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Soziale Ungleichheiten in Sportorganisationen. Lebenswirklichkeiten und Erklärungsansätze

Título: Soziale Ungleichheiten in Sportorganisationen. Lebenswirklichkeiten und Erklärungsansätze

Trabajo Escrito , 2016 , 33 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: BA Reinhold Ramesberger (Autor)

Sociología - Relaciones y Familia
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Der Sportsektor ist eine Erscheinung, welche in der Gesellschaft durch die weltweite Omnipräsenz, die Medienpräsenz sowie die Vermarktung eine enorme gesellschaftliche aber auch wirtschaftliche Bedeutung gewonnen hat. Auch die Europäische Union erkennt die wichtige Rolle des Sports für die europäische Gesellschaft an.

Die gesellschaftliche Bedeutung der Sportorganisationen und dabei insbesondere der Vereine, zeigt sich greifbar in gesundheitlicher, sozialer sowie pädagogischer Art und Weise ebenso wie bei der Verkörperung des Leistungsprinzips, welches im Sport beispielhaft sichtbar wird. Der Teilbereich sozialer Ungleichheit wird im Sportsektor in der Literatur jedoch sehr kontrovers diskutiert und dargestellt. Ein Meinungslager vertritt die Auffassung, dass im Sport soziale Ungleichheiten weniger hervortreten als in anderen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens und soziale Schichtgrenzen sogar aufgehoben werden könnten.

Im Wettkampfsport ist Gleichberechtigung und gleiche Verteilung der Siegchancen sogar konstitutiv und „Spitzenqualität und Leistung“ ist auf der Grundlage weltweit gleicher Regeln relativ objektiv zu ermitteln. Im Bereich der sozialen Integration wird der Sportbereich oft sogar als „Königsweg“ bezeichnet, da Sport eine Welt der Gleichwertigkeit aller Menschen unabhängig von sozialer Herkunft, Geschlecht oder Ethnie usw. darstellt. Ein anderes Meinungslager konstatiert hingegen, dass auch im Sportbereich der Zugang und generell die Möglichkeiten stark vom sozialen Status abhängen.

Aufgrund dieser heterogenen und kontroversen Zugänge soll im Rahmen dieser Arbeit untersucht werden, inwieweit der Bereich des Sports tatsächlich universal integrierend und für alle gleich ist, oder ob es sich dabei eher um einen Mythos handelt. Ganz speziell sollen dabei die Einflussfaktoren und Mechanismen in den Blick genommen, die sich in und durch Sportorganisationen auf die Reproduktion von Ungleichheit auswirken oder andererseits vielleicht doch eine ungleichheitsmindernde Wirkung haben. Dies soll unter folgender Forschungsfrage untersucht werden:

„Reproduziert der organisierte Sport und dessen Sportorganisationen die soziale Ungleichheit oder wirken diese ungleichheitsverringernd?“

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung & Problemstellung

2. Eingrenzung, Einordnung und gesellschaftliche Rahmenbedingungen

2.1 Sportorganisationen – eine Definitionsannäherung

2.2 Das deutsche System der Sportorganisation(en)

3. Soziale Ungleichheit und Bourdieu`s „Ungleichheitstheorie“

3.1 Die Kapitaltheorie

3.2 Habitus und sozialer Raum

4. Ungleichheiten in Sportorganisationen – Lebenswirklichkeiten und Erklärungsansätze

4.1 Geschlechterungleichheiten in Sportorganisationen

4.1.1 Geschlechterungleichheiten bei Führungspositionen und Mitgliedschaft

4.1.2 Erklärungsansätze und Mechanismen für Geschlechterdifferenzen

4.2 Soziale Ungleichheit durch Schicht- & Milieuzugehörigkeit – Sachstand und Ursachen

4.2.1 Wirkmechanismus soziale Lage & Habitus

4.2.2 Sozioökonomische Wirkfaktoren

4.2.3 Motivationale Wirkfaktoren

4.3 Ungleichheit durch Migrationshintergrund (MGH)

4.3.1 Erklärungsansatz Milieu & Schicht

4.3.2 Erklärungsansatz Vereinsorganisation

4.3.3 Erklärungsansatz Kultur, Religion und Selbstselektion

4.3.4 Erklärungsansatz Passung von Bedürfnisbefriedigung

4.4 Ungleichheiten durch Vereinsbarrieren und Staat

4.4.1 Autopoesis und Binnenstrukturen

4.4.2 Ungleichheits(re)produktion durch staatliche Fördersysteme

4.5 Zwischenfazit

5. Besondere Potenziale und Chancen des organisierten Sports

6. Beantwortung der Forschungsfrage

7. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen dem theoretisch postulierten integrativen Potenzial des Sports und der realen Reproduktion sozialer Ungleichheiten innerhalb von Sportorganisationen. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, ob der organisierte Sport soziale Ungleichheit reproduziert oder ihr entgegenwirkt, wobei insbesondere Einflüsse von Schichtzugehörigkeit, Geschlecht und Migrationshintergrund analysiert werden.

  • Theoretische Fundierung durch die Sozialstrukturtheorie von Pierre Bourdieu
  • Analyse von Geschlechterhierarchien in Führungspositionen und Trainerämtern
  • Untersuchung schichtspezifischer Unterschiede im Sportzugang und der Sportwahl
  • Herausforderungen und Barrieren bei der Integration von Personen mit Migrationshintergrund
  • Diskussion der staatlichen Rolle bei der (Re)Produktion von Ungleichheiten durch Fördersysteme

Auszug aus dem Buch

4.1.2 Erklärungsansätze und Mechanismen für Geschlechterdifferenzen

Die Ursachenanalyse für die Unterrepräsentation von Frauen in den Führungsetagen ergibt eine Gemengelage von Wirkfaktoren, welche sowohl auf der Individualebene als auch bei der Organisationsstruktur liegen.

Das Geschlecht „scheint in allen Kulturen und Epochen ein zentrales Kriterium zur Strukturierung der Gesellschaftsordnung zu sein“ (Pfister, 1999, S. 37) und spielt für die oben angeführten Ungleichheiten im „Subsystem Sport“ eine überaus bedeutende Rolle. Diese liegt dabei weniger im biologischen Geschlecht, sondern vielmehr in der sozial geprägten Geschlechterrolle. Aufgrund des Geschlechts kommt es als Sozialisierungsfolge zur Herausbildung von Geschlechterstereotypen mit bestimmten Vorstellungen und Zuschreibungen von Erwartungen, Kompetenzen, Bildern und Verhaltensformen (Bahlke et al., 2003). Mit den empirischen Daten der WIAD- (2003) und der KiGGs-Studie (2007) ist belegt, dass Mädchen etwa ab dem 10. Lebensjahr generell weniger Sport treiben als Jungen und auch zahlenmäßig als Vereinsmitglieder unterrepräsentiert sind. Dies liegt mitunter daran, dass sich tradierte Zuschreibungen der Sozialisation auswirken. Da Mütter, als Orientierungsfiguren, dem Sport mehrheitlich weniger Bedeutung beimessen, sich für Zusammenhänge in Sportorganisationen weniger interessieren und sportinaktiver sind als Väter (Thiel & Cachay, 2003, S. 277ff), vermitteln sie ihren Töchtern auch eine geringere Affinität zum Sportsektor (Nagel, 2003, S. 89). Hannover (2010, S. 33ff) erkannte als weiteren Grund für das geschlechtsspezifisch unterschiedliche Bewegungsverhalten, dass bei „Buben“ das aktive Sporttreiben eine Art „männliche Sozialisation“ und ein Befreien aus der Abhängigkeit der Kindheit bedeutet, während sich Mädchen durch Nichtsportivität vom Kindsein abgrenzen und zur Femininität hin orientieren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung & Problemstellung: Das Kapitel führt in die enorme gesellschaftliche Bedeutung des Sports ein und umreißt die kontroverse wissenschaftliche Debatte darüber, ob Sport Ungleichheiten abbaut oder reproduziert.

2. Eingrenzung, Einordnung und gesellschaftliche Rahmenbedingungen: Hier werden Sportorganisationen als soziale Teilsysteme definiert und die dreigliedrige Sportstruktur in Deutschland (kommerziell, privat, selbstverwaltet) erläutert.

3. Soziale Ungleichheit und Bourdieu`s „Ungleichheitstheorie“: Dieses Kapitel liefert den theoretischen Rahmen, indem Bourdieus Konzepte von Kapitalsorten (ökonomisch, sozial, kulturell) und Habitus zur Analyse von Ungleichheit genutzt werden.

4. Ungleichheiten in Sportorganisationen – Lebenswirklichkeiten und Erklärungsansätze: Das Kernkapitel untersucht detailliert geschlechter-, schicht- und migrationsspezifische Barrieren sowie staatliche Fördersysteme, die zur Ungleichheitsreproduktion beitragen.

5. Besondere Potenziale und Chancen des organisierten Sports: Dieses Kapitel beleuchtet das integrative Potenzial des Sports und Möglichkeiten zur Förderung von Teilhabe durch niedrigschwellige Ansätze.

6. Beantwortung der Forschungsfrage: Die Ergebnisse werden zusammengeführt und kommen zu dem Schluss, dass Sportorganisationen sowohl Potenziale zum Ungleichheitsabbau bieten als auch strukturelle Sperrmechanismen besitzen.

7. Fazit und Ausblick: Das abschließende Kapitel fasst die Erkenntnisse zusammen und wagt einen Ausblick auf die zu erwartenden demografischen Veränderungen und deren Einfluss auf den Sportsektor.

Schlüsselwörter

Sportorganisationen, Soziale Ungleichheit, Pierre Bourdieu, Kapitaltheorie, Geschlechterungleichheit, Habitus, Integration, Inklusion, Sportsoziologie, Migrationshintergrund, Vereinsstrukturen, Sozialisation, Sportentwicklung, Chancengleichheit, Exklusionsmechanismen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen dem integrativen Anspruch des organisierten Sports und der tatsächlichen Reproduktion sozialer Ungleichheiten innerhalb von Sportvereinen und Verbänden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themenfelder umfassen die soziologische Analyse von Sportorganisationen, die Untersuchung von Geschlechterdifferenzen, schichtspezifische Sportbeteiligung und die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es zu klären, ob der organisierte Sport soziale Ungleichheit reproduziert oder ob er eine ungleichheitsverringernde Wirkung entfaltet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin/der Autor nutzt eine theoretische Einbettung in die Sozialstrukturtheorie nach Pierre Bourdieu sowie eine umfassende Analyse aktueller Studien, Literatur und Dokumente zur Sportentwicklung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert Mechanismen wie geschlechterspezifische Barrieren, den Einfluss des sozialen Milieus auf die Sportartwahl, exkludierende Binnenstrukturen in Vereinen und die Rolle staatlicher Fördersysteme bei der Verstärkung von Ungleichheiten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlüsselbegriffe sind soziale Ungleichheit, Bourdieu, Sportorganisationen, Integration, Inklusion, Geschlechterungleichheit und Migrationshintergrund.

Inwiefern spielt der "Habitus" eine Rolle bei der Sportwahl?

Nach Bourdieu prägt der Habitus – geformt durch soziale Lage und Erziehung – die Einstellung zum eigenen Körper, was dazu führt, dass Individuen bevorzugt Sportarten wählen, die ihrem sozialen Umfeld und ihren internen Dispositionen entsprechen.

Welchen Einfluss haben staatliche Förderrichtlinien auf Ungleichheit?

Die Arbeit zeigt, dass Fördersysteme oft einen "Matthäuseffekt" erzeugen, indem wohlhabende Vereine mit hohem ökonomischem Kapital (durch hohe Mitgliedsbeiträge) stärker gefördert werden als Vereine in prekären Lagen.

Final del extracto de 33 páginas  - subir

Detalles

Título
Soziale Ungleichheiten in Sportorganisationen. Lebenswirklichkeiten und Erklärungsansätze
Universidad
University of Hagen  (Kultur - und Sozialwissenschaften)
Curso
-
Calificación
1,3
Autor
BA Reinhold Ramesberger (Autor)
Año de publicación
2016
Páginas
33
No. de catálogo
V344572
ISBN (Ebook)
9783668343122
ISBN (Libro)
9783668343139
Idioma
Alemán
Etiqueta
soziale Ungleichheit Sportorganisationen
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
BA Reinhold Ramesberger (Autor), 2016, Soziale Ungleichheiten in Sportorganisationen. Lebenswirklichkeiten und Erklärungsansätze, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/344572
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