Die Sinnesdatentheorie und ihre Kritik


Essay, 2015
11 Seiten, Note: unbenotet

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1.Einleitung

2.Sinnesdatentheorie

3.Kritik an der Sinnesdatentheorie

4.Price Antwort auf die Kritik

5.Kritische Beurteilung

6.Literaturverzeichnis/ verwendete Internetseiten

Einleitung

In allen Wissenschaften geht es wie das Wort bereits andeutet, permanent um Wissen, insbesondere darum, neues Wissen über die Welt zu erlangen. Die Philosophie bildet da keine Ausnahme. Aber wie erlangen wir eigentlich genau Wissen? Wie können wir als einzelne Individuen, uns der Wahrheit unserer Überzeugungen sicher sein und wie gelangen wir überhaupt zu diesen Überzeugungen?

Die offensichtliche Antwort auf diese Frage lautet: Durch unsere Wahrnehmung. Wir erfahren die Welt mit unseren Sinnen und haben nur auf diese Weise Zugriff, auf sie und damit die Möglichkeit, etwas über sie zu erfahren, beziehungsweise Wissen über sie zu erlangen. Selbst das Wissen über die Dinge, die man mit keinem menschlichen Sinn, direkt wahrnehmen kann, wie beispielsweise das Wissen über Atome oder Röntgenstrahlen, ist der Menschheit offensichtlich nicht, durch irgendeine übernatürliche Eingebung offenbart geworden. Auch kann es nicht, durch ausschließlich theoretische Überlegungen, ohne jede empirische Grundlage entstanden sein. Dieses Wissen haben Menschen dadurch erlangt, dass sie mit ihren Sinnen und zusätzlich mit Hilfe von verschiedenen Gerätschaften, Beobachtungen in der Welt vorgenommen haben und dann im Nachhinein Schlüsse daraus zogen. Die sinnliche Wahrnehmung war hier zwar nicht das einzige Hilfsmittel zum Erlangen von Wissen, es war jedoch unentbehrlich.

So greift man auch, wenn man zur Rechtfertigung seiner Überzeugung aufgefordert wird, zumeist auf die eigene sinnlich erfahrenen der Dinge zurück. Wie man sieht ist also die Frage danach, wie genau unsere Überzeugungen mit unserer Wahrnehmung zusammenhängt, oder ob sie vielleicht doch nicht mit ihr verbunden sind, für die Wissenschaft von hoher Bedeutung, da Zuverlässigkeit ihrer Aussagen davon abhängt.1

Mit dieser Frage beschäftigen sich die verschiedenen Theorien der Wahrnehmung, von denen die so genannte Sinnesdatentheorie, diejenige ist, die für eine lange Zeit mit Abstand die verbreitetste war. Vermutlich ist der Grund dafür, dass sie die Lösung am intuitivsten darstellt, indem sie sich auf eben jene Intuition stützt, dass wir unsere Überzeugungen, mit den „Daten“ welche wir durch unsere Sinne erhalten, rechtfertigen. Obwohl das auf den ersten Blick sehr einleuchtend erscheint, ist es jedoch, wie sich im Laufe dieser Arbeit zeigen wird, nicht unanfechtbar. Um das zu zeigen, werde ich zunächst die Sinnesdatentheorie, in erster Linie unter Bezugnahme auf ihren Verteidiger Henry Habberly Price, darstellen und anschließend einige Kritikpunkte an ihr beleuchten und die Gewichtigkeit derselben einschätzen.

Sinnesdatentheorie

In seinem 1932 veröffentlichtem Werk „Perception“, stellt H.H. Price die Sinnesdatentheorie dar und erläutert weshalb er sie für plausibel hält. Um zu erklären, wie aus einer sinnlichen Wahrnehmung eine Überzeugung entsteht, reicht es offensichtlich nicht aus, den chemischen Prozess zu beschreiben, der sich im Auge abspielt und im Gehirn fortsetzt, wenn man etwas betrachtet. Man hat damit lediglich den Vorgang der Wahrnehmung erklährt, nicht aber wie er zu einer Überzeugung führt. Gleichzeitig hat man neue Überzeugungen geschaffen, die ebenfalls auf Wahrnehmung basieren und daher selbst erklärungsbedürftig sind.2

Alternativ dazu bietet Price einen Grundstein für eine Theorie, der von der Herangehensweise und auch von der Wortwahl stark an die Meditationen von Descartes erinnert: „When I see a tomato there is much I can doubt. (…) One thing however I can not doubt:(…).“3 Er kann bezweifeln, ob es wirklich eine Tomate ist, oder doch nur ein bemaltes Stück Wachs und so weiter, aber was er nicht anzweifeln kann, ist ,dass er in seinem Bewusstsein, die Wahrnehmung eines roten rundlichen Flecks hat. Selbst wenn sich herausstellt, dass er nur eine Halluzination von einer Tomate hat und es nicht mal eine Nachbildung einer Tomate in seinem Sichtfeld gibt, ändert das nichts daran, dass er in seinem Bewusstsein, das Bild einer Tomate hat. Das ist also in dem Moment, in dem er die Wahrnehmung hat, eine unbezweifelbare Wahrheit. Das sollte jedoch nicht damit verwechselt werden, dass das was vor unserem inneren Auge erscheint, an sich wahr oder falsch ist, denn diese Kategorien funktionieren in erster Linie für

[...]


1 Price, H.H.: Perception, 1932, S. 1, Z. 23-31

2 Price, H.H.: Perception, 1932, S. 2, Z. 14-38

3 Ebd. S.3 Z.1-6

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Die Sinnesdatentheorie und ihre Kritik
Hochschule
Universität Potsdam
Veranstaltung
Seminar: Einführung in die Theorie der Wahrnehmung
Note
unbenotet
Autor
Jahr
2015
Seiten
11
Katalognummer
V343225
ISBN (eBook)
9783668330764
ISBN (Buch)
9783668330771
Dateigröße
392 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sinnesdatentheorie, Price, Wahrnehmung
Arbeit zitieren
Mona Schlachtenrodt (Autor), 2015, Die Sinnesdatentheorie und ihre Kritik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/343225

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