Die Hausarbeit beschäftigt sich mit dem kunstgeschichtlichen Kontext, z.B. Impressionismus und der Schaffenszeit Cézannes sowie mit seinem Werdegang und seiner künstlerischen Entwicklung. Cézannes Kunstauffassung und malerische Gestaltung werden außerdem genauer beleuchtet. Die Kapitel 6 und 7 beschäftigen sich mit der Frage, ob Cézanne Überwinder des Impressionismus und/oder Vorbereiter des Kubismus ist und der genaueren Betrachtung einiger Werkgruppen (Stillleben, Portraits). Genauer wird anschließend auf die Landschaftsbildnisse eingegangen, besonders auf seine Werkreihe zur "Montagne Sainte-Victoire".
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der kunstgeschichtliche Kontext - Der Impressionismus
3. Cézannes Werdegang und künstlerische Entwicklung
4. Cézannes Kunstauffassung
5. Cézannes malerische Gestaltung
6. Überwinder des Impressionismus? Vorbereiter des Kubismus?
6.1. Cézanne und der Impressionismus
6.2. Cézanne und der Kubismus
7. Werkgruppen
7.1. Stillleben
7.2. Portraits
8. Landschaftsmalerei
9. Sein Werk „Montagne Sainte-Victoire“
10. Rückblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das künstlerische Schaffen von Paul Cézanne und analysiert, inwiefern er als entscheidender Wegbereiter der modernen Kunst und des Kubismus fungierte, indem er die impressionistische Malweise durch eine eigene Bildsprache überwand.
- Der Übergang vom Impressionismus zur Moderne
- Cézannes theoretische Kunstauffassung und Bildordnung
- Die malerische Gestaltung durch Farbmodulation und Geometrisierung
- Die Analyse der Werkgruppen Stillleben, Portraits und Landschaftsmalerei
- Die Bedeutung des Motivs „Montagne Sainte-Victoire“ für seine künstlerische Entwicklung
Auszug aus dem Buch
4. Cézannes Kunstauffassung
Das folgende Zitat ist der Kern von Cézannes Kunstauffassung: „Kunst ist eine Harmonie, die parallel zur Natur verläuft.“ Nach seiner Auffassung arbeitet die Malerei nicht nach der Natur, sondern „parallel zu Natur“, sie wurde „antiillusionistisch“. Er setzt damit dem Naturvorbild, das ihm jedoch immer als Kontrolle dient, eine künstlerisch „logische“ Bildwirklichkeit entgegen. Kunst soll die Natur nicht nachahmen, sondern neu entwickeln, aber sich trotzdem an der Natur orientieren. Das Bild ist nicht mehr der Natur untergeordnet, d.h. von dem Vorbild „Natur“ abhängig. Es steht vielmehr neben der Natur – es ist autonom geworden. Form und Farbe sind Ausgangspunkt für den Maler, nicht mehr die Natur.
Cézanne ist der Überzeugung, dass im Kontakt mit der Natur das Auge „erzogen“ werde. Im Arbeitsprozess wird nach Cézannes Worten das Motiv „realisiert“, d.h. in eine bildnerische Sprachform umgesetzt.
„Die Natur bereitet mir größte Schwierigkeiten“, schreibt Cézanne 1879 an seinen Freund Emile Zola. Mit verbissener Beharrlichkeit sitzt Cézanne vor seinen Bildmotiven und studiert diese. Es genügt ihm nicht, das Beobachtete umzusetzen, er will die Erscheinungen der Natur durchdringen, das Unveränderliche in der Natur darstellen. Er betrachtet die Natur mit dieser Beharrlichkeit um „auf den Grund der Dinge, auf ihre innewohnende, ewige Form zu stoßen“. Den Dingen Dauer zu verleihen, das ist ihm ein wichtiges künstlerisches Ziel. Dazu gehört auch, dass jedes Motiv in ein kompositorisches Gleichgewicht gebracht wird. Dieses Gleichgewicht sollte nach Meinung Cézannes durch Berechnung, Nachdenken und Logik entstehen und in Malerei umgesetzt werden können.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert Paul Cézannes Rolle als Wegbereiter der Moderne und erläutert den Aufbau der Untersuchung, die seinen künstlerischen Werdegang und seine Loslösung vom Impressionismus beleuchtet.
2. Der kunstgeschichtliche Kontext - Der Impressionismus: Dieses Kapitel erläutert die Entstehung des Impressionismus und dessen Fokus auf den flüchtigen Augenblick, Lichtreflexe und eine schnelle Malweise als Ausgangspunkt für Cézannes spätere Entwicklung.
3. Cézannes Werdegang und künstlerische Entwicklung: Der Abschnitt beschreibt Cézannes Herkunft, seine Herausforderungen als Außenseiter in der Pariser Kunstszene und die Zäsuren seines künstlerischen Schaffens vom Früh- zum Spätwerk.
4. Cézannes Kunstauffassung: Hier wird Cézannes zentrales Prinzip der Harmonie „parallel zur Natur“ dargestellt, das die Malerei als autonomes, auf Form und Farbe basierendes Medium definiert.
5. Cézannes malerische Gestaltung: Das Kapitel analysiert die technischen Mittel wie Farbfleckenmalerei und Modulation, mit denen Cézanne die traditionelle Perspektive aufbrach und die Zweidimensionalität der Leinwand betonte.
6. Überwinder des Impressionismus? Vorbereiter des Kubismus?: Die Analyse vergleicht Cézannes Arbeitsweise kritisch mit dem Impressionismus und zeigt auf, wie er durch Geometrisierung und Polyperspektivität den Weg für den Kubismus ebnete.
7. Werkgruppen: Dieser Teil befasst sich mit der spezifischen Herangehensweise Cézannes in seinen Stillleben und Portraits, in denen er Gegenstände und Personen als Ausgangspunkte für malerische Problemlösungen nutzt.
8. Landschaftsmalerei: Hier wird beschrieben, wie Cézanne in seiner Wahlheimat Aix die provenzalische Landschaft und deren Felsformationen als ideale Motive für seine Suche nach Festigkeit und Dauer entdeckte.
9. Sein Werk „Montagne Sainte-Victoire“: Das Kapitel untersucht das lebenslange Hauptmotiv des Künstlers, das Felsmassiv Sainte-Victoire, und wie er es in zahlreichen Werken als monumentales Sinnbild der Dauer darstellte.
10. Rückblick: Abschließend wird Cézannes Bedeutung als „Vater der Klassischen Moderne“ resümiert, dessen Reduktion der Natur auf geometrische Grundformen die Kunst des 20. Jahrhunderts maßgeblich beeinflusste.
Schlüsselwörter
Paul Cézanne, Impressionismus, Postimpressionismus, Moderne, Kubismus, Farbmodulation, Montagne Sainte-Victoire, Bildordnung, Autonomie der Kunst, Stillleben, Portraits, Landschaftsmalerei, Geometrisierung, Farbfleckenmalerei, Polyperspektivität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das künstlerische Werk von Paul Cézanne und zeigt auf, wie er durch die Überwindung des Impressionismus neue Grundlagen für die moderne Malerei schuf.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zu den Schwerpunkten zählen die Entwicklung von Cézannes Malstil, seine Kunsttheorie der autonomen Bildwirklichkeit sowie die Analyse seiner wichtigsten Werkgruppen wie Stillleben und Landschaftsbilder.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Arbeit untersucht, wie Cézanne durch die Geometrisierung von Naturformen und die Betonung der Fläche als Wegbereiter für den Kubismus und die abstrakte Kunst des 20. Jahrhunderts fungierte.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?
Die Arbeit basiert auf einer kunsthistorischen Analyse von Cézannes Werk, seiner theoretischen Schriften sowie dem Vergleich mit zeitgenössischen Strömungen wie dem Impressionismus.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der malerischen Techniken wie der „Modulation“, die Analyse spezifischer Werkgruppen und die detaillierte Betrachtung seiner zahlreichen Bilder des Berges Montagne Sainte-Victoire.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Cézanne, Postimpressionismus, Kubismus, Autonomie, Farbmodulation, Geometrisierung und Moderne definiert.
Wie unterscheidet sich Cézannes Auffassung von „Naturtreue“ von der der Impressionisten?
Während die Impressionisten den flüchtigen Seheindruck festhalten wollten, strebte Cézanne danach, unter die Oberfläche der Dinge zu schauen und die ewigen, geometrischen Grundformen der Natur darzustellen.
Warum spielt der Begriff „Modulation“ eine so zentrale Rolle für Cézanne?
Cézanne nutzte die Modulation statt klassischer Hell-Dunkel-Modellierung, um durch reine Farbabstufungen Volumen und Räumlichkeit zu erzeugen, was ihm als Mittel zur Schaffung einer neuen, autonomen Bildordnung diente.
- Citation du texte
- Carina Kröger (Auteur), 2009, Paul Cézanne. Wegbereiter der Moderne, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/344368