Das wesentliche Ziel dieser Arbeit besteht darin, die Auswirkungen der Migration auf Arbeitsmarkt und Wirtschaftswachstum in Deutschland und in den Herkunftsländern darzustellen und zu analysieren. Anhand fachspezifischer Literatur und Statistiken wird untersucht, welche Risiken diese Einwanderung birgt und welche Chancen sich für die Ziel- und Herkunftsländer ergeben. Es wird der Frage nachgegangen, ob Zuwanderer, insbesondere aus Subsahara-Afrika, einen Beitrag zur Linderung des Fachkräftemangels und anderen demografische Problemen innerhalb Deutschlands leisten können. Es soll analysiert werden wie gut die Migranten auf dem Arbeitsmarkt integriert sind und ob sie einen Zugewinn oder eine Belastung für den deutschen Staatshaushalt und das Wirtschaftswachstum darstellen.
Ein weiteres Ziel dieser Arbeit ist die Betrachtung und Auswertung der Auswirkungen auf die Wirtschaft und Gesellschaft der Herkunftsländer. Dabei soll herausgearbeitet werden, welche positiven und negativen Effekte die Abwanderung bzw. die Rückwanderung von (qualifizierter) Arbeitskraft hat.
Es wird sich auch der Frage gewidmet, ob es eine Möglichkeit gäbe, dass beide Seiten, also Deutschland und die subsaharischen Herkunftsländer von der Migration profitieren und wie dies aussehen könnte.
Die Attraktivität Deutschlands als Einwanderungsland beruht nicht nur auf dem soliden Wirtschaftswachstum. In seiner Rolle als Rechts- und Sozialstaat verspricht es gerade Migranten aus weniger entwickelten Ländern bessere Lebensumstände durch gute Arbeitsbedingungen, ein funktionierendes Gesundheitssystem und einem Sozialsystem, das Schwächere im Zweifelsfall auffängt. Die Anziehungskraft entsteht aus teilweise extremen Gefällen in Punkto Einkommen und Sozialleistungen. Der Zuzug qualifizierter Arbeitskräfte scheint zwar aus wirtschaftlicher Sicht wünschenswert, gerade in Anbetracht des Fachkäftemangels und der demografischen Entwicklung in Deutschland.
Ein durch Migration erhöhtes Angebot an Arbeitskräften kann sich zudem auf die Löhne auswirken. Eine weitere Herausforderung der Migration stellt die Integration von Zuwanderern in die deutsche Gesellschaft und in den Arbeitsmarkt dar. Doch auch für die Herkunftsländer hat die Emigration ihrer Bürger Folgen. Wenn Arbeitskräfte und deren fiskalischen Beiträge fehlen, wird sich das unweigerlich auf die Entwicklung einer Volkswirtschaft auswirken, gerade wenn es sich dabei um Hochqualifizierte Menschen handelt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Aufbau der Arbeit
2. Grundlagen
2.1 Definitionen der Begriffe
2.1.1 Migration und Flüchtlinge
2.1.2 Integration
2.1.3 Arbeitsmarkt
2.1.4 Wirtschaftswachstum
2.2 Entwicklung der Migration in Deutschland
2.2.1 Geschichte der Migration nach dem Zweiten Weltkrieg
2.2.2 Migranten aus Subsahara-Afrika
2.3 Motive der Migration
2.3.1 Einfluss der geographischen Lage von Herkunfts- und Zielland (Gravitationsmodell)
2.3.2 Push- und Pull-Faktoren
2.3.3 Soziales Umfeld der Migranten (Netzwerke)
3. Auswirkungen der afrikanischen Migration auf den Arbeitsmarkt und das Wirtschaftswachstum in Deutschland
3.1 Chancen
3.1.1 Linderung des Fachkräftemangels
3.1.2 Linderung des demografischen Problems
3.2 Risiken
3.2.1 Konkurrenz für unqualifizierte Tätigkeiten
3.2.2 Kosten für den Sozialstaat
4. Auswirkungen der Emigration in Subsahara-Afrika
4.1 Chancen für Afrika
4.1.1 Transferzahlungen
4.1.2 Brain-Gain
4.2 Risiken für Afrika
4.2.1 Brain-Drain
4.2.2 Ökonomische und demografische Auswirkungen
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Bachelorarbeit untersucht die Auswirkungen der Migration auf den Arbeitsmarkt und das Wirtschaftswachstum, wobei der Fokus auf Deutschland als Zielland und Subsahara-Afrika als Herkunftsregion liegt. Ziel ist es zu analysieren, ob Zuwanderer – insbesondere Fachkräfte – einen Beitrag zur Linderung des Fachkräftemangels und demografischer Herausforderungen leisten können, während gleichzeitig die Konsequenzen der Abwanderung für die afrikanischen Herkunftsstaaten beleuchtet werden.
- Grundlagen und Definitionen zu Migration, Integration und Arbeitsmarkt.
- Entwicklung und Motive der afrikanischen Migration nach Deutschland.
- Chancen und Risiken für den deutschen Arbeitsmarkt und Sozialstaat.
- Wirtschaftliche Folgen der Emigration für Subsahara-Afrika (Brain-Gain vs. Brain-Drain).
Auszug aus dem Buch
2.3.1 Einfluss der geographischen Lage von Herkunfts- und Zielland (Gravitationsmodell)
Verschiedene ökonomische Theorien beschäftigen sich mit den Motiven von Wanderungen.
Ein weit verbreitetes Modell ist das Gravitationsmodell. Laut dieser Theorie spielt die geographische Lage bzw. die Entfernung zwischen Herkunfts- und Zielregion eine bedeutende Rolle bei der Entscheidung in welches konkrete Land die Wanderung erfolgen soll.
In seinen „Gesetzen der Migration“ beschäftigte sich Ravenstein bereits 1885 mit dem Aspekt der Entfernung. Demnach wandern nur sehr wenige Migranten über lange Distanzen (long-journey migrants). Die meisten legen nur kurze Strecken zurück (short-journey migrants). Das Gravitationsmodell dient der Ermittlung von Größe und Wahrscheinlichkeit von Wanderungsbewegung zwischen Herkunfts- und Zielgebiet unter Berücksichtigung der Bevölkerungszahlen in beiden Regionen und ihrer Entfernung zueinander. Das Migrationsvolumen sinkt demnach mit steigender Entfernung von Herkunfts- und Zielland. Auch die Kosten einer Wanderung sind von der Entfernung abhängig. Die Kosten für z.B. Umzug, das Einleben in einem neuen Kulturkreis oder das Kontakthalten zur Heimat steigen mit der Distanz.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der Migration ein, beleuchtet die Problemstellung der Integration sowie die Zielsetzung der Arbeit und beschreibt deren Aufbau.
2. Grundlagen: Dieses Kapitel definiert zentrale Fachbegriffe, zeichnet die Migrationsgeschichte Deutschlands nach und analysiert theoretische Modelle der Migrationsentscheidung wie das Gravitationsmodell sowie das Push-Pull-Modell.
3. Auswirkungen der afrikanischen Migration auf den Arbeitsmarkt und das Wirtschaftswachstum in Deutschland: Hier werden die ökonomischen Chancen durch die Linderung von Fachkräftemangel und demografischen Problemen den Risiken wie Arbeitsplatzkonkurrenz und fiskalischen Belastungen des Sozialstaates gegenübergestellt.
4. Auswirkungen der Emigration in Subsahara-Afrika: Dieser Teil betrachtet die Rückseite der Migration, insbesondere die Rolle von Transferzahlungen und das Phänomen des Brain-Drain, sowie dessen ökonomische und demografische Effekte auf die Herkunftsländer.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert das Potenzial einer gesteuerten Zuwanderung sowie die notwendige Verantwortung der Politik für eine nachhaltige Entwicklung.
Schlüsselwörter
Migration, Arbeitsmarkt, Wirtschaftswachstum, Subsahara-Afrika, Fachkräftemangel, Integration, Push-Pull-Modell, Remissen, Brain-Drain, Brain-Gain, Sozialstaat, Demografie, Transferzahlungen, Humankapital, Einwanderungspolitik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die ökonomischen Wechselwirkungen von Migration zwischen Subsahara-Afrika und Deutschland, mit Fokus auf Arbeitsmarkt, Wachstum und demografische Folgen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Themenfelder umfassen Migrationsmotive, Integrationschancen auf dem deutschen Arbeitsmarkt, Auswirkungen auf den deutschen Sozialstaat sowie die Folgen der Emigration (Brain-Drain/Gain) für afrikanische Herkunftsstaaten.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist die Analyse, ob und unter welchen Bedingungen Migration sowohl Deutschland als auch die afrikanischen Herkunftsländer ökonomisch profitieren lassen kann.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der Auswertung statistischer Daten sowie wirtschaftswissenschaftlicher Modelle zur Migration.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen, die Analyse der Auswirkungen der afrikanischen Migration auf Deutschland (Chancen/Risiken) und die Untersuchung der Emigrationsfolgen für Subsahara-Afrika.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich am besten durch die Begriffe Migration, Arbeitsmarktintegration, Fachkräftemangel, Brain-Drain und Remissen beschreiben.
Welche Rolle spielen Netzwerke bei der Migration?
Netzwerke von bereits migrierten Personen erleichtern den Wanderungsprozess durch Wissensvorsprung und Kontakte, können aber auch die Entscheidung zur Migration maßgeblich beeinflussen.
Warum wird die Migration von Fachkräften aus Afrika problematisiert?
Die Abwanderung von Hochqualifizierten (Brain-Drain) führt zu einem Mangel an Experten in den Herkunftsländern, was besonders im Gesundheitswesen die soziale und wirtschaftliche Entwicklung gefährdet.
Was versteht man unter einer „Triple-Win“-Situation?
Dabei profitieren Deutschland (Humankapital), die Migranten (Einkommen/Erfahrung) und die afrikanischen Herkunftsländer (Remissen/Zirkulation) gleichermaßen von der Migration.
- Quote paper
- Kouevi Kangnissoukpe (Author), 2016, Auswirkungen der Migration auf den Arbeitsmarkt und das Wirtschaftswachstum, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/343473