Diese Facharbeit behandelt die Stahlproduktion in der Stadt Witten, einer mittelgroßen Industriestadt im östlichen Ruhrgebiet. Im Gegensatz zu umliegenden Städten wird in Witten noch immer Stahl gekocht. Bis auf Duisburg und Witten haben alle anderen Städte des Ruhrgebiets ihre Stahlwerke verloren. In dieser Arbeit soll die Frage beantwortet werden, welche Ursachen zur Erklärung dieses Phänomens herangezogen werden können.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Entwicklung im Ruhrgebiet
Auswirkungen im Ruhrgebiet
Entwicklung in Witten (Deutsche Edelstahlwerke)
Werksgelände
Verkehrsanbindung
Produktionsverfahren
Strom
Rohstoffe
Arbeitnehmer
Produktpalette
Auswirkungen in Witten
Zusammenfassender Vergleich
Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entwicklung der Stahlbranche im Ruhrgebiet mit einem spezifischen Fokus auf den Standort Witten und die dort ansässige Deutsche Edelstahlwerke GmbH (DEW). Ziel ist es, die Entwicklung Wittens im Vergleich zum übrigen Ruhrgebiet zu analysieren, Erklärungsansätze für regionale Divergenzen zu identifizieren und die sozioökonomischen Folgen des industriellen Strukturwandels darzulegen.
- Struktureller Wandel der Montanindustrie im Ruhrgebiet seit 1945
- Untersuchung spezifischer Standortfaktoren (Fläche, Logistik, Energie)
- Vergleichende Analyse der Stahlproduktion am Beispiel Witten
- Auswirkungen der Stahlkrise auf Beschäftigung und Kommunalfinanzen
- Strategien zur Sicherung des Standorts durch Spezialisierung auf Edelstähle
Auszug aus dem Buch
Entwicklung in Witten (Deutsche Edelstahlwerke)
Im Jahre 1854 gründete Carl Ludwig Berger in Witten eine Gussstahl Fabrik (Berger & Comp.)26. Während der Neuordnung der Stahlindustrie nach dem zweiten Weltkrieg wurde das Wittener Werk als rechtlich selbstständiges Unternehmen erhalten und konnte eine Demontage verhindern.27
Schon lange bevor die Stahlindustrie in die Krise geriet, Anfang der 1950er Jahre, beschloss das Werk (damals noch Gussstahlwerk Witten AG) eine Abkehr vom Massenstahl. Stattdessen plante man, auf hochwertige Qualitäts- und Edelstähle zu setzen28. Dies wurde sicherlich auch durch die geographischen Gegebenheiten beeinflusst, denn flächenmäßig war man den großen Hüttenwerken der Region klar unterlegen, welche dadurch viel effektiver Massenstahl produzieren konnten. Daher wurde 1965 der Name in Edelstahlwerk Witten AG (ab hier: ESW) geändert.29
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Einführung in die aktuelle Krise der europäischen Stahlindustrie und Definition des Untersuchungsgegenstandes sowie der Zielsetzung.
Entwicklung im Ruhrgebiet: Darstellung der historischen Entwicklung des Ruhrgebiets als Montanregion und Analyse der Krisenphänomene seit 1975.
Auswirkungen im Ruhrgebiet: Erörterung der sozioökonomischen Folgen des Strukturwandels, insbesondere hinsichtlich Arbeitsmarkt und kommunaler Finanzsituation.
Entwicklung in Witten (Deutsche Edelstahlwerke): Historischer Abriss der Unternehmensentwicklung mit Fokus auf die strategische Neuausrichtung hin zum Edelstahlspezialisten.
Werksgelände: Untersuchung der räumlichen Entwicklung und der flächenmäßigen Expansionsgrenzen des Wittener Werks.
Verkehrsanbindung: Analyse der logistischen Standortfaktoren unter Berücksichtigung von Schiene, Wasserweg und Straßenanbindung.
Produktionsverfahren: Erläuterung der technischen Prozesse in der Primär- und Sekundärmetallurgie am Standort.
Strom: Bewertung der Bedeutung von Energiepreisen und Strombedarf für die Wettbewerbsfähigkeit des Elektrostahlwerks.
Rohstoffe: Diskussion der Rohstoffverfügbarkeit und deren Einfluss auf die Rentabilität der Produktion.
Arbeitnehmer: Analyse der Beschäftigungsstruktur und der Qualifikationsanforderungen im Kontext technischer Fortschritte.
Produktpalette: Vorstellung der produzierten Stahlsorten und deren Anwendungsgebiete in verschiedenen Industriezweigen.
Auswirkungen in Witten: Bilanzierung der Beschäftigungsentwicklung am Standort Witten im Kontext der Stahlkrise.
Zusammenfassender Vergleich: Gegenüberstellung der Entwicklung Wittens mit anderen Ruhrgebietsstandorten zur Verdeutlichung von Erfolgsfaktoren.
Ausblick: Einschätzung der künftigen Perspektiven des Standorts unter Berücksichtigung der globalen Marktsituation.
Schlüsselwörter
Stahlindustrie, Ruhrgebiet, Witten, Deutsche Edelstahlwerke, Strukturwandel, Montanindustrie, Elektrostahl, Standortfaktoren, Sekundärmetallurgie, Edelstähle, Arbeitsmarkt, Wirtschaftskrise, Massenstahl, Rationalisierung, Spezialisierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Stahlindustrie im Ruhrgebiet, insbesondere die historische und wirtschaftliche Entwicklung des Stahlstandorts Witten unter dem Einfluss des allgemeinen Strukturwandels.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Untersuchung konzentriert sich auf Standortfaktoren wie Energie und Logistik, die Rolle der Produktionsverfahren sowie die sozioökonomischen Auswirkungen der Stahlkrise auf die Region.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, die Gründe für den Erhalt des Stahlwerks in Witten zu identifizieren und dessen Entwicklungserfolg im Vergleich zu anderen, stillgelegten Hüttenwerken im Ruhrgebiet zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Es handelt sich um eine historische und wirtschaftsgeographische Fallstudie, die Daten und Unternehmenschroniken auswertet, um Standortentscheidungen und industrielle Entwicklungen zu erklären.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der überregionalen Entwicklung des Ruhrgebiets sowie eine detaillierte Betrachtung der DEW in Witten hinsichtlich technischer, logistischer und personeller Aspekte.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Stahlkrise, Strukturwandel, Elektrostahl, Standortfaktoren, Spezialisierung und Montanindustrie.
Warum konnte das Werk in Witten im Gegensatz zu anderen Standorten bestehen bleiben?
Der Fortbestand ist vor allem auf die frühe strategische Entscheidung zurückzuführen, sich von der Massenstahlproduktion auf hochwertige Edelstahlspezialitäten zu konzentrieren.
Welche Rolle spielt die Energieversorgung für den Standort Witten?
Da das Werk auf Elektrostahlöfen setzt, ist die Stromversorgung ein kritischer Kostenfaktor, der die Wettbewerbsfähigkeit direkt beeinflusst.
- Arbeit zitieren
- Fabian Schröter (Autor:in), 2016, Stahlproduktion in Witten. Vergleich zum übrigen Ruhrgebiet unter besonderer Berücksichtigung der Standortfaktoren sowie der sozioökonomischen Auswirkungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/344613