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Hat die Bildungsexpansion zum Abbau der sozialen Ungleichheit beigetragen?

Title: Hat die Bildungsexpansion zum Abbau der sozialen Ungleichheit beigetragen?

Seminar Paper , 2004 , 22 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Jens Grauenhorst (Author)

Sociology - Social System and Social Structure
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Bildung ist nicht nur ein schillernder Begriff in modernen Gesellschaften, sondern gleichsam auch ein interessantes Forschungsgebiet für viele verschiedene Wissenschaftsbereiche. Auch die Soziologie hat sich diesem Themengebiet angenommen und einen analytischen eigenständigen Zugriff auf Fragen der Erziehung und Bildung entwickelt (vgl. Krais 2003, S. 81 – S. 83). Dabei ist auffallend, dass sich einige unterschiedliche Teilgebiete der Soziologie mit Fragen und Problemen bezüglich der Bildung befassen. Diese Tatsache ist aber sicherlich nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, dass Bildung in unserer heutigen Zeit nicht nur für die Qualifizierung der Individuen und die Wertevermittlung innerhalb der Gesellschaft sorgt. Darüber hinaus ist Bildung aufgrund der erworbenen Qualifikationen „eine wichtige Grundlage für den materiellen Wohlstand der ökonomisch fortgeschrittenen Gesellschaften“ (Müller/Steinmann/Schneider 1997, S. 177). Der Grad der Bildung ist eine entscheidende Weiche, welche Position bzw. welchen Status eine Person innerhalb der Gesellschaft einnimmt. Bildung öffnet bspw. Türen in der beruflichen Welt, die meist mit hohen Privilegien und Einkommen ausgestattet sind. Sie sorgt infolgedessen für eine Besser- bzw. Schlechterstellung von Personen innerhalb von Gesellschaften.

Dabei war Bildung jedoch nicht immer ein Gut für die breite Masse der Bevölkerung, sondern sie war früher ausschließlich ein Privileg der ‚besseren’ Bevölkerungsschichten. Benachteiligungen von bestimmten Kreisen der Gesellschaft waren keine Ausnahme. „Die Kunstfigur des katholischen Arbeitermädchens vom Lande galt bis in die 60er Jahre als Sinnbild aller denkbaren sozialen Benachteiligungen“ (Lange 1986, S. 207). Aufgrund von Reformen hat sich dieses Bild drastisch gewandelt. In diesem Zusammenhang ist auf die Bildungsexpansion hinzuweisen, die „eine der auffälligsten Entwicklungstendenzen der letzten Jahrzehnte“ (Haller 1980, S. 21) darstellt. Der Fokus dieser Hausarbeit richtet sich darauf, ob die Bildungsexpansion zum Abbau von sozialer Ungleichheit beigetragen hat und sie somit einer der an sie gerichteten Erwartungen gerecht wird. Gerade weil der Bildung die statusbezogene Zuteilungsfunktion innerhalb der Gesellschaft zugeschrieben wird, ist es interessant zu überprüfen, ob die Bildungsexpansion zum Abbau von Benachteiligungen bestimmter Personen beigetragen hat oder nicht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Problemstellung

2. Erläuterungen zum Begriff der sozialen Ungleichheit

3. Bildung als Dimension sozialer Ungleichheit

3.1 Stellung und Aspekte von Bildung in der heutigen Zeit

3.2 Die Bildungsexpansion und ihre Folgen

3.2.1 Der Begriff der Bildungsexpansion

3.2.2 Empirische Belege zu den Folgen der Bildungsexpansion

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit die Bildungsexpansion in Deutschland dazu beigetragen hat, soziale Ungleichheiten abzubauen und das Ziel der Chancengleichheit zu verwirklichen.

  • Analyse des Begriffs der sozialen Ungleichheit und seiner Bedeutung für Bildungsressourcen.
  • Untersuchung der historischen Entwicklung und Motive der Bildungsexpansion.
  • Empirische Überprüfung der Bildungsbeteiligung und Auswirkungen auf verschiedene Bevölkerungsgruppen.
  • Diskussion der Auswirkungen von Bildungsabschlüssen auf Lebenschancen und Statuspositionen.
  • Kritische Würdigung der Bildungsexpansion als Instrument zur Modernisierung und sozialen Angleichung.

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Der Begriff der Bildungsexpansion

Grundsätzlich ist unter dem Begriff der Bildungsexpansion „die Ausdehnung/Erweiterung der Bildungssysteme in den Industriestaaten“ (Reinhold/Pollak/Heim 1999, S. 92) zu verstehen. Die Bildungsexpansion gehört zu den auffälligsten bildungsorientierten Veränderungen der sechziger und siebziger Jahre in Deutschland: „Immer mehr Jugendliche und junge Erwachsene erwerben mittlere oder höhere Bildungsabschlüsse“ (Geißler1994, S. 115). Schaut man sich die historische Entwicklung bis zu diesem Zeitpunkt an, so erkennt man die Tragweite und Signifikanz dieses Phänomens.

In der Vergangenheit war Bildung und die Vermittlung von Wissen an die Familie und die Arbeitswelt gekoppelt. Was für die Individuen und ihr tägliches Überleben von Nöten war, ist eher durch eine ‚learning by doing’- Mentalität geprägt gewesen (vgl. Müller/Haun 1994, S. 7). Nur eine kleine Minderheit an Personen verfügte über formale Bildung, die sie in speziellen dafür bestehenden Institutionen erlangt haben. Das Bild kennzeichnete sich damals durch einen hohen Grad an Analphabetismus.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Problemstellung: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein und legt dar, dass Bildung als zentrale Ressource für materiellen Wohlstand und gesellschaftlichen Status fungiert, wobei soziale Benachteiligungen historisch ein prägendes Merkmal waren.

2. Erläuterungen zum Begriff der sozialen Ungleichheit: Hier wird der theoretische Rahmen definiert, indem soziale Ungleichheit als systematische, wertorientierte Verteilung vorteilhafter oder nachteiliger Lebensbedingungen durch gesellschaftliche Positionen verstanden wird.

3. Bildung als Dimension sozialer Ungleichheit: Dieses Kapitel beleuchtet den Wandel von Bildung als exklusives Privileg hin zum Bürgerrecht und analysiert die doppelte Funktion von Bildung als Qualifizierung einerseits und Selektionsmechanismus andererseits.

3.1 Stellung und Aspekte von Bildung in der heutigen Zeit: Der Fokus liegt auf der steigenden Bedeutung formaler Bildung in einer komplexen Gesellschaft und ihrem direkten Zusammenhang mit Einkommen und Lebenschancen.

3.2 Die Bildungsexpansion und ihre Folgen: Dieser Abschnitt thematisiert die gezielte staatliche Erweiterung des Bildungswesens in den 60er und 70er Jahren und deren Hintergründe.

3.2.1 Der Begriff der Bildungsexpansion: Hier erfolgt eine Begriffsbestimmung und eine historische Einordnung des Phänomens der Bildungsexpansion als Abkehr von traditionellen, weniger formalisierten Lernformen.

3.2.2 Empirische Belege zu den Folgen der Bildungsexpansion: Anhand statistischer Daten wird dargelegt, wie sich Schulbesuchsquoten verändert haben und welche paradoxen Effekte (Ent- und Aufwertung von Abschlüssen) daraus resultieren.

4. Fazit: Das Fazit stellt fest, dass das Ziel der Chancengleichheit durch die Bildungsexpansion zwar angestrebt, jedoch nicht vollständig erreicht wurde, da weiterhin Disparitäten bestehen bleiben.

Schlüsselwörter

Bildungsexpansion, Soziale Ungleichheit, Bildungssystem, Chancengleichheit, Bildungsbeteiligung, Schulabschluss, Bildungsreform, Statuserwerb, Lebenschancen, Sozialstruktur, Modernisierung, Bildungsplanung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es grundsätzlich in dieser Arbeit?

Die Arbeit untersucht das Phänomen der Bildungsexpansion und analysiert, ob diese tatsächlich zu einem Abbau sozialer Ungleichheit geführt hat oder ob sich neue Exklusionsmechanismen im Bildungssystem entwickelt haben.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Soziologie der Bildung, der historischen Entwicklung des deutschen Schulwesens sowie der Analyse von schichtspezifischen Bildungszugängen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die kritische Überprüfung der Wirksamkeit der Bildungsexpansion hinsichtlich der Verwirklichung von Chancengleichheit in der deutschen Gesellschaft.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse soziologischer Konzepte sowie der Auswertung empirischer statistischer Daten zur Bildungsbeteiligung über verschiedene Jahrzehnte hinweg.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil erörtert den Begriff der sozialen Ungleichheit, die wachsende Bedeutung der Bildung für den gesellschaftlichen Status und die Auswirkungen der Bildungsexpansion auf die Schulkarrieren verschiedener Bevölkerungsgruppen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Bildungsexpansion, Chancengleichheit, Bildungsbeteiligung und soziale Herkunft definiert.

Welche Rolle spielt die soziale Herkunft bei der Bildungsbeteiligung?

Trotz der Expansion zeigt sich, dass die soziale Herkunft (Beruf, Einkommen der Eltern) weiterhin ein entscheidender Faktor für den Erfolg an weiterführenden Schulen bleibt.

Inwiefern hat sich die Situation für Mädchen verändert?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Mädchen als Gewinner der Bildungsreformen angesehen werden können, da sich ihr Bildungsstand im Vergleich zu den Männern signifikant verbessert hat.

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Details

Title
Hat die Bildungsexpansion zum Abbau der sozialen Ungleichheit beigetragen?
College
Johannes Gutenberg University Mainz  (Institut für Soziologie)
Course
Schichtung, Klassenbildung, Wohlfahrtstaat
Grade
2,3
Author
Jens Grauenhorst (Author)
Publication Year
2004
Pages
22
Catalog Number
V34419
ISBN (eBook)
9783638346429
Language
German
Tags
Bildungsexpansion Abbau Ungleichheit Schichtung Klassenbildung Wohlfahrtstaat
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jens Grauenhorst (Author), 2004, Hat die Bildungsexpansion zum Abbau der sozialen Ungleichheit beigetragen?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/34419
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