Im Zentrum dieser Arbeit steht eine Auseinandersetzung mit der Religionsphilosophie von Keiji Nishitani und insbesondere mit der Frage nach der Möglichkeit der Erkenntnis durch die religiöse Erfahrung.
Nishitani kritisiert in seinem Buch "Was ist Religion?" das philosophische, bewußtseinsmäßige Erkennen der Realität und die darauf basierende wissenschaftliche, mechanistische Weltanschauung als unzureichend und qualifiziert das Bewußtsein sowie das Unterbewußtsein als problematische Quellen der Wahrheit. Die religiöse Erfahrung, in der man des Nichts gewahr wird und somit zum Ursprung des Lebens zurückkehrt, soll einen Zustand und eine Perspektie ermöglichen, aus der das Selbst und somit auch jegliche Realität realisiert, erlebt und erkannt werden kann.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Über das Bewußtsein als unvollkommene Quelle der Wahrheit
3. Über das Gewahrwerden des Nichts und die religiöse Perspektive der Lebensbetrachtung
4. Über das Verhältnis der Philosophie zu der Religion
5. Zusammenfassung
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht Keiji Nishitanis Religionsphilosophie, insbesondere die Frage nach der Möglichkeit der Erkenntnis durch religiöse Erfahrung. Dabei wird analysiert, warum Religion als lebensnotwendig erachtet wird, welche Rolle das „Gewahrwerden des Nichts“ dabei spielt und wie das Verhältnis zwischen philosophischem und religiösem Denken bei Nishitani zu bestimmen ist.
- Kritik am kartesianischen Dualismus von Bewusstsein und Außenwelt.
- Die Bedeutung der Rückkehr zum Ursprung des Lebens.
- Das Konzept des „Nichts“ als fundamentale Perspektive der Erkenntnis.
- Die Umwandlung des methodischen Zweifels in den großen religiösen Zweifel.
- Komplementarität von Philosophie und Religion als Erkenntnisbereiche.
Auszug aus dem Buch
Über das Gewahrwerden des Nichts und die religiöse Perspektive der Lebensbetrachtung
Um den Dingen auf den Grund zu kommen (in Nishitanis Metaphorik bedeutet das, die Dinge wirklich zu erkennen), schlägt er vor, das Selbstbewußtsein des "Ich denke, also bin ich" in seiner Subjektivität von einer fundamentaleren Ebene als der des Selbstbewußtseins her zu denken. Diese fundamentalere Ebene ist für Nishitani, wie bereits gesagt, das Nichts als Gegensatz und als Ursprung des Etwas oder der Tod als Gegensatz und Basis des Lebens und der Existenz, wobei Nishitani den Tod und das Nichts gleichsetzt. Durch das Gewahrwerden des Todes bzw. des Nichts, was "im Grund der Welt selbst verborgen und in diesem Sinn etwas Wirkliches ist ", kann das Selbst sein eigenes Sein realisieren, d.h. erfahren, erkennen oder wirklich erleben.
Den Tod und das Nichts nimmt Nishitani als etwas Reales an und als etwas, was objektiv im Grunde alles Seienden angelegt ist. Im Gewahrwerden des so gedachten Ursprungs alles Seienden soll es möglich sein, das Seiende wirklich erkennen zu können. Es stellt sich allerdings die Frage danach, was Nishitani mit dem Gewahrwerden des Todes bzw. des Nichts eigentlich meint, und wie dieses Gewahrwerden praktisch durchführbar sein soll. Nishitani beschreibt den vorgeschlagenen Weg des Gewahrwerden des Nichts anhand von Metaphern und in unterschiedlichen sprachlichen Ausführungen wie folgt:
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in Nishitanis Religionsphilosophie ein und definiert das Ziel, den Erkenntnisgewinn durch religiöse Erfahrung zu hinterfragen.
2. Über das Bewußtsein als unvollkommene Quelle der Wahrheit: Dieses Kapitel kritisiert den kartesianischen Dualismus und erläutert Nishitanis Ansicht, dass das rein denkende Ich keinen direkten Zugang zur Realität der Dinge hat.
3. Über das Gewahrwerden des Nichts und die religiöse Perspektive der Lebensbetrachtung: Hier wird das Konzept des Nichts als existenzielle Grundlage eingeführt, die den Zugang zu einer tieferen, „leibhaften“ Erkenntnis jenseits logischer Abstraktion ermöglicht.
4. Über das Verhältnis der Philosophie zu der Religion: Die Untersuchung zeigt auf, dass Religion und Philosophie nicht im Widerspruch stehen, sondern als komplementäre Bereiche fungieren, wobei die Religion eine umfassendere Erkenntnisebene darstellt.
5. Zusammenfassung: Der Schlussteil fasst die Ergebnisse zusammen und bekräftigt die Notwendigkeit der Religion für eine vollkommene, existenzielle Wirklichkeitserfahrung.
Schlüsselwörter
Religionsphilosophie, Keiji Nishitani, religiöse Erfahrung, Erkenntnis, Bewusstsein, Dualismus, Nichts, Tod, Existenz, Subjektivität, Transzendenz, philosophischer Zweifel, religiöser Zweifel, Nihilismus, leibhaftes Erfahren.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Religionsphilosophie von Keiji Nishitani und der zentralen Frage, wie Erkenntnis durch religiöse Erfahrung möglich ist.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum?
Die zentralen Felder sind die Kritik am neuzeitlichen Dualismus, die Bedeutung des Nichts, die Struktur der religiösen Erfahrung und die Verbindung von Philosophie und Religion.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, Nishitanis Argumentation zu verstehen, warum Religion als notwendige Dimension menschlicher Existenz für eine wahrhaftige Erkenntnis der Welt gilt.
Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?
Die Arbeit nutzt eine philosophische Textanalyse und Interpretation der wesentlichen Argumente aus Nishitanis Hauptwerk „Was ist Religion?“.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Unzulänglichkeit des rationalen Bewusstseins, das Konzept des „Gewahrwerdens des Nichts“ als existenzielle Wendung und das komplementäre Verhältnis zwischen philosophischem und religiösem Zweifel.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere das „Gewahrwerden des Nichts“, die Überwindung des kartesianischen Ich-Bewusstseins und die leibhafte Erkenntnis.
Wie interpretiert die Autorin Nishitanis „Nichts“?
Die Autorin verdeutlicht, dass Nishitani unter dem Nichts nicht das Ende des Lebens, sondern einen Zustand der Leere versteht, in dem das Seiende im Nichts aufgehoben wird, um eine tiefere Wirklichkeit zu erfahren.
Ist die Religion laut Nishitani ein Ersatz für Philosophie?
Nein, die Arbeit stellt dar, dass Religion und Philosophie ein komplementäres Verhältnis bilden, wobei die Religion als umfassenderer Bereich verstanden wird, der die philosophische Erkenntnis einschließt und übersteigt.
- Citation du texte
- Barbara Piechota-Lutum (Auteur), 2003, Über die Möglichkeit der Erkenntnis durch die religiöse Erfahrung in "Was ist Religion?" von Keiji Nishitani, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/34355