„Die Planung, Koordination und Kontrolle aller auf die aktuellen und potenziellen Märkte ausgerichteten Unternehmensaktivitäten“, lässt sich längst nicht mehr nur auf Produkte und Dienstleistungen der Privatwirtschaft begrenzen. Bund, Länder, Regionen, Städte und Gemeinden sehen sich zunehmend einem Wettbewerb als Arbeits-, Wohn-, Ausbildungs-, Einkaufs- und Freizeitstandort ausgesetzt, dem es durch geeignete Konzepte zu begegnen gilt. Wirft man einen Blick auf die Historie des Stadtmarketings, dann lassen sich schon seit etwa den 1980er Jahren erste Aktivitäten in der kommunalen Verwaltungspraxis Deutschlands ausfindig machen. Eine der frühen Initiativen entstand 1987 auf Anregung der Schweinfurter Oberbürgermeisterin Gudrun Grieser. Ein Jahr später entwickelten Experten aus Verwaltung, Politik und Wirtschaft ein Marketingkonzept für die Stadt Wuppertal. 1989 förderte das Bayrische Staatsministerium für Wirtschaft und Verkehr Projekte in Kronach, Mindelheim und Schwandorf, denen eine Vielzahl von Konzepten und Initiativen bundesweit folgten.
Die Wiedervereinigung signalisierte neben dem Modernisierungsgedanken des Stadtmarketings einen weiteren Ansatzpunkt. Veraltete Strukturen sollten reformiert und flexible Handlungsnetzwerke geschaffen werden. Das führte nicht selten zu Erwartungen, die nicht bzw. kaum realisierbar waren. Das Spektrum der umschriebenen Aktivitäten reichte von Werbemaßnahmen und Tourismusförderung, der Bewirtschaftung kommunaler Einrichtungen und Dienstleistungen bis hin zur Beratung der Stadtverwaltung.
Aufbauend auf der Imageanalyse von Ralf Ackermann, welche die analytischen Grundlagen für diese Arbeit liefert, steht hier das Ziel im Vordergrund, ein Werbkonzept für die Stadt Glinde zu entwerfen. Erstmal ist aber wichtig, dass der Begriff Stadtmarketing klar definiert wird. Zudem ergibt sich daraus die Notwendigkeit der Abgrenzung gegenüber dem Regionalmarketing. Im nachfolgenden Abschnitt der theoretischen Grundlagenbestimmung werden dann die einzelnen Phasen einer ganzheitlichen Stadtmarketingkonzeption erörtert. Sie bilden den Bezugsrahmen zu der sich anschließenden praktischen Erstellung einer Werbekonzeption für die Stadt Glinde. Der Schwerpunkt der Arbeit soll sein, aus den Resultaten der Imageanalyse Leitbilder und Maßnahmen abzuleiten, sowie darauf aufbauend, eine Kommunikationsstrategie zu entwerfen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen
2.1. Die Bedeutung von Stadtmarketing
2.2. Vom Regionalmarketing zum Stadtmarketing- Eine räumliche Abgrenzung
2.3. Zielsetzung und Handlungsfelder des Stadtmarketing
2.4. Die Phasen des Stadtmarketing-Prozesses
2.4.1. Die Anschubphase
2.4.2. Die Analysephase
2.4.3. Die Ziel- und Leitbildphase
2.4.4. Teilziele, Strategien und Maßnahmen
2.4.5. Umsetzung und Kontrolle
3. Praktischer Teil – Das Werbekonzept für die Stadt Glinde
3.1. Die Ausgangssituation
3.2. Fazit der Analyseergebnisse und Bestimmung der Arbeitsfelder
3.3. Die Vision: Glinde 2014
3.4. Entwicklung von Leitbildern und Maßnahmen
3.4.1. Kultur
3.4.2. Freizeit und Erholung
3.4.3. Einkauf
3.5. Kommunikationsstrategie für Glinde
3.5.1. Zielsetzung
3.5.2. Zielgruppen
3.5.3. Kommunikationsarten
3.6. Ansatz der Öffentlichkeitsarbeit
3.7. Eventmarketing
3.8. Entwurf einer Werbelinie für die Stadt Glinde
3.8.1. Der Slogan
3.8.2. Das Logo
3.8.3. Fortführung des Stadtmarketing in Glinde
4. Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung und Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Erstellung einer praktikablen Kommunikationsstrategie für die Stadt Glinde auf Basis eines ganzheitlichen Stadtmarketingkonzeptes. Aufbauend auf einer bestehenden Imageanalyse werden Leitbilder, Strategien und konkrete Werbemaßnahmen entwickelt, um die Stadt als attraktiven Lebens- und Wirtschaftsstandort zu profilieren.
- Entwicklung von Leitbildern für die Bereiche Kultur, Freizeit und Einkauf
- Konzeption einer integrierten Kommunikationsstrategie für Glinde
- Formulierung von Kernbotschaften und Slogans zur Identitätsstärkung
- Entwurf visueller Erkennungsmerkmale (Logo-Entwürfe) zur Positionierung
- Strukturierung der künftigen Steuerung durch den Stadtmarketing Glinde e.V.
Auszug aus dem Buch
3.3. Die Vision: Glinde 2014
Die Stadt Glinde ist heute, wir schreiben das Jahr 2014, eines der bedeutendsten Freizeit- und Naherholungsgebiete im östlichen Umland der Freien Hansestadt Hamburg.
Durch verschiedene Maßnahmen ist es der Stadt und ihren Bürgern gelungen, die Innenstadt attraktiver zu gestalten und die vorhandenen Ressourcen besser zu nutzen. Der Marktplatz und die weiteren Einkaufsmöglichkeiten im Central-Park, in der Dorfstrasse und der Mühlenstrasse bieten ein breit gefächertes Warenangebot innerhalb des neu definierten und umstrukturierten Innenstadtbereiches. Gut ausgebaute Parkplätze im Stadtzentrum sowie die veränderte Verkehrsführung der Möllner Landstraße haben dazu beigetragen, dass sich die Verkehrssituation im Innenstadtbereich in großem Maße beruhigt hat und nunmehr eine günstige Erreichbarkeit des Stadtkerns sichergestellt ist. Mit der neuen Verkehrsführung ist es gelungen, das Gesicht der Innenstadt zu verschönern. Reizvolle grüne Oasen und Strassencafés laden zum Verweilen ein. An speziell dafür vorgesehenen Stellen wird die gemütliche und erholsame Atmosphäre durch Informationstafeln und imagefördernde Aktionen ergänzt.
Die Struktur des Einzelhandels wurde bis heute kontinuierlich ausgebaut und nahm somit an Attraktivität deutlich zu. Im Bereich der Einkaufspassage haben sich eine Reihe von Geschäften angesiedelt, die das Spektrum der angebotenen Waren des mittel und langfristigen Bedarfs erweitert haben. Der Einzelhandel bietet heute ein sehr abwechslungsreiches und ansprechendes Warensortiment an, dessen Anziehungskraft auch über die Stadtgrenzen hinaus Beachtung findet.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Entwicklung des Stadtmarketings ein und definiert die Zielsetzung der Arbeit, ein Werbekonzept für die Stadt Glinde zu entwerfen.
2. Theoretische Grundlagen: Das Kapitel vermittelt die wesentlichen Begriffsdefinitionen und Phasen des Stadtmarketing-Prozesses, von der Analyse bis hin zur Umsetzung und Kontrolle.
3. Praktischer Teil – Das Werbekonzept für die Stadt Glinde: Dieser Teil übersetzt die theoretischen Grundlagen in konkrete Strategien, Visionen und Maßnahmen für die Stadt Glinde, insbesondere in den Bereichen Kultur, Freizeit und Einkauf.
4. Zusammenfassung und Ausblick: Hier werden die Ergebnisse unter Einbeziehung der Töpfer’schen Grundsätze reflektiert und ein Fazit zur Umsetzbarkeit des Konzepts gezogen.
Schlüsselwörter
Stadtmarketing, Stadtentwicklung, Glinde, Werbekonzept, Imageanalyse, Kommunikationsstrategie, Leitbild, City-Identity, Tourismusförderung, Innenstadtentwicklung, Standortfaktoren, Stakeholder, SWOT-Analyse, Regionalmarketing, Öffentlichkeitsarbeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Erstellung eines praktischen Werbekonzepts für die Stadt Glinde, um deren Positionierung als aktiver Wohn- und Einkaufsstandort im Umland von Hamburg zu stärken.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Schwerpunkte liegen auf den Bereichen Kultur, Freizeit und Erholung sowie dem Einzelhandel in der Innenstadt.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Ableitung einer praktikablen Kommunikationsstrategie und eines konkreten Maßnahmenkatalogs, die aus den Ergebnissen einer vorangegangenen Imageanalyse entwickelt wurden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse zum Stadtmarketing sowie auf die Auswertung empirischer Daten einer Imageanalyse (SWOT-Ansatz) zur Ableitung von Soll-Zuständen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden nach einer theoretischen Einleitung konkrete Visionen, Leitbilder und Kommunikationsstrategien (wie Öffentlichkeitsarbeit und Eventmarketing) für Glinde detailliert ausgearbeitet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Stadtmarketing, City-Identity, Standortprofilierung und zielgruppenspezifische Kommunikationsmaßnahmen.
Wie soll die Identität von Glinde nach außen getragen werden?
Durch die Etablierung eines einheitlichen Logos, das auf historischen Symbolen basiert, und die konsequente Verwendung der Slogans "Glinde, junge Stadt im Grünen" sowie "Glinde - Kultur erleben, Geschichte machen".
Welche Rolle spielt der Stadtmarketing Glinde e.V.?
Der Verein dient als zentrale Institution für die organisatorische Steuerung, die Bündelung von Interessen zwischen Verwaltung und Wirtschaft sowie als Träger der Kommunikations- und Marketingaktivitäten.
- Quote paper
- Ronny Wappler (Author), 2003, Stadtmarketingkonzept für die Stadt Glinde, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/34418