Lehrerpersonen sollten in der Lage sein, Konflikte zu bewältigen und ihre Interaktion und Kommunikation günstig zu lenken. Während des Studiums werden neben den fachlichen Fähigkeiten, besonders die didaktischen, sowie pädagogischen Fähigkeiten geschult, die den Lehrpersonen den angemessenen Umgang mit den Schülerinnen und Schülern lehren.
Im Besonderen sind es aber Lehrer-Elterngespräche die großes Konfliktpotential aufweisen, denn mit Eintritt in die Schule wird ein Teil der Erziehung des Kindes an die Lehrperson übergeben. Selbstverständlich sind die Eindrücke und Meinungen der Eltern nicht immer konform mit dem, was die Lehrperson empfindet.
Was beeinflusst also das Gelingen eines Lehrer-Elterngespräches? Neben dieser Frage soll beantwortet werden, welche Aspekte für Gesprächsführungskompetenz entscheidend sind.
Inhaltsverzeichnis
1. Kommunikationskompetenz
2. Was ist Gesprächsführungskompetenz- eine Definition
2.1. Lehrer-Eltern Gespräche
2.2. Bezug zur Lehrerausbildung
3. Kommunikationsmodel – Schulz von Thun
4. Münchner Model zur Gesprächsführungskompetenz
4.1. Beziehungsgestaltung
4.2. Problemlösung
4.3. Strukturierung des Gesprächsablaufs
4.4. Zusammenfassung
5. Aktives Zuhören
6. Probleme von Lehrkräften in Beratungsgesprächen
6.1. Probleme im Bereich der Beziehungsgestaltung
6.2. Probleme im Bereich der Problemlösung
6.3. Probleme im Bereich der Strukturierung des Gesprächs
6.4. Bezug zum MMG-E
7. Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Diese Arbeit untersucht die Bedeutung von Gesprächsführungskompetenz für Lehrkräfte in Lehrer-Eltern-Gesprächen. Ziel ist es, theoretische Kommunikationsmodelle und das "Münchner Modell der Gesprächsführungskompetenz" (MMG-E) auf praktische Problemsituationen anzuwenden, um Strategien für eine gelingende Erziehungspartnerschaft aufzuzeigen.
- Kommunikationskompetenz als Basis professionellen Lehrerhandelns
- Anwendung des Kommunikationsquadrats nach Schulz von Thun
- Analyse des Münchner Modells zur Gesprächsführungskompetenz (MMG-E)
- Methoden zur Optimierung von Beratungsgesprächen (z. B. Aktives Zuhören)
- Identifikation von Störfaktoren in Lehrer-Eltern-Gesprächen
Auszug aus dem Buch
4. Münchner Model zur Gesprächsführungskompetenz
Das Münchner Model zur Gesprächsführungskompetenz in Lehrer-Eltern-Gesprächssituationen (MMG-E) soll Lehrpersonen helfen wirksam kommunikativ zu handeln.“Gesprächsführungskompetenz wird […] als multidimensionales und hierarchisches Konstrukt konzeptionalisiert, das sich in spezifischen Anwendungssituationen differenziell manifestiert“ (Gartmeier et al. 2011, S.414).
Das Model wurde entwickelt, als eine theoretische Grundlage für die Erhebung und Messung von Gesprächsführungskompetenz und als Grundlage für die Entwicklung von Trainingskomponenten (vgl. Garmeier et al. 2011, S.414).
Bei der Entwicklung des Models wurde darauf geachtet, dass Model so zu entwicklen, dass es übertragbar ist und nicht nur für Eltern-Lehrergespräche anwendbar. Das Model ist auch in anderen Experten-Laiengesprächen anwendbar (vgl. Gartmeier et al. 2011, S. 413).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Kommunikationskompetenz: Dieses Kapitel erläutert die curriculare Bedeutung von Kommunikationskompetenz in der Lehrerausbildung als zentrale Fähigkeit zur Konfliktbewältigung.
2. Was ist Gesprächsführungskompetenz- eine Definition: Hier wird der Begriff definiert als ein kontextabhängiges, komplexes Zusammenspiel sozialer Fertigkeiten, das situations- und partnergerechtes Verhalten erfordert.
3. Kommunikationsmodel – Schulz von Thun: Das Kapitel stellt das Kommunikationsquadrat vor, um aufzuzeigen, wie Missverständnisse entstehen, wenn Nachrichten auf unterschiedlichen Ebenen (Sachinhalt, Selbstkundgabe, Beziehungshinweis, Appell) interpretiert werden.
4. Münchner Model zur Gesprächsführungskompetenz: Es wird das MMG-E eingeführt, welches Lehrer-Eltern-Gespräche durch drei Kompetenzfacetten (Beziehungsgestaltung, Problemlösung, Strukturierung) und spezifische Situationstypen systematisiert.
5. Aktives Zuhören: Dieses Kapitel beschreibt das aktive Zuhören nach Rogers als klientenorientierte Methode, um Missverständnisse durch Paraphrasieren und das Spiegeln emotionaler Gehalte zu reduzieren.
6. Probleme von Lehrkräften in Beratungsgesprächen: Auf Basis einer Befragung werden Störfaktoren identifiziert, die von Distanzproblemen bis hin zu mangelnder Kooperation und unangemessenen Erwartungshaltungen reichen.
7. Fazit: Die Arbeit resümiert, dass eine stärkere Verankerung professioneller Gesprächstechniken und die Nutzung von Leitfäden in der universitären Lehrerausbildung essentiell sind, um die Qualität von Lehrer-Eltern-Gesprächen nachhaltig zu sichern.
Schlüsselwörter
Kommunikationskompetenz, Gesprächsführung, Lehrer-Eltern-Gespräch, Schulz von Thun, Kommunikationsquadrat, Münchner Modell, MMG-E, Aktives Zuhören, Konfliktbewältigung, Beziehungsgestaltung, Erziehungspartnerschaft, Problemlösung, Beratungsgespräch, Lehrerausbildung, Gesprächsstrukturierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der professionellen Gesprächsführung von Lehrkräften im Kontext von herausfordernden Lehrer-Eltern-Gesprächen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder sind die Definition von Gesprächskompetenz, die Anwendung psychologischer Kommunikationsmodelle und die Analyse typischer Problemsituationen in der schulischen Elternberatung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, theoretische Ansätze zur Gesprächsführung für die Praxis nutzbar zu machen, um die Interaktion zwischen Schule und Elternhaus konstruktiver zu gestalten.
Welche wissenschaftlichen Modelle stehen im Fokus?
Im Fokus stehen das Kommunikationsquadrat von Schulz von Thun, das Münchner Modell zur Gesprächsführungskompetenz (MMG-E) und der personenzentrierte Ansatz nach Rogers.
Was wird im Hauptteil der Arbeit analysiert?
Der Hauptteil analysiert die drei Facetten der Gesprächsführung – Beziehungsgestaltung, Problemlösung und Gesprächsstrukturierung – und prüft diese anhand von Erkenntnissen aus empirischen Befragungen von Lehrkräften.
Wie lässt sich die Arbeit anhand von Schlagworten charakterisieren?
Sie lässt sich durch Begriffe wie Lehrer-Eltern-Kommunikation, Gesprächsführungskompetenz, Erziehungspartnerschaft und professionelle Beratung charakterisieren.
Warum entstehen laut der Arbeit häufig Probleme in Lehrer-Eltern-Gesprächen?
Probleme entstehen oft durch mangelnde Kooperation, unterschiedliche Erwartungshaltungen, persönliche Betroffenheit der Lehrkraft oder eine unklare Strukturierung des Gesprächsablaufs.
Welche Bedeutung hat das "Aktive Zuhören" in diesem Kontext?
Es dient dazu, Missverständnisse zu minimieren, dem Gegenüber Wertschätzung entgegenzubringen und ein tieferes Verständnis für das Anliegen der Eltern zu signalisieren.
Welche Schlussfolgerung zieht der Autor für die universitäre Lehrerausbildung?
Der Autor fordert, dass Gesprächsführungskompetenz nicht nur theoretisch vermittelt, sondern als zu erreichendes, explizites Lernziel in die Ausbildung integriert werden sollte.
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- Michele Kersting (Autor), 2016, Positive Kommunikation. Gesprächsführungskompetenz in Lehrer-Eltern-Gesprächen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/343357