Den Hauptgegenstand der Sitzung bildete die Akkreditierung an Hochschulen in der Bundesrepublik Deutschland. Als Diskussionsgrundlage diente das eingangs gehaltene Referat „Akkreditierung und Qualitätssicherung“. In diesem Zusammenhang wurden vor allem die Funktionsweise des Systems und die Differenz zwischen System- und Programmakkreditierung thematisiert. Anschließend wurden die im Referat angeführten Kritikpunkte ihrer Relevanz nach eingeschätzt und diskutiert. Die von den Studenten formulierten Fragen zeugten von einem großen Interesse am Akkreditierungsprozess des sozialwissenschaftlichen Instituts der Humboldt-Universität zu Berlin.
Inhaltsverzeichnis
1. Begriffsannäherung
2. Geschichte der Akkreditierung
3. Das deutsche Akkreditierungssystem
4. Arten der Akkreditierung
4.1 Programmakkreditierung
4.2 Systemakkreditierung
5. Kritik
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Das Ziel dieses Seminarprotokolls ist die wissenschaftliche Aufarbeitung und kritische Diskussion des Akkreditierungssystems an deutschen Hochschulen im Kontext des Bologna-Prozesses, wobei insbesondere die Funktionsweise der Qualitätssicherung sowie die daraus resultierenden Herausforderungen beleuchtet werden.
- Funktionsweise des deutschen Akkreditierungssystems
- Differenzierung zwischen Programm- und Systemakkreditierung
- Kritische Analyse des Verhältnisses von Kosten und Nutzen
- Einfluss der Akkreditierung auf die Hochschulautonomie
- Effektivität der Qualitätsverbesserung durch Akkreditierungsverfahren
Auszug aus dem Buch
Kritik am deutschen Akkreditierungssystem
Beim Kritikpunkt „Hohe Kosten und großer Aufwand“ wurde bemerkt, dass eine Akkreditierung im Durchschnitt ca. 15000 Euro koste, die die Hochschule selber tragen müsse. Wie die Hochschule das Geld für die anfallenden Kosten aufbrächte, bleibe ihr selbst überlassen. Eine Akkreditierung bringe zudem einen großen internen Verwaltungsaufwand mit sich, bei dem z.B. Fachangehörige, VerwaltungsmitarbeiterInnen, Fachbereichs- und Hochschulleitung miteinbezogen werden müssten. Trotz der hohen Kosten und des Verwaltungsaufwandes, sei es sicherlich auch ein Vorteil, für die in den Prozess involvierten Mitarbeiter, Bilanz zu ziehen und sich einmal genauer mit der Effizienz und Struktur des jeweiligen Studienganges auseinandersetzen zu müssen. Der Kritikpunkt der Grundrechtsproblematik beanstandete die zukünftigen Einflussmöglichkeiten des Akkreditierungssystems auf Studium und Lehre durch inhaltliche Vorgaben und eine notwendige Akkreditierung neuer Studiengänge. Demnach werde durch die Akkreditierung nicht nur die Hochschulautonomie, sondern auch die Wissenschaftsfreiheit eingeschränkt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Begriffsannäherung: Definition der Akkreditierung als Instrument der Qualitätsbescheinigung und deren Anwendung über den Hochschulbereich hinaus.
2. Geschichte der Akkreditierung: Einordnung der Akkreditierung in den Kontext des Bologna-Prozesses und der Bestrebungen zur Entstaatlichung des Studiensystems.
3. Das deutsche Akkreditierungssystem: Erläuterung der dezentralen, mehrstufigen Organisation und der Rolle der Stiftung zur Akkreditierung von Studiengängen.
4. Arten der Akkreditierung: Darstellung der inhaltlichen Unterschiede und Verfahrensweisen zwischen Programm- und Systemakkreditierung.
5. Kritik: Analyse von Problemen wie Kosten-Nutzen-Verhältnissen, Auswirkungen auf die Hochschulautonomie und die Effektivität der Qualitätssteigerung.
Schlüsselwörter
Akkreditierung, Qualitätssicherung, Bologna-Prozess, Programmakkreditierung, Systemakkreditierung, Hochschulautonomie, Wissenschaftsfreiheit, Peer Review, Akkreditierungsrat, Bildungsreform, Qualitätskontrolle, Studiengänge, Verwaltungsaufwand, Studienfachevaluation, Reformbedarf
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Dokument grundsätzlich?
Das Dokument ist ein Seminarprotokoll, das die Funktionsweise und kritische Bewertung des Akkreditierungssystems an deutschen Hochschulen zusammenfasst.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zu den zentralen Themen gehören das deutsche Akkreditierungssystem, die Unterscheidung zwischen Programm- und Systemakkreditierung sowie eine tiefgehende Kritik an den administrativen und qualitativen Auswirkungen auf Hochschulen.
Was ist das primäre Ziel des Akkreditierungsverfahrens?
Das übergeordnete Ziel besteht darin, einen Beitrag zur Entwicklung der Qualität von Studium und Lehre zu leisten und die Verwirklichung des Europäischen Hochschulraums voranzutreiben.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Erarbeitung verwendet?
Die Grundlage bildet ein Referat, das durch eine anschließende strukturierte Diskussion der Funktionsweise, Kritikpunkte und institutionellen Rahmenbedingungen ergänzt wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der rechtlichen und organisatorischen Struktur der Akkreditierung, den Differenzierungen der Verfahren sowie einer detaillierten Auseinandersetzung mit Kritikpunkten wie Kosten, Rechtscharakter und Qualitätseffekten.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Akkreditierung, Bologna-Prozess, Hochschulautonomie, Qualitätskontrolle und Systemakkreditierung charakterisiert.
Warum gibt es die Systemakkreditierung neben der Programmakkreditierung?
Die Systemakkreditierung wurde als Folge des Akkreditierungsstaus eingeführt, um die Akkreditierungsagenturen zu entlasten und die interne Fähigkeit einer Hochschule zur Qualitätssicherung zu prüfen.
Wie bewerten die Teilnehmer die Effektivität der Qualitätsverbesserung?
Die Arbeit legt dar, dass die Akkreditierung primär der Qualitätskontrolle dient und nicht zwangsläufig zu einer tatsächlichen Verbesserung der Qualität von Studium und Lehre führt.
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- Selina Thal (Autor), 2008, Bildungseinrichtungen zwischen Unterfinanzierung und Reformbedarf, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/343934