in unserer heutigen, mediengeprägten Gesellschaft ausüben.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Definition von Gewalt, die aktuelle Mediennutzung Jugendlicher, die Wirkung von Gewalt in digitalen Medien sowie verschiedene wissenschaftliche Thesen zur Gewaltforschung und Möglichkeiten der Prävention.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet, inwieweit mediale Gewaltdarstellungen das aggressive Verhalten von Kindern und Jugendlichen tatsächlich beeinflussen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin stützt sich auf eine Literaturanalyse und wertet bestehende Studien (wie die JIM-Studie) sowie theoretische Konzepte der Gewaltwirkungsforschung aus.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Mediennutzung, untersucht spezifisch die Wirkungen von Gewalt in Computerspielen, im Internet und in Musikvideos und diskutiert verschiedene medienpsychologische Erklärungsmodelle.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Mediengewalt, Medienkompetenz, Prävention, Aggressionsverhalten und die verschiedenen Thesen der Medienwirkung.
Warum wird im Kapitel 4.1. das Computerspiel als "gefährlicher" als das Fernsehen eingestuft?
Das Computerspiel wird als interaktiver und fordernder eingestuft, da der Spieler aktiv in das Geschehen eingreift und oft in eine permanente Identifikation mit gewalttätigen Figuren tritt, anstatt nur passiv zuzuschauen.
Was besagt die Habitualisierungsthese genau?
Die Habitualisierungsthese postuliert, dass durch den ständigen Konsum fiktionaler Gewalt eine Abstumpfung eintritt, wodurch Gewalt im Alltag zunehmend als normales Verhalten wahrgenommen wird.
Wie bewertet der Autor die Wirksamkeit der elterlichen Kontrolle?
Obwohl elterliche Kontrolle als wichtig erachtet wird, weist der Text darauf hin, dass sie oft nur begrenzt wirksam ist und teilweise sogar den Reiz der verbotenen Medieninhalte für Jugendliche erhöhen kann.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2015, Beeinflussen mediale Gewaltdarstellungen aggressives Verhalten von Kindern und Jugendlichen?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/343060