Transformationsprozesse des öffentlichen Raums im Kontext der Stadtschrumpfung in Ostdeutschland

Fallbeispiel Wolfen


Hausarbeit, 2014

14 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Gliederung

1. Vorhaben und Themenschwerpunkte

2. Ausgangspunkt und Relevanz des Themas

3. Transformationsprozesse in Ostdeutschland nach 1989

4. Konzepte gegen Stadtschrumpfung

5. Folgen der Stadtschrumpfung für den öffentlichen Raum
5.1 Dezentralisierung der Städte nach Wolfgang Kaschuba
5.2 Sozialräumliche Folgen der Schrumpfung am Beispiel Wolfen

6. Fazit

7. Literaturverzeichnis

1. Vorhaben und Themenschwerpunkte

Das Phänomen der schrumpfenden Stadt wurde in den 1970-er Jahren noch kommunalpolitisch ignoriert. Gegenwärtig hat sich der Stadtentwicklungstyp schrumpfende Stadt seit mehr als 30 Jahren in Ostdeutschland ausgeweitet (Hannemann 2004: 113).

Unabhängig von der Lage, Größe, wirtschaftlichen Basis, Geschichte und des administrativen Status, zeigen sich wirtschaftliche und soziale Folgen der Wende fast überall in Deutschland.

Das Phänomen ,,Schrumpfung'' hat sich dabei seit der Wende zu einem dauerhaften Problem entwickelt. Der mit der Wende einher gehende wirtschaftliche Strukturwandel führte zu massiver Arbeitslosigkeit, massivem Bevölkerungsrückgang und einer Deurbanisierung (Glock 2006: 37).

In meiner Hausarbeit werde ich im Zusammenhang mit dem ostdeutschen Transformationsprozess von der Planwirtschaft zur sozialen Marktwirtschaft und den daraus resultierenden Veränderungen auf den öffentlichen Raum, der Frage nach Konzepten gegen Stadtschrumpfung nachgehen.

Diese Analyse nach Konzepten dürfte für das Thema deshalb relevant sein, da sich ostdeutsche Städte kaum noch durch Zuzüge oder eigenen Nachwuchs reproduzieren. Hierbei stellt sich auch die Frage nach der Perspektive ostdeutscher Städte, deren Bürger mehrheitlich alt sind und immer älter werden.

Ob die Konzepte das Problem der Stadtschrumpfung erfolgreich lösen können oder ob es damit lediglich bei einem Versuch bleibt, diesem Problem entgegenzuwirken, wird im Zuge meiner Ausführungen näher beleuchtet.

Im Verlauf meines Essays möchte ich nach der Erläuterung der Transformationsprozesse in Ostdeutschland und der Konzepte gegen die Stadtschrumpfung, die Folgen für den öffentlichen, innerstädtischen Raum aufzeigen. Hierbei möchte ich mit der These arbeiten, dass Städte sich dezentral entwickeln, transformieren und die Gestalt von Landschaften annehmen. Hierzu werde ich am Beispiel der sächsisch-anhaltischen Stadt Wolfen-Bitterfeld argumentieren. Die daraus entstanden physischen und sozialräumlichen Folgen, welche ich dabei beschreiben werde, sollen den abschließenden Rahmen bilden, um die These der Dezentralisierung zu belegen und die Bedeutung des Verlustes an innerstädtischem Leben und damit an öffentlichem Raum zu verdeutlichen.

2. Ausgangspunkt und Relevanz des Themas

Zunächst wird es in meinen Ausführungen interessant sein zu erfahren, weshalb die Schrumpfung von Städten einer Diskussion bedarf und warum dieses Thema nicht nur relevant, sondern auch als problematisch zu betrachten Thema gilt. Hierbei beziehe ich mich auf den Beitrag ,,Die schrumpfende Stadt und die Stadtsoziologie'' von Häußermann und Siebel, aus den 1980-er Jahren. Sie bezeichneten die schrumpfende Stadt als einen neuen Gegenstand stadtsoziologischer Forschung. Dabei beobachteten sie Einflussfaktoren wie z.B. die Beschäftigungs- und Bevölkerungsentwicklung. Bei den festzustellenden Schrumpfungsprozessen dieser Faktoren, sprachen beide von einem neuen Stadtentwicklungstyp, da die damit verbundenen Probleme keine einmalige Einzelerscheinung darstellten.

3. Transformationsprozesse in Ostdeutschland nach 1989

Während Städte in der ehemaligen BRD vorwiegend durch den Wechsel von Industrie orientierter Wirtschaft zu Dienstleistung orientierter Wirtschaft betroffen waren, erweiterte sich die Problematik der wirtschaftlichen Anpassung für ostdeutsche Städte zusätzlich.

Neben dem Strukturwandel weg von der Industrieökonomie, hin zur Dienstleistungsökonomie, musste laut Lang (2003: 78) im Zuge der Transformation, innerhalb kürzester Zeit das Wirtschaftssystem der DDR, an die aktuellen Marktbedingungen und Wirtschaftsstrukturen angepasst werden.

Daher spricht Lang vielmehr von einem Strukturbruch der ostdeutschen Wirtschaft, als von einem Wandel.

Resultat diesen Wandels war eine große Unsicherheit innerhalb der Bevölkerung, die sich in sinkenden Geburtenraten niederschlägt. Hinterfragt wurde die berufliche und finanzielle Lebenssituation, da zum einen Unternehmen dem neuen Wettbewerbsdruck Stand halten mussten und Auftraggeber verloren, und zum anderen die Währungsumstellung von Ostmark in D-Mark beschlossen wurde. Letzterer Aspekt wurde mit Sorge betrachtet. Die ostdeutschen Haushalte spekulierten darüber, ob das eigene Vermögen und Gehalt deutlich geringer wird, oder gar verloren geht.

Mit der Erwartung und dem Wunsch nach finanzieller Sicherheit, migrierte ein Großteil der ostdeutschen Bevölkerung in die alten Bundesländer. Dies geschah in der Hoffnung, mehr Geld zu verdienen und eine größere Auswahl an sicheren Arbeitsplätzen vorzufinden.

Diejenigen, denen es finanziell gut ging, die jedoch in den neuen Bundesländern bleiben wollten, migrierten entweder auf eigenen Wunsch oder aufgrund der schwierigen Flächensituation innerhalb der Stadt, in das nähere Umland.

[...]

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Transformationsprozesse des öffentlichen Raums im Kontext der Stadtschrumpfung in Ostdeutschland
Untertitel
Fallbeispiel Wolfen
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main  (Institut für Humangeographie)
Veranstaltung
Seminar ,,Stadtgeographie''
Note
1,7
Autor
Jahr
2014
Seiten
14
Katalognummer
V343099
ISBN (eBook)
9783668329522
ISBN (Buch)
9783668329539
Dateigröße
434 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Stadtgeographie, Stadtschrumpfung, Transformationsprozesse, Deindustrialisierung, Schrumpfende Städte, Demographie, Dezentralisierung
Arbeit zitieren
Fabian Schönrock (Autor), 2014, Transformationsprozesse des öffentlichen Raums im Kontext der Stadtschrumpfung in Ostdeutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/343099

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