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1860-1914 / Europa zwischen Liberalismus und Protektion

Title: 1860-1914 / Europa zwischen Liberalismus und Protektion

Seminar Paper , 2004 , 19 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Sebastian Schmidt (Author)

Business economics - Economic and Social History
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Gegenstand dieser Arbeit ist eine Untersuchung der Außenwirtschaftsbeziehungen zwischen den in Industrialisierung befindlichen europäischen Staaten. Die Untersuchung gliedert sich dabei in einen deskriptiven und einen analytischen Teil. Der deskriptive Teil beinhaltet eine Beschreibung der – unter obiger Vorgabe wirtschaftsgeschichtlich relevanten - Ereignisse der betrachteten Epoche.

Aufgrund der Komplexität der nationalen und internationalen Wirtschaftspolitik und der Vielzahl von gesellschaftlichen und gesellschaftspolitischen Strömungen, wird sich diese Arbeit hauptsächlich auf die globalen Zusammenhänge konzentrieren. Als Erkenntnisobjekt wird dabei die Entwicklung in Frankreich und Deutschland im Vordergrund und die englische Entwicklung als Referenzobjekt zur Verfügung stehen.

Eine Betrachtung der Verhältnisse und Entwicklungen in anderen Ländern soll lediglich stichprobenartig und nur dort erfolgen, wo dadurch ein Erkenntnisgewinn in Bezug auf den analytischen Teil zu erwarten ist. Letzterer wird sich mit der Frage auseinandersetzen, warum nahezu alle Staaten Europas5 nach einem – in historischen Dimensionen - sehr kurzen liberalen Intermezzo zu maßgeblich protektionistischer Außenhandelspolitik zurückgekehrt sind und welche wirtschaftlichen, institutionellen und gesellschaftlichen Einflussfaktoren dafür verantwortlich waren.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Ausgangslage

3. Europäischer Liberalismus

3.1. Der Britisch-Fränzösische Handelsvertrag von 1860

3.2. Die Ausdehnung des Systems bilateraler Verträge

3.3. Freihandel in Europa

4. Rückkehr zum Protektionismus

4.1. Agrarsektor

4.2. Transportkosten

4.3. Industrie

4.4. Imperialistische Expansion

4.5. Sonstige Einflussfaktoren

5. Schlussbemerkung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die historischen Außenwirtschaftsbeziehungen zwischen europäischen Industriestaaten im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts. Das primäre Ziel besteht darin, den grundlegenden Wandel von einer Phase relativen Freihandels hin zu einer maßgeblich protektionistisch geprägten Außenhandelspolitik zu analysieren und die hierfür verantwortlichen wirtschaftlichen, institutionellen und gesellschaftlichen Einflussfaktoren zu identifizieren.

  • Analyse des Übergangs zwischen Liberalismus und Protektionismus
  • Bedeutung technologischer Fortschritte und sinkender Transportkosten
  • Einfluss unterschiedlicher Industrialisierungsgrade auf den Handel
  • Rolle von Nationalismus und imperialistischer Expansion

Auszug aus dem Buch

3.1. Der Britisch-Fränzösische Handelsvertrag von 1860

Der zuvor beschriebenen Ermöglichung inländischen Wettbewerbs folgte in relativ kurzem zeitlichem Abstand die Intensivierung des ausländischen Wettbewerbs unter liberalen Gesichtspunkten. Aus dem vorangegangenen Abschnitt über die Abgrenzung von Liberalismus und Protektion wird deutlich, dass die jeweiligen außenhandelspolitischen Ausprägungen der einzelnen Nationalstaaten sehr facettenreich sein können. I.F. soll daher die Zuordnung der betrachteten Nationen zur Gruppe der Freihandelsstaaten im Wesentlichen vom Zeitpunkt des Beitritts zum System bilateraler Verträge abhängig gemacht werden. Die Auflegung dieses Vertragssystems bildet den ersten Kulminationspunkt im Kampf zwischen den rivalisierenden Gruppen der Freihändler und der Protektionisten. Dies darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Konflikt bereits seit langer Zeit im Verborgenen schwelte und immer wieder von kleinen Siegen auf beiden Seiten gekennzeichnet war. Den Grundstein für das System bilateraler Verträge legten Großbritannien und Frankreich am 23. Januar 1860 mit der Unterzeichnung des „Cobden/Chevalier“- Handelsvertrages. Dieser Vertrag wurde zunächst für die Dauer von zehn Jahren ausgelegt und beinhaltete die Abschaffung sämtlicher Einfuhrverbote auf französischer Seite und die Erlaubnis zur zollfreien Einfuhr einer Vielzahl französischer Produkte nach Großbritannien. Ein möglicher Indikator für die oftmals unterstellte politische Motivation dieses ersten Handelsvertrages auf französischer Seite kann darin gesehen werden, dass Großbritannien ja bereits eine weitgehende Liberalisierung der Außenhandelspolitik umgesetzt und daher viel weniger anzubieten hatte als umgekehrt Frankreich. Darüber hinaus kann jedoch klar festgehalten werden, dass man sich auf französischer Seite wirtschaftliche Impulse aus der Abschaffung des Protektionismus erhoffte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung definiert den Untersuchungsgegenstand, die methodische Herangehensweise sowie die Zielsetzung der Analyse der außenwirtschaftlichen Entwicklungen zwischen Frankreich, Deutschland und England.

2. Ausgangslage: Dieses Kapitel beleuchtet den unterschiedlichen Entwicklungsstand der europäischen Staaten während der Industriellen Revolution als Grundlage für die spätere handelspolitische Ausrichtung.

3. Europäischer Liberalismus: Hier werden die Entstehung des Freihandelsgedankens, die Bedeutung bilateraler Abkommen und die ökonomischen Auswirkungen dieser Phase auf die europäischen Volkswirtschaften untersucht.

4. Rückkehr zum Protektionismus: Dieses Kapitel analysiert die verschiedenen Faktoren wie Agrarkrise, Transportkosten und Nationalismus, die ab 1879 zu einer Abkehr vom Freihandel führten.

5. Schlussbemerkung: Die Schlussbetrachtung fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert die Frage, inwieweit temporärer Protektionismus für einzelne Staaten ökonomisch sinnvoll erscheinen konnte.

Schlüsselwörter

Außenhandelspolitik, Freihandel, Protektionismus, 19. Jahrhundert, Industrielle Revolution, Bilaterale Verträge, Cobden-Chevalier-Vertrag, Agrarsektor, Transportkosten, Weltwirtschaft, Nationalismus, Industrialisierung, Wirtschaftsentwicklung, Zollpolitik, Imperialismus

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Wandel der Außenwirtschaftsbeziehungen zwischen europäischen Industriestaaten im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts, insbesondere den Umschwung von einer liberalen Handelspolitik hin zum Protektionismus.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Kernbereichen zählen die industrielle Entwicklung, die Rolle bilateraler Handelsverträge, die Auswirkungen sinkender Transportkosten sowie der Einfluss sozio-politischer Faktoren wie Nationalismus auf die Handelspolitik.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Hauptziel ist die Identifikation der wirtschaftlichen, institutionellen und gesellschaftlichen Faktoren, die die Staaten Europas dazu bewegten, ihre kurzzeitige liberale Außenhandelspolitik zugunsten protektionistischer Maßnahmen aufzugeben.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es handelt sich um eine wirtschaftsgeschichtliche Untersuchung, die deskriptive Elemente mit einer analytischen Auswertung historischer Wirtschaftsdaten kombiniert, wobei Frankreich und Deutschland im Fokus stehen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der liberalen Phase, die Beschreibung der Rückkehr zum Protektionismus unter Betrachtung spezifischer Sektoren wie Agrarwirtschaft und Industrie sowie die Rolle imperialistischer Bestrebungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Freihandel, Protektionismus, 19. Jahrhundert, industrielle Entwicklung, Zollpolitik und globale wirtschaftliche Zusammenhänge charakterisieren.

Warum spielte der Agrarsektor eine so wichtige Rolle für den Protektionismus?

Aufgrund der großen Bedeutung des primären Sektors in Kontinentaleuropa führte die billige Getreidekonkurrenz aus Drittländern zu massivem wirtschaftlichem Druck, was in vielen Staaten die politische Initialzündung für Schutzzölle auslöste.

Welchen Einfluss hatten sinkende Transportkosten auf den Handel?

Sinkende Transportkosten wirkten ambivalent: Anfangs ermöglichten sie die Expansion des internationalen Handels, später jedoch führten sie zu einem Preisdruck, der den Ruf nach Schutzzöllen verstärkte, um heimische Märkte zu bewahren.

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Details

Title
1860-1914 / Europa zwischen Liberalismus und Protektion
College
University of Hamburg
Grade
1,3
Author
Sebastian Schmidt (Author)
Publication Year
2004
Pages
19
Catalog Number
V34455
ISBN (eBook)
9783638346672
ISBN (Book)
9783638761741
Language
German
Tags
Europa Liberalismus Protektion
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sebastian Schmidt (Author), 2004, 1860-1914 / Europa zwischen Liberalismus und Protektion, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/34455
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