Anders als in den meisten europäischen Staaten, bei denen es im 19. Jahrhundert unter dem Aspekt der Industrialisierung zu grundlegenden Änderungen der politischen, sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse kam, gestaltete sich dies in Spanien etwas differenzierter. Trotz einer auf Industrie ausgerichteten Wirtschaft bestand immer noch eine agrarisch geprägte Bevölkerung und ein vergleichsweise niedriger Industrialisierungsgrad. Die politische Prägung dieser Zeit war von Autarkie geprägt. Erst durch die Machtergreifung Francos, welche zu politisch, sowie wirtschaftlich veränderten Verhältnissen führte, vollzog sich ein Wandel in sämtlichen Bereichen.
In der Folgenden Arbeit wird vor allem auf die wirtschaftliche Entwicklung von der Vorkriegszeit ausgehend bis zum Anfang der 1950er Jahre eingegangen. Hierbei soll nun zu erst die spanische Wirtschaftspolitik vor dem Bürgerkrieg vor allem anhand einer Studie von Dr. Klaus Heinrich , als auch die Franquistische Wirtschaftspolitik nach dem Krieg anhand mehrerer Artikel von Angel Viñas, Ulrich Zelinsky, Higinio Paris Eguilaz, Irmgard De Arlandis, herausgearbeitet werden. Wobei sich die Leitfrage darum dreht ob die Wirtschaftsphasen vor und nach dem Krieg, vor allem in Bezug auf die autarkische Politik Spaniens in beiden Phasen vergleichbar sind.
Diese Abhandlung beschäftigt sich mit diesem Thema und versucht weitgehend aufzuklären.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Grundlinien der spanischen Wirtschaftspolitik in der Zeit vor dem Bürgerkrieg
3. Franquistische Wirtschaftspolitik nach dem spanischen Bürgerkrieg
3.1 Unmittelbare Situation nach dem Bürgerkrieg
3.2 Neue wirtschaftspolitische Ordnung
3.3 Isolation Spaniens und die wirtschaftlichen Folgen daraus
4. Fazit
5. Literatur und Quellenverzeichnis
5.1 Quellen
5.2 Literatur
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die wirtschaftliche Entwicklung Spaniens vom ausgehenden Vorkriegszeitraum bis Anfang der 1950er Jahre, wobei insbesondere die ökonomischen Parallelen und Unterschiede zwischen der protektionistischen Phase vor dem Bürgerkrieg und der autarkischen Politik unter dem Franco-Regime nach dem Krieg analysiert werden.
- Analyse der spanischen Wirtschaftspolitik vor dem Bürgerkrieg
- Untersuchung der Franquistischen Wirtschaftspolitik nach 1939
- Bewertung der Auswirkungen von Isolation und internationalen Sanktionen
- Vergleich der Wirtschaftsphasen hinsichtlich Autarkie und Protektionismus
- Einfluss der politischen Rahmenbedingungen auf den wirtschaftlichen Wiederaufbau
Auszug aus dem Buch
3.1 Unmittelbare Situation nach dem Bürgerkrieg
Der dreijährige spanische Bürgerkrieg, dessen Ausmaß an materieller Zerstörung den Schäden der kriegsführenden Länder im Zweiten Weltkrieg gleichzusetzen war, stellte eine bedeutende Herausforderung für die spanische Wirtschaft dar. Neben den ca. 7 Milliarden Pesetas an Sachschaden werden ca. eine Millionen Opfer gezählt. Der Verlust für das Land war somit enorm. Unter die Zerstörung fallen auch viele, den wirtschaftlichen Aufbau des Staates stark behindernde Schäden, wie beispielsweise zerstörte Berieselungsbecken in der Landwirtschaft, Straßen, Brücken, Industrieanlagen usw.. Zusätzlich kommt hinzu, dass der Import elementarer Investitionsgüter blockiert wurde. Die Lebenshaltungskosten während des Bürgerkrieges wurden in der nationalen Zone durch strenge Preiskontrollen und relativ geringe Versorgungsprobleme in erträglichem Maße gehalten. Nach dem Krieg und dem Beginn einer langen Dürrephase änderte sich diese Situation. Durch den wenige Monate nach dem spanischen Krieg beginnenden Zweiten Weltkrieg konnten diese Investitionsgüter und auch Lebensmittel, die für den Wiederaufbau der Industrie und der Intensivierung der Landwirtschaft, sowie der Ernährung der Bevölkerung benötigt wurden, nicht, oder nur stockend eingeführt werden. Außerdem kommt hinzu, dass die Goldreserven Spaniens durch die Unterlegenen Republikaner ins Ausland verschleppt wurden. Folglich waren weder genug Goldreserven, noch genügend Devisen vorhanden um elementare, zum wirtschaftlichen Aufbau benötigten Güter einzuführen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung legt den theoretischen Rahmen und die Forschungsfragen fest, indem sie die Unterschiede in der spanischen Industrialisierung erläutert und die methodische Vorgehensweise skizziert.
2. Grundlinien der spanischen Wirtschaftspolitik in der Zeit vor dem Bürgerkrieg: Das Kapitel analysiert die auf Protektionismus und Autarkie ausgerichtete Wirtschaftspolitik Spaniens vor 1936 und deren Auswirkungen auf die industrielle Entwicklung.
3. Franquistische Wirtschaftspolitik nach dem spanischen Bürgerkrieg: Hier wird der ökonomische Wiederaufbau unter Franco beleuchtet, wobei der Fokus auf den Zerstörungen des Krieges, der Gründung des INI und der wirtschaftlichen Isolation liegt.
4. Fazit: Das Fazit fasst die ökonomische Entwicklung Spaniens zusammen und kontrastiert die gewollte Autarkie der Vorkriegszeit mit dem aufgezwungenen autarken System der Nachkriegszeit.
5. Literatur und Quellenverzeichnis: Dieser Abschnitt listet die für die Untersuchung herangezogenen Primär- und Sekundärquellen auf.
Schlüsselwörter
Spanien, Wirtschaftspolitik, Bürgerkrieg, Autarkie, Protektionismus, Franco, Industrialisierung, Außenhandel, Wirtschaftliche Isolation, Wiederaufbau, Instituto Nacional de Industria, Devisenmangel, Investitionsgüter, Agrarwirtschaft, Wirtschaftsgeschichte
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der wirtschaftlichen Entwicklung Spaniens in der Zeit um den spanischen Bürgerkrieg und der darauffolgenden Periode unter dem Regime von Francisco Franco.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Untersuchung konzentriert sich primär auf die Aspekte der Autarkie, des Protektionismus, der wirtschaftlichen Folgen von Kriegen und der Bedeutung internationaler Isolation für ein Land.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, zu analysieren, ob die Wirtschaftsphasen vor und nach dem Bürgerkrieg in Bezug auf die autarkische Politik Spaniens miteinander vergleichbar sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine historisch-ökonomische Analyse, die auf der Auswertung von Fachliteratur, Statistiken und zeitgenössischen Wirtschaftsberichten basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Vorkriegspolitik, die Analyse der unmittelbaren Nachkriegssituation, die neue Wirtschaftsordnung durch den Nationalsyndikalismus sowie die Auswirkungen der internationalen politischen Isolation auf die spanische Wirtschaft.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen zählen Autarkie, spanischer Bürgerkrieg, Protektionismus, Franquismus, wirtschaftliche Isolation und Wiederaufbau.
Welche Rolle spielte das "Instituto Nacional de Industria" (INI)?
Das INI wurde vom Staat gegründet, um in Produktionsbereichen aktiv zu werden, in denen die private Unternehmerinitiative aufgrund der wirtschaftlichen Lage nicht ausreichte, um die Industrialisierung zu forcieren.
Warum blieb Spanien die Teilnahme am Marshall-Plan verwehrt?
Aufgrund der UN-Resolution und der politischen Ausrichtung des Franco-Regimes, insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg, geriet Spanien in eine diplomatische und wirtschaftliche Isolation, die einen Ausschluss aus diesem Hilfsprogramm nach sich zog.
- Citar trabajo
- Tom Schmelzer (Autor), 2016, Die wirtschaftliche Entwicklung Spaniens nach dem Bürgerkrieg, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/344451