Die soziale Rolle der Frau im Wandel


Hausarbeit, 2015
12 Seiten, Note: 1,5

Leseprobe

Inhalt

Einleitung

Erläuterung „soziale Rolle“

Frauenbewegungen

Die soziale Rolle der Frau im Wandel

Als Frau und Mutter in der Erwerbstätigkeit

Praxisbeispiel

Fazit

Literatur

Einleitung

Wie Erwin Goffman schon sagte, spielen wir alle Theater. Wir sind Träger von Rollen. Im Verlauf unseres Lebens nehmen wir verschiedene Rollen ein, eine Rolle ist zum Beispiel die des Geschlechts. In dieser Hausarbeit möchte ich auf die soziale Rolle der Frau eingehen und diese näher erläutern. Um die Rolle der Frau beschreiben zu können gehe ich auf den Wandel ein den diese Rolle durchlaufen hat. Auch gehe ich auf die Frau im Kontext der Familie ein, da sich dahingehend viel veränderte. Ich gehe auf den Wandel ein, da man sowohl in der Literatur als auch in den Nachrichten immer mehr von starken Frauen hört. Egal ob in der Politik oder in der Wissenschaft. Frägt man seine Eltern oder Großeltern erzählen diese, dass dies vor Jahren noch undenkbar war – beispielsweise eine Frau an der Spitze der Bundesrepublik.

Zu Beginn werde ich den Begriff „soziale Rolle“ darlegen und erläutern. Anschließend möchte ich auf Frauenbewegungen eingehen um kurz aufzuzeigen wie sich diese gestalteten und welche Wirkung sie hatte. Folgend möchte ich auf die soziale Rolle der Frau eingehen und hierzu den Wandel erläutern den die Rolle hinter sich hat. Ich gehe im Besondern auf die Frau in der Familie ein. Ebenfalls gehe ich auf die Herausforderungen ein, welchen sich die Frau in der Erwerbsarbeit zu stellen hat.

Erläuterung „soziale Rolle“

Unter dem Begriff „soziale Rolle“ versteht man die „Verfestigung von Normen zu Verhaltenskomplexen“ (vgl. Filsinger, 2015). Man unterscheidet zugeschriebene und erworbene Rollen. Zugeschriebene Rollen sind beispielsweise die Herkunft oder das Geschlecht, diese Rolle wird einem im Zuge der Geburt auferlegt. Erworbene Rollen, z.B. der Beruf, sind selbstgewählt und können im Verlauf des Lebens wechseln. Die Bedeutung von zugeschriebenen Rollen nimmt ab, während die der erworbenen Rollen zunimmt (vgl. Peuckert, 2003). Diese Entwicklung lässt sich seit Zeiten der Ständegesellschaft beobachten. Nach der Theorie von Parsons strukturieren Rollen Handlungen von Individuen. Der Begriff der „sozialen Rolle“ bezieht sich auf das (soziale) Handeln, dieses ist immer an Interaktionszusammenhänge geknüpft und wird an die Erwartungen anderer ausgerichtet (vgl. Filsinger, 2015). Dadurch kann es zu Rollenkonflikten (Intra – und Interrollenkonflikt) kommen, welche entstehen wenn an eine Rolle verschiedene Erwartungen gerichtet sind oder man Träger mehrerer Rollen ist und die Erwartungen an diese Rollen sich widersprechen. Diese Erwartungen können sich sowohl auf Eigenschaften des Trägers (genannt Rollen – Attribute) oder auf sein Verhalten (Rollenverhalten) beziehen (vgl. Peuckert, 2003). Man unterscheidet zwischen Soll – Kann und Muss – Erwartungen.

Rollen schaffen eine soziale Orientierung, indem sie für vorhersagbares Verhalten in Interaktionen sorgen. Die Erwartungen des Verhaltens werden an die Individuen getragen, richten sich aber an die soziale Position die das Inidividuum innehat. Das Individuum ist also Positionsträger (vgl. Peuckert, 2003). Soziale Positionen sind „Schnittpunkte sozialer Beziehungen in gesellschaftlichen Beziehungsgeflechten“, so Peuckert (2003). Beispiel für soziale Positionen sind der Vater oder ein Lehrer.

Die Erfüllung der Erwartungen an eine Rolle erfolgt jedoch durch die im Sozialisationsprozess internalisierten Erwartungen. Der Begriff der Rolle ist keine Elementarkategorie, er ist ableitbar aus Verknüpfungen von sozialer Differenzierung und Normierung (vgl. Peuckert, 2003). Rolle als Begriff ist eine zentrale Kategorie der Soziologie, somit der Sozialwissenschaften. Dies ist bedingt durch die Nähe zum alltäglichen Leben und der Theaterwelt („Wir alle spielen Theater“). Die Welt bzw. das Leben wird mit der Bühne verglichen: man spielt seine Rolle und verlässt die Bühne anschließend, nach einer (erfolgreichen) Darbietung, wieder. Vielerlei Begriffe in Bezug auf Rollen haben sich in Deutschland erst nach Dahrendorfs „homo sociologicus“ (1958) durchgesetzt, wie z.B. der Begriff des Rollensatzes oder des Rollenkonflikts.

Frauenbewegungen

Da die Frauenbewegungen maßgeblich zur Entwicklung und Veränderung der Rolle der Frau in der Gesellschaft beigetragen haben, möchte ich im Folgen auf die Frauenbewegungen eingehen. Eine Frau die entscheidet ohne Mann ein Leben zu führen, sich der Karriere zu widmen oder in der Politik mitzuwirken wäre vor den Frauenbewegungen undenkbar gewesen.

Frauenbewegungen sind bestimmt durch mobilisierende kollektive AkteurInnen, diese entwickeln sich in unterschiedlichen Milieus. Personen setzen sich zur Beteiligung von Frauen ein und fordern einen Wandel der Geschlechterverhältnisse. Sie kritisieren und entwerfen (gleichzeitig) Alternativen zur neuen Normierung. Frauenbewegungen sind Teil der Modernisierungsprozesse und tragen zu diesen bei (vgl. Lenz, 2001 2008). Der Terminus Personen legt fest, dass hier nicht von Texten oder Theorien sondern von Praxis die Rede ist und unter Personen kann jeder Mensch verstanden werden (Frauen, Männer, Migranten etc.).

Seit den 1960er Jahren gewann die Frau durch Frauenbewegungen mehr Wissen über ihre Sexualität und was dies betrifft auch mehr Selbstbewusstsein und Selbstständigkeit. Frauen verschafften sich den Zugang zu Bildung und die Erwerbstätigkeit der Frau wurde selbstverständlich. Dieser Wandel wäre ohne Frauenbewegungen langsamer bis gar nicht von statten gegangen. Die Frau hat auch die Möglichkeit selbst für ihren Lebensunterhalt zu sorgen und ist nicht mehr länger abhängig von einem Mann und kann sich der Ehe „verweigern“ (vgl. Lenz, Mae, Klose 2000).

Durch Frauenbewegungen lösten sich Frauen von dem Bild einer Haus – und Ehefrau und sind nun in Medien, Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zahlreich vertreten. Die Frau befindet sich nicht mehr nur in der familienorientierten Rolle sondern nimmt mehrere Rollen in Beruf und Öffentlichkeit ein. Die Überwindung der Grenzen, die Frauen auferlegt wurden ist bedeutend für die Entwicklung der sozialen Rolle der Frau. Die Frau ist nun in allen Bereichen der Kultur und Öffentlichkeit vertreten. Das niederlegen dieser Grenzen ist ein nachhaltiges Ergebnis der Frauenbewegungen (vgl. Lenz, Mae, Klose 2000).

Frauenbewegungen bedingten ebenfalls eine Veränderung der sogenannten Frauenforschung. Sie beeinflussen somit nachhaltig das Symbol der Frau in verschiedenen Bereichen, wie zum Beispiel der Kunst oder Wissenschaft (vgl. Lenz, Mae, Klose 2000).

Das Geschlecht verlor durch Frauenbewegungen seinen Schicksalscharakter, man wurde nicht in einen Lebensentwurf geboren sondern konnte sein Leben nun selbst entwerfen (vgl. Lenz, Mae, Klose 2000).

Frauenbewegungen sind demnach wichtig wenn man die soziale Rolle der Frau betrachtet, da sie den Wandel bedingt haben und ein neues Bild der Frau produzierten. Im Zuge der Frauenbewegungen veränderte sich sowohl die Gesellschaft in Bezug auf die soziale Rolle der Frau als auch die Frau selbst in ihrer Selbstwahrnehmung.

Die soziale Rolle der Frau im Wandel

Die soziale Rolle der Frau auf den Punkt zu charakterisieren ist schwer, da sie einen Wandel durchlaufen hat im Laufe der letzten Jahrzehnte. Daher möchte ich den Wandel darlegen um diese Rolle zu erläutern.

Die Rolle der Frau befindet sich seit den Frauenbewegungen im Wandel, von Hausfrau und Mutter zu einer selbstbewussten und selbstständigen Frau, die mit beiden Beinen im Leben steht. Folglich möchte ich auf diesen Wandel eingehen und darlegen was sich für die Frau alles verändert hat und durch was diese Veränderung unteranderem, abgesehen von den Frauenbewegungen, bedingt wurde.

Im Laufe des 20. Jahrhunderts hat die Rolle des Vaters als Oberhaupt der Familie an Geltung verloren. (Mit-)Verantwortlich dafür war vor allem der Rückgang der Bedeutung unselbstständiger Erwerbsarbeit, welcher zur Folge hatte, dass der Erwerb „unsichtbar“ wurde und Frauen immer häufiger außerhäusliche Tätigkeiten zum Gelderwerb anstrebten und vollzogen. Ebenso die steigende Unabhängigkeit der Frauen (vgl. Peuckert, 2008). Die in den 1970er Jahren erfolgte Bildungsexpansion unterstützte diesen Prozess ebenfalls. Man übernahm nun nicht mehr Berufe die in der Familie vorher vertreten waren, sondern suchte sich neue „Ziele“ und Erwerbstätigkeiten. Beschleunigt wurde diese Entwicklung durch Studenten – und Frauenbewegungen (siehe oben). Diese sogenannte Arbeitsteilung der Geschlechter hatte ebenfalls einen Wandel der Ehe – und Familienformen zur Folge. So gab es nun vermehrt uneheliche Kinder, Alleinerziehende etc. (vgl. Peuckert, 2008).

Durch den Individualisierungsprozess des weiblichen Lebenslaufes Mitte der 1960er Jahre wurden die traditionellen Geschlechterrollen weitestgehend aufgelöst. Sie verloren an Bedeutung. Die Frau war bis zu diesem Wandel primär familienorientiert (vgl. Peuckert, 2008). Frauen arbeiteten nur, wenn das Geld welches der Mann verdiente nicht ausreichte.

Anhand einer 1958 in (West-)Deutschland durchgeführten Umfrage lässt sich erkennen, dass die Mehrzahl der Männer und Frauen gegen Frauen in der Erwerbstätigkeit waren. 55% der Männer und 61% der Frauen waren für ein Gesetz, welches es Müttern verbieten solle zu arbeiten. Nur wenige (9%) hatten dahingehend keine Bedenken. Der Wandel dieser Sichtweise durchzog sich vor allem, da ein wachsendes Interesse des Arbeitsmarktes an Frauen bestand z.B. als Arbeitskraft in Industrie und Verwaltung. Jedoch trieb vor allem die (staatliche) Bildungspolitik den Wandel voran. Frauen wurden qualifizierter und selbstständiger (vgl. Peuckert, 2008).

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Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Die soziale Rolle der Frau im Wandel
Hochschule
Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes
Note
1,5
Autor
Jahr
2015
Seiten
12
Katalognummer
V343308
ISBN (eBook)
9783668333055
ISBN (Buch)
9783668333062
Dateigröße
475 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Soziale Rolle, Frau, Wandel
Arbeit zitieren
Saskia Givens (Autor), 2015, Die soziale Rolle der Frau im Wandel, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/343308

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