Slacklining. Eine allgemeine Betrachtung und Einordnung in die Trendsport-Szene


Studienarbeit, 2015
22 Seiten, Note: 1,3
Anonym

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Slacklining
2.1 Historische Entwicklung
2.2 Darstellung der verschiedenen Slacklines
2.2.1 Lowlines
2.2.2 Highlines

3 Trendsport
3.1 Begriffsbestimmung
3.2 Gesellschaftliche Voraussetzungen

4 Zugehörigkeit von Sportarten zur Trendsport-Szene
4.1 Trendsportmerkmale
4.2 Entwicklungsmodelle
4.2.1 Entstehung von Trendsportarten nach Schwier
4.2.2 Phasenmodell nach Lamprecht und Stamm

5 Anwendung der Modelle auf Slacklining
5.1 Entwicklungsmodell nach Schwier
5.2 Phasenmodell nach Lamprecht und Stamm

7 Fazit

8 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Slacklining hat sich über einige Jahre zu einer beliebten Trendsportart in den Vereinigten Staaten von Amerika und auch Europa entwickelt. Aufgrund der großen Medienpräsenz hat sie auch weltweit an Popularität gewonnen.

Ziel dieser Arbeit ist eine umfangreiche Betrachtung des Slacklining im Speziellen und des Trendsports im Allgemeinen. Durch die Untersuchung des Slacklining anhand spezieller Modelle soll die Frage beantwortet werden, ob es sich beim Slacklining tatsächlich um eine Trendsportart handelt.

Dazu werden zunächst die Anfänge und Entwicklungen dieser Bewegungspraktik behandelt, beginnend bei der Entstehung in den USA bis hin zur Entwicklung des Slacklining in Europa. Anschließend erfolgt ein umfassender Einblick in die grundlegenden Disziplinen.

Im weiteren Verlauf wird der Trendsport behandelt. Dabei wird zunächst genauer auf den Begriff eingegangen. Darüber hinaus werden die Veränderungen in einer Gesellschaft beschrieben, die als Voraussetzung für die Entstehung einer Trendsportart notwendig sind.

Zudem werden zwei Modelle aus der Trendsportforschung dargestellt und abschließend angewendet, um das Slacklining zu analysieren und nachweislich der Trendsport-Szene zuordnen zu können.

Im Fazit der Studienarbeit werden die dargestellten Themen und die daraus resultierenden Erkenntnisse zusammengefasst.

2 Slacklining

Dieses Kapitel beschäftigt sich mit einer grundlegenden Einleitung in die Sportart Slacklining. Hierzu werden zunächst die Entstehung sowie die historische Entwicklung der noch sehr jungen Sportart erläutert. Um eine genauere Vorstellung vom Slacklining zu erhalten, werden zudem deren unterschiedliche Disziplinen vorgestellt.

2.1 Historische Entwicklung

Das heute als Trendsportart bekannte Slacklining hat seine Ursprünge in den 1970er Jahren. In den USA balancierten Kletterer bereits in den 1960er Jahren auf alten Tauen oder Absperrketten, um sich die Zeit zu vertreiben. Die dafür verwendeten, relativ locker durchhängenden Taue bezeichneten sie als „slackchains“. Das Balancieren auf diesen Seilen erwies sich anfangs als sehr schwierig, wurde jedoch nach einigem Üben zu einer machbaren Aufgabe. Nachdem sich die Kletterer auf den „slackchains“ sicher fühlten, suchten sie nach neuen Herausforderungen und begannen Tricks in das Balancieren einzubauen, wie zum Beispiel das Hinsetzen, Drehen oder Liegen auf den Tauen (vgl. Müller, 2007, S. 3f.).

Im Jahr 1983 schrieb der junge Kletterer Scott Balcom in seinem Buch Walk the Line von einer besonderen Beobachtung zweier balancierender Männer. Die Männer balancierten in einem Wald im Yosemite-Nationalpark (Kalifornien) auf einem zwischen Bäume gespannten Stahlseil. Zudem hatten sie ein weiteres Band gespannt, welches sie zum Trainieren nutzten. Scott Balcom begeisterte direkt das stark federnde Band, da er zuvor selbst bei dem Versuch, ein Seil zum Balancieren zu spannen, gescheitert war. Bei den beiden Männern handelte es sich um Adam Grosowski und Jeff Ellington, die bis heute als Pioniere des Slacklining gelten (vgl. Balcom, 2005, S. 114).

Scott Balcom berichtete seinem Bruder sowie seinen Freunden von seinen Beobachtungen und organisierte sich selbst ein solches Band, wie es Grosowski und Ellington benutzt hatten. Er spannte es ebenfalls zwischen zwei Bäume und übte daran gemeinsam mit seinen Freunden. Nach einiger Zeit konnten alle von ihnen mühelos auf dem Band balancieren und sogar Tricks durchführen. Die federnden Eigenschaften des Bandes wurden von allen als vorteilhaft gegenüber den starren Ketten angesehen. Die starke Dehnungsfähigkeit des Bandes erinnerte an ein großes Gummiband und gab ein besonderes Gehgefühl (vgl. Müller, 2007, S. 3f.).

In den nachfolgenden Jahren kamen immer mehr Kletterer in den Yosemite-Nationalpark, um Slacklining zu betreiben. Bis heute gilt der Ort als bekanntester Treffpunkt in der Slackline-Szene. Es wurde immer viel experimentiert und ausprobiert, um die Grenzen des Sports neu zu erfahren. So wurden unterschiedlich starke Bänder und variierende Längen ausgetestet sowie Bänder in verschiedenen Höhen gespannt. Dadurch entstanden unterschiedliche Disziplinen des Slacklining, auf die im nachfolgenden Kapitel noch genauer eingegangen wird.

Im Jahr 1985 gelang Scott Balcom nach langem physischen sowie mentalen Training die erste Begehung einer Highline. Am Lost Arrow Spire, einer Felsnadel im Yosemite Valley, die etwa 17 Meter hervorragt, konnte er die Highline unbeschadet bewältigen . Diese erfolgreiche Aktion inspirierte viele weitere Sportler zu riskanten Highlines in ähnlichen Höhen. Sein Freund Darrin Carter, der zu den ehrgeizigsten Sportlern der Szene zählte, absolvierte als erster Slackliner ungesichert eine 15 Meter lange Slackline in 900 Meter Höhe über der Talsohle des Yosemite Valley (vgl. Junghannß, o. D., S. 3f.).

Ein wichtiger Meilenstein dieser aufstrebenden und an Beliebtheit gewinnenden Sportart war die Gründung des ersten Anbieters „Slackline Brothers Inc.“ im Jahr 1998 durch Ric Piegh. Er bot als Erster ein komplettes Slackline-Set zum Verkauf an. Ihm folgten einige weitere Firmen, die den Sport vorantrieben. Im Jahr 2005 gründete auch Scott Balcom ein Unternehmen, das er „Slack Daddy“ nannte und ebenfalls Ausrüstung zum Ausüben seines erfundenen Sports anbot.

Der in den USA entstandene Sport wurde in Europa insbesondere durch Heinz Zak bekannt. Er war ein Kletterer sowie Fotograf aus Österreich, der auf das Slacklining aufmerksam wurde und dieses nach Europa brachte. Er gilt als Pionier der europäischen Slackline-Szene und bot in Europa auch die ersten Slackline-Sets an. Er organisierte im Jahr 2006 zudem ein bis dahin einmaliges internationales Treffen für Slackliner. Für zwei Tage trafen sich Slackliner aus der ganzen Welt in Scharnitz (Schweiz), tauschten sich über ihre Erfahrungen aus und gaben sich gemeinsam dem Sport hin (vgl. Engel, 2008, S. 4ff.). Dieses erste Treffen gilt als der Durchbruch der Slackline-Szene in Europa. In den darauffolgenden Jahren fanden vermehrt Treffen solcher Art statt und wurden auch für erste geregelte Wettkämpfe genutzt.

2.2 Darstellung der verschiedenen Slacklines

Im nachfolgenden Kapitel werden die unterschiedlichen Disziplinen des Slacklining erläutert. In diesem Zusammenhang werden die Slacklines in Lowlines und Highlines unterschieden. Bei den Lowlines handelt es sich um Slacklines, die in einer Höhe gespannt werden, von denen der Sportler gefahrlos Abspringen kann. Die Highlines wiederum haben eine Mindesthöhe von 8 Metern und erfordern in der Regel ein Sicherungsband.

2.2.1 Lowlines

Die niedrig gespannten und als Lowlines bezeichneten Slacklines werden weiter in Tricklines , Longlines , Freestylelines , Jumplines und Wasserlines unterteilt.

Die am häufigsten genutzte Lowline für Anfänger ist die Trickline . Auf ihr werden die ersten Gehversuche sowie Tricks ausgeführt. Zu Beginn sollte sie über weichen Böden gespannt werden, um sich vor Verletzungen durch das Herunterfallen von der Slackline zu schützen. Sie wird aber nicht nur von Anfängern, sondern auch von bereits erfahrenen Slacklinern genutzt, um auf ihr die unzähligen unterschiedlichen Tricks auszuüben, die das Slacklining ermöglicht.

Auf den sogenannten Longlines ist das übergeordnete Ziel, wie dem Namen schon zu entnehmen ist, möglichst große Distanzen auf dem Band zurückzulegen. Für Anfänger ist diese Line nicht unbedingt geeignet, da erste Erfahrungen bereits vorhanden sein sollten. In der Slackline-Szene ist nicht genau definiert, ab welcher Länge es sich um eine Longline handelt (vgl. Engel, 2008, S. 7f.). Der maximalen Länge einer Longline sind kaum Grenzen gesetzt. Der aktuelle Weltrekord liegt bei einer absolvierten Slackline mit einer Länge von 610 Metern.

Diesen Rekord stellte der Deutsche Alexander Schulz im Mai 2015 in der Mongolei auf, welcher bereits sein dritter Weltrekord war (Pärsch, 2015, S. 1). Bei einer so enormen Länge ist es notwendig das Band entsprechend stark zu spannen, damit die Line beim Überqueren der Mitte nicht den Boden berührt.

Eine weitere Disziplin stellen die Freestylelines dar, die mit deutlich weniger Spannung gespannt werden als die zuvor beschriebenen Trick- und Longlines. Freestylelines sind nur für bereits sehr erfahrene Slackliner zu empfehlen, da sie aufgrund ihrer geringen Spannung stark durchhängen und demnach schwieriger zu absolvieren sind. Es kann bei dieser Disziplin zu schweren Stürzen kommen, da das Band unerwartet mit Schwung in eine Richtung ausweichen kann. Tricks werden auf dieser Art der Slackline möglichst einfach gehalten. Auf dem nachfolgenden Bild ist das stark durchhängende Band einer Freestyleline deutlich zu erkennen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 4: Freestsyleline [1]

Eine weitere Variante der Lowlines ist die Jumpline . Sie wird in der Regel auf einer Distanz von 8 Metern gespannt. Sie wird zudem im Vergleich zur Trickline deutlich härter gespannt. Dies ist notwendig, um ähnliche Voraussetzungen wie bei einem Trampolin zu schaffen, damit möglichst hohe und spektakuläre Sprünge ausgeführt werden können. Es gibt eine Vielzahl von Sprungvarianten, die sich in ihrer Höhe und Weite unterscheiden. Besonders beliebt sind Drehsprünge sowie Vorwärts- und Rückwärts-Salti. Auf dem unten zu sehenden Bild ist beispielhaft die Flugphase eines Rückwärts-Saltos auf einer Jumpline zu erkennen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 5: Rückwärts-Salto auf einer Jumpline[2]

Die neueste Variante des Slacklining auf einer Lowline ist das Balancieren auf Wasserlines . Wie dem Namen entnommen werden kann, handelt es sich um Slacklines, die über Wasser gespannt werden. Die besondere Schwierigkeit bei dieser Form besteht in der fehlenden Abstiegsmöglichkeit und der erschwerten Orientierung, aufgrund fehlender Fixpunkte. Wasserlines bieten sich dahingegen sehr gut an neue Sprünge zu üben, bei denen das Risiko eines Sturzes relativ hoch ist. Durch das Wasser können einige Stürze sanfter, wenn auch nicht immer schmerzfrei, ausfallen (vgl. Engel, 2008, S. 8f.).

[...]


[1] www.zdfsport.de/ZDF/zdfportal/blob/24064062/2/data.jpg

[2] www.yaez.de/uploads/news/id373/Slackline.jpg

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Slacklining. Eine allgemeine Betrachtung und Einordnung in die Trendsport-Szene
Hochschule
Hochschule für Gesundheit und Sport, Ismaning
Note
1,3
Jahr
2015
Seiten
22
Katalognummer
V343076
ISBN (eBook)
9783668335400
ISBN (Buch)
9783668335417
Dateigröße
637 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Slacklining, Trendsport
Arbeit zitieren
Anonym, 2015, Slacklining. Eine allgemeine Betrachtung und Einordnung in die Trendsport-Szene, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/343076

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