Auf der ganzen Welt gibt und gab es Revolutionen, bei denen viele Menschen gemeinsam aktiv wurden, um ein ungewolltes Regime zu entmachten. Nicht immer sind diese Revolutionen erfolgreich und auch nicht alle, die ein Interesse an einem Regimewechsel haben, beteiligen sich an einer Revolution. Es kommt auch häufig vor, dass eine Revolution gar nicht erst stattfindet, auch wenn viele Menschen ein Interesse daran hätten ein anderes Regime zu etablieren. Woran liegt das? Warum beteiligen sich die Menschen häufig nicht und was muss geschehen, damit sie teilnehmen?
In der vorliegenden Arbeit wird untersucht, warum Revolutionen selten sind. Es wird nach dem methodologischen Individualismus vorgegangen. Dabei wird das Auftreten kollektiver Phänomene durch die Entscheidungen des Individuums erklärt. Hierfür werden die individuellen Interessen berücksichtigt sowie die natürlichen und sozialen Restriktionen. Dies geschieht hier unter Zuhilfenahme des Rational Choice Modells und dem daraus abgeleiteten Homo Oeconomicus.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Ansatz des Homo Oeconomicus
- Kosten-Nutzen-Abwägung der Beteiligung
- Anpassung der Randbedingungen
- Überprüfung mit Empire
- Fazit
- Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit untersucht die Gründe für die seltene Beteiligung an Revolutionen unter Verwendung des methodologischen Individualismus. Sie analysiert die individuellen Entscheidungen von Akteuren im Kontext von Revolutionen, indem sie den Ansatz des Homo Oeconomicus und das Rational Choice Modell heranzieht. Die Arbeit beleuchtet die Kosten-Nutzen-Abwägung, die Individuen vornehmen, um zu entscheiden, ob sie sich an einer Revolution beteiligen sollen.
- Das Rational Choice Modell und der Homo Oeconomicus als analytisches Instrument
- Die Kosten-Nutzen-Abwägung bei der Entscheidung für oder gegen eine Revolution
- Die Rolle von öffentlichen Gütern und dem Problem der Nichtausschließbarkeit
- Die Anpassung der Randbedingungen für eine rationale Teilnahme an Revolutionen
- Empirische Überprüfung der theoretischen Erkenntnisse
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Die Arbeit stellt die Forschungsfrage nach den Gründen für die seltene Beteiligung an Revolutionen und erläutert den methodologischen Ansatz des methodologischen Individualismus.
- Ansatz des Homo Oeconomicus: Dieses Kapitel erläutert das Akteursmodell des Homo Oeconomicus und seine Bedeutung für die Analyse individueller Entscheidungen. Es werden die Stärken und Schwächen des Modells diskutiert.
- Kosten-Nutzen-Abwägung der Beteiligung: Dieses Kapitel analysiert die Kosten und Nutzen, die mit der Teilnahme an einer Revolution verbunden sind. Es wird das Konzept des öffentlichen Guts und das Problem der Nichtausschließbarkeit betrachtet.
Schlüsselwörter
Revolution, Rational Choice, Homo Oeconomicus, Kosten-Nutzen-Abwägung, öffentliches Gut, methodologischer Individualismus, Regimewechsel, politische Partizipation.
Häufig gestellte Fragen
Warum beteiligen sich Menschen oft nicht an Revolutionen?
Dies liegt oft an einer rationalen Kosten-Nutzen-Abwägung. Da ein Regimewechsel ein öffentliches Gut ist, profitieren auch Nicht-Teilnehmer davon (Trittbrettfahrer-Problem), während die Kosten der Teilnahme (z.B. Gefahr) individuell hoch sind.
Was ist der "Homo Oeconomicus" im Kontext der Politik?
Der Homo Oeconomicus ist ein Akteursmodell, das davon ausgeht, dass Individuen ihre Entscheidungen auf Basis von rationalem Eigennutz und Maximierung ihres Nutzens treffen.
Was besagt das Rational Choice Modell bei Revolutionen?
Es erklärt kollektive Phänomene durch die Summe individueller Entscheidungen. Eine Revolution findet nur statt, wenn die Randbedingungen die Teilnahme für das Individuum rational erscheinen lassen.
Was ist methodologischer Individualismus?
Es ist ein Forschungsansatz, der soziale Phänomene (wie Revolutionen) ausschließlich durch das Verhalten und die Interessen einzelner Akteure erklärt.
Welche Rolle spielen öffentliche Güter bei Aufständen?
Da man niemanden von den Vorteilen einer erfolgreichen Revolution ausschließen kann, besteht ein Anreiz zur Nichtbeteiligung, was erklärt, warum Revolutionen trotz allgemeiner Unzufriedenheit selten sind.
- Arbeit zitieren
- Christine Niebler (Autor:in), 2016, Revolutionen als kollektive Phänomene. Gründe für die Entstehung und die Beteiligung von Individuen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/344496