Der vorliegende Essay behandelt die Frage, wie die Entstehung des Ostseeregimes mithilfe der Regimetheorie erklärt werden kann.
Wie können wir unsere Umweltprobleme am besten lösen? Umweltprobleme kennen keine nationalstaatlichen Grenzen und machen vor ihnen kein Halt, deshalb sind Umweltprobleme auch nicht durch einzelstaatliche Umweltpolitik zu lösen. Um internationale Umweltpolitik erfolgreich betreiben zu können sind Internationale Umweltregime sehr gut geeignet.
1980 trat nach Schwierigkeiten zur Bildung eines Regimes aufgrund des Ost-West-Konflikts das Übereinkommen über den Schutz der Meeresumwelt des Ostseegebietes in Kraft. Das internationale Regime zum Schutz der Ostsee (Ostseeregime) nimmt hinsichtlich des Schutzes eines regionalen Meeres Vorreiterstellung ein, da es das erste Regime dieser Art war. Das Regime besteht mittlerweile aus 9 Mitgliedsstaaten: Deutschland, Polen, Russland, Litauen, Lettland, Estland, Finnland, Schweden, Dänemark. Außer diesen neun Ostsee-Anrainerstaaten, ist die Europäische Gemeinschaft Mitglied des Ostseeregimes.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Regimetheorie
3. Anwendung der Regimetheorie auf die Entstehung des Ostseeregimes
4. Schluss/Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Diese Arbeit untersucht die Forschungsfrage, wie die Entstehung des Ostseeregimes mithilfe der Regimetheorie erklärt werden kann, wobei der Fokus auf den neoinstitutionalistischen Erklärungsansätzen für zwischenstaatliche Kooperation liegt.
- Grundlagen der Regimetheorie und Definition internationaler Regime
- Kosten-Nutzen-Analyse staatlichen Handelns bei der Regimebildung
- Analyse des Ostseeregimes unter Berücksichtigung der Interdependenzdichte
- Rolle des Koordinationsspiels bei der Kooperation der Ostseeanrainerstaaten
- Einfluss politischer Rahmenbedingungen wie des Ost-West-Konflikts
Auszug aus dem Buch
3. Anwendung der Regimetheorie auf die Entstehung des Ostseeregimes
Anhand der Regimetheorie folgt jetzt die Erklärung der Entstehung des Ostseeregimes. Die Ostsee-Anrainerstaaten wiesen in den 1980er Jahren eine sehr hohe Transaktionsdichte auf. D.h., die Politikverflechtung(Interdependenz) war vor allem unter Berücksichtigung des Ost-West-Konflikts sehr hoch(List 1991: 159). Es herrschte eine reger Fracht- und Personenverkehr zwischen den Ostseestaaten. Die Transaktionsdichte ist somit ein Grund für den Bedarf eines Regimes und die letztendliche Bildung eines Regimes. Dem Bedarf ein Regime zum Schutz der Meereswelt der Ostsee zu bilden, liegen zwar hauptsächlich umweltpolitische Probleme zu Grunde doch die Aushandlung einer Konvention zum Schutz der Meeresumwelt der Ostsee hatte auch entspannungspolitische Ziele. Die systemübergreifende Einigkeit hinsichtlich dem Schutz der Ostsee und die allseitige Betroffenheit der Ostseestaaten waren geeignet für politische Symbolik den Ost-West-Konflikt betreffend(List 1991:162). Die Machtverteilung des Ostseeregimes ist symmetrisch, da alle Regimeteilnehmer in gleichem Maße Verursacher, als auch Geschädigte der verunreinigten Ostsee sind. Aufgrund der homogenen Interessenkonstellation, entstand das Regime binnen relativ kurzer Zeit(List 1991: 163).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Problem internationaler Umweltverschmutzung ein und stellt die Regimetheorie als Erklärungsansatz für das Ostseeregime vor.
2. Die Regimetheorie: Dieses Kapitel definiert internationale Regime als problemfeldbezogene Institutionen und erläutert die theoretischen Grundlagen der Kosten-Nutzen-Analyse und Interdependenz.
3. Anwendung der Regimetheorie auf die Entstehung des Ostseeregimes: Hier wird die Theorie konkret auf das Ostseeregime angewandt, wobei Transaktionsdichte und Koordinationsspiele als Erklärungsfaktoren dienen.
4. Schluss/Fazit: Das Fazit resümiert die Eignung der Regimetheorie zur Analyse der umweltpolitischen Aspekte und stellt fest, dass das Regime aufgrund hoher Interdependenz stabil bleibt.
Schlüsselwörter
Regimetheorie, Ostseeregime, Internationale Beziehungen, Umweltpolitik, Neoinstitutionalismus, Interdependenz, Kooperation, Ost-West-Konflikt, Meeresumweltschutz, Kosten-Nutzen-Analyse, Transaktionskosten, Koordinationsspiel, Anrainerstaaten
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Entstehung des internationalen Regimes zum Schutz der Meeresumwelt der Ostsee und untersucht, inwieweit diese durch die Regimetheorie erklärt werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind internationale Umweltregime, die politische Kooperation in anarchischen Strukturen sowie die ökonomische und politische Analyse von Interessenkonstellationen zwischen Staaten.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es zu analysieren, wie die Entstehung des Ostseeregimes mithilfe des neoinstitutionalistischen Ansatzes der Regimetheorie theoretisch begründet und nachvollzogen werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine analytische Fallstudie durchgeführt, bei der theoretische Konzepte der Regimetheorie auf das empirische Beispiel des Ostseeregimes angewandt werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil erläutert zunächst die theoretischen Elemente eines internationalen Regimes und verknüpft diese anschließend mit den Bedingungen der Ostseeanrainerstaaten, insbesondere der hohen Transaktionsdichte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Regimetheorie, Ostseeregime, Interdependenz, internationale Kooperation und Umweltschutz.
Welche Rolle spielte der Ost-West-Konflikt bei der Entstehung des Regimes?
Der Ost-West-Konflikt wirkte zunächst als Verzögerungsfaktor für die Ratifizierung, bot jedoch später durch das gemeinsame Ziel des Umweltschutzes eine Chance für politische Symbolik und Entspannung.
Warum wird das Ostseeregime als ein Koordinationsspiel bezeichnet?
Da alle Anrainerstaaten ein gemeinsames Interesse an der Vermeidung von Selbstschädigung durch Verschmutzung haben, ist ein koordiniertes Vorgehen für alle Akteure vorteilhafter als eine unkoordinierte Strategie.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2014, Wie kann die Entstehung des Ostseeregimes mit der Regimetheorie erklärt werden?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/344405