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Das sozialökologische Sinus-Milieu. Entstehung, Entwicklung und Eigenschaften

Titel: Das sozialökologische Sinus-Milieu. Entstehung, Entwicklung und Eigenschaften

Hausarbeit , 2011 , 21 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Anna Zuber (Autor:in)

Soziologie - Soziales System und Sozialstruktur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Sie kaufen überdurchschnittlich oft Biolebensmittel, beziehen Ökostrom und leben naturverbunden. Durch einen nachhaltigen Lebensstil wollen sie die Umwelt, das Klima und ihre Gesundheit schützen. Für die dem „sozialökologischen Milieu“ zugeordneten Menschen spielt der Umweltgedanke im Alltag eine große Rolle.

Seit der Aktualisierung seines Modells im Jahr 2010 unterteilt Sinus Sociovision (das Sinus-Institut in Heidelberg) die deutsche Bevölkerung in zehn Milieus , darunter das Sozialökologische, welches 7,2% der deutschen Bevölkerung ausmacht. Während einige Milieunamen wie „Hedonisten“ oder „Bürgerliche Mitte“ bereits im Vorgängermodell vorkamen, war die Bezeichnung „Sozialökologische“ noch nie Teil der Sinus-Typologie.

Betrachtet man das Modell von 2009, so fällt auf, dass kein ökologisches Leitmilieu existierte, dessen Name auf eine umweltfreundliche Ausrichtung des Lebensinhalts schließen ließe. Dies lädt den Betrachter ein anzunehmen, ein gänzlich umweltbewusster Lebensstil sei ein neues Phänomen. Gab es vor 2010 nicht genug konsumkritische, naturnahe Bürger, deren Alltag vom Umweltbewusstsein geprägt war, um sie in einem Milieu zu gruppieren? Welche demographischen und soziokulturellen Eigenschaften sind typisch für das sozialökologische Milieu?

Die vorliegende Arbeit soll Antwort auf diese Fragen geben, indem sie die Entstehung und Entwicklung der Lebenswelten beschreibt, in denen Umweltbewusstsein und –verhalten eine zentrale Rolle spielten und spielen. Schon Anfang des 20. Jahrhunderts kritisierte die jugendliche Bürgerbewegung die Verstädterung, die Naturvernichtung und die Konsummentalität, wodurch zahlreiche Heimat- und Naturschutzorganisationen gegründet wurden. Der Fokus dieser Arbeit liegt allerdings auf der Entwicklung ab 1970. Zum einen entstand die Umweltbewegung zu Anfang jenes Jahrzehnts, und zum anderen veröffentlichte das Sinus-Institut Ende der 70er Jahre das erste Milieumodell für Westdeutschland. Die Geschichte der Umweltbewegung und die Verbreitung des Ökologiegedankens werden also mit der Veränderung der Sinus-Milieumodelle in Verbindung gebracht.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Das Konzept der Sinus-Milieus

3 Die Entwicklung der ökologisch affinen Milieus vor dem Hintergrund der Umweltbewegung

3.1 1970 bis 1983

3.2 1983 bis 1995

3.3 1997 in Ostdeutschland

3.4 1995 bis 2009

4 Das Sozialökologische Milieu im Sinus-Modell von 2010

5 Mögliche Gründe für die Entstehung des Sozialökologischen Milieus zwischen 2001 und 2010

6 Schluss

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Diese Arbeit untersucht die Entstehung, Entwicklung und die spezifischen Merkmale des "sozialökologischen Milieus" innerhalb der Sinus-Typologie. Ziel ist es, nachzuvollziehen, warum dieses Leitmilieu erst 2010 explizit benannt wurde und welche soziokulturellen Hintergründe sowie historischen Entwicklungen der Umweltbewegung zu dieser Einordnung führten.

  • Historische Analyse der Umweltbewegung und ökologischer Leitbilder seit 1970
  • Darstellung des Sinus-Milieukonzepts und seiner methodischen Grundlagen
  • Vergleich der Milieustrukturen und ihrer Wandlungsprozesse über verschiedene Jahrzehnte
  • Empirische Einordnung des sozialökologischen Milieus anhand von Umweltdaten
  • Kritische Reflexion der Objektivität und Nachvollziehbarkeit von Milieumodellen

Auszug aus dem Buch

3.1 1970 bis 1983

Mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert, die eine schnelle Technikentwicklung mit sich brachte, gingen Eingriffe auf die Natur einher, oft mit negativen Folgen. Als Antwort darauf entstand bereits Ende des 19. Jahrhunderts der organisierte Naturschutz, der in Deutschland eng mit dem Heimatschutz verbunden war. In eine bestimmte Ideologie war der Naturschutz nicht eingebettet, die Unterstützer stammten aus unterschiedlichen politischen Lagern. Wegen der Weltkriege und deren Folgen stagnierte der Naturschutz. Wichtiger war es in den 50er und 60er Jahren, das Land wieder aufzubauen. Mit dem Wirtschaftswachstum breitete sich die Industrie weiter aus, der Verkehr nahm zu und Städte dehnten sich aus. Damit einher ging ein wachsender Energie- und Rohstoffverbrauch. Der Trend zu Wegwerfprodukten verbreitete sich, sodass mehr Müll entstand. Langsam wurde den Menschen jedoch bewusst, dass die tiefen Eingriffe in die Natur langfristige Folgen haben würden. Die Naturzerstörung würde früher oder später die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen.

Vor dem Hintergrund dieser Strukturbedingungen führt Dieter Rucht weitere Faktoren an, die dazu beigetragen haben, dass die Ökologiebewegung sich Anfang der 70er Jahre formierte. Erstens verbreitete sich das Verständnis für ökologische Zusammenhänge. Beispielsweise trugen Bücher wie „Silent Spring“ (1962) von Rachel Carson über die Verseuchung von Böden und Gewässern durch chemische Stoffe dazu bei, dass das Wissen in die breite Öffentlichkeit gelangte. Zweitens trugen auch Initiativen der Regierung dazu bei, dass das Umweltthema in die Öffentlichkeit drang. In der Bundesrepublik setzte die Umweltschutzgesetzgebung bereits ein, als die Ökologiebewegung sich noch formierte, nämlich mit dem Umweltsofortprogramm 1970 und dem Umweltprogramm 1971. Auf internationaler Ebene wurde 1970 das Europäische Naturschutzjahr ausgerufen. 1972 fand in Stockholm eine Umweltkonferenz der Vereinten Nationen statt. Drittens gaben Umweltkatastrophen in der Welt, wie Tankerunglücke, Ölkatastrophen, Lecks in Atomkraftwerken und chemischen Fabriken, Anreiz für die Bevölkerung, sich zu informieren. Viertens führten die hohe Bevölkerungsdichte, die vielen Städte und der hohe Industrialisierungsgrad zu kleinen und mittleren Umweltproblemen in Deutschland.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung stellt das sozialökologische Milieu vor und formuliert die Forschungsfrage hinsichtlich seiner Entstehung und dem Fehlen ökologischer Leitmilieus in früheren Modellen.

2 Das Konzept der Sinus-Milieus: Dieses Kapitel erläutert die methodischen Grundlagen der Sinus-Milieus, insbesondere wie Lebenswelten durch Werte und Einstellungen identifiziert werden.

3 Die Entwicklung der ökologisch affinen Milieus vor dem Hintergrund der Umweltbewegung: Dieser Abschnitt beschreibt die historische Transformation ökologischer Bewegungen und deren Einfluss auf die Milieustruktur seit 1970.

4 Das Sozialökologische Milieu im Sinus-Modell von 2010: Hier werden die spezifischen Merkmale, demographischen Daten und Einstellungen des sozialökologischen Milieus detailliert beschrieben.

5 Mögliche Gründe für die Entstehung des Sozialökologischen Milieus zwischen 2001 und 2010: Das Kapitel diskutiert Hypothesen über die Ursachen für die Neubenennung dieses Milieus im Kontext gesellschaftlichen Wandels.

6 Schluss: Das Schlusswort resümiert, dass die Identifizierung des sozialökologischen Milieus auf eine lange Tradition umweltbewusster Lebensstile zurückblickt, auch wenn die Namensgebung variierte.

Schlüsselwörter

Sinus-Milieus, Sozialökologisches Milieu, Umweltbewegung, Postmaterialismus, Lebensstil, Umweltbewusstsein, Soziologie, Wertorientierung, Nachhaltigkeit, Gesellschaftsstruktur, Zielgruppenanalyse, Ökologie, Konsumkritik, Milieuwandel, Deutschland

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die soziologische Einordnung umweltbewusster Bürgergruppen in Deutschland, insbesondere das sogenannte "sozialökologische Milieu", und wie sich diese Einordnung über die Zeit verändert hat.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die Geschichte der Umweltbewegung, die theoretischen Grundlagen des Sinus-Milieumodells und die empirische Charakterisierung umweltbewusster Lebenswelten.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt nach den Gründen für die Entstehung des Begriffs "sozialökologisches Milieu" im Jahr 2010 und warum ökologische Leitmilieus in früheren Modellen nicht explizit benannt wurden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine methodische Aufarbeitung von Sekundärliteratur, historischen Milieumodellen sowie Daten aus Repräsentativerhebungen des Umweltbundesamtes.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in das Milieukonzept, einen historischen Abriss der Ökologiebewegung sowie eine detaillierte Beschreibung der Eigenschaften und Verhaltensweisen des sozialökologischen Milieus.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Sinus-Milieus, Umweltbewusstsein, Postmaterialismus, Milieuwandel und Nachhaltigkeit.

Was unterscheidet das "Sozialökologische Milieu" vom früheren "Alternativen Milieu"?

Die Arbeit stellt fest, dass es sich inhaltlich weitgehend um die gleichen Gruppen handelt, das sozialökologische Milieu jedoch durchschnittlich älter ist und die Bezeichnung stärker auf eine moderne, gesellschaftliche Institutionalisierung hinweist.

Wie kritisch bewertet die Autorin die Arbeit des Sinus-Instituts?

Die Autorin äußert Zweifel an der wissenschaftlichen Objektivität und Nachvollziehbarkeit der ständigen Modellanpassungen, da diese auch ökonomischen Interessen des Marktforschungsinstituts dienen könnten.

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Details

Titel
Das sozialökologische Sinus-Milieu. Entstehung, Entwicklung und Eigenschaften
Hochschule
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg  (Soziologie)
Veranstaltung
Schichten, Milieus, Lebensstile: Moderne Sozialstrukturen im Vergleich
Note
1,0
Autor
Anna Zuber (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
21
Katalognummer
V344437
ISBN (eBook)
9783668342507
ISBN (Buch)
9783668342514
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Milieuforschung Sozialökologisch Milieus Lebensstile Schichten Umweltbewegung Sinus-Institut Lebenswelten Sozialstruktur Sinus.Milieumodell
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anna Zuber (Autor:in), 2011, Das sozialökologische Sinus-Milieu. Entstehung, Entwicklung und Eigenschaften, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/344437
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  21  Seiten
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