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Der Einsatz von Jugendliteratur im Geschichtsunterricht

Titel: Der Einsatz von Jugendliteratur im Geschichtsunterricht

Masterarbeit , 2016 , 79 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Lisa Blech (Autor:in)

Didaktik - Geschichte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Schule ist heutzutage nicht mehr der einzige Ort, an dem historisches Lernen stattfindet. Das Geschichtsbewusstsein der Schülerinnen und Schüler (SuS) wird auch in ihrer Freizeit durch neue Medien wie Film, TV und das Internet geformt. Deshalb stellt sich die Frage, weshalb ausgerechnet das alte Medium Buch, spezifisch Jugendliteratur, im Geschichtsunterricht genutzt werden sollte.
Selbst im jüngst veröffentlichten „Wegweiser Geschichtsdidaktik“ von Ulrich Baumgärtner wird das Jugendbuch lediglich auf drei Seiten als Form belletristischer Geschichtsschreibung unter dem Punkt „Geschichts-Erzählungen“ erwähnt, da immer noch die Quelle als Ultimum der Schriftlichkeit und Faktentreue im Geschichtsunterricht gilt. Wird von der Lehrkraft über das Lesen im Geschichtsunterricht nachgedacht, werden im Folgenden überwiegend informative Sachtexte, besonders in der Grundschule, und historische Quellen in der Primar- und Sekundarstufe eingesetzt. Dabei steht der Einsatz historischer Jugendromane oder gar phantastischer Jugendliteratur hinten an. Eben diese Literatur findet jedoch regen Anklang bei Kindern und Jugendlichen, sodass sich die Frage ergibt, ob Jugendliteratur im Geschichtsunterricht eingesetzt werden sollte. [...]

Leseprobe


Inhalt

1. Einleitung

2. Theoretische Grundlagen

2.1. Historisches Lernen, Geschichtsbewusstsein und Sprache

2.2. Konstruktivismus

2.3. Narrativität und Historische Imagination

2.4. Multiperspektivität

2.5. Personifizierung

2.6. Emotionen und SuS-Interessen

2.7. Alltagsgeschichte

3. Historische Jugendliteratur und Geschichtsunterricht

3.1. Definition und Entwicklung

3.2. Relevanz für den Geschichtsunterricht

3.3. Fakt, Fiktion und Wirklichkeit

3.4. Beispielhafte Werkanalysen nach Epochen

3.4.1 Analysekriterien

3.4.2. Historische Jugendliteratur zur Alten Geschichte

3.4.3. Historische Jugendliteratur zum Mittelalter und zur Frühen Neuzeit

3.4.4. Historische Jugendbücher zur Neueren Geschichte und Zeitgeschichte

4. Phantastische Jugendliteratur und Geschichtsunterricht

4.1. Definition und historische Entwicklung

4.2. Fantasy zwischen Fiktion und Wirklichkeit

4.3. Relevanz für den Geschichtsunterricht

4.4. Mythos in der Phantastischen Jugendliteratur

4.5. Werkbeispiele und ihr Einsatz im Geschichtsunterricht von heute

5. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Einsatz von historischer und phantastischer Jugendliteratur im Geschichtsunterricht, um zu klären, inwiefern diese Medien als Mittel für historisches Lernen geeignet sind und wie sie zur Förderung historischen Denkens sowie zur Identitätsbildung der Schülerinnen und Schüler beitragen können.

  • Konstruktivistische Didaktik im Geschichtsunterricht
  • Narrativität und historische Imagination
  • Multiperspektivität und emotionale Anknüpfung
  • Kriterien zur Auswahl von Jugendliteratur für den Unterricht
  • Analysebeispiele aus verschiedenen Geschichtsepochen

Auszug aus dem Buch

2.1. Historisches Lernen, Geschichtsbewusstsein und Sprache

Wird über historisches Lernen nachgedacht, muss zuerst der Sprachaspekt betrachtet werden. Die Sprache ist nämlich nach Hartung nicht nur essentiell für Lehr-Lernprozesse, sondern auch in ihrer Funktion für Denken und Kommunikation Grundlage für den zu behandelnden Gegenstandsbereich. Dafür sei die Bindung von Quellen an Sprache Ausdruck, denn „Sprache ist allgemein gesprochen eine mit artikulierten Lauten vollzogene kognitiv-kommunikative Technik, die kulturell bedingt auf jeweils ganz verschiedene Art und Weise funktioniert“. Die Sprache sei als universelles Medium, besonders auch für die Speicherung von historischem Wissen, allgegenwärtig und unabkömmlich, da alles in der Sprache ausgedrückt, wahrgenommen und verändert werde. Denn „Ohne Sprache ließen sich die Grenzen unmittelbarer sinnlicher Erfahrung nicht transzendieren, Veränderungen und historischer Wandel, und damit Geschichte, würden erst gar nicht wahrgenommen“. Erinnerungen hätten beispielsweise kein Medium zum Erhalt und wären deshalb in der Gegenwart nicht mehr präsent. Außerdem stünde dem Individuum kein Medium zur metasprachlichen Reflexion zur Verfügung, wodurch der Begriff Geschichte per se nicht mehr verständlich wäre. Explizit stellt Handro die Sprachlichkeit des Geschichtsunterrichtes als die Sprachen der Gegenwart und Vergangenheit heraus, die es durch die Sprachlichkeit einer schriftlichen Quelleninterpretation und des Unterrichtsgespräches im Geschichtsunterricht zu ergründen gilt.

Historisches Lernen basiert demzufolge stets auf Sprache. In Sprache werden Denken und Handeln reguliert und stehen in Wechselwirkung mit anderen Individuen. Nach Hartung und Handro soll historisches Denken und Lernen daher stets den Sprachaspekt mit einbeziehen. Dazu stellt Hartung die drei Ebenen der historischen Quellen, der Darstellungen und der Kommunikation im Unterricht auf.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Relevanz des historischen Lernens in der heutigen Schullandschaft und führt in die Fragestellung nach dem Einsatz von Jugendliteratur als Medium ein.

2. Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel erörtert die zentralen konstruktivistischen und geschichtsdidaktischen Konzepte wie Narrativität, Imagination und Multiperspektivität, die als Basis für den Einsatz von Literatur dienen.

3. Historische Jugendliteratur und Geschichtsunterricht: Hier wird der historische Jugendroman als Unterrichtsmedium definiert, seine Relevanz kritisch hinterfragt und anhand konkreter Werkanalysen verschiedener Epochen erprobt.

4. Phantastische Jugendliteratur und Geschichtsunterricht: Dieses Kapitel überträgt die gewonnenen Erkenntnisse auf das Genre der Phantastik und prüft dessen Eignung für den Geschichtsunterricht anhand des Beispiels der Fantasy-Reihe Percy Jackson.

5. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und gibt einen Ausblick auf die Möglichkeiten sowie notwendigen Voraussetzungen für einen kompetenzorientierten Einsatz von Jugendliteratur im Fach Geschichte.

Schlüsselwörter

Historisches Lernen, Geschichtsbewusstsein, Jugendliteratur, Konstruktivismus, Narrativität, Historische Imagination, Multiperspektivität, Geschichtsunterricht, Identitätsbildung, Phantastische Literatur, Handlungsorientierung, Lesekompetenz, Fiktion, Faktizität, Kompetenzaufbau.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der didaktischen Untersuchung, ob und wie historische und phantastische Jugendliteratur im Geschichtsunterricht eingesetzt werden kann, um Lernprozesse zu unterstützen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen des historischen Lernens, die Bedeutung von Sprache und Narrativität sowie die praktische Eignung von literarischen Werken für den Unterricht.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Jugendliteratur als Medium genutzt werden kann, um bei Schülerinnen und Schülern historisches Denken, Urteilsvermögen und ein fundiertes Geschichtsbewusstsein zu fördern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretisch-didaktische Analyse, die auf fachdidaktischer Literatur basiert und durch beispielhafte Werkanalysen ergänzt wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Rahmenbedingungen (wie Konstruktivismus und Narrativität) erläutert, gefolgt von einer detaillierten Analyse historischer und phantastischer Jugendbücher hinsichtlich ihrer unterrichtlichen Tauglichkeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind historisches Lernen, Geschichtsbewusstsein, Konstruktivismus, Narrativität, Multiperspektivität und der Einsatz von Jugendliteratur.

Welche Rolle spielt der Konstruktivismus für den Unterricht?

Der Konstruktivismus dient als Modell, um zu verdeutlichen, dass Geschichte kein starres Wissen ist, sondern individuell im Kopf konstruiert wird, wodurch das selbstständige Lernen der Schülerinnen und Schüler in den Fokus rückt.

Warum wird phantastische Jugendliteratur im Geschichtsunterricht betrachtet?

Phantastische Literatur wird betrachtet, da sie durch ihre Erzählweisen die Imagination anregt, Adoleszenzprobleme thematisiert und als motivierender Zugang zu komplexen historischen Themen dienen kann.

Ende der Leseprobe aus 79 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der Einsatz von Jugendliteratur im Geschichtsunterricht
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Friedrich-Meinecke-Institut)
Note
1,3
Autor
Lisa Blech (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
79
Katalognummer
V343439
ISBN (eBook)
9783668335608
ISBN (Buch)
9783668335615
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Jugendliteratur JuLit Geschichtsdidaktik LisaBlech DidaktikderGeschichte Geschichtsunterricht MartinLücke LarsDeile Fantasyliteratur Fantasy historischeJugendliteratur
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Lisa Blech (Autor:in), 2016, Der Einsatz von Jugendliteratur im Geschichtsunterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/343439
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  79  Seiten
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