Die Heimbetriebe X. sind eine gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Die Einrichtung besteht seit 1973. In den Heimbetrieben X. sind derzeit 75 fest angestellte Mitarbeiter tätig, die 201 Bewohner betreuen. Die Heimbetriebe X. bestehen aus vier selbstständigen Häusern, von denen sich zwei in X., eines in Y. und eines in Z. befinden.
Es ist eine Einrichtung für Menschen, die aufgrund einer schweren seelischen Behinderung, die häufig im Zusammenhang mit einer langjährigen Alkohol-, Medikamenten- und/ oder Drogenabhängigkeit entstanden ist ein Zuhause finden. Sie bekommen Unterstützung bei der Alltagsbewältigung, der Neuorientierung und Wiedereingliederung in den Alltag.
Inhaltsverzeichnis
1. Die Einrichtung
1.1 Allgemeine Beschreibung der Einrichtung
2. Mein Arbeitsplatz
2.1 Die Gruppe/Station/Abteilung innerhalb der Gesamteinrichtung
2.2 Räumlichkeiten/ Ausstattung
2.3 Personal
2.4 Patienten
2.5 Zielsetzung in der Gruppe
3. Der Anteil der Theorie an meiner Arbeit
3.1 Theorie der Behinderung
3.2 Theorie des didaktisch-methodischen Handelns
4. Meine eigene Entwicklung während der praktischen Ausbildung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit dokumentiert die praktische Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin in einer sozialpsychiatrischen Einrichtung. Ziel ist es, theoretische Ansätze der Suchthilfe und Pädagogik anhand eines konkreten Förderbeispiels (eines alkoholabhängigen Klienten) mit der eigenen beruflichen Praxis zu verknüpfen und die persönliche professionelle Entwicklung zu reflektieren.
- Strukturbeschreibung der stationären Einrichtung und des Arbeitsplatzes
- Klinische Grundlagen der Alkoholabhängigkeit und Therapieansätze
- Anwendung des „Berliner Modells“ zur didaktischen Planung von Fördermaßnahmen
- Reflexion über die Entwicklung eigener beruflicher Kompetenzen und Rollenfindung
- Umgang mit komplexen Anforderungen wie Aggressionspotential und Krisenintervention
Auszug aus dem Buch
3.2 Theorie des didaktisch-methodischen Handelns
Diesen Abschnitt möchte ich mit Hilfe des Berliner Modells darstellen und erklären. Es ist ein Instrument zur Analyse, Planung und Auswertung von Lernprozessen. Dabei ist es zunächst erforderlich, auf die anthropogenen und soziokulturellen Voraussetzungen (Bedingungsfelder) des Lernenden einzugehen. Ferner verbindet es die Entscheidungsfelder Intentionen, Themen, Methoden und Medien, wo jeweils vom Lehrenden auf den Patienten und seine persönlichen Voraussetzungen abgestimmte Entscheidungen getroffen werden müssen. Für die Entscheidungs- und Bedingungsfelder gilt eine „Interdependenz“, eine gegenseitige Abhängigkeit bzw. Beeinflussung. Dieses System zieht soziokulturelle und anthropogene Folgen nach sich, die in der nächsten Lehr- und Lernphase die neuen Voraussetzungen sind. Bei jedem Lernprozess sollten stets die anthropogenen und soziokulturellen Voraussetzungen im Vordergrund stehen und nicht die Inhalte.
Zu den soziokulturellen Voraussetzungen gehört die Teilnahme an der festen Tagesstruktur, wie z.B. Arbeitstherapie, Beschäftigungstherapie, Erledigung der Wohngruppendienste, Teilnahme an der Wohngruppengesprächen. Hier wird ein Förderkonzept erstellt, welches die individuelle Behandlungsplanung mitbestimmt. Eine weitere bedeutsame soziokulturelle Voraussetzung ist, dass im Rahmen der Indikativen Gruppen aber auch in Einzelförderung kognitives Training angeboten wird. Die Auswahl der Therapieformen richtet sich nach den Fertigkeiten und Fähigkeiten der Bewohner.
Bei Herrn G. zeigte sich schnell, dass der langjährige Alkoholabusus bereits hirnorganische Beeinträchtigungen hinterlassen hat. Dies spiegelt sich in den anthropogenen Voraussetzungen wieder. Hier sind insbesondere kognitive Defizite des Herrn A. zu benennen, wie z.B. Konzentrationsstörungen, Störungen der Merkfähigkeit und Aufmerksamkeit. Seine Fähigkeiten im Bereich der Kulturtechniken sind eingeschränkt, jedoch hinreichend. Er kann langsam lesen und Inhalte erfassen. Diese Einschränkungen hatten speziell in den Entscheidungsfeldern Medien und Methoden eine wesentliche Bedeutung.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Die Einrichtung: Vorstellung der Heimbetriebe X. inklusive der strukturellen Gegebenheiten, der Zielgruppe sowie der Finanzierungsmodelle und Personalstruktur.
2. Mein Arbeitsplatz: Detaillierte Beschreibung der spezifischen Wohngruppe 2, der dort lebenden Patienten, der Ausstattung und der täglichen Arbeitsabläufe in der Praxis.
3. Der Anteil der Theorie an meiner Arbeit: Theoretische Auseinandersetzung mit der Alkoholabhängigkeit und Anwendung des Berliner Modells zur didaktischen Planung einer konkreten Einzelförderung.
4. Meine eigene Entwicklung während der praktischen Ausbildung: Reflexion über den persönlichen Ausbildungsweg, die Übernahme von Verantwortung und das Wachstum der eigenen beruflichen Identität.
Schlüsselwörter
Heilerziehungspflege, Alkoholabhängigkeit, Suchthilfe, Berliner Modell, Wohnheim, Wohngruppe, Doppeldiagnose, Psychosoziale Betreuung, Arbeitstherapie, Kognitives Training, Einzelförderung, Professionalisierung, Patientenbetreuung, Suchtprävention, Interdisziplinäre Zusammenarbeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit reflektiert die Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin in einer Wohneinrichtung für suchtkranke Menschen und verbindet dabei die tägliche Betreuungspraxis mit pädagogischen Theorien.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zu den Kernbereichen zählen die stationäre Suchthilfe, die professionelle Beziehungsarbeit, die Anwendung didaktischer Modelle zur Förderplanung und die persönliche Entwicklung zur Fachkraft.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Darstellung und Analyse eines Förderprozesses für einen Klienten unter Anwendung theoretischer Konzepte sowie die kritische Reflexion des eigenen beruflichen Handelns.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit nutzt als theoretisches Instrumentarium das „Berliner Modell“ zur Lernprozessanalyse sowie klinische ICD-10 Definitionen zur Beschreibung des Störungsbildes der Klienten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Einrichtung, die theoretische Fundierung des Suchtphänomens sowie die praktische didaktische Aufbereitung einer Einzelfördermaßnahme.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Heilerziehungspflege, Suchthilfe, Berliner Modell, Doppeldiagnose, psychosoziale Betreuung und professionelle Reflektion.
Wie unterscheidet sich Wohngruppe 2 von anderen Bereichen?
Sie erfordert von den Bewohnern ein höheres Maß an Selbstständigkeit und Eigeninitiative, da hier Menschen wohnen, die bereits seit Längerem ein suchtfreies Leben führen.
Warum spielt das „Prinzip der Haltgebung“ in der Förderung von Herrn G. eine Rolle?
Dieses Prinzip vermittelt dem Klienten Struktur, Sicherheit und Orientierung im Ablauf der Übungsstunden, was besonders bei kognitiven Einschränkungen zur Stabilisierung beiträgt.
- Citar trabajo
- Anika Farkas (Autor), 2011, Ein Bericht über die praktische Ausbildung im Rahmen der Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin mit Vollzeitunterricht, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/343306