Der Text ist eine Zusammenfassung zum Thema Geschichte der spanischen Literatur. Es wird die Zeit vom Mittelalter bis zum Barock behandelt. Auf ausgewählte Werke der jeweilgen Epoche wird intensiver eingegangen. Zunächst gibt es eine allgemeine Einführung zum Thema "Was ist spanische Literatur?".
Inhaltsverzeichnis
1. Zweck von Literaturgeschichte
2. Epoche und Epochenbegriff
3. Was ist spanische Literatur?
1) Mittelalter
1.1. Reconquista & Convivencia
1.2. Literatur der Reconquista zugeordnet
1.3. Literatur der Convivencia zugeordnet
1.2. Analogia entis – Mittelalterliches Denken
1.2.1. Alfonso el Sabio
1.2.2. Ramon Llull
1.2.3. Enrique de Villena
2.1.1. Analogisches Denken bei Alfonso el Sabio
2.1.2. Ars Lluliana (Llull)
1.3.1.
1.3.2. Trobadorlyrik und die Auswirkung auf die iberische Halbinsel
1.3.4. Text und Aufführung
2. RENAISSANCE
2.1. Zentrale Merkmale des Humanismus
2.1.1. Aufwertung der Volkssprache – Juán de Valdéz – Diálogo de la lengua
2.1.2. Aktualisierung des antiken Gattungssystems
2.1.3. Historisierung
2.1.4. Pluralisierung
2.1.5. dignitas hominis – Die Würde des Menschen
2.3. Der Roman der Frühen Neuzeit
2.3.1. Ritterroman/ libro de caballerias
2.3.2. Pitaresker Roman/novela picaresca « Schelmenroman »
2.3.3. Schäferroman / novela pastoril
2.4. Wahrheit und Fiktion: Das Renaissance Epos
2.4.1. Epische Programmatik
2.4.1.1. Gaspar García de Alcarón – Proposito
2.4.1.2. J. Sempre, La Carolera (1560) Poetische Enthaltsamkeit
2.4.1.3. G. Lasse de la Vega, Cortßes valeraso - 1588 Madrid
2.4.2. Alfonso de Ercilla y Zúñiga : La Araucana (1569/89) 6 Teile
2.4.3. Luis Zapata: Carlo famoso (Carl V) 1566 –Verleger Joan Mey
2.4.4. Luis de Camões: Os Lusiadas – 1571 Lissabon
3.3. Gracián und der desengaño
3.4. Die Wahrnehmungsproblematik in Miguel de Cervantes: Don Quijote
3. Barock
3.1. Konzeptistische Ästhetik
3.2. Das Drama im Siglo de Oro
3.2.1. Die neue Gattung: COMEDIA
3.2.2. Autosacramental
3.2.3. Hofteater - Corrales
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Entwicklung der spanischen Literatur vom Mittelalter über die Renaissance bis hin zum Barock. Das Hauptziel besteht darin, literarische Epochen nicht nur chronologisch zu betrachten, sondern anhand ästhetischer Merkmale wie Wahrnehmungsproblematiken, Fiktionalität und der Rolle der Literatur als Reflexionsmedium zu analysieren, insbesondere im Kontext von „engaño“ und „desengaño“.
- Grundlagen des mittelalterlichen Denkens und der Analogiebildung.
- Entwicklung und Merkmale des Humanismus in Spanien.
- Literarische Gattungsentwicklungen (Ritterroman, Schelmenroman, Schäferroman, Epos).
- Die Wahrnehmungsproblematik und Autoreflexivität in Don Quijote.
- Die Ästhetik des Barock und die Entstehung der Comedia.
Auszug aus dem Buch
3.3 Gracián und der desengaño
Die Begriffe engaño und desengaño beziehen sich in der Gedankenwelt des Barock zunächst auf die Täuschung, welcher der Mensch über die Bedeutung des irdischen Lebens verfällt: Der engaño liegt darin, dass den Dingen der Welt ein Wert beigemessen wird, den sie angesichts der Kürze des Lebens und angesichts des bevorstehenden Eingehens in das Jenseits nicht haben. Der desengaño ist in diesem christlich geprägten Sinne die Erkenntnis dieser Nichtigkeit, mithin das Überwinden der Täuschung. Desengaño ist daher ein positiv besetzter Begriff:
engaño, die falsche Illusionsbildung, vs. desengaño, die Erkenntnis der wahren Zusammenhänge.
Von dieser existenziellen Grundbedeutung aus kann der engaño/desengaño-Gedanke auf soziale und kommunikative Zusammenhänge extrapoliert werden. Dies gilt z.B. für die gegenseitige Täuschung im sozialen Kampf (insbesondere am Hofe) darum, wer unter den Hofleuten die Oberhand und die alles entscheidende Gunst des Monarchen behält. Das ratsame Vorgehen in diesem sozialen Kampf wird von Baltasar Gracián im Oráculo manual in kurzen, gedanklich hoch zugespitzten Klugheitsregeln reflektiert (Klugheit im Handeln = prudencia).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Zweck von Literaturgeschichte: Einführung in die Bedeutung der Literaturgeschichte für die kulturelle Kontextbildung und die Notwendigkeit, fiktionale Texte nicht rein referentiell zu verstehen.
2. Epoche und Epochenbegriff: Definition der Epoche als semantisches Konstrukt, das durch Merkmalbündel und zeitliche Indizes charakterisiert ist.
3. Was ist spanische Literatur?: Diskussion über die Grenzen spanischer Literatur hinsichtlich Sprache, Geografie und kultureller Einflüsse (z.B. arabische Einflüsse).
1) Mittelalter: Darstellung der historischen Entwicklung von Reconquista und Convivencia sowie deren Niederschlag in frühen literarischen Zeugnissen.
2. RENAISSANCE: Analyse des Humanismus, der Aufwertung der Volkssprache und der Wiederentdeckung antiker Gattungen.
3. Barock: Untersuchung der Ästhetik des Barock, der Wahrnehmungsproblematik, des Theaters (Comedia) und der Konzeptistischen Ästhetik.
Schlüsselwörter
Spanische Literatur, Mittelalter, Renaissance, Barock, Reconquista, Convivencia, Humanismus, Ritterroman, Schelmenroman, Don Quijote, Fiktion, Wahrheit, Wahrnehmung, Desengaño, Comedia
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet einen wissenschaftlichen Überblick über die Geschichte der spanischen Literatur vom Mittelalter bis zum Barock.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Felder sind die Epochenkonzepte, das Verhältnis von Fiktion und Realität, die Wahrnehmungsproblematik und die Entwicklung literarischer Gattungen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist die Analyse literarischer Werke unter Berücksichtigung ihrer ästhetischen Merkmale und historisch-kulturellen Kontexte.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Es wird eine textanalytische Methode angewandt, die auf literarhistorischen Kommentaren und zeitgenössischen Theoriekonzepten basiert.
Welche Inhalte stehen im Hauptteil der Untersuchung?
Der Hauptteil behandelt die Transformation von Wissenssystemen, die Entwicklung von Romanformen wie dem Ritterroman und die komplexe Wahrnehmungsstruktur in Cervantes' Don Quijote.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Reconquista, Humanismus, Epochenbegriff, Wahrheit/Fiktion, Autoreflexivität und Barockästhetik charakterisiert.
Wie unterscheidet Gracián die Konzepte engaño und desengaño?
Gracián definiert engaño als falsche Illusionsbildung durch die Welt, während desengaño die positive Erkenntnis der Nichtigkeit irdischer Werte und das Überwinden dieser Täuschung beschreibt.
Warum wird Don Quijote als parodistisches Werk eingestuft?
Cervantes parodiert die Gattung der Ritterromane, indem er den Protagonisten die Wertekodizes der Bücher auf eine für seine Umgebung lächerliche Weise auf die Realität anwenden lässt.
Welche Bedeutung hat die Avellaneda-Episode im Don Quijote?
Sie fungiert als Beispiel für „mise-en-abyme“ und Metalepse, in der Realitätsebenen paradox verschmelzen, indem die Romanfiguren auf eine Fortsetzung ihrer eigenen Geschichte reagieren.
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- Erika Wießner (Autor), 2015, Geschichte der spanischen Literatur vom Mittelalter bis zum Barock, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/344669