Südkorea. Land der Suizide?

Mögliche Ursachen für die hohe Selbstmordrate


Hausarbeit, 2016
13 Seiten, Note: in Kürze zu erwartend
Nini Lovevalley (Autor)

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Internationaler Vergleich

3. Ursachen
3.1 Altersarmut
3.2 Leistungsdruck
3.2.1 Bildungssystem
3.2.2 Gesellschaftlicher Druck
3.3 Lösungsansätze und Prävention

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

Selbstmord ist in Südkorea ein ernstes und weit verbreitetes Problem, welches sich durch ver- schiedene Bevölkerungsschichten zieht und vielfältige Umstände zur Ursache hat. Eine hohe Suizidrate lässt tief verwurzelte soziologische Gründe erahnen und das Land im internationa- len Vergleich schlecht dastehen. Doch nicht nur die normale Bevölkerung, auch bekannte Persönlichkeiten sahen sich in der Vergangenheit bereits zum Selbstmord gezwungen und erregten Aufmerksamkeit für dieses ernste Problem. Zusammenhänge mit einer hohen Suizid- rate können in Südkorea mit familiären, ökonomischen und gesellschaftlichen Problemen beobachtet werden. Erstaunlich oft besteht ein Zusammenhang mit dem südkoreanischen Bil- dungssystem oder aber einem Zusammenspiel verschiedener Faktoren. Wie es in einem mo- dernen Industriestaat wie Südkorea zu einer solch enorm hohen Suizidrate kommen kann, soll im Folgenden untersucht werden. Hierbei sollen kulturelle, ökonomische und gesellschaftli- che Faktoren ebenso wie der Umgang mit diesem Problem und Präventionsversuche beleuch- tet und im Zusammenhang dargestellt werden.

2. Internationaler Vergleich

Südkorea hat sich im letzten Jahrzehnt zu einem Spitzenreiter der Suizide unter OECD- Ländern entwickelt, mit einer zunehmenden Anzahl psychiatrisch zu behandelnder Patienten und Patientinnen. Das Land kann im Gegensatz zu anderen Ländern leider keine Abnahme der Suizidrate vorweisen.

Die folgende Tabelle zeigt die Suizidrate pro 100.000 Einwohnern verschiedener OECD- Länder im Jahre 2013. Südkorea weist mit Abstand die höchste Suizidrate sowohl unter Män- nern als auch Frauen auf. Die Selbstmordrate von Männern ist hierbei etwa doppelt so hoch wie die Rate von Frauen.1 Die Versuchsrate von Frauen ist allerdings höher als von Männern, was sich dadurch erklären lässt, dass Männer meist „tödlichere“ Methoden anwenden als Frauen.2

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1

Folgende Tabelle verdeutlicht den rapiden Anstieg der Suizide in Südkorea seit 1990 bis 2013, während einstige Spitzenreiter wie Ungarn ihre Suizidrate innerhalb weniger Jahre fast halbieren konnten. Das für Suizide bekannte Japan wurde bereits im Jahre 2002 von Südkorea überholt. In den letzten 20 Jahren schafften es viele Länder, die Suizidrate konstant zu halten oder aber zu verringern; Südkorea im Gegensatz weist eine weit höhere Rate auf als noch vor etwa zwei Jahrzehnten. Während sich die Selbstmordrate in Südkorea seit 2009 etwa konstant entwickelt - mit einer Spitzenrate von 33,8 Todesfällen pro 100.000 Einwohnern in 2009 - so bleibt Hoffnung auf Besserung durch eine leicht abnehmende Rate seit 2010 bestehen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2

Im Jahre 2011 betrug die durchschnittliche Dauer einer psychiatrischen Behandlung in südko- reanischen Kliniken 116 Tage. Dies ist mit Abstand die höchste Rate unter OECD-Ländern, welche einen Durchschnitt von 27,5 Tagen vorweisen. Auch hierdurch entsteht ein wenig positives Bild der Effektivität von psychiatrischen Behandlungen in Südkorea.3

Selbstmord wird oft stellvertretend für den Zustand mentaler Gesundheit einer Bevölkerung analysiert, da es eine wichtige Rolle im Verständnis für die Schwächen des Gesundheitssys- tems spielt. Die hohe Selbstmordrate in Südkorea wird daher als alarmierender Faktor ver- standen, welcher dringendste Veränderungen bei der Behandlung psychischer Erkrankungen begründet. Die öffentlichen Ausgaben im Bereich geistiger Gesundheit betragen in Südkorea nur etwa drei Prozent. Um ein hochqualitatives System für psychische Gesundheit zu schaf- fen, sind höhere Ausgaben erforderlich. Doch nicht nur Südkorea hat mit solchen Problemen zu kämpfen; einige OECD-Mitgliedsstaaten weisen ein unterentwickeltes System für die Be- handlung schwacher bis mittlerer psychischer Erkrankungen auf. Gesundheitsexperten raten daher nicht nur Korea, sich ein Beispiel an beispielweise dem Vereinigten Königreich oder Australien zu nehmen, welche einen erleichterten Zugang zu psychischer Behandlung für Pa- tienten bewerkstelligen konnten.4

3. Ursachen

Wie bereits dargestellt, ist die Selbstmordrate in Südkorea seit etwa zwei Jahrzehnten beacht- lich hoch und das Land ist Spitzenreiter im Bereich der Suizide. Doch woran liegt es, dass Personen verschiedenster gesellschaftlicher Schichten sich zu diesem letzten Schritt entschei- den? Die Gründe für eine solche Entscheidung sollen im Folgenden genannt und untersucht werden.

3.1 Altersarmut

Laut OECD lebt etwa die Hälfte aller Senioren in Südkorea in Armut. Nicht wenige von ihnen sind obdachlos und sind auf die Hilfe von wohltätigen Suppenküchen angewiesen. Laut dem OECD herrscht in Südkorea die höchste Rate von Altersarmut unter den Mitgliedsstaaten und 45 Prozent der koreanischen Haushalte bestehen aus Senioren über 65 Jahren, welche weniger als die Hälfte des durchschnittlichen verfügbaren Haushaltseinkommens ausmachen. Allein- stehende Senioren machen sogar 76 Prozent hiervon aus. Im Vergleich hierzu weist der OECD-Durchschnitt eine Rate von 13,5 Prozent vor.

[...]


1 Kristen Kim, „Attitudes toward suicide among college students in South Korea and the United States“, in International Journal of Mental Health Systems 8 (2014) 1-8.

2 Ji-Won Hur et. al, „Gender Differences in Suicidal Behavior in Korea”, in Psychiatry Investigation 28 (2008) 28-35.

3 OECD, „Korea’s increase in suicides and psychiatric bed numbers is worrying, says OECD“.

4 OECD, „Korea’s increase in suicides and psychiatric bed numbers is worrying, says OECD“.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Südkorea. Land der Suizide?
Untertitel
Mögliche Ursachen für die hohe Selbstmordrate
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main  (Koreanistik)
Veranstaltung
Contemporary Korean Society
Note
in Kürze zu erwartend
Autor
Jahr
2016
Seiten
13
Katalognummer
V343304
ISBN (eBook)
9783668337121
ISBN (Buch)
9783668337138
Dateigröße
659 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Südkorea, Soziologie, Suizid, Ursachen, Selbstmord
Arbeit zitieren
Nini Lovevalley (Autor), 2016, Südkorea. Land der Suizide?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/343304

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