In jedem Unternehmen müssen Entscheidungen getroffen werden, die möglichst wirtschaftlich, effektiv und sinnvoll sein sollen. Diese Entscheidung haben oft sehr große Tragweiten. Personen die diese Entscheidungen treffen, müssen und dann auch die Konsequenzen ihrer Entscheidungen verantworten müssen, stehen deshalb oft unter Druck. Dies gilt insbesondere dann, wenn die Konsequenzen nicht nur die eigene Existenz, sondern auch die Anderer, des ganzen Unternehmens oder sogar Familienmitglieder betreffen, so wie es etwa bei Führungs-kräften von Familienunternehmen der Fall ist. Daher greifen Führungspersonen immer wieder auf verschiedene Formen der Fortbildung zurück, um den Anforderungen so gut es geht gewachsen zu sein. Dazu zählen unter anderem auch Trainingskonzepte. Eines der momentan populäreren Trainingskonzepte sind Programme aus der Erlebnispädagogik. Sie bieten eine besondere Form des Lernens, welche sich von anderen Lernmodellen klar unterscheidet. Diese Konzepte sind jedoch umstritten, was ihre tatsächliche Wirkung angeht. Daher gilt es zu prüfen, wie effektiv ein handlungsorientiertes Trainingskonzept zur Optimierung von Entscheidungsprozessen für Führungskräfte aus einem kleinen Familienbetrieb eingesetzt werden kann. Der dazu bearbeitete Betrieb ist ein Unternehmen aus der Holzspielzeugbranche.
Dazu soll im Folgenden zuerst die Erlebnispädagogik genauer beleuchtet werden. Dazu wird der Begriff an sich sowie handlungsorientiertes Lernen genau definiert. Anschließend wird beschrieben was genau die Erlebnispädagogik behandelt, welche Strukturen sie hat und wie sie sich zu anderen ähnlichen Bereichen abgrenzt. Daraufhin wird erklärt welche Bedeutung das Erleben bzw. das Erlebnis dabei hat. Folgend wird das Lernzonenmodell und die gängigsten Reflexionsmodelle beschrieben. Das gelernte muss auch in den Alltag transferiert werden. Wie das geschieht wird im Punkt Transfer nahegebracht. Da das Konzept umstritten ist, werden im nächsten Punkt auch Kritische Stimmen in dieser Arbeit behandelt. Daraufhin werden Entscheidungsprozesse behandelt. Dazu wird zunächst ein Grundverständnis des Begriffs und der Entscheidungstheorie erklärt. Anschließend werden die einzelnen Komponenten der Entscheidungstheorie näher betrachtet und erklärt wie die Entscheidungsfindung von statten geht. Abschließend werden für den Teil der Entscheidungsprozesse auch Entscheidungen in Gruppen behandelt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung
2 Erlebnispädagogik
2.1 Definition Erlebnispädagogik und handlungsorientiertes Lernen
2.2 Abgrenzung und Strukturmerkmale
2.3 Das Erlebnis als zentraler Bezugspunkt
2.4 Das Lernzonenmodell
2.5 Reflexionsmodelle
2.6 Lerntransfer zurück zum Alltag
2.7 Kritik am Konzept der Erlebnispädagogik
3 Entscheidungsprozesse
3.1 Einführung in Entscheidungstheoretische Grundlagen
3.2 Komponenten der Entscheidungstheorie
3.2.1 Ziele
3.2.2 Alternativen
3.2.3 Umwelt
3.2.4 Ergebnisse
3.3 Entscheidungsfindung
3.4 Gruppenentscheidungen
4 Umsetzung des Konzeptes an einem Praxisbeispiel
4.1 Kurzportrait der Holzspielerei Baumgartner GmbH
4.2 Auftragsklärung und Bedarfsanalyse
4.3 Analyse der Teilnehmer
4.4 Zentrale Lernziele und Beschreibung des Trainingsthemas
4.5 Grobkonzept & Didaktik
4.6 Bewertung des Konzeptes
5 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Entwicklung und Evaluation eines handlungsorientierten Trainingskonzepts, das Führungskräfte eines kleinen Familienbetriebs in der Holzspielzeugbranche bei der Optimierung ihrer Entscheidungsprozesse unterstützen soll.
- Grundlagen und Definitionen der Erlebnispädagogik
- Theoretische Fundierung von Entscheidungsprozessen
- Analyse der spezifischen Anforderungen in Familienbetrieben
- Konzeption eines zweitägigen Outdoor-Trainings inklusive Segeltörn
- Qualitätsbewertung und Übertragbarkeit der Maßnahmen
Auszug aus dem Buch
2.4 Das Lernzonenmodell
Da die Erlebnispädagogik mit Abenteuern und Grenzerfahrungen arbeitet müssen für einen Lernerfolg jedoch einige Dinge beachtet werden. Das höchste Lernpotential besteht beispielsweise dann, wenn sich der Teilnehmer in einem Mentalen Bereich zwischen der Komfortzone und der Panikzone bewegt. In der Komfortzone treten nur bekannte Umstände auf, die keinen Lerneffekt erzielen. In der Panikzone wird die Gehirnaktivität auf überlebenswichtige Maßnahmen wie Flucht, Aggression und Starre reduziert. Ein Lerneffekt kann so ebenfalls nicht erzielt werden. Übertritt man jedoch die Komfortzone in passendem Maß, dann können diese neuen, fremden oder unbequemen Erlebnisse integriert werden. Durch die Auseinandersetzung mit dem Neuen bilden sich neue Einsichten, Erkenntnisse oder Fähigkeiten, die das vorhandene Handelsrepertoire ergänzen. Damit vergrößert sich die Komfortzone und kann als Ausgangspunkt für weitere Grenzüberschreitungen und erneutes persönliches Wachstum dienen. Dieses Modell nennt man Lernzonenmodell. (vgl. Luckner & Nadler 1997, S. 29f)
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung: Die Einleitung beleuchtet die Herausforderungen von Führungskräften in Familienbetrieben und führt in die erlebnispädagogische Methodik zur Optimierung von Entscheidungsprozessen ein.
2 Erlebnispädagogik: Dieses Kapitel definiert die erlebnispädagogischen Grundlagen, erläutert das Lernzonenmodell sowie Reflexionsmodelle und diskutiert kritische Aspekte sowie den Transfer in den Alltag.
3 Entscheidungsprozesse: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Entscheidungsfindung, die Komponenten (Ziele, Alternativen, Umwelt, Ergebnisse) und Besonderheiten von Gruppenentscheidungen dargestellt.
4 Umsetzung des Konzeptes an einem Praxisbeispiel: Das Kapitel beschreibt die praktische Anwendung des Konzepts bei der Holzspielerei Baumgartner GmbH, inklusive Bedarfs- und Teilnehmeranalyse sowie eines konkreten Grobkonzepts.
5 Zusammenfassung: Das abschließende Fazit bewertet die Eignung des erlebnispädagogischen Ansatzes unter Berücksichtigung von Qualitätskriterien und Sicherheitsaspekten.
Schlüsselwörter
Erlebnispädagogik, Entscheidungsprozesse, Führungskräfte, Familienbetrieb, Handlungsorientiertes Lernen, Lernzonenmodell, Reflexion, Lerntransfer, Entscheidungstheorie, Gruppenentscheidungen, Outdoor-Training, Praxisbeispiel, Kompetenzentwicklung, Qualitätssicherung, Personalentwicklung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Studienarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie ein erlebnispädagogisches Trainingskonzept genutzt werden kann, um Entscheidungsprozesse von Führungskräften in einem kleinen Familienbetrieb zu optimieren.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Arbeit verknüpft erlebnispädagogische Theorien (wie das Lernzonenmodell) mit entscheidungstheoretischen Grundlagen und wendet diese auf ein konkretes betriebliches Szenario an.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Erstellung eines handlungsorientierten Trainingsplans, der Führungskräften dabei hilft, Entscheidungen sicherer, strukturierter und effektiver zu treffen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie einer fallstudienartigen Bedarfsanalyse und der daraus abgeleiteten Konzeption eines Trainingsprogramms samt Trainerleitfaden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung der Erlebnispädagogik und Entscheidungstheorie sowie die praktische Umsetzung bei der Holzspielerei Baumgartner GmbH.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Erlebnispädagogik, Entscheidungsprozesse, Familienbetrieb, Lernzonenmodell, Führungskräfteentwicklung und handlungsorientiertes Lernen.
Warum ist das "Lernzonenmodell" für das Training wichtig?
Es dient dazu, die Teilnehmer weder zu unterfordern (Komfortzone) noch zu überfordern (Panikzone), um so ein optimales Lernpotenzial für neue Erfahrungen zu schaffen.
Wie werden die Besonderheiten eines Familienbetriebs im Training berücksichtigt?
Das Training berücksichtigt die Vermischung von privater und beruflicher Rollenverteilung sowie die generationenübergreifende Konfliktpotenziale bei der Analyse der Teilnehmer.
- Citar trabajo
- Tobias Baumgartner (Autor), 2016, Entwicklung eines handlungsorientierten Trainingskonzeptes zur Optimierung von Entscheidungsprozessen für Führungskräfte, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/343748